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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 17 Min. Lesezeit

Dach erneuern am Gartenhaus: Rückbau, Gefälle, neue Deckung

Sparren und Schalung auf Fäulnis prüfen, Dachpappe oder Schindeln rückbauen, Gefälle herstellen — dann neu eindecken
12 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage beim Rückbau der Altdeckung

Die Erneuerung beginnt mit dem Rückbau — und der Rückbau beginnt nicht mit dem Nagelzieher, sondern mit einer Frage, die vor dem ersten Handgriff beantwortet sein muss.

🔴 Die Altdeckung kann schadstoffhaltig sein. Alte Dachpappe, Bitumenbahnen, Kleber und Kitte — aber auch alte Faserzement-Kleintafeln und schindel- beziehungsweise ziegelähnliche Faserzementdeckungen — können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts. Bei Verdacht gilt: nicht reißen, nicht schneiden, nicht schleifen, nicht mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten; Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb. Sehr alte Bahnen können zudem teerhaltig sein — PAK, TRGS 551 — und sind am Aussehen nicht zuverlässig erkennbar. Das Herstellungsjahr kann einen Verdacht begründen, ersetzt aber Materialunterlagen oder eine Untersuchung nicht.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn die Altdeckung als unbedenklich bestimmt ist, geht sie herunter — und erst dann zeigt sich, ob das Tragwerk darunter noch trägt.

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Warum Neudecken mit dem Tragwerk beginnt, nicht mit der Deckung

Ein Gartenhausdach wirkt klein und überschaubar — und genau deshalb wird beim Neudecken zuerst nach der neuen Deckung gegriffen, statt nach dem, was darunter liegt.
Die Deckung verdeckt das Tragwerk
Unter der alten Dachpappe oder den Schindeln liegt die Schalung, darunter die Sparren. Solange die Deckung oben liegt, sieht man von beidem nichts — aber genau dort entsteht der Schaden, der das Neudecken überhaupt nötig macht: Feuchte, die durch eine undichte Stelle eingedrungen ist und Sparren oder Schalung hat faulen lassen.
Die alte Deckung ist die Krankengeschichte
Wo die Dachpappe gerissen war, wo Wasser stand, wo Schindeln sich hoben — das sind die Stellen, an denen das Holz darunter zuerst gelitten hat. Der Rückbau legt diese Geschichte frei; wer sie ignoriert und einfach neu deckt, legt die neue Deckung auf ein geschwächtes Tragwerk.
Neudecken heißt: erst Befund, dann Deckung
Diese Reihenfolge — Rückbau, Fäulnis-Check, Gefälle, Deckung — ist der Kern dieser Seite. Wer sie umdreht, baut das Ergebnis auf eine Annahme statt auf einen Befund.

Der Rückbau: Dachpappe und Schindeln herunter

Wenn die Schadstofffrage geklärt ist, geht die Altdeckung herunter — in handlichen Stücken, nicht im Riss.
Nägel ziehen, Deckung abnehmen
Die alte Dachpappe wird nicht gerissen, sondern Stück für Stück abgenommen: Nägel ziehen, Bahn in handlichen Stücken lösen. Schindeln werden Reihe für Reihe entfernt, vom First zur Traufe. Wer reißt, erzeugt Staub und Splitter — und bei nicht ausgeschlossenem Schadstoff einen Fehler, der nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Was herunterkommt, wird getrennt
Bitumenhaltige Bahnen, Holz und Schindeln gehören nicht in denselben Sack. Der Entsorgungsweg steht vor dem Rückbau fest — asbesthaltige und teerhaltige Materialien mit Nachweis, nicht in den Bauschutt.
Der Rückbau legt den Befund frei
Erst wenn die Deckung herunter ist, sieht man die Schalung und die Sparren wirklich — und an dieser Stelle fällt die Entscheidung, was erneuert werden muss, bevor die neue Deckung darauf kommt.

Schadbild nach dem Abdecken

Was nach dem Abdecken sichtbar wird, ist der eigentliche Befund — und jedes Bild hat seine Ursache und seinen Prüfschritt.
Verfärbung und weiche Oberfläche
Dunkle oder graue Stellen im Holz zeigen Feuchte, die eingedrungen ist; wo die Oberfläche weich nachgibt, hat die Fäulnis schon begonnen. Prüfschritt: anstechen, ausmessen, eingrenzen — bleibt die Stelle lokal, wird das Brett ersetzt; ist sie flächig, ist das Tragwerk betroffen.
Aufgequollene Plattenkante und durchhängende Schalung
Eine aufgequollene Kante an einer Holzplatte oder eine durchhängende Schalung zeigt, dass das Material Wasser gezogen und an Steifigkeit verloren hat. Hier wirkt die Schalung nicht mehr als ebener Untergrund — Prüfschritt sind Auflagerung und Spannrichtung.
Rostige Befestiger und gerissene Anschlüsse
Rostige Nägel oder Schrauben haben ihre Haltekraft verloren; gerissene Anschlussbahnen zeigen, dass sich die Konstruktion bewegt hat. Beides wird einzeln aufgenommen, bevor die neue Deckung daraufkommt.
Der Befund bestimmt den Umfang
Jedes Bild wird notiert und zugeordnet — erst der freigelegte Zustand bestimmt, was ersetzt, was getrocknet und was nur überdeckt werden darf.

Der Fäulnis-Check: Sparren und Schalung

Der wichtigste Befund nach dem Rückbau ist die Fäulnis — und sie wird gesucht, nicht vermutet.

Sparren und Schalung werden geprüft

Morsche Stellen, durchgefeuchtetes Holz, gerissene Sparren, gelockerte Verbindungen — alles, was die Tragfähigkeit mindert, wird gefunden und bewertet. Mit einem Schraubenzieher oder einer Ahle lässt sich morsches Holz anstechen: Weiches, nachgebendes Holz ist Fäulnis, auch wenn es von außen noch intakt aussieht. Das ist eine orientierende Vorprüfung, kein belastbarer Befund — auch Schalung, Plattenstöße und Befestigungen wirken statisch mit und gehören mit bewertet.
Einzelne morsche Stellen werden ersetzt — beim Sparren endet die Eigenleistung. Ein einzelnes morsches Brett der Schalung wird getauscht, bevor die neue Deckung daraufkommt. Auch ein geschwächter Sparren ist aber ein tragendes Bauteil: Seine Bewertung, der Ersatzquerschnitt, der Anschluss und die Lastabtragung gehören zur Tragwerksplanung — er wird nicht als normale Deckungsarbeit „eben getauscht". Eine durchgehend morsche Konstruktion ist ohnehin kein Fall für die Neudeckung — dann gehört das Tragwerk ertüchtigt oder ersetzt (Dachkonstruktion Gartenhaus Dach bauen).

Erst trocken und tragfähig heißt deckreif

Eine feuchte Schalung wird nicht überdeckt — die Feuchte fault unter der neuen Deckung weiter. Der konstruktive Holzschutz nach DIN 68800-2 — die vorbeugenden baulichen Maßnahmen — gehört beim Neudecken mit geprüft: Das Holz wird so geführt, dass es dauerhaft trocken bleibt. Grundlagen und die Zuordnung der Gebrauchsklassen liegen in DIN 68800-1 beziehungsweise DIN EN 335.

Schalung fachgerecht ausbessern

Ein morsches Brett zu tauschen klingt einfach — ist aber nur dann richtig, wenn das Ersatzstück zur vorhandenen Konstruktion passt. Ein Brett einfach „einzupassen" ist keine ausführbare Anleitung.
Dicke, Spannrichtung und Auflager
Das Ersatzbrett oder die Ersatzplatte muss die Dicke des Bestands haben und in derselben Spannrichtung liegen wie die entfernte Schalung. Entscheidend ist das Kantenauflager: Die Platte muss an allen Rändern aufliegen, nicht frei überspannen — sonst federt die neue Deckung auf einer weichen Stelle.
Fuge und Befestigung
Die Fuge zum Nachbarbrett wird so gelegt, dass sie nicht klafft und Wasser nicht stehen bleibt; die Befestigung entspricht der des Bestands — gleiche Abstände, gleiche Eindringtiefe, keine hochstehenden Köpfe.
Großflächige Schäden gehören dem Fachmann
Ein einzelnes Brett ist Deckungsarbeit; eine durchgehend morsche Schalung, ein geschädigter Sparren oder eine Stelle, an der die Schalung statisch mitarbeitet, gehört zum Zimmerer oder Tragwerksplaner (Dachkonstruktion Gartenhaus Dach bauen). Wer hier selbst „ausbessert", trägt ein Tragwerk ab, ohne es zu verstehen.

Das Dachgefälle: prüfen und wiederherstellen

Die alte Deckung hatte ihr Gefälle — aber ob es noch stimmt, ist eine eigene Frage, und die Erneuerung ist der Moment, es zu korrigieren.
Stehendes Wasser ist der Hauptfeind
Wo Wasser nach dem Regen stehen bleibt, arbeitet es auf Nähte und Anschlüsse ein, friert im Winter und lässt die Deckung genau dort zuerst aufgeben. Die Erneuerung prüft das Dachgefälle und stellt es wieder her, wo es fehlt — nicht den alten Zustand blind übernehmen.
Das Gefälle kommt aus der Konstruktion
Es liegt in der Neigung des Tragwerks oder in einer aufgelegten Keilkonstruktion auf der Schalung — nicht in der Deckung selbst. Wer eine neue Deckung ohne Gefälle verlegt, baut den Hauptfeind direkt ein.
Die Neigung entscheidet über das Material — und die Begriffe unterscheiden sich je nach Bauart. Bei Deckungen wie Bitumenschindeln gibt es die Regeldachneigung, unter die man nur mit ausdrücklich vorgesehenen Zusatzmaßnahmen gehen darf, und darunter die produktspezifische Mindestneigung als harte Grenze. Bei Abdichtungen — EPDM- oder Bitumenbahn — gilt das nicht: Sie werden nicht über eine Regeldachneigung beschrieben, sondern über Bauart, Gefälle und Anschlussdetails. Die Neigung ist deshalb das Kriterium, das vor der Materialwahl steht (siehe Gartenhaus-Dach decken und Gartenhaus Dach abdichten): Wer das falsche Material für die Neigung wählt, baut die Undichtigkeit ein.

Die neue Deckung: Bitumenschindeln, EPDM oder Bitumenbahn

Für die neue Deckung stehen auf dem Gartenhaus drei Wege offen — und die Wahl ist keine Geschmacksfrage, sondern eine der Neigung und des Untergrunds.
Die Bitumenschindeln
Auf dem geneigten Gartenhausdach sind Bitumenschindeln die sichtbare, optisch ansprechende Deckung: Sie liegen in Lagen, überdecken sich und bilden die Fläche. Sie brauchen eine ausreichende Dachneigung und eine geschlossene Vollschalung als Untergrund — unter die produktspezifische Mindestneigung dürfen sie nicht, die Regeldachneigung nur mit ausdrücklich vorgesehenen Zusatzmaßnahmen. Die Verlegung folgt der Verlegeanleitung (Bitumenschindeln verlegen).
Die EPDM-Bahn
Für flach geneigte Gartenhausdächer kommt neben Profilblech und geeigneten Platten die EPDM-Bahn in Betracht: eine große, elastische Gummibahn, die ohne Flamme verklebt wird und auch geringe Neigungen dicht hält. Sie liegt auf der geschlossenen Schalung und kommt mit Durchdringungsmanschetten und sauberen Randanschlüssen aus (Gartenhaus Dach abdichten).
Die Bitumenbahn
Die Bitumenbahn — als kaltselbstklebende oder mit Kaltklebemasse verklebte Bahn — ist der dritte Weg, ebenfalls für flachere Dächer. Sie wird in der Regel zweilagig verlegt, mit versetzten Nähten und ausreichender Nahtüberdeckung (Garagendach abdichten mit Bitumen, Dachpappe verlegen auf Holzflachdach).
Die Wahl folgt aus Neigung, Untergrund und Optik
Alle drei Deckungen werden nach Herstellerangabe verlegt — es gibt nicht „die eine" richtige Deckung, sondern die, die zur Neigung, zum Untergrund und zum gewünschten Ergebnis passt. Auf Holz wird dabei durchgehend flammenfrei gearbeitet.
Die Normen beschreiben Produkte, keine Verlegereihenfolge
DIN EN 544 ist die Produktnorm für Bitumenschindeln, DIN EN 13707 für Bitumenbahnen, DIN EN 13956 für Kunststoff- und Elastomerbahnen wie EPDM. Sie alle regeln keine Verlegung — ausführen heißt Fachregel, bei Abdichtungen DIN 18531 und die Herstellerverlegeanleitung befolgen.

Systemwahl nach Dachform und Neigungsbegriff

Die Wahl der neuen Deckung folgt nicht einem Gefühl, sondern einer klaren Zuordnung: Jede Bauart hat ihren Untergrund, ihren Neigungsbegriff, ihre Detailfamilie — und einen Sortimentsstatus bei Franke.
Bitumenschindeln
Untergrund Vollschalung; maßgeblicher Neigungsbegriff die Regeldachneigung, die nur mit ausdrücklich vorgesehenen Zusatzmaßnahmen unterschritten werden darf, dazu die produktspezifische Mindestneigung als harte Grenze. Detailfamilie First, Traufe, Ortgang. Franke führt Bitumenschindeln.
Profil- und Wellplatten
Untergrund Lattung oder bestehende Schalung; maßgeblich sind auch hier zwei Neigungswerte — die Regeldachneigung (Trapezblech 7°, Faserzement-Wellplatte 9–14° je Sparrenlänge, Bitumenwellplatte 10° bzw. 15°), die sich mit der in der Verlegeanleitung genannten Maßnahme unterschreiten lässt, und darunter die System-Mindestneigung als harte Grenze (3° beim Trapezblech, 7° bei den Wellplatten). Detailfamilie Überdeckung, Befestigung, Abschlussprofil. Franke führt Trapezblech, Wellplatten und weitere Profilbleche.
Abdichtung (EPDM, Polymerbitumenbahn)
Untergrund geschlossene Schalung; kein Neigungsbegriff über eine Regeldachneigung, sondern Bauart, Gefälle und Anschlussdetails. Detailfamilie Durchdringung, Randanschluss, Naht. Franke führt diese Abdichtungsbahnen nicht — sie kommen aus dem Fachhandel.
Die Tabelle trennt, was im Text zusammenlief
Deckung und Abdichtung sind verschiedene Gewerke mit verschiedenen Untergründen, Befestigungen und Verlegereihenfolgen. Wer sie vermischt, verlegt eine Abdichtung wie eine Deckung — und baut den Fehler am Übergang ein.

Details für Pult- und Satteldach

Die Wasserführung hängt an der Dachform — ein Pultdach endet anders als ein Satteldach, und jedes Ende braucht sein Detail.
Pultdach
Das Pultdach hat einen Hochpunkt und eine Traufe. Am Hochpunkt sitzt in der Regel ein Wandanschluss oder eine Aufkantung, die das Wasser von der Wand fernhält; an der Traufe fällt das Wasser frei oder in eine Rinne ab. Die beiden Ränder — Hochpunkt und Traufe — werden getrennt ausgebildet, nicht gleich behandelt.
Satteldach
Das Satteldach hat einen First, zwei Traufen und zwei Ortgänge. Am First treffen beide Dachflächen aufeinander und werden mit einem Firstdetail geschlossen; die zwei Traufen führen das Wasser nach unten; die Ortgänge schließen die Flächen seitlich ab und müssen zugleich windsicher sein.
Jede Kante ein Detail
First, Traufe, Ortgang und Wandanschluss sind keine Dekoration, sondern die Stellen, an denen Wasser eindringt, wenn sie unsauber sind. Wer die eigene Dachform kennt, kann jede Kante dem passenden Detail zuordnen — und weiß, welche Abschlüsse die neue Deckung braucht.

Geräteschuppen oder beheiztes Gartenbüro

Bevor die neue Deckung kommt, steht fest, wofür das Gartenhaus genutzt wird — ein kalter Geräteschuppen und ein beheiztes Gartenbüro sind bauphysikalisch zwei verschiedene Dächer.
Der kalte Schuppen
Beim unbeheizten Geräteschuppen geht es nur um die Wasserführung: Deckung dicht, Gefälle richtig, Details sauber. Eine Dampfbremse oder Dämmung ist hier kein Thema.
Das beheizte Gartenbüro
Wird darunter geheizt, reicht die neue Deckung nicht: Feuchte Luft aus dem beheizten Raum braucht eine Dampfbremse, Dämmung und eine luftdichte Ebene — sonst schlägt sich Tauwasser an der kalten Deckung nieder und fault die Schalung von innen. Traufe und Ortgang werden zu Wärmebrücken, die mit eingeplant werden.
Der GModG-Tatbestand
Beim beheizten Raum kann das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) greifen: § 36 mit Anlage 7 Nr. 5b beim Neuaufbau der Dachdeckung einschließlich Lattung oder Schalung, Nr. 5c beim Ersatz einer vorhandenen Dachabdichtung — jeweils oberhalb der 10-%-Grenze der Bauteilgruppe. Eine bloße Neudeckung löst die bauphysikalische Aufgabe nicht; der Tatbestand wird vor der Arbeit geprüft.

PV und neue Auflasten

Die neue Deckung darf weder elektrische noch tragwerkliche Risiken verdecken — beides wird vor dem Decken geklärt.
Vorhandene Module nur vom Fachbetrieb
Liegt auf dem Gartenhaus bereits eine Photovoltaikanlage, werden Module und elektrische Anschlüsse ausschließlich durch den Solar- oder Elektrofachbetrieb außer Betrieb genommen und demontiert. Ein Modulfeld nimmt kein Laie ab — die DC-Seite bleibt auch bei abgeschaltetem Wechselrichter spannungsführend.
Neue Lasten statisch prüfen
Neue Module, Speicheraufbauten oder eine schwere Deckung verändern die Last, die Sparren und Schalung tragen müssen. Ob das Gartenhaustragwerk dafür ausgelegt ist, beantwortet eine statische Prüfung, nicht der Augenschein. Ein Gartenhaus, das für eine leichte Schindeldeckung gebaut wurde, trägt nicht automatisch Module samt Beschwerung.
Die Deckung verdeckt nichts
Was einmal gedeckt ist, ist nicht mehr sichtbar — deshalb gehören elektrische und tragwerkliche Fragen vor die neue Deckung, nicht hinterher.

Ein Tag mit offenem Gartenhausdach

Das häufigste Risiko der Dach-Erneuerung entsteht nicht beim Verlegen, sondern zwischen Rückbau und neuer Deckung — solange das Dach offen liegt. Ein Tag mit offenem Dach wird deshalb geplant wie ein Arbeitsschritt.
Innenraum räumen
Alles, was Wasser nicht verträgt, kommt vor dem Öffnen aus dem Gartenhaus heraus oder wird abgedeckt. Ein plötzlicher Schauer über einem halb geräumten Innenraum ist der Schaden, der sich am leichtesten vermeiden lässt.
Wetterfenster und Helfer planen
Das Öffnen passt in ein trockenes Wetterfenster, und die neue Deckung wird am selben Tag geschlossen. Wer allein arbeitet, öffnet nur so viel, wie er bis zum Abend sicher schließen kann — eine zweite Person macht das Einrollen nicht schneller, aber das Auflegen der Notabdeckung.
Notabdeckung bereithalten
Eine zugfest gesicherte Plane oder Bahn liegt griffbereit, bevor die erste alte Bahn abgenommen wird. Sie wird so befestigt, dass sie ein Gewitter übersteht — nicht lose aufgelegt, sondern fest verspannt.

Mengenblatt je Deckung

Bevor bestellt wird, steht die Menge — und die ist mehr als die Grundfläche des Gartenhauses. Wer die Packungsfläche mit der Deckfläche verwechselt, kauft zu wenig.
Geneigte Istfläche aufnehmen
Maßgeblich ist die geneigte Dachfläche inklusive Überständen an Traufe und Ortgang, nicht die Grundfläche. Die Istfläche wird am freigelegten Dach gemessen, bevor die neue Deckung bestellt wird.
Netto-Deckmaß rechnen
Vom Produktdatenblatt kommen das Netto-Deckmaß, die Überdeckungen und die Zahl der Anfangs- und Firstteile. Zuschnitte an Ortgang, Durchdringungen und um den First werden extra gerechnet — sie gehen über die reine Fläche hinaus.
Für jede Deckung getrennt
Schindeln, Profil-/Wellplatten und Abdichtungsbahnen rechnen unterschiedlich: Die Schindel in Bund über die Deckfläche, die Platte in Plattenlänge, die Bahn in Nettofläche plus Naht. Ein Mengenblatt je Deckung macht die Fehlmenge vor dem Verlegen sichtbar, nicht auf dem Dach.
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Schritt für Schritt: das Gartenhausdach erneuern

1

Schadstofffrage klären

Altdeckung bestimmen; bei Verdacht auf Asbest (TRGS 519) oder Teer (TRGS 551) endet der Rückbau hier (siehe ganz oben).

2

Innenraum räumen, Wetterfenster planen

Alles Wasserempfindliche aus dem Gartenhaus räumen, eine zugfest gesicherte Notabdeckung bereithalten und nur so viel öffnen, wie am selben Tag sicher geschlossen werden kann.

3

Altdeckung abnehmen

Nägel ziehen, Dachpappe oder Schindeln in handlichen Stücken entfernen, Schalung und Sparren freilegen.

4

Schadbild aufnehmen

Verfärbungen, weiche Stellen, aufgequollene Plattenkanten, durchhängende Schalung, rostige Befestiger und gerissene Anschlüsse zuordnen.

5

Fäulnis-Check, Schalung ausbessern

Sparren und Schalung anstechen und prüfen; morsche Schalbretter mit passender Dicke, Spannrichtung, Auflager und Befestigung ersetzen. Ein geschwächter Sparren oder eine großflächig geschädigte Schalung gehören zur Tragwerksplanung (Dachkonstruktion Gartenhaus Dach bauen).

6

Gefälle prüfen und wiederherstellen

Hoch- und Tiefpunkte festhalten; das Gefälle über Tragwerk oder Keilkonstruktion wiederherstellen.

7

Neigung bestimmen, System wählen

Dachneigung messen und das System über die Tabelle zuordnen — Deckung (Schindeln, Profil-/Wellplatten) oder Abdichtung (EPDM, Bitumenbahn).

8

Nutzung und Lasten klären

Schuppen oder beheiztes Gartenbüro unterscheiden (GModG-Tatbestand prüfen); vorhandene PV nur vom Fachbetrieb, neue Lasten statisch prüfen.

9

Menge ermitteln

Geneigte Istfläche plus Überstände aufnehmen; Netto-Deckmaß, Überdeckung, Anfangs-/Firstteile und Zuschnitte nach Datenblatt.

10

Neu eindecken

Nach Verlegeanleitung des Herstellers — die Verlegereihenfolge unterscheidet sich je nach Deckung; durchgehend flammenfrei.

11

Abschlüsse schließen

First, Traufe, Ortgang und Wandanschluss nach der Dachform (Pult- oder Satteldach) ausbilden; Durchdringungen mit Manschetten, nicht mit Dichtmasse.

12

Kontrolle

Alle Nähte und Abschlüsse abgehen, abschnittsweise von gesicherter Position aus prüfen und von innen nachsehen — nicht fluten, keinen Ablauf verschließen.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Rückbau ohne SchadstoffprüfungAsbest-/PAK-Freisetzung, TRGS 519/551 verletzt
Fäulnis übersehenneue Deckung auf geschwächtem Tragwerk
Auf morsche Schalung gedecktDeckung hält nicht, Schaden läuft weiter
Gefälle nicht hergestelltstehendes Wasser, vorzeitiger Schaden
Falsches Material für die NeigungDeckung nicht regensicher
Ohne Unterdeckung auf Lattung gedecktWasser dringt an den Stößen ein
Nähte deckungsgleichSchwachstelle über Schwachstelle
Geflämmt auf HolzGlutnester, Brand nach Arbeitsende
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Eingriff
Vor dem Rückbau der Altdeckung gilt: Alte Dachpappe, Bahnen, Kleber und Kitte sowie alte Faserzement-Kleintafeln und schindel- beziehungsweise ziegelähnliche Faserzementdeckungen können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb. Sehr alte Bahnen können teerhaltig sein (PAK, TRGS 551). Beides steht vor dem Rückbau, nicht bei der Entsorgung.
Tragwerk
Morsche Sparren und Schalung werden nicht überdeckt. Der Fäulnis-Check steht vor der neuen Deckung; eine durchgehend morsche Konstruktion gehört ertüchtigt oder ersetzt (Dachkonstruktion Gartenhaus Dach bauen).
Brandgefahr
Auf brennbarer Holzschalung wird nicht geflämmt — das ist die Grenze der Eigenleistung. Gearbeitet wird flammenfrei (kaltselbstklebend, Kaltklebemasse, EPDM).
Absturz und Betreten
Gearbeitet wird von Gerüst, Arbeitsbühne oder über eine Laufbohle — die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz. Die alte wie die neue Deckung ist keine Verkehrsfläche; auf eine frisch verlegte, noch nicht befestigte Bahn wird nicht getreten.
Neigung
Die Dachneigung entscheidet über die Materialwahl. Jede Deckung hat eine Regeldachneigung, die nur mit ausdrücklich vorgesehenen Zusatzmaßnahmen unterschritten werden darf, und eine produktspezifische Mindestneigung als harte Grenze. Das falsche Material für die Neigung baut die Undichtigkeit ein.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der teuerste Fehler am Gartenhausdach ist die schnelle neue Deckung über den ungeprüften Bestand: die Altdeckung ohne Schadstoffprüfung heruntergerissen, die morsche Schalung überdeckt, das Gefälle nicht wiederhergestellt. Das Dach sieht fertig aus — und unter der neuen Deckung fault die alte Feuchte weiter, bis die neue Deckung Jahre später an genau der Stelle durchschlägt. Deshalb steht der Fäulnis-Check vor der Deckung und die Schadstofffrage vor dem Rückbau.
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