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Die Nachrüstung „von innen“ ist kein gleichwertiger Ersatz. Sie wird gefachweise zwischen die Sparren geklebt und lässt damit genau die Sparrenoberseiten ungeschützt, an denen das Wasser entlangläuft. Sie setzt eine geeignete Dachgeometrie voraus, muss an Traufe und Durchdringungen zuverlässig nach außen entwässern, und bei Kehlen scheidet sie regelmäßig aus. Auch die Bahnenhersteller beschreiben sie nur als begrenzte oder zeitlich befristete Lösung. Wer sie wählt, sollte wissen, dass er ein Provisorium baut — und die Dämmung nicht darauf auslegen, dass es ewig hält.
Wie erkennt man es? Von innen zwischen die Sparren schauen. Sichtbare Ziegelunterseite bedeutet: keine Bahn. Eine graue oder schwarze Folie bedeutet: Bahn vorhanden, Typ prüfen.
— Tipp aus der Praxis
| Dämmstoff | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| Glaswolle / Steinwolle | günstig, leicht zu schneiden, nicht brennbar, klemmt gut | Hautreizung beim Verarbeiten, schwacher sommerlicher Hitzeschutz |
| Holzfaserdämmplatte | bester sommerlicher Hitzeschutz, hohe Phasenverschiebung | schwerer, teurer, mehr Zuschnittaufwand |
| Zellulose (Einblasdämmung) | füllt Hohlräume fugenlos, gut bei unregelmäßigen Feldern | braucht Einblastechnik, in der Regel keine Eigenleistung |
| Hanf, Holzwolle | gute Feuchtepufferung, nachwachsend | teurer, weniger verbreitet |
| PU- und PIR-Platten | sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit, dünner Aufbau | teuer, kein Feuchtepuffer, unflexibel bei krummen Sparren |
209,70 € /Rolle
Die Dampfsperre hat einen sehr hohen sd-Wert und ist praktisch dicht. Was trotzdem hineingelangt — durch eine Fehlstelle, ein Loch, einen Anschluss — kommt nicht wieder heraus. Sie ist unbarmherzig gegenüber Ausführungsfehlern.
Die Dampfbremse hat einen niedrigeren sd-Wert. Sie verlangsamt die Diffusion, statt sie zu unterbinden. Der entscheidende Vorteil: Feuchte, die doch in die Konstruktion gelangt ist, kann im Sommer wieder nach innen austrocknen.
Die feuchtevariable Dampfbremse kann beides. Ihr sd-Wert ändert sich mit der Luftfeuchte: Im Winter, bei trockener Raumluft, bremst sie stark; im Sommer, bei feuchterer Umgebung, öffnet sie und lässt Rücktrocknung zu. Für eine Dämmung von innen im Altbau ist sie deshalb die verbreitete Wahl — die nebenstehende Bahn arbeitet in einem sd-Bereich von 0,3 bis 25 m.
| Werkzeug | Material |
|---|---|
| Dämmstoffmesser oder langes Messer | Dämmstoff in passender Dicke |
| Zollstock, langes Richtscheit | Dampfbremse, ausreichend für Überlappungen |
| Andrückrolle | Systemklebeband des Bahnenherstellers |
| Tacker | Anschlussklebeband für Wand und Boden |
| Akkuschrauber | Manschetten für Durchdringungen |
| Handkreissäge oder Stichsäge | Lattung für Untersparrendämmung |
| Cuttermesser | Schrauben |
| Staubmaske FFP2, Handschuhe, langärmlig | Innenbekleidung (Gipskarton, Profilholz) |
| Schutzbrille | — |
Unterspannbahn vorhanden? Diffusionsoffen oder nicht? Ist sie regensicher verlegt — also mit ausreichenden Überlappungen und sauberen Anschlüssen? „Diffusionsoffen“ allein reicht als Freigabe für eine Volldämmung bis an die Bahn nicht; eine offene Naht wird durch Dämmstoff davor nicht besser.
Sparrenhöhe messen. Feuchteschäden an Sparren und Lattung suchen — wo Holz dunkel oder weich ist, wird nicht gedämmt, sondern erst die Ursache geklärt. Woran sich ein Feuchteschaden am Dach früh erkennen lässt, steht im gleichnamigen Ratgeber.
Beim Öffnen alter Aufbauten — die Schadstofffrage steht vor dem ersten Eingriff. Was hinter einer alten Verkleidung liegt, ist nicht immer harmlos: alte Mineralwolle, asbesthaltige Platten und Bahnen, Kleber und Spachtelmassen, mit Holzschutzmittel behandelte Hölzer, Schimmel, Vogel- und Nagerkot.
Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 ist bis zum Nachweis des Gegenteils verdächtig. Bei Verdacht wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen oder abgerissen, sondern zuerst geklärt, was da verbaut ist. Das muss keine Laboranalyse sein — auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die Materialprobe, und die wird nicht durch Absägen genommen. Bestätigt sich Asbest, gelten Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.
Für die anderen Funde gelten eigene Regeln — und eigene Stichtage. Alte künstliche Mineralfasern fallen nicht unter den Asbest-Stichtag: Bei Einbau vor 1996 sind sie ohne Entlastungsnachweis als krebserzeugend (Kategorie 1B) zu behandeln, bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ohne Einzelnachweis weiterhin als alte Mineralwolle. Maßgeblich ist dafür die TRGS 521, nicht die TRGS 519 — staubarm ausbauen, dicht verpacken, geschlossen entsorgen. Holzschutzmittel und Schimmel sind eine Frage der Raumluft und der Ursache, Vogel- und Nagerkot eine hygienische. Gemeinsam ist ihnen nur, dass die Klärung vor dem ersten Eingriff steht, nicht danach.
Für unverdächtiges Altmaterial gilt die Grundausstattung: Staubmaske, Handschuhe, lüften, Kleidung wechseln.
Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und entscheidet über alles Weitere. Festzulegen sind: angestrebter U-Wert, der vollständige Schichtenaufbau von außen nach innen, die Lage der luftdichten Ebene, der zulässige Anteil einer Untersparrendämmung (siehe Schritt 9) und — bei Zweifeln am Aufbau — ein Tauwassernachweis. Die Prüfung von Bahn und Sparrenhöhe allein ersetzt diese Planung nicht.
Sparrenhöhe abzüglich Belüftungsebene, falls nötig. Reicht das nicht für die gewünschte Dämmstärke, kommt eine Untersparrenlage dazu — oder die Sparren werden aufgedoppelt, also mit aufgeschraubten Latten verstärkt. Das Aufdoppeln bringt die Dämmung nach innen, ohne die Grenze für die raumseitige Lage zu verletzen.
Lichten Sparrenabstand messen — an mehreren Stellen, er ist selten gleich. Dämmstoff etwa einen Zentimeter breiter schneiden, damit er klemmt.
Stücke einsetzen, ohne sie zu stauchen. Gepresste Dämmung dämmt schlechter. Keine Fugen lassen — jeder Spalt ist eine Wärmebrücke und ein Weg für Konvektion.
Bahnen waagerecht verlegen, von unten nach oben, mit Überlappung nach Herstellerangabe. Am Sparren tackern, aber nur im Bereich, der später überklebt wird.
Bahnstöße mit Systemband, Andrückrolle verwenden. Anschluss an Mauerwerk, Giebel, First, Kehlbalken und Boden mit Anschlusskleber oder Anschlussband. Durchdringungen für Rohre und Kabel mit Manschetten. Auf mineralischem, sandendem Untergrund vorher grundieren — sonst hält kein Band.
Brennbare Dämmstoffe, Bahnen und Holzlatten dürfen nicht ohne Weiteres bis an einen Schornstein, eine Abgasleitung oder ein anderes heißes Bauteil herangeführt werden. Welcher Abstand gilt und welche Anschlussausführung zulässig ist, richtet sich nach der Feuerungsverordnung und der Anlage selbst — das klärt der Schornsteinfeger, und zwar bevor gedämmt wird, nicht danach. Im Zweifel wird der Bereich mit nicht brennbarem Dämmstoff ausgeführt. Wie der Schornstein am Dach angeschlossen wird, steht in der Anleitung zur Schornsteineinfassung.
Hier stellt sich die Frage, die jeder an dieser Stelle hat: Wie wird die Lattung befestigt, ohne die Dampfbremse zu zerstören?
So: Die Bahn wird über die Sparren gespannt, dann wird die Lattung quer durch die Bahn hindurch in die Sparren geschraubt. Diese Durchdringung ist gewollt und unschädlich, weil die Latte die Bahn großflächig gegen das Holz anpresst — die Schraube sitzt in einer verpressten Dichtfläche. Deshalb heißt sie Anpresslattung. Was nicht geht, sind einzelne Schrauben oder Nägel mitten im Gefach: Dort wird die Bahn nur durchstochen, ohne verpresst zu werden.
In der Untersparrenebene, raumseitig der Dampfbremse. So bleibt die luftdichte Ebene unberührt.
Drei Punkte, die dabei zählen: Elektrische Leitungen, die in Dämmstoff eingepackt liegen, geben ihre Wärme schlechter ab — Verlegeart und Belastbarkeit sind dann nicht mehr dieselben. Verbindungsstellen und Dosen müssen zugänglich bleiben. Und Einbauleuchten oder Betriebsmittel dürfen nur in Dämmung eingebaut werden, wenn sie dafür ausdrücklich freigegeben sind. Planung und Anschluss gehören zur Elektrofachkraft — das Verlegen eines Leerrohrs ist Eigenleistung, das Auflegen auf die Klemme nicht.
Der letzte Blick auf die Dampfbremse, bevor die Bekleidung davorkommt: Sind alle Stöße verklebt? Alle Anschlüsse dicht? Alle Durchdringungen manschettiert? Danach ist die Ebene nicht mehr zugänglich.
Wer es genau wissen will, lässt jetzt — und nur jetzt — eine Luftdichtheitsmessung machen: Bei laufender Messung lassen sich Leckagen ertasten und sofort reparieren. Nach der Beplankung ist jede Nachbesserung Abriss.
Gipskarton, Profilholz oder Paneele auf die Lattung.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Dämmstoff gestopft statt geklemmt | Dämmwirkung sinkt deutlich |
| Belüftungsebene zugestopft (bei nicht diffusionsoffener Bahn) | Feuchte staut sich, Sparren faulen |
| Fugen zwischen Dämmstoffstücken | Wärmebrücke plus Konvektion, kalte Streifen an der Decke |
| Dampfbremse für Leitungen durchstoßen | Feuchte strömt genau dort in die Dämmung |
| Klebeband auf staubigen Untergrund | Verklebung löst sich nach Monaten |
| Anschluss an Mauerwerk vergessen | die größte Leckstelle überhaupt, meist ringsum |
| Bekleidung montiert, bevor die Bahn geprüft war | Fehlstelle bleibt unentdeckt bis zum Schaden |
| Gedämmt trotz feuchter Sparren | Schaden wird eingebaut statt behoben |
| Posten | Preis je m² | Anmerkung |
|---|---|---|
| Glaswolle-Klemmfilz, WLG 035, 140–200 mm | 9,80 – 13,90 € | der günstigste Weg in der Zwischensparrenebene |
| Glaswolle-Klemmfilz, WLG 032, 140–200 mm | 15,55 – 22,20 € | bessere Dämmwirkung bei gleicher Dicke |
| Steinwolle-Klemmfilz, WLG 035, 140–200 mm | 18,40 – 26,30 € | höhere Rohdichte, besserer Hitzeschutz |
| Dampfbremse, Standardbahn | ab 0,79 € | Rolle 2,00 × 50 m = 100 m² |
| Dampfbremse, feuchtevariabel | ab 3,50 € | Rolle 1,50 × 40 m = 60 m² |
Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 25. August 2026, brutto je Quadratmeter Dämmfläche. Lattung, Klebebänder und Innenbekleidung kommen hinzu und hängen vom Sparrenabstand ab.
— Woher die Zahlen stammen
| Fall | Warum |
|---|---|
| Sparren müssen aufgedoppelt werden | Eingriff ins Tragwerk, Lastannahmen ändern sich |
| Feuchteschaden an Holz oder Bahn | Ursache muss geklärt werden, bevor gedämmt wird |
| Keine Unterdeckbahn vorhanden | Nachrüstung ist Arbeit von außen am geöffneten Dach |
| Förderung beantragt | je nach Programm Bestätigung durch Fachunternehmen oder Energieeffizienz-Experte |
| Einblasdämmung gewünscht | Technik und Verdichtungskontrolle |