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Von Franke Baustoffe
24. Aug. 2026 15 Min. Lesezeit

Dach von innen dämmen

Zwischensparrendämmung Schritt für Schritt
Der Raum unterm Dach ist im Sommer heiß und im Winter kalt — gedämmt wird von innen, zwischen den Sparren. Handwerklich ist das machbar. Worüber das Ergebnis wirklich entscheidet, ist nicht der Dämmstoff, sondern zweierlei: was über den Sparren liegt, und wie sauber die luftdichte Ebene angeschlossen wird.
12 Arbeitsschritte
20 % max. raumseitig
bis 1993 Schadstoffprüfung
DIN 4108 Maßstab

Welcher Weg passt

Drei Wege führen zu einem warmen Dachgeschoss, und sie kosten unterschiedlich viel.
Die Dachschräge dämmen
Dieser Weg. Sinnvoll, wenn der Raum unter dem Dach bewohnt wird oder werden soll. Der Aufwand ist der höchste, der Gewinn auch: Der Raum wird nutzbar.
Die oberste Geschossdecke dämmen
Der günstigste Weg. Bleibt der Speicher unbeheizt und dient nur als Abstellfläche, wird nicht die Schräge gedämmt, sondern die Decke darunter. Der Aufwand ist ein Bruchteil, die Wirkung auf den Heizbedarf ähnlich groß. Soll daraus dagegen Wohnraum werden, führt der Weg über den Dachbodenausbau.
Von außen dämmen (Aufsparrendämmung)
Die bauphysikalisch beste, aber teuerste Lösung. Sie kommt nur infrage, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird, und ist keine Eigenleistung.
Wer nur Heizkosten senken will und den Speicher nicht braucht, sollte die Decke dämmen und nicht die Schräge. Diese Entscheidung fällt vor dem Materialkauf.
Welche Strategie im Altbau wann trägt, ordnet der Ratgeber Dachdämmung im Altbau ein. Steht die Dämmung nicht allein, sondern in einer größeren Sanierung, entscheidet die Reihenfolge der Maßnahmen mit darüber, was sie am Ende bringt.

Was der Dachaufbau vorgibt

Bevor Dämmstoff gekauft wird, muss geklärt sein, was über den Sparren liegt. Davon hängt ab, wie viel Dämmung überhaupt hineindarf.

Mit Unterspannbahn oder Unterdeckbahn

Unter der Lattung liegt eine Unterspannbahn als zweite wasserführende Ebene. Ob die Dämmung bis an sie heranreichen darf, hängt an zwei Bedingungen — die zweite wird regelmäßig übersehen.
Erstens die Bahn selbst: Ist sie nicht diffusionsoffen (ältere bituminöse Bahnen), muss zwischen Dämmung und Bahn eine durchströmte Belüftungsebene frei bleiben, damit Feuchte abgeführt wird. Das ist der klare Fall.
Zweitens, wie sie verlegt ist: Eine diffusionsoffene Bahn allein genügt nicht. Eine frei gespannte Unterspannbahn hängt zwischen den Sparren durch — genau dieser Durchhang ist ihre Wasserrinne. Wird Dämmstoff bis an sie herangedrückt, verschwindet der Durchhang, und das Wasser, das die Bahn ableiten soll, steht in der Dämmung. Volldämmung bis an die Bahn ist deshalb nur dort zulässig, wo die Bahn auf einer Schalung liegt oder als Unterdeckbahn straff und ohne Wassersack verlegt ist — und wo der Hersteller die Volldämmung ausdrücklich freigibt.
Wer den Durchhang erhalten will, dämmt bis unter den tiefsten Punkt der Bahn und lässt darüber frei — das kostet Dämmstärke, die dann in der Untersparrenebene nachgeholt wird.
Ein Spalt allein genügt nicht. Stehende Luft trocknet nichts.
Die Ebene muss an der Traufe einen Lufteintritt und am First einen Luftaustritt haben, über die gesamte Sparrenlänge frei durchströmbar sein und gegen Insekten sowie Verstopfung gesichert werden. Wie hoch der Spalt sein muss, hängt von Sparrenlänge und Dachneigung ab; die zwei Zentimeter, die man oft liest, sind die absolute Untergrenze und bei längeren Sparren zu knapp. Maßgeblich sind die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks beziehungsweise die Angabe des Bahnenherstellers. Wo diese Durchströmung nicht herstellbar ist — etwa weil der First zugemörtelt oder die Traufe zugesetzt ist —, funktioniert der Aufbau nicht, egal wie sorgfältig gedämmt wird.

Ohne jede Bahn

In Altbauten liegen die Ziegel oft direkt auf der Lattung. Dann fehlt die zweite Ebene. Hier darf nicht einfach bis unter die Ziegel gedämmt werden — Flugschnee und Schlagregen kämen direkt an den Dämmstoff. In diesem Fall gehört von außen eine Unterdeckbahn nachgerüstet: Die Bahn liegt dann durchgehend über den Sparren und entwässert an Traufe, Fenstern und Durchdringungen sicher nach außen.

Die Nachrüstung „von innen“ ist kein gleichwertiger Ersatz. Sie wird gefachweise zwischen die Sparren geklebt und lässt damit genau die Sparrenoberseiten ungeschützt, an denen das Wasser entlangläuft. Sie setzt eine geeignete Dachgeometrie voraus, muss an Traufe und Durchdringungen zuverlässig nach außen entwässern, und bei Kehlen scheidet sie regelmäßig aus. Auch die Bahnenhersteller beschreiben sie nur als begrenzte oder zeitlich befristete Lösung. Wer sie wählt, sollte wissen, dass er ein Provisorium baut — und die Dämmung nicht darauf auslegen, dass es ewig hält.

Wie Bauphysik, Dämmung und Luftdichtheit im Bestand zusammenhängen, führt der Ratgeber Dachausbau in der Sanierung aus.

Wie erkennt man es? Von innen zwischen die Sparren schauen. Sichtbare Ziegelunterseite bedeutet: keine Bahn. Eine graue oder schwarze Folie bedeutet: Bahn vorhanden, Typ prüfen.

— Tipp aus der Praxis

Zwischensparren, Untersparren oder beides

Zwischensparrendämmung füllt den Raum zwischen den Sparren. Der Dämmstoff wird auf Klemmmaß geschnitten, etwa einen Zentimeter breiter als der lichte Sparrenabstand, und hält allein durch Klemmung. Das ist der Hauptteil der Dämmung.
Das Problem dabei: Die Sparren selbst dämmen schlechter als der Dämmstoff. Holz leitet Wärme besser als Mineralwolle — jeder Sparren ist damit eine Wärmebrücke über die ganze Dachfläche.
Untersparrendämmung löst das. Eine zweite, dünnere Lage wird quer unter den Sparren angebracht, meist zwischen einer Lattung, die ohnehin für die Innenbekleidung gebraucht wird. Sie überdeckt die Sparren und unterbricht die Wärmebrücke. Zusätzlich bietet dieser Hohlraum Platz für Leitungen — und das ist der zweite große Vorteil: Die Dampfbremse muss dann nicht durchstoßen werden.
Reicht die Sparrenhöhe nicht für die volle Dämmstärke, ist die Kombination aus beidem die naheliegende Lösung. Reicht sie aus, ist eine dünne Untersparrenlage trotzdem sinnvoll — allein wegen der Leitungsebene.

Dämmstoffe im Vergleich

DämmstoffStärkenSchwächen
Glaswolle / Steinwollegünstig, leicht zu schneiden, nicht brennbar, klemmt gutHautreizung beim Verarbeiten, schwacher sommerlicher Hitzeschutz
Holzfaserdämmplattebester sommerlicher Hitzeschutz, hohe Phasenverschiebungschwerer, teurer, mehr Zuschnittaufwand
Zellulose (Einblasdämmung)füllt Hohlräume fugenlos, gut bei unregelmäßigen Feldernbraucht Einblastechnik, in der Regel keine Eigenleistung
Hanf, Holzwollegute Feuchtepufferung, nachwachsendteurer, weniger verbreitet
PU- und PIR-Plattensehr niedrige Wärmeleitfähigkeit, dünner Aufbauteuer, kein Feuchtepuffer, unflexibel bei krummen Sparren
Für den sommerlichen Hitzeschutz ist nicht der U-Wert allein entscheidend, sondern auch, wie lange der Dämmstoff die Wärme aufhält, bevor sie im Raum ankommt. Schwere Dämmstoffe wie Holzfaser sind darin besser als leichte Mineralwolle.
Der Dämmstoff entscheidet die Sache aber nicht allein. Wie heiß es im Dachgeschoss wird, hängt am gesamten Aufbau: U-Wert, wirksame Speichermasse, Größe und Ausrichtung der Fensterflächen, Verglasung, Nachtlüftung — und vor allem am außenliegenden Sonnenschutz. Über die Fenster kommt in der Regel mehr Wärme herein als durch die gedämmte Dachfläche. Wer nur den Dämmstoff wechselt, aber die Südfenster ungeschützt lässt, löst das Problem nicht. Welche Rolle Bauart und Verglasung des Dachfensters dabei spielen, steht im Fenster-Ratgeber; wie ein wirksamer Hitzeschutz außen montiert wird, in der eigenen Anleitung.

Unser Dämmstoffe Sortiment 34 Produkte

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Dampfbremse oder Dampfsperre

Beide Bahnen sitzen auf der Raumseite der Dämmung und begrenzen, wie viel Wasserdampf aus der Raumluft in die Konstruktion gelangt. Der Unterschied steckt im sd-Wert: Er gibt an, welcher Luftschichtdicke in Metern die Bahn im Diffusionswiderstand entspricht.

Die Dampfsperre hat einen sehr hohen sd-Wert und ist praktisch dicht. Was trotzdem hineingelangt — durch eine Fehlstelle, ein Loch, einen Anschluss — kommt nicht wieder heraus. Sie ist unbarmherzig gegenüber Ausführungsfehlern.

Die Dampfbremse hat einen niedrigeren sd-Wert. Sie verlangsamt die Diffusion, statt sie zu unterbinden. Der entscheidende Vorteil: Feuchte, die doch in die Konstruktion gelangt ist, kann im Sommer wieder nach innen austrocknen.

Die feuchtevariable Dampfbremse kann beides. Ihr sd-Wert ändert sich mit der Luftfeuchte: Im Winter, bei trockener Raumluft, bremst sie stark; im Sommer, bei feuchterer Umgebung, öffnet sie und lässt Rücktrocknung zu. Für eine Dämmung von innen im Altbau ist sie deshalb die verbreitete Wahl — die nebenstehende Bahn arbeitet in einem sd-Bereich von 0,3 bis 25 m.

Die Bahn ist nicht nur Feuchteschutz, sondern die luftdichte Ebene des Dachs. Eine undichte Stelle wirkt nicht wie ein kleines Leck: Durch strömende Luft gelangt um ein Vielfaches mehr Feuchte in die Konstruktion als durch Diffusion durch die intakte Fläche.
Deshalb entscheidet die Sorgfalt an den Anschlüssen mehr über das Ergebnis als die Wahl der Bahn. Wie die luftdichte Ebene im Dachaufbau zusammenspielt, steht ausführlich im Ratgeber zur Luftdichtheit im Dachaufbau.

Unser Luftdichtheits- & Dampfbremssysteme Sortiment 5 Produkte

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Unsicher, welche Bahn zu Ihrem Aufbau passt? Geben Sie uns den Schichtaufbau durch — wir sagen Ihnen, welche Bahn dazu gehört.

Material und Werkzeug für die Zwischensparrendämmung

WerkzeugMaterial
Dämmstoffmesser oder langes MesserDämmstoff in passender Dicke
Zollstock, langes RichtscheitDampfbremse, ausreichend für Überlappungen
AndrückrolleSystemklebeband des Bahnenherstellers
TackerAnschlussklebeband für Wand und Boden
AkkuschrauberManschetten für Durchdringungen
Handkreissäge oder StichsägeLattung für Untersparrendämmung
CuttermesserSchrauben
Staubmaske FFP2, Handschuhe, langärmligInnenbekleidung (Gipskarton, Profilholz)
Schutzbrille

Dachschräge von innen dämmen: Schritt für Schritt

1

Bestand prüfen

Unterspannbahn vorhanden? Diffusionsoffen oder nicht? Ist sie regensicher verlegt — also mit ausreichenden Überlappungen und sauberen Anschlüssen? „Diffusionsoffen“ allein reicht als Freigabe für eine Volldämmung bis an die Bahn nicht; eine offene Naht wird durch Dämmstoff davor nicht besser.

Sparrenhöhe messen. Feuchteschäden an Sparren und Lattung suchen — wo Holz dunkel oder weich ist, wird nicht gedämmt, sondern erst die Ursache geklärt. Woran sich ein Feuchteschaden am Dach früh erkennen lässt, steht im gleichnamigen Ratgeber.

Beim Öffnen alter Aufbauten — die Schadstofffrage steht vor dem ersten Eingriff. Was hinter einer alten Verkleidung liegt, ist nicht immer harmlos: alte Mineralwolle, asbesthaltige Platten und Bahnen, Kleber und Spachtelmassen, mit Holzschutzmittel behandelte Hölzer, Schimmel, Vogel- und Nagerkot.

Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 ist bis zum Nachweis des Gegenteils verdächtig. Bei Verdacht wird nicht gesägt, gebohrt, gebrochen oder abgerissen, sondern zuerst geklärt, was da verbaut ist. Das muss keine Laboranalyse sein — auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die Materialprobe, und die wird nicht durch Absägen genommen. Bestätigt sich Asbest, gelten Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb.

Für die anderen Funde gelten eigene Regeln — und eigene Stichtage. Alte künstliche Mineralfasern fallen nicht unter den Asbest-Stichtag: Bei Einbau vor 1996 sind sie ohne Entlastungsnachweis als krebserzeugend (Kategorie 1B) zu behandeln, bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ohne Einzelnachweis weiterhin als alte Mineralwolle. Maßgeblich ist dafür die TRGS 521, nicht die TRGS 519 — staubarm ausbauen, dicht verpacken, geschlossen entsorgen. Holzschutzmittel und Schimmel sind eine Frage der Raumluft und der Ursache, Vogel- und Nagerkot eine hygienische. Gemeinsam ist ihnen nur, dass die Klärung vor dem ersten Eingriff steht, nicht danach.

Für unverdächtiges Altmaterial gilt die Grundausstattung: Staubmaske, Handschuhe, lüften, Kleidung wechseln.

2

Aufbau planen, dann Material kaufen

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und entscheidet über alles Weitere. Festzulegen sind: angestrebter U-Wert, der vollständige Schichtenaufbau von außen nach innen, die Lage der luftdichten Ebene, der zulässige Anteil einer Untersparrendämmung (siehe Schritt 9) und — bei Zweifeln am Aufbau — ein Tauwassernachweis. Die Prüfung von Bahn und Sparrenhöhe allein ersetzt diese Planung nicht.

3

Dämmstärke festlegen

Sparrenhöhe abzüglich Belüftungsebene, falls nötig. Reicht das nicht für die gewünschte Dämmstärke, kommt eine Untersparrenlage dazu — oder die Sparren werden aufgedoppelt, also mit aufgeschraubten Latten verstärkt. Das Aufdoppeln bringt die Dämmung nach innen, ohne die Grenze für die raumseitige Lage zu verletzen.

4

Klemmmaß bestimmen und zuschneiden

Lichten Sparrenabstand messen — an mehreren Stellen, er ist selten gleich. Dämmstoff etwa einen Zentimeter breiter schneiden, damit er klemmt.

5

Zwischensparren dämmen

Stücke einsetzen, ohne sie zu stauchen. Gepresste Dämmung dämmt schlechter. Keine Fugen lassen — jeder Spalt ist eine Wärmebrücke und ein Weg für Konvektion.

6

Dampfbremse anbringen

Bahnen waagerecht verlegen, von unten nach oben, mit Überlappung nach Herstellerangabe. Am Sparren tackern, aber nur im Bereich, der später überklebt wird.

7

Alle Stöße und Anschlüsse verkleben

Bahnstöße mit Systemband, Andrückrolle verwenden. Anschluss an Mauerwerk, Giebel, First, Kehlbalken und Boden mit Anschlusskleber oder Anschlussband. Durchdringungen für Rohre und Kabel mit Manschetten. Auf mineralischem, sandendem Untergrund vorher grundieren — sonst hält kein Band.

8

Abstand zu Schornstein und Abgasleitung einhalten

Brennbare Dämmstoffe, Bahnen und Holzlatten dürfen nicht ohne Weiteres bis an einen Schornstein, eine Abgasleitung oder ein anderes heißes Bauteil herangeführt werden. Welcher Abstand gilt und welche Anschlussausführung zulässig ist, richtet sich nach der Feuerungsverordnung und der Anlage selbst — das klärt der Schornsteinfeger, und zwar bevor gedämmt wird, nicht danach. Im Zweifel wird der Bereich mit nicht brennbarem Dämmstoff ausgeführt. Wie der Schornstein am Dach angeschlossen wird, steht in der Anleitung zur Schornsteineinfassung.

9

Untersparrendämmung setzen — mit Anpresslattung

Hier stellt sich die Frage, die jeder an dieser Stelle hat: Wie wird die Lattung befestigt, ohne die Dampfbremse zu zerstören?

So: Die Bahn wird über die Sparren gespannt, dann wird die Lattung quer durch die Bahn hindurch in die Sparren geschraubt. Diese Durchdringung ist gewollt und unschädlich, weil die Latte die Bahn großflächig gegen das Holz anpresst — die Schraube sitzt in einer verpressten Dichtfläche. Deshalb heißt sie Anpresslattung. Was nicht geht, sind einzelne Schrauben oder Nägel mitten im Gefach: Dort wird die Bahn nur durchstochen, ohne verpresst zu werden.

Die Dicke dieser Lage ist begrenzt. Als Faustregel gilt der 20-Prozent-Grundsatz: Höchstens rund ein Fünftel des gesamten Wärmedurchlasswiderstands darf raumseitig der Dampfbremse liegen. Wer mehr will, braucht einen objektbezogenen Tauwassernachweis.
Liegt zu viel Dämmung raumseitig der Dampfbremse, wird die Bahn im Winter zu kalt, und die Feuchte kondensiert an ihr statt an der Außenseite. Diese Grenze ist der Grund, warum eine Untersparrendämmung eine Ergänzung ist und kein Ersatz für zu geringe Sparrenhöhe.
10

Leitungen verlegen

In der Untersparrenebene, raumseitig der Dampfbremse. So bleibt die luftdichte Ebene unberührt.

Drei Punkte, die dabei zählen: Elektrische Leitungen, die in Dämmstoff eingepackt liegen, geben ihre Wärme schlechter ab — Verlegeart und Belastbarkeit sind dann nicht mehr dieselben. Verbindungsstellen und Dosen müssen zugänglich bleiben. Und Einbauleuchten oder Betriebsmittel dürfen nur in Dämmung eingebaut werden, wenn sie dafür ausdrücklich freigegeben sind. Planung und Anschluss gehören zur Elektrofachkraft — das Verlegen eines Leerrohrs ist Eigenleistung, das Auflegen auf die Klemme nicht.

11

Prüfen, bevor geschlossen wird

Der letzte Blick auf die Dampfbremse, bevor die Bekleidung davorkommt: Sind alle Stöße verklebt? Alle Anschlüsse dicht? Alle Durchdringungen manschettiert? Danach ist die Ebene nicht mehr zugänglich.

Wer es genau wissen will, lässt jetzt — und nur jetzt — eine Luftdichtheitsmessung machen: Bei laufender Messung lassen sich Leckagen ertasten und sofort reparieren. Nach der Beplankung ist jede Nachbesserung Abriss.

12

Innenbekleidung anbringen

Gipskarton, Profilholz oder Paneele auf die Lattung.

Die häufigsten Fehler bei Dämmung und Dampfbremse

FehlerFolge
Dämmstoff gestopft statt geklemmtDämmwirkung sinkt deutlich
Belüftungsebene zugestopft (bei nicht diffusionsoffener Bahn)Feuchte staut sich, Sparren faulen
Fugen zwischen DämmstoffstückenWärmebrücke plus Konvektion, kalte Streifen an der Decke
Dampfbremse für Leitungen durchstoßenFeuchte strömt genau dort in die Dämmung
Klebeband auf staubigen UntergrundVerklebung löst sich nach Monaten
Anschluss an Mauerwerk vergessendie größte Leckstelle überhaupt, meist ringsum
Bekleidung montiert, bevor die Bahn geprüft warFehlstelle bleibt unentdeckt bis zum Schaden
Gedämmt trotz feuchter SparrenSchaden wird eingebaut statt behoben

Was beachtet werden muss

Gesundheitsschutz
Mineralwolle reizt Haut und Atemwege. Staubmaske FFP2, Schutzbrille, Handschuhe und langärmlige Kleidung sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Nach der Arbeit kalt duschen — warmes Wasser öffnet die Poren und die Fasern setzen sich fest.
Reihenfolge
Erst Bestand prüfen, dann Material kaufen. Wer Dämmstoff bestellt, bevor er weiß, ob eine Unterspannbahn vorhanden ist, kauft möglicherweise die falsche Dicke.
Die luftdichte Ebene ist der Kern der Arbeit
Nicht der Dämmstoff. Eine mittelmäßige Dämmung mit sauberer Luftdichtheit funktioniert; eine perfekte Dämmung mit undichten Anschlüssen wird feucht.
Jahreszeit
Innenarbeit, ganzjährig möglich. Bei Neubau- oder Sanierungsfeuchte im Raum gut lüften, bevor die Konstruktion geschlossen wird.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der Schaden zeigt sich nicht sofort. Feuchte in der Dämmung braucht ein bis zwei Heizperioden, bis sie sichtbar wird — dann aber als Schimmel hinter der Bekleidung und als weiches Holz an den Sparren. Der Rückbau kostet ein Vielfaches der ursprünglichen Arbeit.

Was die Dämmung je Quadratmeter kostet

Die Materialkosten setzen sich aus vier Posten zusammen: Dämmstoff nach Fläche und Dicke, Dampfbremse plus Klebebänder, Lattung für die Untersparrenebene und die Innenbekleidung. Die Spanne zwischen den Dämmstoffen ist erheblich — der Dämmstoff ist der Posten, an dem sich der Gesamtpreis entscheidet.
PostenPreis je m²Anmerkung
Glaswolle-Klemmfilz, WLG 035, 140–200 mm9,80 – 13,90 €der günstigste Weg in der Zwischensparrenebene
Glaswolle-Klemmfilz, WLG 032, 140–200 mm15,55 – 22,20 €bessere Dämmwirkung bei gleicher Dicke
Steinwolle-Klemmfilz, WLG 035, 140–200 mm18,40 – 26,30 €höhere Rohdichte, besserer Hitzeschutz
Dampfbremse, Standardbahnab 0,79 €Rolle 2,00 × 50 m = 100 m²
Dampfbremse, feuchtevariabelab 3,50 €Rolle 1,50 × 40 m = 60 m²

Preise aus dem Franke-Sortiment, Stand 25. August 2026, brutto je Quadratmeter Dämmfläche. Lattung, Klebebänder und Innenbekleidung kommen hinzu und hängen vom Sparrenabstand ab.

— Woher die Zahlen stammen
Was unterschätzt wird: die Klebebänder. Bei sorgfältiger Ausführung geht davon mehr weg als geplant, und Sparen an dieser Stelle gefährdet die gesamte Arbeit.

Wann der Fachbetrieb ranmuss

In diesen Fällen endet die Eigenleistung. Wie ein Betrieb eine Dachsanierung von der Erstberatung bis zur Dämmplanung abarbeitet, zeigt der Ablauf einer Dachsanierung Schritt für Schritt.
FallWarum
Sparren müssen aufgedoppelt werdenEingriff ins Tragwerk, Lastannahmen ändern sich
Feuchteschaden an Holz oder BahnUrsache muss geklärt werden, bevor gedämmt wird
Keine Unterdeckbahn vorhandenNachrüstung ist Arbeit von außen am geöffneten Dach
Förderung beantragtje nach Programm Bestätigung durch Fachunternehmen oder Energieeffizienz-Experte
Einblasdämmung gewünschtTechnik und Verdichtungskontrolle

Regelwerk: Was verbindlich ist

Beim Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt: Wer mehr als einen bestimmten Anteil der Dachfläche saniert, muss den vorgeschriebenen Mindestwärmeschutz einhalten. Der genaue Wert und die Auslösegrenze stehen im Gesetz und ändern sich mit dessen Novellen — sie gehören in der jeweils gültigen Fassung nachgesehen und nicht aus dem Gedächtnis übernommen.
Förderung ist eine davon getrennte Frage mit eigenen, meist strengeren Anforderungen — und mit zwei Wegen, die man nicht verwechseln darf: Bei der Zuschussförderung ist Eigenleistung möglich, gefördert wird dann das Material, und die fachgerechte Ausführung wird von einem Fachunternehmen oder einem Energieeffizienz-Experten bestätigt. Die steuerliche Förderung verlangt dagegen die Ausführung durch ein Fachunternehmen und dessen Fachunternehmererklärung. Wer selbst dämmt, wählt also den Zuschussweg. Bedingungen ändern sich häufig — vor Beginn prüfen.
Die anerkannten Regeln der Technik für den Anschluss der luftdichten Ebene stehen in den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks (ZVDH-Regelwerk). Bei Streit über einen Feuchteschaden wird danach beurteilt.

Die Normenreihe dahinter — DIN 4108

4108-2
Mindestwärmeschutz und sommerlicher Wärmeschutz
Hier steckt die Frage, ob die Dachschräge im Juli aushaltbar bleibt.
4108-3
Feuchteschutz und Beurteilung des Schichtaufbaus
Sie ist der Grund, warum die Reihenfolge der Schichten nicht frei wählbar ist.
4108-7
Luftdichtheit
Planung, Ausführung und Details der Anschlüsse — also genau das, was an Bahn, Klebeband und Anschlussstellen entschieden wird.
Wer eine hygrothermische Simulation beauftragt, weil der Aufbau vom Regelfall abweicht, bekommt sie nach diesen Maßstäben gerechnet.