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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 16 Min. Lesezeit

Gartenhaus Dach abdichten: Neigung grenzt ein, EPDM oder Bitumen

Dachneigung als Auswahlkriterium, EPDM-Bahn für die flach geneigte Holzschalung, Polymerbitumenbahn mit Voranstrich — und Durchdringungsmanschetten
14 Arbeitsschritte
7 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage bei der bestehenden Abdichtung

Wer ein Gartenhausdach abdichtet, hat es meist mit einer alten Bahn zu tun, die herunter muss — und vor dem ersten Schnitt steht eine Frage, die nichts mit der neuen Abdichtung zu tun hat.

🔴 Die alte Abdichtung kann schadstoffhaltig sein. Alte Dachpappe, Bitumenbahnen, Kleber und Kitte können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts. Bei Verdacht gilt: nicht reißen, nicht schneiden, nicht schleifen, nicht mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten; Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb. Sehr alte Bahnen können zudem teerhaltig sein — PAK, TRGS 551. Das Herstellungsjahr kann einen Verdacht begründen, ersetzt aber Materialunterlagen oder eine Untersuchung nicht.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Neigung — und damit an die Frage, die diese Seite entscheidet.

Erst klären: Leck oder Kondensat

Bevor eine neue Bahn verlegt wird, steht fest, ob das Wasser von außen eindringt oder von innen kondensiert. Eine Außenabdichtung beseitigt nur das eine — wer ein Kondensatproblem mit einer neuen Bahn verkleidet, hat das gleiche Nässebild im nächsten Winter.
Die vier Nässebilder lesen
Feuchte, die nur morgens auftritt und im Lauf des Tages verschwindet, ist Kondensat. Flächige Tropfen unter der kalten Schalung zeigen Tauwasser aus warmer, feuchter Innenluft. Eine dunkle Stelle, die nach einem Schlagregen neu auftritt, spricht für eindringendes Wasser. Ein Wasserlauf entlang eines Sparrens zeigt den Weg, den eingedrungenes Wasser genommen hat.
Jedes Bild ein Prüfschritt
Kondensat wird beobachtet und dem Tauwasser zugeordnet; eindringendes Wasser wird bis zu seiner Eintrittsstelle verfolgt — die ist selten dort, wo es tropft. Erst wenn Leck und Kondensat getrennt sind, ist klar, ob die Außenbahn oder die Innenbelüftung das Problem ist.

Die Dachneigung als Systemauswahlkriterium

Die erste Frage der Abdichtung ist nicht „welche Bahn?", sondern „wie geneigt ist das Dach?" — die Dachneigung entscheidet, welches System überhaupt in Frage kommt.
Die Neigung grenzt ein, trennt aber nicht allein
EPDM und Polymerbitumen sind beides Abdichtungen und werden nicht über eine Regeldachneigung beschrieben; die genagelte Dachpappe ist eine Deckung mit eigener Logik. Ob EPDM oder Polymerbitumen, entscheidet nicht allein die Neigung — Untergrund, Geometrie, vorhandener Aufbau, Details und die zugelassene kalte Verarbeitung wiegen ebenso. Die Neigung ist damit das erste, nicht das einzige Systemauswahlkriterium.
„Flach" ist nicht „eben"
Ein flach geneigtes Gartenhausdach braucht weiterhin ein Gefälle, damit Wasser abläuft — aber die aktuelle DIN 18531-1 hat die planerischen Gefälleregeln ausdrücklich überarbeitet. Konstruktionen unterhalb des planmäßigen Gefälles verlangen bewusste Planung und erhöhte Anforderungen, sind aber nicht allein deshalb funktionslos. Größere Überdeckung und höhere Anschlüsse folgen nicht pauschal aus geringerer Neigung, sondern aus dem konkreten System.
Die Neigung wird gemessen, nicht geschätzt
Bevor ein System gewählt wird, wird die Dachneigung gemessen — sie ist der Wert, an dem sich die Systemwahl entscheidet, und sie steht in der Verlegeanleitung als Mindestanforderung. Wer das falsche System für die Neigung wählt, baut die Undichtigkeit ein.

Systementscheidung jenseits der Neigung

Die Neigung ist ein Kriterium — aber nicht das einzige. EPDM und Polymerbitumen werden auch danach verglichen, was dieses konkrete Gartenhausdach verlangt.
Dachgröße und Durchdringungen
Ein kleines, glattes Dach mit wenigen Durchdringungen begünstigt die großformatige EPDM-Bahn, die mit wenig Nähten auskommt. Ein Dach mit vielen Durchdringungen und Ecken verlangt viele Anschlüsse — hier entscheidet, welches System die Details sauberer löst.
Untergrund, Nahtzahl, Reparierbarkeit
Der vorhandene Untergrund, die Zahl der Nähte und die Frage, wie sich das System später reparieren lässt, fließen mit ein. EPDM wird als große Bahn verklebt, die Bitumenbahn zweilagig mit versetzten Nähten — zwei verschiedene Naht- und Reparaturbilder.
Kaltes Fügeverfahren und Sortimentsstatus
Beide Systeme arbeiten kalt. Keines der beiden — EPDM und Polymerbitumen — führt Franke; beide kommen aus dem Fachhandel. Die Entscheidung wird fachlich getroffen, nicht über eine empfohlene Marke.
Produktnormen sind keine Verlegeanleitungen
DIN EN 13956 ist die Produktnorm für EPDM-Bahnen, DIN EN 13707 für Bitumenbahnen — beide regeln keine Verlegung. Planung und Ausführung folgen DIN 18531, DIN/TS 20000-201, der Flachdachrichtlinie und dem konkreten Systemplan.

Der Untergrund: die trockene, tragfähige Holzschalung

Die Abdichtung liegt auf der Schalung — und die Schalung ist die halbe Dichtung.
Trocken
Auf eine feuchte Schalung gehört keine Abdichtung. Feuchtigkeit wird sonst eingeschlossen, kann nicht entweichen und lässt die Schalung von innen faulen. Auch OSB-Platten, die Feuchte gezogen haben, quellen und geben keinen ebenen Untergrund mehr ab.
Tragfähig und eben
Lose Bretter werden nachbefestigt, vorstehende Nagelköpfe versenkt, klaffende Stöße bündig gemacht. Was aus der Schalung herausragt, drückt sich später durch die Bahn — der Handstrich über die Fläche ist der Test vor dem Verlegen.
Der Untergrund passt zum System
Die EPDM-Bahn verlangt einen glatten, sauberen Untergrund für die Verklebung; die Polymerbitumenbahn braucht je nach System einen Voranstrich. Welche Anforderungen der Untergrund für das gewählte System erfüllen muss, sagt das Datenblatt des Herstellers — nicht die allgemeine Regel.

Untergrund- und Verträglichkeitsprobe

Gerade Verklebungen scheitern am Untergrund, der nicht freigegeben ist. Bevor der Kleber ausgerollt wird, wird der Untergrund geprüft — und eine Probefläche verklebt.
Holzschalung, OSB und Bitumenreste getrennt
Eine raue Holzschalung, eine OSB-Platte und alte Bitumenreste verlangen unterschiedliche Vorbereitung. OSB mit offenen Plattenfugen oder gezogener Feuchte ist kein ebener Klebeuntergrund; alte Bitumenreste müssen erst auf Verträglichkeit mit dem neuen Kleber geprüft werden.
Feuchte und Klebstoffverträglichkeit
Ein feuchter oder staubiger Untergrund lässt die Verklebung scheitern. Ob der Kleber auf dem konkreten Untergrund haftet, zeigt nur die Verträglichkeitsprobe — nicht das Datenblatt allein.
Probefläche vor der Fläche
Auf einer kleinen, repräsentativen Stelle wird das System probeweise verklebt und nach dem Aushärten geprüft. Erst wenn die Probefläche hält, wird die ganze Fläche freigegeben.

Die EPDM-Bahn für die flach geneigte Schalung

Für das flach geneigte Gartenhausdach ist die EPDM-Bahn eine Option neben Profilblech und geeigneten Platten — eine Bahn, die für genau diese Neigung gebaut ist. Eine Empfehlung „naheliegende Wahl" ist es nicht: Die Entscheidung fällt am konkreten Dach.
Die EPDM-Bahn ist eine elastische Gummibahn
EPDM — Ethylen-Propylen- Dien-Kautschuk — ist ein synthetischer Kautschuk, der als große, elastische Bahn verlegt wird. Sie dichtet auch flach geneigte Flächen zuverlässig, weil sie nahtarm, elastisch und dauerhaft ist — die Eigenschaften, die eine flache Neigung verlangt.
Sie wird verklebt, nicht geflämmt
Die EPDM-Bahn kommt ohne Flamme aus: Sie wird verklebt beziehungsweise in den Stößen verbunden, nach dem Verlegeplan des Herstellers. Das macht sie zur sauberen Wahl für die Eigenleistung auf der Holzschalung — kein Feuer, kein Glutnest.
Die Verlegung ist systemspezifisch
Wie die Bahn verklebt wird, wie die Stöße verbunden und die Ränder angeschlossen werden, steht im Verlegeplan des Herstellers — nicht „eine Bahn ausrollen". Die EPDM-Bahn ist ein System mit eigenen Vorgaben für Kleber, Stoßverbindung und Randanschluss.
Die EPDM-Bahn gehört nicht ins Franke-Sortiment
Sie läuft über den Fachhandel — der Text nennt das ehrlich und verweist für die Bahn dorthin.

Die Polymerbitumenbahn mit Voranstrich

Die Alternative zur EPDM-Bahn ist die Polymerbitumenbahn — der Weg über das Bitumen, mit einem Voranstrich als Verbindung zum Untergrund.
Die Polymerbitumenbahn ist der Bitumen-Weg
Auf der Holzschalung wird die Polymerbitumenbahn in der Regel zweilagig verlegt — eine Unterlagsbahn als erste, direkt auf dem Untergrund liegende Lage und eine Oberlagsbahn als zuletzt verlegte, unmittelbar bewitterte, wasserführende Lage; beide bilden gemeinsam die Abdichtung, die Oberlage trägt zudem die Bestreuung als zusätzlichen UV-Schutz. Die Lagen werden gegeneinander versetzt. Sie ist die bewährte Bitumenabdichtung, kalt verarbeitet (kaltselbstklebend oder mit Kaltklebemasse).
Der Voranstrich verbindet Bahn und Schalung
Vor der ersten Lage wird ein Voranstrich — ein Primer — aufgetragen, wo das System ihn vorsieht. Er sorgt dafür, dass die erste Lage auf dem Holz haftet und nicht auf Staub oder Saugfähigkeit verliert. Ob und welcher Primer nötig ist, steht im Produktdatenblatt. Er ist dabei Haftgrund, keine Lagesicherung: Ob die Bahn verklebt, mechanisch befestigt oder anders gegen Windsog gesichert wird, ist eine eigene Planungsaufgabe nach DIN 18531-3.
Zweilagig, mit versetzten Nähten
Die zwei Lagen sind kein „doppelt hält besser", sondern die Antwort auf die Naht: Jede Naht ist die schwächste Stelle, und die zweite, versetzte Lage nimmt die Nähte der ersten aus dem Wasserweg. Wer die zweite Lage deckungsgleich auflegt, hat die Schwachstelle verdoppelt.

Lagesicherungsplan

Primer und Andrückrolle allein schützen die Bahn nicht vor Windsog. Wo der Sog am Dach zieht, wird vor dem Verlegen markiert und geplant.
Eck-, Rand- und Innenbereich markieren
Der Windsog ist in der Flächenmitte gering, an den Rändern stärker und in den Ecken am größten. Die Dachfläche wird deshalb in Eck-, Rand- und Innenbereich gegliedert — die Markierung steht, bevor die erste Bahn liegt.
Aus dem Systemnachweis ableiten
Wo verklebt, wo mechanisch gehalten oder zusätzlich gesichert wird, leitet sich aus dem Systemnachweis ab, nicht aus dem Gefühl. Der Voranstrich ist Haftgrund, keine Lagesicherung — im Eckbereich gehört die Sicherung dichter als in der Mitte.
Der Plan steht vor dem Verlegen
Mit dem markierten Lagesicherungsplan lässt sich jede Bahn an der richtigen Stelle befestigen — statt hinterher zu entdecken, dass die Ecke ungesichert war.

Durchdringungsmanschetten und Randanschlüsse

In der Fläche versagt eine Abdichtung selten — undicht wird sie an den Durchdringungen und Rändern.
Durchdringungen werden einzeln eingebunden
Lüftung und Rohr unterbrechen die Bahn und werden je nach System mit Formteil, Flansch oder Durchdringungsmanschette eingebunden. Dichtstoffe können Hilfsbestandteil sein, dürfen aber nicht allein die Abdichtung bilden — Dichtmasse allein altert, reißt und löst sich.
Heiße Durchdringungen sind ein Sonderfall
Ein heißes Ofen- oder Kaminrohr wird wegen Temperatur und Brandschutz keinesfalls wie ein gewöhnliches Lüftungsrohr mit einer Standardmanschette behandelt — hier gelten die besonderen Anforderungen für die heiße Durchdringung.
Der Randanschluss braucht die richtige Höhe
An Wand, Aufkantung und aufgehender Kante wird die Bahn mit der vorgeschriebenen Anschlusshöhe nach oben geführt, in einer Rundung statt in einem Knick — scharfe Kanten reißen. Ein zu niedriger Anschluss läuft bei Starkregen hinter die Bahn.
Traufe und Ortgang werden sauber geschlossen
An der Traufe läuft das Wasser ab, am Ortgang greift der Wind an — beide Kanten werden so ausgebildet, dass kein Wasser hinter die Bahn kriecht. Ein Tropf- oder Randabschluss wirft das Wasser ab, statt es an der Unterseite der Bahn entlangziehen zu lassen.

Fünf unterschiedliche Anschlussdetails

Eine Universal-Manschette reicht für die Details eines Gartenhausdachs nicht aus — jede Kante und jede Durchdringung hat ihr eigenes Detail.
Traufe, Ortgang, Wandanschluss
Die Traufe wird mit einem Wasserabwurf ausgeführt, der das Wasser von der Bahn wegführt; der Ortgang mit einer Windsicherung, die dem Sog standhält; der Wandanschluss mit der vorgeschriebenen Höhe, damit Starkregen nicht hinter die Bahn läuft. Drei Kanten, drei Details.
Lüftungsrohr und heißes Ofenrohr getrennt
Ein gewöhnliches Lüftungsrohr wird mit einer passenden Manschette eingebunden. Ein heißes Ofen- oder Kaminrohr ist ein anderer Fall: Wegen Temperatur und Brandschutz wird es keinesfalls wie ein Lüftungsrohr mit einer Standardmanschette behandelt.
Ablauf und Notüberlauf ergänzen
Entwässert das Dach nicht frei über die Traufe, kommen Ablauf und Notüberlauf als eigene Details dazu — beide müssen unabhängig und frei abführen.

Flammenfrei verarbeiten

Auf dem Gartenhausdach ist die Verfahrenswahl schnell entschieden — und sie ist eindeutig.

🔴 Auf Holz wird nicht geflämmt — beim Gartenhaus am allerwenigsten. Die offene Flamme treibt Glut in die Ritzen der Holzschalung; die Glutnester schwelen weiter und brechen Stunden nach Arbeitsende durch, wenn längst niemand mehr hinsieht. Beim Gartenhaus kommt hinzu, dass es weder eine Brandmeldeanlage noch einen Wasseranschluss in Reichweite hat und oft dicht an Hecke, Holzstapel oder Nachbargrenze steht — ein Schwelbrand hat dort freie Bahn. Für die Eigenleistung bleiben deshalb nur kalt verarbeitete Systeme: selbstklebende Bahnen oder Kaltkleber. Wer die verschweißte Bahn will, holt den Fachbetrieb.

Die kalten Wege sind die Eigenleistung
Die EPDM-Bahn (verklebt) und die kaltselbstklebende beziehungsweise mit Kaltklebemasse verklebte Polymerbitumenbahn kommen ohne Flamme aus. Beide sind die Verfahren, die das Gartenhausdach in Eigenleistung erlaubt — die verschweißte Ausführung gehört dem Fachbetrieb.
Die Temperatur begrenzt die kalte Bahn
Die Verarbeitungstemperatur der Klebeschicht ist produktabhängig — der konkrete Wert steht im Datenblatt des Herstellers. Im Frühjahr und Herbst morgens abwarten, bis die Schalung erwärmt ist; die Rollen vorher im Warmen lagern.

Kalter Schuppen oder beheizter Aufenthaltsraum

Die Abdichtung hängt davon ab, ob unter dem Dach geheizt wird. Der kalte Geräteschuppen und das beheizte Gartenbüro sind bauphysikalisch zwei Dächer.
Der kalte Schuppen
Beim unbeheizten Schuppen zählt nur die Wasserführung: Bahn dicht, Details sauber. Dämmung und Dampfbremse sind hier kein Thema.
Der beheizte Raum
Wird darunter geheizt, ist die außen dampfdichte Bahn nur die halbe Sache: Feuchte Innenluft schlägt sich an der kalten Schalung nieder, wenn Dämmung, Luftdichtheit und Dampfbremse fehlen. Die außen dichte Bahn kann die Feuchte dann in der Schalung einschließen. Beim beheizten Raum werden Abdichtung, Dämmung, Luftdichtheit und Dampfbremse gemeinsam geplant.
Der GModG-Tatbestand
Beim beheizten Raum kann § 36 in Verbindung mit Anlage 7 Nr. 5c des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) greifen — aber nur beim flächigen Ersatz der Abdichtung und oberhalb der 10-%-Grenze. Der Tatbestand wird vor der Arbeit geprüft, nicht nachher.

Zuschnitt, Materialbedarf und Arbeitsfolge

Bevor die erste Bahn geöffnet wird, stehen Zuschnitt, Menge und Arbeitsfolge fest — sonst liegen am Abend offene Flächen unter freiem Himmel.
EPDM zuschneiden, Bitumen rechnen
Die EPDM-Bahn wird im Zuschnitt samt Aufkantungen geplant, damit die Fläche möglichst nahtarm bleibt. Die Bitumenbahn wird über die Nettofläche plus Überdeckungen gerechnet. Beide Wege brauchen ein Mengenblatt, nicht das Gefühl.
Kleber, Primer und Zubehör nach Verbrauch
Die Mengen an Kleber, Primer und Zubehör folgen dem Verbrauchswert des Datenblatts. Der Verbrauch ist Teil des Systems — nicht geschätzt.
Nur schließbare Etappen öffnen
Bahnen werden nur in einer Etappe geöffnet, die am selben Tag sicher geschlossen werden kann. Eine offene Fläche über Nacht ist die Einladung an den Regen.
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Kontrolle und Abbruchkriterien

Die Kontrolle darf nicht selbst zum Absturz-, Last- oder Wasserschaden werden. Geprüft wird von gesicherter Position, abschnittsweise und ohne zu fluten.
Sicht- und Handkontrolle von sicherer Position
Nähte und Anschlüsse werden von gesicherter Position aus abgegangen — nicht auf der frischen, ungesicherten Bahn. Danach folgt die abschnittsweise Schlauchprobe ohne Flutung: kein Ablauf verschließen, kein Wasser stauen, von oben nach unten und von innen kontrollieren.
Wann die Eigenleistung endet
Eine weiche Tragdecke, ein unbekannter Altstoff im Bestand, ein aktives PV-System auf dem Dach oder eine heiße Durchdringung sind klare Abbruchkriterien — hier übernimmt der Fachbetrieb. Die Prüfung einer geschwächten Konstruktion darf nicht zur Belastung werden.

Schritt für Schritt: das Gartenhausdach abdichten

1

Schadstofffrage klären

Bestehende Abdichtung bestimmen; bei Verdacht auf Asbest (TRGS 519) oder Teer (TRGS 551) endet die Arbeit hier (siehe ganz oben).

2

Leck oder Kondensat klären

Das Nässebild zuordnen — morgens flächige Tropfen sind Kondensat, eine dunkle Stelle nach Schlagregen ist ein Leck.

3

Dachneigung messen

Die Neigung ist das erste Systemauswahlkriterium — sie grenzt ein, trennt aber nicht allein.

4

System entscheiden

EPDM oder Polymerbitumen nach Dachgröße, Durchdringungen, Untergrund, Nahtzahl und Reparierbarkeit.

5

Untergrund prüfen, Verträglichkeit testen

Schalung trocknen, lose Bretter nachbefestigen, Nagelköpfe versenken, Fläche kehren; eine Probefläche verkleben und nach dem Aushärten prüfen.

6

Lagesicherungsplan markieren

Eck-, Rand- und Innenbereich gliedern und aus dem Systemnachweis ableiten, wo verklebt, mechanisch gehalten oder zusätzlich gesichert wird.

7

Voranstrich auftragen

Bei der Bitumenbahn den Primer nach Produktdatenblatt auftragen und trocknen lassen.

8

Zuschnitt und Menge festlegen

EPDM-Zuschnitt samt Aufkantungen planen, Bitumen-Nettofläche plus Überdeckungen rechnen; nur eine am selben Tag schließbare Etappe öffnen.

9

Abdichtung verlegen

EPDM nach Zuschnitt, Nahtminimierung und Systemplan verkleben; die Bitumenbahn zweilagig mit versetzten Nähten in der vom System vorgegebenen Verlegerichtung verlegen.

10

Durchdringungen einbinden

Lüftung und Rohr mit dem Formteil des Systems einbinden, nicht mit Dichtmasse; ein heißes Ofenrohr nach den besonderen Anforderungen behandeln.

11

Randanschlüsse schließen

Wandanschluss mit der richtigen Höhe, Traufe mit Wasserabwurf und Ortgang mit Windsicherung ausbilden.

12

Nutzung klären

Schuppen oder beheizter Raum unterscheiden (GModG- Tatbestand prüfen); vorhandene PV nur vom Fachbetrieb.

13

Kontrolle

Alle Nähte und Anschlüsse von gesicherter Position abgehen, mit der Hand prüfen, abschnittsweise Schlauchprobe ohne Flutung, von innen nachsehen.

14

Abbruchkriterien beachten

Weiche Tragdecke, unbekannter Altstoff, aktives PV-System oder heiße Durchdringung — hier übernimmt der Fachbetrieb.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Falsches System für die NeigungAbdichtung nicht wasserdicht
Auf feuchte Schalung abgedichtetFeuchte eingeschlossen, Schalung fault
Voranstrich vergessenerste Lage haftet schlecht auf dem Untergrund
Durchdringung mit Dichtmasse statt Manschettealtert, reißt, wird undicht
Randanschluss zu niedrigWasser läuft bei Starkregen hinter die Bahn
Nähte deckungsgleichSchwachstelle über Schwachstelle
Geflämmt auf HolzGlutnester, Brand nach Arbeitsende
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Eingriff
Bevor in die bestehende Abdichtung eingegriffen wird: Alte Dachpappe, Bahnen, Kleber und Kitte können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb. Sehr alte Bahnen können teerhaltig sein (PAK, TRGS 551). Beides steht vor dem ersten Schnitt.
Neigung
Die Dachneigung ist das erste Systemauswahlkriterium — jedes System ist für einen Neigungsbereich gebaut. Sie grenzt ein, entscheidet aber nicht allein: Untergrund, Nutzung und Anschlussdetails kommen dazu. Das falsche System für die Neigung baut die Undichtigkeit ein.
Brandgefahr
Auf brennbarer Holzschalung wird nicht geflämmt — das ist die Grenze der Eigenleistung. Gearbeitet wird kalt (EPDM, kaltselbstklebende Bitumenbahn, Kaltklebemasse).
Absturz und Betreten
Gearbeitet wird von Gerüst, Arbeitsbühne oder über eine Laufbohle — die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz. Die Dachfläche ist keine Verkehrsfläche; auf eine frisch verlegte, noch nicht befestigte Bahn wird nicht getreten.
Temperatur
Bitumen ist temperaturabhängig; kaltselbstklebende Bahnen brauchen Untergrundwärme. Trocken und ohne Regen in Sicht arbeiten.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Ein undichtes Gartenhausdach zeigt sich nicht an der Stelle, an der es undicht ist. Wasser läuft auf der Schalung weiter und tropft dort, wo es einen Weg nach unten findet. Deshalb ist die sorgfältige Naht wichtiger als die schnelle Fläche, und das richtige System für die Neigung wichtiger als die teure Bahn.
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