Unser Standort
Schneflingen, Wittingen


Montag - Freitag
von 8:00-16:30

Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer

Fügen Sie Artikel hinzu, um mit dem Einkauf zu beginnen.

Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 15 Min. Lesezeit

Kunststoff-Dachrinne verbinden: das gedichtete Stecksystem richtig fügen

PVC-U-Rinne nach DIN EN 607, herstellereigene Verbindungsschale, Lippengummidichtung, Nocke-Nut-Fixierung — Fügeart gibt der Hersteller vor
10 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage an der Traufe

Wer eine Kunststoffrinne am Bestand verbindet oder ersetzt, fasst die alte Traufe an — und dort sitzen neben dem Kunststoff oft Materialien, die vor dem ersten Eingriff zu klären sind.

🔴 Die alte Traufe kann schadstoffhaltig sein. An der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen kann bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 Asbest stecken; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: Eine später gesetzte Kunststoffrinne hat ihr eigenes Einbaudatum und ist separat zu betrachten. Bei Verdacht gilt: nicht lösen, nicht öffnen, nicht trennen — Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es ans Verbinden — und an die Fragen, die das PVC-U-System entscheidet: welche Schale, welche Dichtung, welcher Halt.

Unser Regensammler & Fallrohrfilter Sortiment 9 Produkte

Filter

Das gedichtete Stecksystem — ein anderes Prinzip als Metall

Die Kunststoffrinne ist unter den Rinnenwerkstoffen der Fall, bei dem sich die Verbindungstechnik grundlegend von der Metalltechnik unterscheidet — und genau diese Verwechslung ist der häufigste Fehler.
Die Fügeart gibt das Herstellersystem vor, nicht die Norm
Die Dachrinne aus PVC-U nach DIN EN 607 ist ein genormtes Produkt: Die Norm regelt Anforderungen, Maße und Klassifizierung von Hängedachrinnen aus PVC-U — sie schreibt aber kein einheitliches Fügeverfahren vor. Wie zwei Teile verbunden werden, steht in der Verarbeitungsanleitung des Herstellers. In der Praxis gibt es dabei zwei Familien: gedichtete Stecksysteme, vor allem bei halbrunden Rinnen, und Klebesysteme, wie sie bei Kasten- und Duplexrinnen verbreitet sind. Dieser Text beschreibt das gedichtete Stecksystem.
Im gedichteten Stecksystem wird gesteckt
Zwei Teile werden ineinander- geführt und über eine eingearbeitete Dichtung abgedichtet; der Stoß entsteht mechanisch, durch Formschluss und Dichtungsdruck. Gelötet wird bei Kunststoff in keinem Fall — das ist dem Metall vorbehalten. Ob geklebt wird, entscheidet dagegen die Bauart: Im Stecksystem nicht, im Klebesystem ausdrücklich ja, dann aber nur mit dem dafür freigegebenen Spezialkleber.
Der Unterschied zu Metall ist das Prinzip
Eine Zink- oder Kupferrinne wird gelötet, eine Alu- oder Stahlrinne herstellerabhängig geklebt, genietet oder mit einer Verbindungsschale gesteckt (Zink-Dachrinne abdichten, Dachrinne verbinden ohne Löten, Alu-Dachrinne verbinden). Wer die Löttechnik auf Kunststoff überträgt, zerstört das Bauteil; wer im gedichteten Stecksystem zusätzlich klebt, blockiert seine Bewegungsfähigkeit (siehe unten).
Die Grundtechnik bleibt die des Steckens
Stoß, Einstecktiefe und Dehnungsausgleich gelten auch am PVC-U-System (Dachrinne verbinden ohne Löten); was hier dazukommt, sind die Besonderheiten des Kunststoffs: die herstellereigene Schale, die Lippengummidichtung, die Nocke-Nut-Fixierung und das Klebeverbot. Wer die allgemeine Stecktechnik kennt, braucht nur noch diese vier.

Verbindungssystem vor dem Zerlegen bestimmen

Bevor eine Kunststoffrinne gelöst wird, wird festgestellt, welches System vorliegt — optisch ähnliche PVC-Teile verschiedener Systeme sind nicht automatisch kompatibel.
MerkmalDichtungsschaleKlebeverbindungRast-/Nutverbindung
ErkennungszeichenSchale mit eingelegter LippendichtungKlebefuge, keine SchaleNocke am Verbinder, Nut am Profil
Fügenstecken, einklippenklebenstecken, einrasten
DichtungLippendichtung in der Schaleder Kleber selbstLippendichtung
Bestimmt wird über Prägung, Profilform und Unterlagen. Die Herstellerkennzeichnung auf der Rinnenrückseite, die Profilform und vorhandene Systemunterlagen — Montageanleitung, Rechnung, Reste der Leistungserklärung — führen zur richtigen Zuordnung. Ohne diese Anhaltspunkte wird nicht zerlegt: Wer ein Stecksystem wie ein Klebesystem öffnet, beschädigt die Dichtung, und wer Teile mischt, baut Übergänge, die nicht dicht werden.

Die herstellereigene Verbindungsschale

Der Stoß zweier PVC-U-Rinnenteile wird mit der Verbindungsschale geschlossen — und die ist bei Kunststoff enger ans System gebunden als beim Metall.
Die Schale ist herstellereigen
Eine Verbindungsschale für ein PVC-U-System ist für genau dieses Profil und genau diesen Hersteller geformt. Sie gehört zum System der Rinne — mit dessen Innenmaßen, dessen Dichtungsnut und dessen Rastgeometrie. Eine Schale eines anderen Herstellers, mag sie noch so ähnlich aussehen, sitzt entweder lose oder klemmt, aber sie dichtet nicht: Das Profil ist nicht identisch, die Dichtungsnut liegt anders, die Nocke rastet nicht. Schale, Dichtung und Rinne stammen deshalb aus demselben System (Dachrinne verbinden ohne Löten für das allgemeine Prinzip).
Die Schale dichtet durch die eingearbeitete Dichtung
In die Schale ist eine Lippengummidichtung eingelegt, die die beiden Rinnenenden abdichtet, sobald sie eingeschoben sind. Der Unterschied zum Löten ist derselbe wie beim Metall: Wo die Lötnaht die Verbindung flüssig verbindet, dichtet die Schale mechanisch durch Druck auf die Dichtung. Dafür muss die Schale richtig sitzen — die Enden sauber entgratet und bis zur vorgesehenen Tiefe eingeschoben.
Die Schale ist kein Universalteil
Was für eine Schale gilt, gilt für alle Systemteile der Kunststoffrinne: Winkel, Endstück, Verbinder und Schale stammen aus demselben Herstellersystem. Ein gemischter Strang aus Teilen verschiedener Systeme ist kein gespartes Geld, sondern eine Reihe von Übergängen, die nicht dicht werden.

Die Lippengummidichtung: dicht durch Anpressdruck

Das Herz der Kunststoffverbindung ist die Lippengummidichtung — und sie dichtet nicht durch Kleber, sondern durch Anpressdruck.
Die Dichtung liegt mit Lippen an der Rinnenwand an
Die Lippengummidichtung ist ein elastisches Profil, das mit mehreren Lippen an der eingeschobenen Rinne anliegt. Diese Lippenform macht den Unterschied zur flachen Schnur: Sie dichtet an mehreren Stellen gleichzeitig und nimmt die Bewegung der Rinne auf, statt nur anzuliegen.
Sie dichtet nur unter Druck — und den erzeugt die Schale
Eine Lippendichtung, die lose in der Schale liegt, ist keine Dichtung. Der Anpressdruck entsteht dadurch, dass die Verbindungsschale eingeklippt wird und die Lippen gegen die Rinnenwand presst — nicht dadurch, wie weit man das Rinnenende hineinschiebt. Die Einstecktiefe hat eine andere Aufgabe: Sie positioniert die Rinnenenden so, dass der vorgesehene Spielraum für die Wärmedehnung erhalten bleibt. Deshalb wird nach den Markierungen des Systems gearbeitet, nicht nach Gefühl — und auch nicht nach einer selbst gebildeten Faustregel wie „bei Wärme weniger tief, bei Kälte weiter". Was gilt, steht in der Montageanleitung des konkreten Systems.
Ein hörbares Klicken ist kein Nachweis
Dass die Schale einrastet, sagt nichts darüber, ob die Rinnenenden an ihren Markierungen stehen und die Dichtlippen sauber anliegen. Geprüft wird mit dem Auge: Sitzt die Schale vorn und hinten eingerastet? Stehen beide Rinnenenden auf ihrer Marke? Liegen die Lippen rundum an, ohne umgeschlagen zu sein?
Die Dichtung wird beim Lösen geprüft, nicht nur beim Verbinden
Beim Zerlegen einer alten Verbindung zeigt sich, ob die Lippengummidichtung noch formschlüssig anliegt oder ausgehärtet und gerissen ist. Eine erneuerte Verbindung bekommt eine erneuerte Dichtung; wo die Dichtung dagegen fest in die Schale integriert ist, wird der komplette Verbinder ersetzt, nicht die Dichtung einzeln (Dachrinne reparieren). Die alte, ausgehärtete Lippe wiederzuverwenden spart am falschen Ende.

Die Nocke-Nut-Fixierung: Halt statt Kleber

Gedichtet ist die Verbindung durch die Dichtung; gehalten wird sie durch die Nocke-Nut-Fixierung — und genau sie macht das Kleben überflüssig.
Die Nocke-Nut-Fixierung ist der formschlüssige Halt — bei den Systemen, die sie haben. Sie ist keine Bauart aller PVC-Rinnen, sondern ein herstellerspezifisches Prinzip: Eine Nocke am Verbinder greift in eine Nut an der Rinnenrückseite und rastet ein, sobald die Teile richtig sitzen. Andere Systeme lösen den Halt anders — welches Prinzip vorliegt, sagt die Montageanleitung des gelieferten Systems, nicht die Erinnerung an das letzte. Dieser Formschluss hält die Verbindung zusammen — ohne Kleber, ohne Schraube. Die Nocke-Nut-Fixierung ist der mechanische Gegenpart zur Dichtung: Die Dichtung macht dicht, die Nocke hält.
Der Halt entsteht erst in der vorgesehenen Position
Die Nocke rastet nicht bei „irgendwie zusammengesteckt" ein, sondern erst, wenn die Teile an ihren Markierungen stehen. Ein nur halb eingeschobenes Teil ist weder fixiert noch richtig gedichtet — es hält nicht und tropft. Der Montageschritt „zusammendrücken bis zum Einrasten" ist deshalb kein Komfort, sondern die Voraussetzung für Halt und Dichtheit.
Das Maß gibt die Markierung vor — dazu der Fixpunkt in der Mitte
Kunststoff dehnt sich mit der Temperatur stärker als Metall. Wie weit das Rinnenende eingeschoben wird, legt allein die Einstecktiefenmarkierung des Systems fest (Dachrinne verbinden ohne Löten), nicht eine Faustregel nach Wetterlage. Wer bis zum Anschlag schiebt, bindet den Strang starr ein und nimmt ihm den vorgesehenen Weg. Beim beschriebenen System kommt eine zentrale Vorgabe hinzu: jedes Rinnenstück wird in seiner Mitte fixiert — ohne diesen Fixpunkt kann sich die Längenänderung auf eine einzige Verbindungsstelle konzentrieren und sie überlasten.

Das Klebeverbot bei gedichteten Systemen

Der häufigste Fehler an der Kunststoffrinne ist ein gut gemeinter: die gedichtete Verbindung zusätzlich zu verkleben.
Gedichtete Steckverbindungen werden nicht verklebt
Eine gedichtete Steckverbindung dichtet über die Lippengummidichtung und hält über die Nocke-Nut-Fixierung. Der maßgebliche Grund für das Klebeverbot ist dabei nicht in erster Linie ein chemischer, sondern ein konstruktiver: Der Stoß ist die Stelle, an der die Rinne ihre thermische Längenausdehnung aufnimmt. PVC-U dehnt sich deutlich stärker als Metall; die Einstecktiefe lässt der Rinne genau dafür Weg. Wer den Stoß verklebt, blockiert diese Bewegung — der Strang ist starr eingebunden, und die Zwangskräfte suchen sich beim nächsten Temperaturwechsel eine andere Stelle: Sie reißen die Verbindung auf, verformen das Profil oder ziehen die Halter aus dem Traufbrett. Die „Sicherheitsklebung" ist damit keine Sicherheit, sondern ein eingebauter Schaden. Hinzu kommt: Nicht jeder Klebstoff ist mit der Elastomerdichtung verträglich — ein nicht freigegebenes Produkt kann sie zusätzlich anlösen oder verspröden.
Andere PVC-U-Systeme verlangen umgekehrt genau diesen Kleber
Wo ein Hersteller das Kleben vorsieht — als Klebesystem mit entsprechender Verbindungsgeometrie und eigener Dehnungsregelung, verbreitet bei Kasten- und Duplexrinnen —, ist der dafür freigegebene Spezialkleber kein Fehler, sondern die vorgeschriebene Fügetechnik; ein beliebiger Klebstoff bleibt auch dort falsch. Beide Prinzipien schließen sich nur gegenseitig aus: Ein Klebesystem wird geklebt, ein gedichtetes Stecksystem wird gesteckt — nie beides am selben Stoß (Dachrinne verbinden ohne Löten, Dachrinne abdichten).
Die Regel ist deshalb einfach
Erst klären, welches System vorliegt, dann fügen. Im gedichteten Stecksystem dichtet die Dichtung, hält die Nocke und bleibt der Kleber draußen; im Klebesystem gilt das Gegenteil. Die Verarbeitungsanleitung des Herstellers nennt, was für die konkrete Rinne vorgesehen ist — sie ist an dieser Stelle die maßgebliche Quelle, nicht die Gewohnheit vom letzten Dach.

Gerader Stoß, Winkel, Ablauf und Endstück

Die Formteile der Kunststoffrinne übernehmen unterschiedliche Aufgaben — sie werden nicht nach demselben Schema montiert.
Der gerade Stoß ist der Bewegungsstoß
Zwei Rinnenstücke werden gesteckt und geklippt; genau hier muss die Längenänderung Platz haben, weshalb der Stoß nach der Einstecktiefenmarkierung montiert und nicht verklebt wird.
Winkel und Ablauf werden fest eingebunden
Ecke und Ablauf sitzen an einer definierten Position; sie werden gesteckt beziehungsweise geklippt und im Systemverlauf fixiert, ohne eigene Dehnung aufnehmen zu müssen. Ihre Dichtung und ihr Sitz sind dieselben wie am Stoß — ihre Aufgabe im Strang ist eine andere.
Das Endstück schließt ab
Es wird gesteckt und hält das Rinnenende; es ist kein Dehnungsglied, sondern der Abschluss, an dem kein weiteres Bauteil folgt. Ob ein Formteil gesteckt, geklippt oder — im Klebesystem — geklebt wird, sagt die Montageanleitung des jeweiligen Systems; die hier beschriebenen Rollen gelten für das gedichtete Stecksystem.

Leckstelle diagnostizieren

Eine undichte Kunststoffrinne ist nicht automatisch eine schlechte Verbindung — die Stelle, an der Wasser austritt, verrät, wo gesucht werden muss.
Austrittmögliche UrsachePrüfung
nur am StoßDichtung falsch sitzendDichtungslage, Einklipsung
bei Rückstaufehlender Fixpunkt, HalterFixpunkt in Mitte, Halterabstand
nach Temperaturwechselblockierte LängenänderungDehnungsweg, Verklebung
hinter dem VerbinderVersprödung, falsches ProfilMaterialzustand, Systemzugehörigkeit
Die Prüfung trennt Montagefehler vom Systemproblem. Sitzt die Dichtung nicht, wird der Stoß neu gesetzt; fehlt der Fixpunkt, konzentriert sich die Bewegung auf eine Stelle; ist das Material versprödet oder das Profil fremd, hilft keine neue Dichtung, sondern der passende Ersatz (Dachrinne reparieren). Auch das Rinnengefälle und der Halterabstand gehören zur Diagnose — eine Rinne, die überläuft, tropft selten wegen der Verbindung — dahinter stecken meist zu geringes Gefälle, ein verstopfter Einlauf oder eine zu klein dimensionierte Rinne (Dachrinnen-Größen).

Altsystem ohne passendes Ersatzteil

Alte Kunststoffrinnen sind häufig aus Systemen, die nicht mehr lieferbar sind — dann hilft kein scheinbar passender Ersatz, sondern eine ehrliche Prüfung.
Die Prüffolge
Zuerst die Herstellerkennzeichnung und das Profil bestimmen, dann die Abmessung und den Zustand der Teile. Ist ein systemkompatibler Verbinder nicht nachweisbar — weder über den Hersteller noch über Nachfolge- oder Übergangsprogramme —, wird nicht gemischt.
Übergang oder Teilstück durch den Fachbetrieb
Statt Teile verschiedener Systeme zu kombinieren, plant der Fachbetrieb einen sauberen Übergang oder ersetzt das betroffene Teilstück als Ganzes. Was „passt, bis es tropft", ist keine Ersparnis, sondern eine Reihe von Übergängen, die bei jedem Temperaturwechsel undicht werden.

Trockenprobe vor dem Einklipsen

Nach dem vollständigen Einrasten ist eine Korrektur an alten, spröden Teilen riskant — deshalb wird vorher trocken probiert.
Was die Trockenprobe prüft
Den rechtwinkligen, gratfreien Schnitt, die entgratete Innen- und Außenkante, die saubere Dichtung, die Einsteckmarkierung und die spannungsfreie Flucht der Teile. Dazu den systemgerechten Fixpunkt: Jedes Rinnenstück wird in seiner Mitte fixiert, bevor die Verbindung einklipsen darf — sonst wandert die Bewegung dorthin, wo sie nicht hin soll.
Schmiermittel nur bei ausdrücklicher Freigabe
Ein Gleitmittel darf nur eingesetzt werden, wo es der Hersteller für sein System freigibt; ein beliebiges Schmiermittel kann die Lippendichtung anlösen. Erst wenn die Trockenprobe stimmt, wird endgültig zusammengedrückt — das Einrasten ist der letzte Schritt, nicht der erste Versuch.
Beratungsgespräch bei Franke Baustoffe: Musterplatten und Farbkarten im Vergleich
●  Baustoffhandel seit 1978
Passt das zu Ihrem Dach?
Maße und Aufbau durchgeben — wir stellen Ihnen zusammen, was dazugehört.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Kunststoff-Dachrinne verbinden: Schritt für Schritt

1

Asbestfrage klären — vor dem ersten Eingriff

Wer eine Verbindung am Bestand löst oder neu setzt, fasst die alte Traufe an. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst, geöffnet oder getrennt — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb (siehe ganz oben).

2

System bestimmen

Die Schale, die Dichtung und die Teile müssen aus demselben PVC-U-Herstellersystem stammen — eine fremde Schale dichtet nicht.

3

Werkstoff bestätigen

Sicherstellen, dass es wirklich PVC-U ist — bei Metall gelten andere Wege (Zink-Dachrinne abdichten, Dachrinne verbinden ohne Löten, Alu-Dachrinne verbinden).

4

Standplatz sichern

Von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.

5

Rinnenenden vorbereiten

Sauber entgraten, reinigen — die Enden müssen glatt und frei von Grat sein, sonst beschädigen sie beim Einschieben die Lippengummidichtung.

6

Dichtung prüfen und einsetzen

Die Lippengummidichtung der Schale auf Sitz und Zustand prüfen; bei erneuerter Verbindung eine neue Dichtung einsetzen — bei fest integrierter Dichtung den kompletten Verbinder ersetzen.

7

Einschieben bis zur Einstecktiefenmarkierung

Das Rinnenstück bis zur Einstecktiefenmarkierung einschieben, nach der Montagetemperatur — nicht bis zum Anschlag. Bis zur Nocke-Nut-Fixierung zusammendrücken, bis es einrastet.

8

Nicht verkleben

Bei gedichteten Stecksystemen gilt das Klebeverbot — der Stoß muss seine Längenausdehnung aufnehmen können. Nur wo das System ausdrücklich ein Klebesystem ist, kommt der freigegebene Spezialkleber zum Einsatz.

9

Dehnung prüfen

Ist der Strang lang, gehört der Dehnungsausgleicher des Systems dazu — sonst reißt die Verbindung beim Temperaturwechsel (Dachrinne mit Gefälle).

10

Wasserprobe

Am Ende Wasser einlaufen lassen und beobachten, ob der Stoß dicht ist. Die Wasserprobe bestätigt die Verbindung, bevor der nächste Regen es tut.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Fremde Schale fürs PVC-System verwendetdichtet nicht, klemmt oder sitzt lose
Gedichtete Steckverbindung verklebtLängenausdehnung blockiert, Stoß reißt beim Temperaturwechsel auf
Klebesystem gesteckt statt mit Spezialkleber gefügtFügetechnik des Systems verfehlt, Stoß wird nicht dicht
Bis zum Anschlag eingeschobenStrang starr eingebunden, drückt sich aus
Einstecktiefenmarkierung ignoriertkein Dehnungsausgleich am Stoß
Alte Lippendichtung wiederverwendetDichtung dichtet nicht mehr
Nocke nicht eingerastetVerbindung hält nicht, tropft
Teile verschiedener Systeme gemischtÜbergänge werden nicht dicht
---

Was beachtet werden muss

Asbest — zuerst zu klären
Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Klebern, Kitten und Beschichtungen mit Asbest zu rechnen, bis Unterlagen oder eine Materialprobe den Verdacht ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst, geöffnet oder getrennt — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch den Fachbetrieb. Diese Prüfung steht vor jedem anderen Schritt am Bauteil.
Die Fügeart gibt der Hersteller vor
Eine PVC-U-Dachrinne nach DIN EN 607 ist ein genormtes Produkt — die Norm schreibt aber kein Fügeverfahren vor. Gedichtete Stecksysteme (viele halbrunde Rinnen) werden gesteckt, Klebesysteme (viele Kasten- und Duplexrinnen) mit freigegebenem Spezialkleber geklebt. Die Verarbeitungsanleitung des Herstellers ist die maßgebliche Quelle (Zink-Dachrinne abdichten, Dachrinne verbinden ohne Löten, Alu-Dachrinne verbinden).
Die Schale gehört zum System
Die herstellereigene Verbindungsschale ist für genau dieses PVC-U-Profil geformt. Schale, Dichtung und Rinne stammen aus demselben System — eine fremde Schale dichtet nicht.
Dichtung und Nocke
Die Lippengummidichtung dichtet durch Anpressdruck, die Nocke-Nut-Fixierung hält formschlüssig. Beides entsteht erst beim vollständigen Einstecken bis zur Einstecktiefenmarkierung.
Klebeverbot im gedichteten Stecksystem
Eine gedichtete Steckverbindung wird nicht zusätzlich verklebt — der Stoß ist die Stelle, an der die Rinne ihre thermische Längenausdehnung aufnimmt, und der Kleber würde diese Bewegung blockieren; ein nicht freigegebener Kleber kann zusätzlich die Dichtung angreifen. Im Klebesystem gilt umgekehrt der freigegebene Spezialkleber.
Absturz
Gearbeitet wird von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der typische Fehler an der Kunststoffrinne ist die Metall-Gewohnheit: die gedichtete Verbindung vorsichtshalber noch verklebt, weil „sicherer". Damit wird genau die Stelle festgesetzt, an der sich die Rinne bei Wärme und Kälte bewegen muss — der starr eingebundene Strang reißt beim nächsten Temperaturwechsel an der Verbindung auf, oder die Zwangskräfte verformen das Profil. Deshalb gilt beim gedichteten Stecksystem die klare Regel: Dichtung dichtet, Nocke hält, Kleber bleibt draußen; beim Klebesystem gibt umgekehrt der Hersteller den Spezialkleber vor.
---