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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 15 Min. Lesezeit

Dachrinne mit Gefälle: wie viel, wohin, wie messen

Sollgefälle, Hoch- und Tiefpunkt, Schnurschlag — und warum das Maß aus der Systemanleitung kommt
11 Kapitel
7 typische Fehler

Warum eine Rinne Gefälle braucht

Eine Dachrinne wird in der Regel mit Gefälle verlegt — Wasser, das nicht abfließt, steht; stehendes Wasser setzt Schmutz ab, der die Rinne zusetzt, und im Winter friert die stehende Wassersäule. Eis dehnt sich aus und drückt die Rinne auseinander. Das Gefälle ist also nicht ein Detail der Optik, sondern die Eigenschaft, die verhindert, dass aus Regenwasser ein Frostschaden wird. Doch der Verzicht auf Gefälle ist kein Fehler per se: Einige Systeme — etwa RHEINZINK — lassen die Montage mit oder ohne Gefälle ausdrücklich zu. Ob Gefälle nötig ist, sagt deshalb die Systemvorgabe, nicht die Annahme, eine Rinne „hänge nie waagerecht".
Das Gefälle gibt dem Wasser eine Richtung
Es läuft vom Hochpunkt — dem höchsten Punkt des Strangs — zum Tiefpunkt, an dem der Ablauf sitzt. Dorthin soll alles Wasser, und zwar so, dass nichts unterwegs liegen bleibt. Ein Gefälle, das zu flach ist, schafft das nicht; eines, das zu steil ist, sieht man dem Haus an.
Die Aufgabe ist also doppelt
genug Gefälle, damit das Wasser abläuft — und nicht so viel, dass die Rinne sichtbar schief zur Traufkante hängt. Zwischen diesen beiden liegt der richtige Wert, und der kommt nicht aus dem Gefühl.

Die Begriffe im Überblick

Die Größe selbst
7 Begriffe
Sollgefälle (herstellerspezifisch) · Gefälle in mm je laufendem Meter · Hochpunkt · Tiefpunkt · Gefällerichtung · Durchhang · stehendes Wasser
Die Messung
8 Begriffe
Schnurschlag · Schlagschnur · Richtlatte · Wasserwaage · Höhenunterschied · Rinnenhalter nach DIN EN 1462 · Kröpfen der Halter · Biegeeisen
Der Anschluss
5 Begriffe
Ablaufstutzen am Tiefpunkt · Ablaufrichtung · mehrere Abläufe bei langen Strängen · Rinnenhalter · Endstück am Hochpunkt

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Wie viel Gefälle: die Systemvorgabe, keine Faustregel

Die Antwort auf „wie viel" ist kurz und hat einen Haken: Es gibt keinen einzigen Wert für alle Rinnen. Das Sollgefälle ist eine Angabe des Rinnensystems — sie steht in der Systemanleitung des Herstellers und liegt bei den üblichen Systemen im Bereich weniger Millimeter je laufendem Meter.
Warum der Wert herstellerspezifisch ist
Die Rinne läuft nur sauber ab, wenn ihr Querschnitt, ihre Oberfläche und ihr Material zum Gefälle passen. Ein weites Kastenprofil kommt mit flacherem Gefälle aus als eine schmale halbrunde Rinne; ein Material, an dem Schmutz haftet, verlangt etwas mehr. Deshalb gibt jeder Systemhersteller sein eigenes Maß vor — bei den üblichen Systemen bis etwa 3 mm je Meter, aber der konkrete Wert gilt, nicht ein gerundeter.
Was das für die Praxis heißt
Vor der Montage wird der Wert aus der Systemanleitung abgelesen, nicht geschätzt. Das Gefälle ist damit eine Systemgröße wie der Halterabstand — beide stehen in derselben Anleitung und gehören zusammen umgesetzt.

Hoch- und Tiefpunkt: wo der Ablauf hinkommt

Bevor gemessen wird, wird die Richtung festgelegt. Das Gefälle läuft vom Hochpunkt zum Tiefpunkt, und am Tiefpunkt sitzt der Ablaufstutzen — dort, wo das Wasser die Rinne verlässt.
Die Richtung wird nicht beliebig gewählt
Der Ablauf liegt dort, wo das Fallrohr sinnvoll nach unten geführt werden kann — also nahe einer Hausecke oder einer Stelle, an der das Rohr unauffällig zur Fassade läuft. Der Hochpunkt liegt am anderen Ende des Strangs. Zwischen beiden fällt die Rinne gleichmäßig.
Ob geteilt wird, entscheidet die Bemessung, nicht die Länge allein
Ob ein Rinnenstrang in zwei Richtungen zu zwei Abläufen entwässert wird, ergibt sich aus der hydraulischen Bemessung — Dachfläche, örtlicher Regenspende und Rinnenleistung (Dachrinnen-Größen) — nicht aus einer pauschalen Längenregel. Wo geteilt wird, liegt der Hochpunkt in der Mitte und die Tiefpunkte an den beiden Enden, damit der Höhenunterschied nicht an einem Ende zu groß wird.
Ein Ablauf, der nicht am Tiefpunkt sitzt, ist wirkungslos
Steht der Ablauf höher als die tiefste Stelle, bleibt das Wasser an der tiefen Stelle stehen und friert dort. Der Ablaufstutzen gehört an den tiefsten Punkt — nicht irgendwohin, wo das Fallrohr gerade hübsch aussieht.

Der Schnurschlag: Gefälle über die Länge

Das Gefälle wird nicht pro Halter einzeln geschätzt, sondern einmal über die ganze Länge gesetzt — mit dem Schnurschlag.
Vorgehen
Vom Hochpunkt zum Tiefpunkt wird eine straff gespannte Schlagschnur gezogen, die am Hochpunkt auf der Sollhöhe der Rinne liegt und am Tiefpunkt um den berechneten Höhenunterschied tiefer. Der Höhenunterschied ergibt sich aus dem Sollgefälle mal der Stranglänge — bei 2 mm je Meter über zehn Meter sind das 20 mm. Die Schnur stellt das Gefälle als sichtbare Linie dar; alle Halter werden nach ihr ausgerichtet.
Wie die Halter das Gefälle aufnehmen, hängt von der Montageart ab
Bei Haltern, die auf die Sparren gesetzt werden (Neueindeckung), wird das Gefälle durch Kröpfen des Halters mit dem Biegeeisen erzeugt — jeder Halter wird auf seine Sollhöhe gebogen. Bei der nachträglichen Montage am Stirnbrett ist es einfacher: Die Halter werden entlang der Schnur einfach auf unterschiedlicher Höhe verschraubt. Beide Wege dienen derselben Linie — der gespannten Schnur.
Die Rinnenhalter selbst
sind nach DIN EN 1462 genormt; ihr Abstand und ihre Tragfähigkeit folgen der Systemanleitung, das Gefälle ihrer Ausrichtung folgt der Schnur.

Der Halterabstand gehört zum Gefälle

Die Schnur gibt die Linie vor — aber die Linie hält nur, was die Halter tragen. Zwischen Gefälle und Halterabstand besteht ein direkter Zusammenhang: Jeder Millimeter Gefälle ist nur so gut wie der Halter, der ihn hält.
Der Abstand ist Systemvorgabe, nicht Augenmaß
Wie weit die Rinnenhalter maximal auseinanderstehen dürfen, steht in der Systemanleitung des Herstellers — der Abstand hängt vom Material der Rinne, vom Querschnitt und von der zu erwartenden Last ab (Regen, nasser Schnee, Eis). Was dort steht, gilt; vergrößert wird nicht, weil „die Rinne doch stabil wirkt".
Einige Stellen verlangen zusätzliche Halter
Neben dem Ablaufstutzen — dort trägt der Strang das Gewicht des ablaufenden Wassers und den Schlamm, der sich dort sammelt —, neben Winkeln und neben den Enden des Strangs wird der Systemabstand verdichtet. Das sind die Punkte, an denen Last und Bewegung zusammenkommen; ein Halter weniger dort ist ein Durchhang mehr ein Jahr später.
Stehen die Halter zu weit, wird aus dem Gefälle ein Durchhang
Die Rinne biegt zwischen den Auflagern durch, und in der Mulde steht Wasser — das dort friert, den Durchhang vergrößert und das Gefälle über die Jahre von unten verstellt. Der sauberste Schnurschlag nützt nichts, wenn die Halter dazwischen zu weit stehen (das Fehlerbild → unten; die Diagnose an der Altrinne → „Diagnose einer vorhandenen Rinne").

Gefälle und Dehnung: die Rinne bewegt sich

Eine Rinne hängt nicht still an der Traufe. Zwischen Frostnacht und Sommersonne ändert sich ihre Länge — bei einem Metallstrang um Beträge, die keine Verbindung einfach wegsteckt. Diese thermische Längenänderung ist eine Eigenschaft des ganzen Strangs, nicht einer Stelle: Jedes Rinnenstück dehnt sich, und die Bewegung aller Stücke summiert sich zur Längenänderung des Strangs. Genau deshalb reicht es nicht, „irgendwo" nach der Bewegung zu schauen — sie muss im System verplant sein.
Die Antwort des Systems ist die Teilung in Fixpunkt und Gleitbereich. An einer Stelle wird der Strang fest gehalten: Am Fixpunkt sitzt die Rinne unbeweglich, hier endet die Bewegung. Überall sonst darf sie wandern — die Verbindungen im Gleitbereich lassen das Rinnenstück in sich gleiten, statt es festzuhalten.
Wo dieser Fixpunkt liegt, sagt das System — nicht eine allgemeine Regel. Bei gelöteten Metallrinnen ist die Klempnerpraxis, ihn an den Einhangstutzen zu legen, damit die Dehnung vom Ablauf wegläuft. Kunststoffsysteme können das anders lösen: Marley verlangt beim Nocke-Nut-System ausdrücklich, jedes Rinnenstück in seiner Mitte zu fixieren. Wer den Fixpunkt an die falsche Stelle setzt, blockiert genau den Dehnungsweg, den das System vorsieht. Also gilt die Systemanleitung, nicht die Faustregel. Eine Rinne, die über die ganze Länge starr verbunden ist, muss die Bewegung irgendwo ablassen, und das ist dann die Naht, die Verbindungsschale oder das Blech selbst.
Ab welcher Stranglänge ein eigener Dehnungsausgleicher Pflicht wird, ist Systemvorgabe. Die Systemanleitung des Herstellers nennt die Länge, ab der der Strang einen Dehnungsausgleicher bekommt — ein Bauteil, das die Bewegung geplant aufnimmt. Dieses Maß ist keine Pauschale für alle Rinnen: Kunststoff und die Metalle dehnen sich unterschiedlich, und jedes System legt die Grenze selbst. Was in der Anleitung des eigenen Systems steht, gilt — eine Daumenlänge vom Nachbarshaus gilt nicht.
Hier entstehen die Spannungsrisse, die Dachrinne reparieren und Dachrinne abdichten behandeln. Wo die Bewegung keinen geplanten Weg hat — kein Gleitbereich, kein Ausgleicher, beide Enden starr eingebunden —, baut sich Spannung auf, bis das Material nachgibt: als Riss quer zum Strang, als aufgehende Naht, als Verbindung, die sich jedes Jahr ein Stück weiter löst. Wer dort nur flickt oder dichtet, repariert die Wirkung; die Ursache liegt hier, in der verplanten Bewegung.
Und die Dehnung teilt die Richtungslogik des Gefälles. Der Fixpunkt gehört dorthin, wo der Strang ohnehin verankert ist: an den Tiefpunkt, zum Ablauf. Dort sitzt der Ablaufstutzen, dort steht das Fallrohr — der Punkt, an dem die Rinne das Haus berührt und sich nicht bewegen soll. Vom Fixpunkt weg läuft der Gleitbereich zum Hochpunkt hin: Die Bewegung wandert dorthin, wo nur das Endstück sitzt — und nicht dorthin, wo der Stutzen das Wasser übergibt.

Was bei zu wenig und zu viel Gefälle passiert

Das Gefälle hat zwei Fehlerrichtungen, und beide sind real.
Zu wenig Gefälle — wo das System Gefälle verlangt
Das Wasser läuft zu langsam, Schlamm und feiner Sand setzen sich am Boden ab, und an den tiefsten Punkten bleibt eine Wasserlache stehen. Im Winter friert sie und drückt die Rinne auf. Der Schaden ist schleichend — man sieht ihn erst, wenn die Rinne überläuft oder die Verbindung gesprengt ist. Achtung: Dass nach dem Regen etwas Wasser in der Rinne stehen bleibt, ist bei Systemen, die ausdrücklich auch die waagerechte Montage zulassen, vom Hersteller vorgesehen und kein Mangel — die Systemvorgabe entscheidet, nicht die Pauschale „es darf nichts stehen".
Zu viel Gefälle
Man sieht es sofort. Bei einem langen Strang hängt die Rinne sichtbar schief zur Traufkante — am Wohnhaus ein optischer Mangel, der sich nicht mehr korrigieren lässt, ohne alle Halter neu zu setzen. Und es ist funktional unnötig: Mehr Gefälle, als das System verlangt, lässt das Wasser nicht „besser" ablaufen, sondern macht die Rinne nur hässlicher.
Der dritte Fehler ist der Durchhang
— und er ist kein Gefällefehler, sondern ein Halterfehler. Stehen die Halter zu weit auseinander, hängt die Rinne zwischen ihnen durch; in der Mulde steht Wasser, das dort friert, und der Durchhang wird mit jedem Jahr größer (Dachrinne montieren). Ein sauber gesetzter Schnur­ schlag nützt nichts, wenn die Halter dazwischen zu weit stehen.

Die optische Grenze der Traufe

Das Gefälle rechnet sich in Millimetern — aber es addiert sich über die Länge. Bei einem kurzen Strang bleibt der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Tiefpunkt unsichtbar; bei einem langen Strang wächst er mit jedem Meter, bis die Rinne sichtbar schief zur Traufe hängt. Dann ist das Gefälle hydraulisch richtig und optisch falsch — die Rinne sieht aus wie ein Montagefehler, der keiner ist.
Die Traufkante ist die Sichtachse des Hauses
Nichts fällt am Gebäude früher auf als eine Linie, die gegen die Traufe läuft. Deshalb ist die sichtbare Schieflage kein Schönheitsproblem nebenbei, sondern die Grenze, ab der das Gefälle anders organisiert werden muss.
Die Lösung ist dieselbe Teilung, die die Hydraulik ohnehin kennt
der Hochpunkt in der Mitte, je ein Ablauf an beiden Enden. Die Stranglänge halbiert sich, der Höhenunterschied pro Seite halbiert sich — und die Rinne fällt von der Mitte zu beiden Seiten so flach, dass das Auge die Linie als waagerecht liest. Ob die Teilung für den eigenen Strang hydraulisch nötig ist, entscheidet die Bemessung (Dachrinnen-Größen); dass sie zugleich die optische Lösung für den langen Strang ist, macht sie zur doppelten Antwort auf dieselbe Frage.

Diagnose einer vorhandenen Rinne: Wasserprobe statt Schnur

Der Schnurschlag ist das Werkzeug des Neubaus. Wer einer montierten Rinne gegenübersteht, spannt keine Schnur mehr — er liest das Gefälle am Wasser ab. Bei der Altrinne wird das Gefälle beobachtet, nicht gemessen: Wasser am Hochpunkt einlaufen lassen und schauen, was es tut.
Eine Lache, die immer am selben Punkt steht, ist ein lokaler Durchhang
Der Strang fällt, aber an einer Stelle hängt er zwischen zwei Haltern durch, oder ein Halter hat nachgegeben. Die Antwort ist kein neues Gesamtgefälle, sondern der Halter an dieser Stelle: nachsetzen beziehungsweise ersetzen und die Nachbarhalter mitprüfen — ein ausgebrochener Halter ist selten allein (Halterschäden Dachrinne reparieren).
Eine Lache am Ende des Strangs ist ein Gefälleproblem
Steht das Wasser vor dem Ablauf statt darin, ist das Gefälle insgesamt zu flach — oder der Ablaufstutzen sitzt zu hoch, sodass der tiefste Punkt der Rinne nicht am Ablauf liegt. Hier hilft kein Haltergriff allein; die Linienführung des Strangs gehört neu, und das ist Montagearbeit (Dachrinne montieren).
Wasser, das zur falschen Seite läuft, zeigt vertauschte Punkte
Fließt das eingelassene Wasser vom Ablauf weg, liegen Hoch- und Tiefpunkt verkehrt — die Rinne fällt gegen ihren Ausgang. Auch das ist kein Reinigungs- und kein Dichtungsproblem, sondern eine verstellte Linie.
Die Wasserprobe an der Altrinne ist damit die kürzeste Diagnose, die es am Dach gibt: ein Schlauch, ein paar Minuten — und die Rinne sagt selbst, wo ihr Gefälle gebrochen ist.
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Gefälle einstellen: Schritt für Schritt

1

Asbestfrage klären — vor jedem Eingriff am Bestand

Wer an einer vorhandenen Rinne Halter löst oder versetzt, fasst die alte Traufe an. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Traufe, der Rinne und allem, was dort verbaut ist (Faserzement, alte Bahnen, Kleber, Kitte, Beschichtungsmassen), mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Verlässliche Unterlagen räumen den Verdacht aus, sonst klärt eine Materialprobe im Labor. Besteht Verdacht, wird nichts gelöst — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb. Diese Frage steht vor dem Lösen des ersten Halters, nicht danach.

2

Sollgefälle aus der Systemanleitung ablesen

Den Wert des Rinnensystems nehmen — nicht den Mittelwert anderer Systeme. Lässt das System ausdrücklich auch die waagerechte Montage zu, gilt dessen Vorgabe.

3

Richtung festlegen

Hochpunkt und Tiefpunkt bestimmen; der Ablaufstutzen kommt an den Tiefpunkt. Ob der Strang in zwei Richtungen entwässert wird, entscheidet die Bemessung (Dachrinnen-Größen).

4

Höhenunterschied rechnen

Sollgefälle mal Stranglänge. Der Wert ist klein — bei 2 mm je Meter über zehn Meter sind es 20 mm — aber er entscheidet.

5

Schnur spannen

Vom Hochpunkt zum Tiefpunkt die Schlagschnur straff ziehen, mit dem berechneten Höhenunterschied zwischen den Enden. Die Schnur ist die Linie, an der sich alles ausrichtet.

6

Halter nach der Schnur setzen beziehungsweise kröpfen

Bei Sparrenhaltern das Gefälle durch Kröpfen mit dem Biegeeisen erzeugen; bei Stirnbrett-Montage die Halter entlang der Schnur auf unterschiedlicher Höhe verschrauben. Im Systemabstand, zusätzlich neben Ablauf, Winkeln und Enden. An einer vorhandenen Rinne erst nach der Asbestklärung aus Schritt 1.

7

Mit der Wasserwaage gegenprüfen

Nicht nach Augenmaß — die Schnur gibt die Linie vor, die Wasserwaage kontrolliert den einzelnen Halter.

8

Wasserprobe

Am Hochpunkt Wasser einlaufen lassen und beobachten: Läuft es zum Ablauf, bleibt irgendwo eine Lache stehen? Die Wasserprobe bestätigt das Gefälle, das die Schnur vorgegeben hat (Details zur vollständigen Montage Dachrinne montieren).

Die häufigsten Fehler am Gefälle

FehlerFolge
Gefälle falsch herumWasser läuft zum falschen Ende und über
Gefälle weggelassen, obwohl das System es verlangtstehendes Wasser, Schmutz, Frostschaden
Ablauf nicht am TiefpunktWasser bleibt an der tiefen Stelle stehen
Zu viel GefälleRinne hängt sichtbar schief, optischer Mangel
Sollgefälle geschätzt statt abgelesenSystem läuft nicht sauber ab
Halter zu weit auseinanderDurchhang, Wasserlache zwischen den Haltern
Nur ein Ablauf bei sehr langem StrangHöhenunterschied am Ende zu groß
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Was beachtet werden muss

Asbest im Bestand
Wer an einer vorhandenen Rinne Halter löst oder versetzt, klärt zuerst die Asbestfrage. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 gilt an der alten Traufe Verdacht, bis Unterlagen oder eine Materialprobe ihn ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Material aus 1994 und 1995 ist nicht automatisch unverdächtig. Besteht Verdacht, wird nichts gelöst — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb.
Gefälle ist eine Systemgröße, keine Faustregel
Das Sollgefälle steht in der Systemanleitung des Rinnenherstellers. Wer es schätzt, liegt je nach Rinnenform und Material daneben — mal zu flach, mal zu steil. Der Wert gilt, nicht der Durchschnitt. Und er kann auch null sein: Manche Systeme geben die waagerechte Montage ausdrücklich frei. Ob die Rinne fallen muss, sagt die Anleitung — nicht die Gewohnheit.
Richtung vor Messung
Vor jedem Schnurschlag steht die Festlegung von Hoch- und Tiefpunkt. Der Ablauf gehört an den Tiefpunkt — ein Ablauf, der höher sitzt als die tiefste Stelle, lässt das Wasser genau dort stehen, wo es friert.
Absturz
Das Setzen des Gefälles ist Teil der Rinnenmontage und passiert an der Traufkante — von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Deckung stehend. Für die vollständige Montage gelten die Regeln aus Dachrinne montieren.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der teuerste Gefällefehler ist der stille: ein zu flaches Gefälle, das nicht auffällt, bis die Rinne im Winter eine stehende Wassersäule trägt und aufreißt. Anders als das zu steile Gefälle — das man sofort sieht — zeigt sich das zu flache erst am Schaden. Deshalb wird das Gefälle gemessen und mit der Wasserprobe bestätigt, nicht nach dem Gefühl „läuft schon".
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