Unser Standort
Schneflingen, Wittingen


Montag - Freitag
von 8:00-16:30

Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer

Fügen Sie Artikel hinzu, um mit dem Einkauf zu beginnen.

Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 18 Min. Lesezeit

Dach von außen dämmen

Aufsparrendämmung mit druckfesten Platten, U-Wert nach Anlage 7 GModG, Feuchteschutz nach DIN 4108-3, Luftdichtheit nach DIN 4108-7
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage im Bestand

Bevor das Dach von außen gedämmt wird, steht eine Prüfung, die jeden Eingriff in den Bestand überlagert.

🔴 Alte Dächer können schadstoffhaltig sein. Alte Bitumenbahnen, Faserzement-Wellplatten und -Kleintafeln, die Ziegel nachahmen, sowie Kleber, Kitte und Spachtelmassen können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Alte Dämmstoffe aus künstlichen Mineralfasern gelten, wenn sie vor 1996 eingebaut wurden, als krebserzeugend (Kategorie 1B); bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ist ohne Einzelnachweis weiterhin von alter Mineralwolle auszugehen. Die Aufsparrendämmung bedeutet die Deckung komplett abnehmen, die Sparrenebene freilegen, alte Schichten anfassen — Asbest und alte Mineralwolle haben dabei verschiedene Weichen — beim Asbest den Baubeginn des Objekts, bei künstlichen Mineralfasern den Einbau vor 1996: später sanierte oder erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht öffnen, nicht zerstören; Umgang nach TRGS 519 (Asbest) beziehungsweise nach TRGS 521 (alte Mineralwolle) durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn das Bestandsdach als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Aufsparrendämmung — und an die Fragen, die sie entscheiden: Dämmstoff, U-Wert, Feuchteschutz, Luftdichtheit.

Was Aufsparrendämmung ist — Dämmung über der Sparrenebene

Die Aufsparrendämmung unterscheidet sich von der Innendämmung in einem Punkt, der alles Weitere bestimmt: Die Dämmung liegt nicht zwischen, sondern auf den Sparren.
Die Dämmung liegt oberhalb der Sparrenebene
Bei der Aufsparrendämmung kommt die Dämmung auf die Sparren. Nach dem Abnehmen der alten Deckung und Unterdeckung ist der konkrete Untergrund der Systemträger — je nach Bestand die Sparren selbst, eine Schalung oder ein vorhandener tragfähiger Aufbau. Darüber liegen die neue Unterdeckung und die neue Deckung. Die Sparren wandern damit in die warme, raumseitige Ebene: Sie werden von der Dämmung überdeckt und sind nicht mehr Teil der kalten Außenseite.
Die Sparrenwärmebrücke wird reduziert
Der entscheidende Vorteil der Aufsparrendämmung ist genau dieser: Holz leitet Wärme besser als Dämmstoff. Bei der Zwischensparrendämmung bleiben die Sparren eine Wärmebrücke, durch die Wärme nach außen fließt. Bei der Aufsparrendämmung liegt eine durchgehende Dämmschicht über den Sparren — die wiederkehrende Sparrenwärmebrücke ist überdeckt. Befestiger, Traufe, Ortgang, First, Kehlen und Durchdringungen bleiben aber weiterhin Anschlusspunkte mit eigener Wärmebrückenwirkung.
Der Preis ist die Baustelle von außen
Die Aufsparrendämmung verlangt, dass die Deckung vollständig abgenommen und später neu aufgebracht wird. Sie ist deshalb keine Methode, die man nebenbei macht — sie ist an die ohnehin fällige Neueindeckung gebunden. Wer ein intaktes Dach nur für die Dämmung abdecken müsste, ist mit einer Innendämmung besser beraten.

Wann die Aufsparrendämmung die richtige Methode ist

Nicht jedes Dach gehört von außen gedämmt — die Methode hat eine klare Auslösesituation.
Sie ist der Regelfall bei anstehender Neueindeckung
Steht die Neueindeckung ohnehin an — weil die Deckung am Ende ihrer Lebensdauer ist oder weil das Dach verändert wird —, ist die Aufsparrendämmung der sauberste Weg: Das Dach liegt frei, und die Dämmung kommt in einer durchgehenden Ebene darauf. Dämmung und Neueindeckung werden ein gemeinsames Gewerk.
Sie ist sinnvoll, wo der Dachraum erhalten bleiben soll
Weil die Dämmung außen liegt, verliert der Dachraum keinen Zentimeter Raumhöhe, und die bestehende Innenbekleidung bleibt unberührt. Wer einen ausgebauten Dachraum nicht verkleinern will, aber dämmen muss, bekommt mit der Aufsparrendämmung die Dämmung ohne Inneneingriff.
Sie ist an die Neueindeckung und die Statik gebunden
Wird nicht neu gedeckt, ist die Aufsparrendämmung regelmäßig nur zusammen mit einer Neueindeckung wirtschaftlich sinnvoll — niemand deckt ein intaktes Dach nur für die Dämmung ab. Und die zusätzliche Last von Dämmung und neuer Deckung muss die Sparrenkonstruktion tragen; ob sie das tut, entscheidet die Statik. Die Aufsparrendämmung ist eine Entscheidung mit Voraussetzungen, keine immer passende Lösung.

Passt die zusätzliche Aufbauhöhe an dieses Dach?

Eine dickere Dachscheibe verändert nicht nur den Dämmwert, sondern die Anschlussgeometrie an jedem Dachrand — diese Zwänge entscheiden oft früher über das System als der gewünschte U-Wert.
Traufe und Rinnenlage
Hebt die Dämmung das Dach an, muss die Rinne in ihrer neuen Höhe weiter fangen; der Traufanschluss wird neu gezeichnet.
Ortgang, First und Kehle
An den Abschlüssen wächst die sichtbare Aufbauhöhe; Ortgang und First müssen die dickere Scheibe aufnehmen, und die Kehle ändert ihre Tiefe.
Dachfenster und Schornstein
Dachfenster stehen nach dem Aufbau höher im Dach und brauchen einen passenden Eindeckrahmen; der Schornsteinanschluss muss die neue Höhe aufnehmen.
Sichtbare Proportionen
Die dickere Dachkante verändert, wie das Haus von außen wirkt — an Traufe und Ortgang ist der Zuwachs sichtbar. Wer die Anschlussgeometrie vor der Dämmstoffwahl durchspielt, erkennt früh, welcher Aufbau an diesem Dach überhaupt möglich ist.

Die U-Wert-Anforderung nach Anlage 7 GModG (§ 36)

Auch die Aufsparrendämmung hat einen Zielwert — und der steht im Gebäude­ modernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG).
Der Tabellenwert gilt, wo am Bestand geändert wird
Die Anlage 7 zu § 36 GModG nennt Höchstwerte des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) für Bauteile, die bei bestehenden Gebäuden ersetzt, erneuert oder erstmals eingebaut werden — und § 36 GModG regelt genau diese Änderungen am Bestand. Für das Dach liegt der Höchstwert bei 0,24 W/(m²K). Die Aufsparrendämmung, die im Zuge einer Neueindeckung aufgebracht wird, kann genau einen solchen Tatbestand verwirklichen — die Deckung einschließlich der darunterliegenden Lattung beziehungsweise Schalung wird dabei erneuert. Ob der Wert im Einzelfall greift, hängt von der konkreten Maßnahme ab; auch hier gilt die Bagatellgrenze des § 36 GModG für Änderungen an nicht mehr als 10 % der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe.
Der U-Wert misst den Wärmestrom durch das Bauteil
Je niedriger der U-Wert, desto besser dämmt das Dach. 0,24 W/(m²K) heißt: Durch einen Quadratmeter des gedämmten Dachs fließt bei einem Temperaturunterschied von einem Grad genau 0,24 Watt. Die nötige Plattenstärke ergibt sich aus dem Dämmstoff und dem Gesamtaufbau — aus der Berechnung, nicht aus einer Pauschalstärke. Eine zu dünne Dämmung überschreitet den zulässigen Höchstwert und muss nachgebessert werden.
Wärmebrücken werden wirtschaftlich vertretbar so gering wie möglich gehalten. Auch die Aufsparrendämmung hat Wärmebrücken — an Traufe, Ortgang und Anschlüssen. Die bekannte Formel dafür — den Einfluss konstruktiver Wärmebrücken nach den anerkannten Regeln der Technik und den im jeweiligen Einzelfall wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen so gering wie möglich zu halten — steht allerdings in § 12 GModG und gilt dort ausdrücklich für zu errichtende Gebäude. Für eine Bestandsmaßnahme wie diese lässt sich daraus keine eigenständige Pflicht ableiten: Im Bestand ist der konstruktive Wärmebrückenschutz technische Detailplanung und gute Handwerkspraxis, kein gesetzlicher Nachweis. Eine vollständige „Wärmebrückenfreiheit" fordert das Gesetz ohnehin in keinem Fall.

Die druckfesten Platten: PIR, Holzfaser, Mineralwolle

Die Dämmung liegt über den Sparren — und die Deckungslasten müssen über das System in die Sparren geleitet werden; deshalb kommen hier druckfeste Platten in Frage.
Aufsparrendämmung braucht den Anwendungstyp DAD
Nach DIN 4108-10 gehört auf die Sparrenebene der Anwendungstyp DAD — die außenliegende Dachdämmung. DAD bezeichnet den Anwendungsort; die erforderlichen mechanischen Eigenschaften und die Lastweiterleitung ergeben sich aus dem konkreten Produkt- und Systemnachweis sowie der Statik. Die Lasten von Konterlattung, Lattung und Deckung und die Wind- und Schneelasten werden über das bemessene System und seine Befestigung in die Sparren geleitet — beim Holztragwerk nach Eurocode 5 mit den Wind- und Schneelasten nach Eurocode 1 — Schnee mit A1 und Nationalem Anhang, Wind mit NA:2024-08 —. Weicher Klemmfilz, wie er für das Gefach (Anwendungstyp DZ) gedacht ist, hat auf der Sparrenebene nichts verloren.
PIR erreicht den Zielwert bei geringer Dicke
PIR — Polyisocyanurat, eine Weiterentwicklung des Polyurethans — kommt schon mit einer vergleichsweise dünnen Platte zu einem niedrigen U-Wert. Ob es der richtige Dämmstoff ist, hängt aber nicht nur von der Dicke ab, sondern von den Kennwerten des konkreten Systems.
Holzfaser bringt mehr Masse und Wärmespeicher
Holzfaser­dämmplatten — auch Holzweichfaser genannt — sind schwerer und dicker, dafür speichern sie Wärme und dämpfen den sommerlichen Wärmeeintrag. Ob der Aufbau damit diffusionsoffen wird, entscheidet die gesamte Schichtenfolge, nicht der Materialname allein.
Mineralwolle in Plattenform ist der formstabile Dritte
Mineralwolle — in der druckfesten Plattenform, nicht als Klemmfilz — bringt formstabile, nichtbrennbare Platten. Welcher Dämmstoff der richtige ist, hängt vom deklarierten Bemessungswert, dem Brandverhalten, den Druck- und Befestigungseigenschaften, der Masse, den Deckschichten und den Diffusionskennwerten des konkreten Systems ab — es ist eine Planungsentscheidung, kein Markenname und keine Preisrangfolge.

Dämmstoffvergleich über Datenblattentscheidungen

Ein Materialname bestimmt weder die Dicke noch die Diffusionsoffenheit — der Vergleich läuft über die Kennwerte des konkreten Systems.
Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit
Er bestimmt zusammen mit dem Aufbau die nötige Dicke; er steht im Datenblatt des konkreten Produkts, nicht im Materialnamen.
Brandverhalten und Druckfestigkeit
Nichtbrennbar oder schwer entflammbar, druckschwach oder druckfest — diese Kennwerte entscheiden, ob die Platte unter Lattung und Deckung überhaupt trägt.
Masse und Wärmespeicher
Schwere Platten dämpfen den sommerlichen Wärmeeintrag, erhöhen aber die Last auf den Sparren; beides gehört zusammen abgewogen.
Deckschichten und Diffusionskennwert
Eine integrierte Deckschicht oder ein bestimmter Diffusionskennwert verändern den Aufbau und die Rolle der Dampfbremse. Diffusionsoffenheit ist eine Eigenschaft des Gesamtaufbaus, keine des Materialnamens.
Der Vergleich endet im Datenblatt
Welche Platte für dieses Dach die richtige ist, ergibt sich aus den deklarierten Kennwerten des konkreten Systems — nicht aus einer pauschalen Rangfolge der Materialnamen.

Der Feuchteschutz nach DIN 4108-3

Die Aufsparrendämmung schließt die Sparren nach außen ab — deshalb ist der Feuchteschutz hier keine Nebensache, sondern Teil der Planung.
DIN 4108-3 regelt den klimabedingten Feuchteschutz
DIN 4108-3 (in der Fassung 2024-03) ist die Norm für den Feuchteschutz von Bauteilen: Sie legt fest, wie nachzuweisen ist, dass in einer Konstruktion nicht unzulässig viel Tauwasser ausfällt und dass eingedrungene Feuchte wieder austrocknen kann. Die Ausgabe 2024-03 kennt dafür einen gestuften Nachweisweg — nachweisfreie Konstruktionen, das vereinfachte Periodenbilanzverfahren und die hygrothermische Simulation. Der Feuchtenachweis prüft die gesamte Schichtenfolge über den Jahresverlauf.
Die Luftdichtungs- und Dampfbremslage liegt systemabhängig
Bei der Aufsparrendämmung kann die Dampfbremse beziehungsweise Luftdichtungsebene raumseitig unter den Sparren liegen — bei der Sanierung von außen aber auch systemabhängig auf der Schalung, oberhalb der Sparren oder als Sub-and-Top- Lösung, sodass die Innenbekleidung erhalten bleibt. Sie begrenzt, wie viel Feuchte aus der Raumluft in die Konstruktion eindringt. Ob eine Dampfbremse nötig ist und welcher sd-Wert passt, folgt aus dem Feuchtenachweis: Ein diffusionsoffener Holzfaseraufbau wird anders beurteilt als ein dichter PIR-Aufbau. Die Dampfbremse ist eine rechnerische Größe, keine pauschale Pflicht.
Der Feuchtenachweis entscheidet über die Dämmstoffwahl mit
Manche Aufbauten sind diffusionsoffener, andere dichter — der Feuchtenachweis nach DIN 4108-3 zeigt, ob ein gewählter Dämmstoff mit einer gewählten Dampfbremse über den Jahresverlauf funktioniert. Die Dämmstoffwahl und der Feuchteschutz sind deshalb eine gemeinsame Planung, nicht zwei getrennte Entscheidungen.

Das Luftdichtheitskonzept nach DIN 4108-7

Die zweite Norm, die die Aufsparrendämmung trägt, regelt die Luftdichtheit.
DIN 4108-7 regelt die Luftdichtheit
DIN 4108-7 (in der Fassung 2026-04) ist die Norm für die Luftdichtheit von Gebäuden. Der Grundsatz: Nicht die Dampfbremse allein dichtet, sondern ihre lückenlose Verklebung und ihr Anschluss an alle angrenzenden Bauteile.
Die luftdichte Ebene liegt systemabhängig
Bei der Aufsparrendämmung verläuft die luftdichte Ebene je nach System innen unter den Sparren — bei der Sanierung von außen kann sie auch auf der Schalung oder oberhalb der Sparren liegen. Sie wird an Wände, Fenster, Kamin und Decke angeschlossen. Geklebt wird mit den zum System passenden Klebebändern und Dichtklebern — nicht mit beliebigem Tape. Eine Lücke ist eine Stelle, an der feuchte Raumluft ungehindert in die Konstruktion strömt.
Luftdichtheit und Wärmedämmung sind zwei getrennte Funktionen
Eine noch so sauber verlegte Aufsparrendämmung dämmt weiter — die Wärmedämmung ist damit nicht wirkungslos. Aber eine Lücke in der luftdichten Ebene lässt feuchte Raumluft in die Konstruktion strömen und erhöht dort das Feuchterisiko; ob daraus eine Durchfeuchtung wird, hängt vom Aufbau ab. Das Luftdichtheitskonzept nach DIN 4108-7 ist deshalb nicht der letzte Feinschliff, sondern die Voraussetzung, dass die Aufsparrendämmung dauerhaft funktioniert.

Luftdichtheit von außen planen

Wird die luftdichte Ebene von außen hergestellt, ist sie nach dem Auflegen der Dämmplatten nicht mehr erreichbar — der Linienplan entsteht vorher.
Den Verlauf durchgehend zeichnen
Über Schalung oder Sparren, entlang der Traufe, am Giebel, an Pfetten und Innenwandköpfen: Jede Stelle, an der die Ebene die Richtung wechselt oder auf ein anderes Bauteil trifft, wird in den Plan eingetragen.
Unzugängliche Anschlüsse zuerst lösen
Pfetten, Innenwände und Durchdringungen liegen nach dem Auflegen der Dämmung verdeckt. Ihr Anschluss muss vor dem Dämmen hergestellt und geprüft sein — eine spätere Reparatur würde das Dach erneut öffnen.
Der Plan ist die Abnahmegrundlage
Nur was im Linienplan steht, wird auch ausgeführt; nur was vor dem Auflegen der Platten dicht ist, bleibt es nachher. Die Luftdichtheit von außen wird geplant, nicht auf dem offenen Dach improvisiert.

Die Schichtenfolge von innen nach außen

Die Aufsparrendämmung folgt einer Schichtenfolge — aber sie ist system­ abhängig, keine überall gleiche Reihe.
Von innen nach außen liegt in der Regel folgende Reihenfolge
Innen beginnt die Innenbekleidung, dann die Dampfbremse beziehungsweise luftdichte Ebene, dann die Sparrenebene (die jetzt in der warmen Seite liegt), darüber die Aufsparrendämmung mit den druckfesten Platten, darüber die zweite wasserführende Ebene, darüber Konterlattung und Lattung, und außen die Deckung. Bei der Außenmodernisierung kann die Luftdichtheits­ beziehungsweise Dampfschicht statt innen auch auf einer Schalung oder über den Sparren liegen, und integrierte Deckschichten des Dämm- oder Unterdecksystems verändern den Aufbau. Jede Schicht hat eine Aufgabe: die Dampfbremse den Feuchteschutz, die Dämmung die Wärme, die zweite wasserführende Ebene die Regensicherheit, die Deckung die Witterung.
Die zweite wasserführende Ebene ist keine verzichtbare Lage
Zwischen Dämmung und Deckung liegt die Unterdeckung — beziehungsweise eine andere zweite wasserführende Ebene —, die Feuchte, die unter die Deckung gelangt, nach außen ableitet und die Dämmung vor Schlagregen schützt. Eine Aufsparrendämmung ohne funktionierende zweite wasserführende Ebene ist dem Wasser schutzlos ausgesetzt. Ob dafür eine separate Unterdeckbahn nötig ist oder eine integrierte Deckschicht des Dämm- oder Unterdecksystems genügt, entscheidet der Systemaufbau — nicht jede Aufsparrendämmung braucht zwingend eine eigene Bahn.
Die Reihenfolge wird geplant, nicht improvisiert
Welche Bahn als Unterdeckung, welche Dampfbremse, welcher Dämmstoff — all das hängt voneinander ab und folgt aus dem Feuchtenachweis. Die Schichtenfolge steht vor dem ersten Handgriff fest; auf dem offenen Dach wird nur noch ausgeführt.

Zweite wasserführende Ebene richtig auswählen

Die Auswahl der Unterdeckung beginnt nicht beim Produkt, sondern beim Vergleich zweier Neigungen und bei den erhöhten Anforderungen.
Tatsächliche Dachneigung gegen Regeldachneigung
Die vorhandene Neigung wird mit der Regeldachneigung der gewählten Deckung verglichen — der unteren Neigung, bei der die Deckung ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Die Regeldachneigung ist keine absolute Mindestgrenze: Sie darf unterschritten werden, wenn die vorgesehenen Zusatzmaßnahmen ausgeführt werden.
Erhöhte Anforderungen erfassen
Sonderlagen wie ein schneereiches Gebiet, eine exponierte Lage oder eine besondere Raumnutzung stufen die Anforderungen höher.
Daraus die Ausführungsklasse ableiten
Aus Neigung, Deckung und erhöhten Anforderungen folgt die erforderliche Ausführungsklasse beziehungsweise Systemlösung der zweiten wasserführenden Ebene — und erst danach wird das Produktdatenblatt auf genau diese Entscheidung geprüft.
Regeldachneigung, Mindestgrenze und Produkteignung trennen
Wer alle drei vermischt, verlegt die Bahn für die falsche Klasse.

Befestigungs- und Statiknachweis des Aufbaus

Die Dämmplatte selbst beweist weder Tragfähigkeit noch sichere Befestigung — der Nachweis umfasst den gesamten Aufbau.
Eigengewicht und Windsog
Dämmung, Lattung und Deckung lasten auf den Sparren; gleichzeitig will der Windsog die Dachschale abheben. Beide Beanspruchungen werden gegeneinander bemessen.
Schub parallel zur Dachfläche
Die Dachneigung erzeugt eine Schubbeanspruchung, die über die Befestigung abgetragen werden muss — auch sie gehört in die Rechnung, nicht nur das Gewicht.
Befestigung durch Dämmstoff und Konterlatte
Lange Systembefestiger durchdringen die Dämmung und verbinden Konterlatte mit dem Sparren; ihr Abstand und ihre Länge folgen aus der Bemessung. Die Dämmung trägt dabei nicht selbst — sie wird überbrückt.
Sparrenzustand prüfen
Die vorhandenen Sparren müssen den veränderten Lasten standhalten; ihr Querschnitt und Zustand gehen in den Nachweis ein. Eigengewicht, Windsog, Schub, Befestigung und Sparren sind eine zusammengehörige Bemessungsaufgabe.

Offenes Dach gegen Wetter sichern

Bei der Außendämmung kann bereits ein einzelner Niederschlag Innenräume und Dämmstoff schädigen — das offene Dach wird deshalb planmäßig gesichert.
Arbeitsfelder abgrenzen
Nur so viel Dach wird abgedeckt, wie an einem Tag neu geschlossen werden kann; der Rest bleibt regensicher.
Tägliche Notabdichtung
Für den Feierabend und die Nacht wird die freigelegte Fläche provisorisch regendicht verschlossen — Folie und Latten oder eine geeignete Notabdichtung, nicht das offene Gefach.
Materiallagerung trocken
Dämmplatten und Bahnen werden trocken gelagert; eine nasse Dämmplatte gehört nicht mehr in den Aufbau.
Reihenfolge bis zur regensicheren zweiten Ebene
Vom Abdecken bis zur fertig verlegten zweiten wasserführenden Ebene wird so geplant, dass das Dach jeden Abend dicht ist. Wetterumschlag ist ein Abbruchkriterium: Bei aufziehendem Regen wird geschlossen, nicht durchgearbeitet.

Anschlussatlas der erhöhten Dachscheibe

Die Anschlüsse unterscheiden die Außendämmung grundlegend von einer einfachen Gefachdämmung — jedes Detail wird einzeln durchgearbeitet.
Traufe und Rinne
Wasserweg, Luftdichtheit und Dämmkontinuität treffen hier auf die Rinnenlage; die Traufe ist der wasserführende Abschluss.
Ortgang und First
Der seitliche und der obere Abschluss der erhöhten Scheibe brauchen je einen geregelten Wasserweg und einen durchgehenden Dämmrand.
Kehle und Dachfenster
Die Kehle führt das Wasser zweier Flächen; das Dachfenster sitzt nach dem Aufbau höher und braucht den passenden Eindeckrahmen.
Schornstein und Brandwand
Der Schornstein verlangt einen fachgerechten Anschluss, die Brandwand ihre brandschutztechnische Behandlung — beides gehört in die Hand der jeweiligen Fachgewerke.
Je Detail: Wasserweg, Luftdichtheit, Dämmkontinuität
An jeder Stelle werden diese drei Größen benannt und das zuständige Gewerk zugeordnet. Der Anschlussatlas macht aus der Dämmfläche ein vollständig geplantes Dach.

PV vor dem Abdecken koordinieren

Nachträgliche Durchdringungen würden die gerade hergestellte zweite wasserführende Ebene wieder öffnen — die Photovoltaik wird deshalb vor dem Abdecken eingeplant.
Fachgerechte Demontage
Eine vorhandene Anlage wird durch den Fachbetrieb freigeschaltet und demontiert, bevor das Dach geöffnet wird; die DC-Seite bleibt auch ohne Wechselrichter spannungsführend.
Dachdecker- und Elektroplanung
Die Position der Solarträger, die Leitungsdurchführungen und die Wiedermontage werden vor der Eindeckung festgelegt, damit die Dämmung und die zweite wasserführende Ebene nicht nachträglich durchstoßen werden.
Wiederinbetriebnahme am Ende
Nach der Eindeckung wird die Anlage vom Fachbetrieb wieder montiert und in Betrieb genommen.
Was Franke liefern kann
Bestätigte Solarträger- und Durchgangspfannen gehören zum Dachzubehör — die PV-Anlage und die Elektroplanung selbst nicht. Deren Koordination bleibt Fachfirmenaufgabe.
Beratungsgespräch bei Franke Baustoffe: Musterplatten und Farbkarten im Vergleich
●  Baustoffhandel seit 1978
Passt das zu Ihrem Dach?
Maße und Aufbau durchgeben — wir stellen Ihnen zusammen, was dazugehört.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Schritt für Schritt: von außen dämmen

Dieser Ablauf beschreibt die Aufsparrendämmung — getrennt nach dem, was zu klären, dem, was zu planen und dem, was in Fachhände gehört.
1

Schadstofffrage klären

Das Bestandsdach bestimmen; bei Verdacht auf Asbest oder alte Mineralwolle endet das Abdecken hier (siehe ganz oben).

2

Anforderung feststellen

Prüfen, ob § 36 GModG (Anlage 7) greift und ob der Höchstwert von 0,24 W/(m²K) gilt.

3

Statik prüfen

Ob die Sparren die zusätzliche Last von Dämmung und neuer Deckung tragen.

4

Dämmstoff wählen

Den passenden DAD-Dämmstoff — PIR, Holzfaser oder Mineralwolle — nach Aufbau und Ziel-U-Wert festlegen.

5

Feuchtenachweis führen

Die Schichtenfolge nach DIN 4108-3 prüfen; Dampfbremse und sd-Wert daraus ableiten.

6

Deckung abnehmen lassen

Die alte Deckung und Unterdeckung entfernen — Dachdeckerarbeit.

7

Dämmung verlegen lassen

Die druckfesten Platten lückenlos und fugenversetzt auf der Sparrenebene verlegen.

8

Unterdeckung und Lattung aufbringen lassen

Die wasserführende Unterdeckung und die Konterlattung herstellen.

9

Neu eindecken und innen luftdicht anschließen

Die neue Deckung verlegen und innen die luftdichte Ebene nach DIN 4108-7 schließen.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
U-Wert nach GModG überschrittengesetzliche Anforderung verfehlt, Nachbesserung
Klemmfilz statt druckfester Platte verwendetDämmung gibt nach, Deckung trägt nicht
Dampfbremse weggelassenFeuchte zieht in die Konstruktion, Kondensat
Luftdichte Lücke nach DIN 4108-7feuchte Raumluft strömt in die Dämmung
Unterdeckung vergessenDämmung dem Schlagregen ausgesetzt
Dachbahn falsch verlegtWasser läuft in die Konstruktion
Aufsparren- mit Zwischensparrendämmung verwechseltfalsche Schichtenfolge, falscher Dämmstoff
Statik der Sparren nicht geprüftÜberlastung durch Dämmung und neue Deckung
---

Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Bitumenbahnen, Faserzementplatten und Dichtstoffe können bei Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; alte künstliche Mineralfasern gelten bei Einbau vor 1996 als krebserzeugend (Kategorie 1B). Asbest nach TRGS 519, alte Mineralwolle nach TRGS 521 — nie vermischen.
U-Wert nach § 36 GModG — nur wo der Tatbestand greift
Der Höchstwert 0,24 W/(m²K) aus Anlage 7 zu § 36 GModG gilt für Änderungen am Bestand und kennt die 10-%-Bagatellgrenze. Die Plattenstärke ergibt sich aus der Berechnung.
Druckfeste DAD-Platten, nicht Klemmfilz
Auf die Sparrenebene gehören druckfeste Platten (PIR, Holzfaser, Mineralwolle) mit dem Anwendungstyp DAD nach DIN 4108-10. Klemmfilz gehört ins Gefach, nicht auf die Sparren.
Feuchteschutz nach DIN 4108-3
Der Feuchtenachweis prüft die Schichtenfolge und entscheidet über Dampfbremse und sd-Wert. Dämmstoff und Feuchteschutz sind eine gemeinsame Planung.
Luftdichtheit nach DIN 4108-7
Die luftdichte Ebene liegt warmseitig im bauphysikalischen Aufbau — je nach System innen unter den Sparren oder bei der Außenmodernisierung auf der Schalung beziehungsweise über den Sparren — und wird lückenlos verklebt. Eine Lücke ist eine eingebaute Feuchtequelle.
Unterdeckung nicht weglassen
Zwischen Dämmung und Deckung gehört die wasserführende Unterdeckung — sie schützt die Dämmung vor Schlagregen.
Absturz und Dachfläche
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz. Die Dachfläche ist keine Verkehrsfläche. Eine vorhandene PV-Anlage darf ausschließlich eine Fachfirma demontieren oder verändern.
---