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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 18 Min. Lesezeit

PV-Kabel unter Dachziegel verlegen

Der regensichere Kabeldurchgang durchs Ziegeldach — Normen, Durchgangspfanne und die Grenze zur Elektrofacharbeit
7 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage, bevor ein Ziegel angehoben wird

Bevor ein Ziegel angehoben oder eine Durchführung gesetzt wird, steht eine Prüfung, die jede Arbeit an der Deckung überlagert.

🔴 Faserzement-Kleintafeln ahmen Ziegel nach. Es gibt Platten aus Faserzement, die Frankfurter Pfannen oder Biberschwänze imitieren. Stammen sie aus der Zeit bis einschließlich 1993, können sie asbesthaltig sein — und eine Kabeldurchführung bedeutet genau den Eingriff, der bei Asbest verboten ist: bohren, sägen, brechen. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht brechen, nicht betreten; Umgang und Demontage richten sich nach der TRGS 519 und gehören zu einem dafür qualifizierten Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein
Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn die Deckung als Ton oder Beton bestimmt ist
— und auch Unterdeckung, alte Dachbahnen, Kleber, Kitte und Anschlussmassen als unbedenklich geprüft sind —, geht es an die Frage, wie das Kabel hindurchgeführt wird. Die Bestimmung des Decksteins allein reicht nicht: Beim Öffnen und Durchdringen der Deckung sind auch diese Schichten zu prüfen, die unabhängig vom Ziegelmaterial asbest- oder schadstoffhaltig sein können.

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Was „PV-Kabel verlegen" meint — zwei Arbeiten, eine Unterscheidung

„PV-Kabel unter Dachziegel verlegen" klingt nach einer einzelnen Handlung. Tatsächlich stecken zwei sehr verschiedene Arbeiten darin — und genau an ihrer Grenze endet die Eigenleistung.
Die mechanische Arbeit
ist das Führen der — spannungsfreien — Leitung und das Vorbereiten der Durchführung: die leere Leitung vom Dach durch die Deckung führen, die regensichere Durchführung einbauen, das Kabel geschützt vor Scheuerstellen verlegen. Schon das gehört zur Errichtung der elektrischen Anlage (DIN VDE 0100-712) und damit in die Abstimmung mit der Fachfirma — anders als das Verlegen eines Antennenkabels.
Die elektrische Arbeit
ist das Anschließen: das Kontaktieren der Steckverbinder, das Auflegen im Wechselrichter oder an der Anschlussdose, die Verbindung zum Netz. Das ist Elektrofacharbeit — und sie gehört nicht in Laienhände, gerade weil auf der Gleichstromseite auch bei abgeschaltetem Wechselrichter Spannung anliegen kann.
Diese Seite behandelt die mechanische Arbeit
— und benennt an der richtigen Stelle, wo die mechanische Arbeit endet und die elektrische beginnt. Wer beides vermischt, riskiert nicht nur eine undichte Durchführung, sondern einen Eingriff in einen spannungsführenden Stromkreis.

Das richtige Kabel: H1Z2Z2-K nach DIN EN 50618

Bevor das Kabel durch die Deckung geführt wird, steht die Frage nach dem Kabel selbst — und hier ist die Antwort eindeutiger als bei vielen anderen Bauteilen.
Für die DC-Seite auf dem Dach gilt eine eigene Kabelnorm
Das Solarkabel des Typs H1Z2Z2-K nach DIN EN 50618 ist die Gleichstromleitung vom Modul zum Wechselrichter beziehungsweise Modul-Wechselrichter. Es ist UV-beständig, witterungsfest, für die hohen Gleichspannungen der Modulstränge ausgelegt und darf dauerhaft im Freien verlegt werden. Ein gewöhnliches Installationskabel erfüllt diese Anforderungen nicht und gehört nicht auf die DC-Seite des Dachs.
Die AC-Leitung ist eine andere Sache
Vom (Mikro-)Wechselrichter zur Steckdose verläuft keine H1Z2Z2-K-Leitung, sondern eine normale Elektroinstallationsleitung der Wechselstromseite — ein anderes Kabel, das nach anderen Vorgaben verlegt wird. Wer „das Solarkabel" pauschal für jede Strecke einplant, vermischt Gleich- und Wechselstromseite.
Warum die Kennzeichnung zählt
Das DC-Kabel liegt auf der Wetterseite, über Jahrzehnte in Sonne, Regen und Frost. Was dort nicht UV-beständig und für Gleichspannung ausgelegt ist, versprödet, isoliert nicht mehr und wird zur Fehlerquelle — im schlimmsten Fall mit Lichtbogen. Die Normbezeichnung ist deshalb kein Detail, sondern die Voraussetzung für ein Kabel, das an dieser Stelle überhaupt liegen darf.
Was daraus folgt
Auf der DC-Strecke zwischen Modul und Wechselrichter wird ein Solarkabel nach DIN EN 50618 verwendet — und die elektrische Verbindung stellt die Fachfirma her. Die Norm schreibt das Kabel für die DC-Seite vor, nicht die Frage, wer es anschließt.

Durch die Deckung oder durch die Wand?

Bevor eine Durchgangspfanne gewählt wird, steht die Grundsatzfrage: Muss das Kabel überhaupt durch die Deckung — oder führt der bessere Weg durch die Wand?
Die Wanddurchführung lässt die Deckung vollständig unberührt. Führt das Kabel über den Dachrand oder entlang der Fassade zu einer Kernbohrung in der Wand, wird kein Ziegel angehoben, keine Überdeckung unterbrochen und keine Unterdeckbahn durchstoßen. Wer diesen Weg hat, braucht die Dachdurchführung nicht — der Eingriff in die Deckung entfällt komplett.
Die Dachdurchführung ist die Lösung, wenn der Weg durchs Dach der kürzere ist. Zwei Fälle sprechen dafür: Der Weg über Dachrand und Fassade wäre nicht kürzer, sondern ein Umweg — oder die Durchtrittsstelle an der Wand läge unter dem Modulfeld, wo ohnehin nur die Fachfirma arbeiten kann. Dann führt die Leitung auf kurzem, geschütztem Weg direkt nach unten, und die Durchgangspfanne schließt die Deckung an dieser einen Stelle wieder.

Beide Wege enden an derselben Grenze

Ob Dachdurchführung oder Kernbohrung — das Anschließen der Leitung bleibt in beiden Fällen Elektrofacharbeit. Die Entscheidung bestimmt den Weg des Kabels, nicht die Grenze der Eigenleistung.

Wo sitzt die Durchführung richtig?

Die Lage der Durchtrittsstelle entscheidet, wie viel Wasser über die Pfanne läuft und wie gut die Stelle erreichbar bleibt — fünf Kriterien grenzen die Wahl ein.
Möglichst hoch auf der Fläche
Die Wassermenge auf einer Dachfläche wächst von oben nach unten: Je höher die Durchführung liegt, desto weniger Regen fließt über sie hinweg. Eine Stelle fern der Traufe ist jeder Stelle in Traufnähe vorzuziehen.
Nicht in Kehl- oder Gratnähe
Kehlen bündeln den Wasserfluss, Grate die Windeinwirkung — beides sind die unruhigsten Zonen der Deckung. Die Durchtrittsstelle gehört in die ruhige Feldfläche, nicht an eine Kante der Dachgeometrie.
Nicht im Bereich von Schneefanggittern
Wo der Schneefang das Abrutschen bremst, liegen Schneemassen lange auf der Deckung und drücken bei Tauwetter gegen alles, was aus der Fläche ragt. Eine Durchführung dort steht über Wochen unter Schnee — keine Lage für einen Kabeldurchtritt.
Erreichbar ohne Modulabnahme
Die Durchführung muss von der Fläche aus zugänglich sein, ohne dass ein Modul abgenommen werden müsste — Module nimmt kein Laie ab, und die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend. Eine Stelle, die nur unter dem Modulfeld erreichbar ist, ist von vornherein ein Fall für die Fachfirma.
Kurzer, geschützter Weg zum Wechselrichter
Innen soll die Leitung auf kurzem Weg zum Wechselrichter beziehungsweise Modul-Wechselrichter laufen, ohne lange offene Strecken. Der Durchtritt sitzt dort, wo beides zusammenkommt: ruhige Fläche außen, kurze Strecke innen.

Die Durchführung: Durchgangspfanne statt Bohrloch

Die Stelle, an der das Kabel durch die Deckung tritt, ist der eigentliche Kern dieser Seite — und hier gibt es eine klare Vorzugslösung.
Der systemische Durchgangsziegel ist die fachgerechte Lösung
Statt ein Loch in einen Flächenziegel zu bohren, wird an der Durchtrittsstelle ein Kabeldurchgangsziegel beziehungsweise eine Durchgangspfanne eingesetzt — ein Ziegel gleicher Geometrie, der werksmäßig mit einem Durchgang für das Kabel versehen ist. Er passt in die Deckung, wahrt Überdeckung und Falz und führt das Kabel regensicher durch die Fläche.
Die Solar-Durchgangspfanne ist die Variante für die PV-Durchführung
DN 50 oder DN 70 ist die Nennweite der Durchführung beziehungsweise der Pfanne — nicht der Durchmesser des einzelnen Solarkabels. Sie nimmt das Kabel in einem zur Nennweite passenden Durchmesser auf und schließt die Deckung an der Durchtrittsstelle wieder, ohne dass die Regensicherheit der Fläche leidet. Genau hier setzt die Produktanknüpfung dieser Seite an.
Der Unterschied zum Bohrloch ist grundsätzlich
Ein selbst gebohrtes Loch im Flächenziegel ist eine Schwachstelle: Es unterbricht die Überdeckung, ist schwer abzudichten und liegt selten exakt dort, wo das Kabel sauber geführt werden kann. Der Durchgangsziegel ist für genau diese Aufgabe gebaut und eingedeckt — er ist nicht das Provisorium, sondern die fachgerechte Lösung. Wo ein Loch in einen einzelnen Ziegel trotzdem unvermeidlich ist, beschreibt Anleitung Dachziegel bohren die richtige Bohrtechnik.

DN 50 oder DN 70 — und wie viele Kabel?

Steht die Durchgangspfanne als Lösung fest, folgt die Frage nach der Nennweite — und die hängt nicht vom einzelnen Kabel ab, sondern davon, was alles durch die Durchführung soll.
Die Anzahl der Stringleitungen bestimmt den Bedarf
Jeder Modulstrang kommt mit Hin- und Rückleitung durch die Durchführung. Wer heute einen Strang hat und einen weiteren plant, legt die Reserve jetzt in die Nennweite — ein späterer zweiter Durchtritt wäre ein zweiter Eingriff in die Deckung.
Die zulässige Belegung steht im Datenblatt
Wie viele Leitungen welchen Durchmessers eine Pfanne regensicher aufnimmt, ist Systemvorgabe des Herstellers: Das Datenblatt der jeweiligen Nennweite (DN 50, DN 70) nennt die zulässige Kabelanzahl und die passenden Kabeldurchmesser. Diese Vorgabe ist verbindlich — sie sichert die Abdichtung am Kabelaustritt.
Die Reserve gehört zur Wahl, nicht zur Nachrüstung
Eine Durchführung, die heute bis an die Datenblatt-Grenze belegt ist, hat keinen Platz für die Erweiterung von morgen. Die Nennweite wird so gewählt, dass die heutigen Leitungen plus die absehbare Reserve hineinpassen — mehr Rechenaufgabe ist es nicht.

Balkonkraftwerk: Wie kommt der Stecker durchs Dach?

Beim Balkonkraftwerk auf dem Dach kommt ein Fallstrick dazu, den die klassische PV-Anlage nicht hat: Die Leitung ist konfektioniert — und der fertig montierte Stecker passt nicht durch die Nennweite der Durchführung.
Der Stecker ist das Maßproblem, nicht das Kabel
Die mitgelieferte Leitung trägt an einem Ende den werksseitig montierten Stecker oder Steckverbinder — deutlich dicker als das Kabel selbst. Durch eine Durchführung, die auf das Kabel ausgelegt ist, geht er nicht hindurch. Wer die Pfanne setzt und dann den Stecker vor sich herschiebt, steht vor einer fertigen Durchführung mit einem Stecker, der draußen bleibt.
Drei Wege sind zulässig
Erstens: eine Leitung ohne fertig montierten Stecker durchführen und das Anschließen innen der Fachkraft überlassen — die sauberste Lösung, weil sie zur Grenze der Eigenleistung passt. Zweitens: ein nachträglich montierbarer Stecker, der erst hinter der Durchführung auf die Leitung gesetzt wird — ebenfalls Fachkraft-Arbeit am elektrischen Ende. Drittens: eine Durchführung, deren Nennweite den Stecker aufnimmt — ob die gewählte Pfanne das zulässt, steht in ihrem Datenblatt.
Der vierte Weg ist keiner
Den Stecker durch eine zu enge Durchführung drücken, die Leitung selbst ablängen und neu konfektionieren oder die Pfanne aufweiten — all das zerstört entweder die Abdichtung oder tastet die elektrische Anlage an. Beides ist keine Eigenleistung.

DIN VDE 0100-712: was die Norm für PV-Stromkreise verlangt

Für die elektrische Seite der Durchführung gibt es eine Norm, die festlegt, wie PV-Stromkreise zu errichten sind — und sie steckt den Rahmen ab, in dem sich die mechanische Arbeit bewegt.
DIN VDE 0100-712
ist der Teil der Errichtungsnorm für Niederspannungsanlagen, der Photovoltaik-Stromversorgungssysteme behandelt. Sie regelt, wie die Gleichstromseite einer PV-Anlage aufgebaut, geschützt und verlegt wird — von der Modulverdrahtung bis zur Trenneinrichtung.
Was das für die Kabeldurchführung heißt
Die Norm legt fest, wie das Solarkabel verlegt und geschützt wird — etwa gegen mechanische Beschädigung an Durchdringungen, gegen Zug und gegen Scheuerstellen. Eine Durchführung durch die Deckung muss so ausgeführt sein, dass das Kabel an der Durchtrittsstelle nicht beschädigt wird: keine scharfen Kanten, kein Quetschen im Falz, keine freiliegende Bewegung an der Wetterseite.
Die Norm ist zugleich die Grenze der Eigenleistung
Wer nach DIN VDE 0100-712 arbeitet, arbeitet in einem Bereich, der in Deutschland als Elektrofacharbeit gilt — die elektrische Anlage beginnt bereits am Modul. Das mechanische Führen der spannungsfreien, leeren Leitung kann in Abstimmung mit der Fachfirma Teil der Vorbereitung sein; das Herstellen und Trennen der elektrischen Verbindung, das Anschließen, Prüfen und Inbetriebnehmen gehört ausschließlich in die Hände einer eingetragenen Fachfirma.

Das Kabel auf der Wetterseite führen und befestigen

Was die DIN VDE 0100-712 als Schutz gegen mechanische Beschädigung, Zug und Scheuerstellen fordert, heißt auf der Wetterseite des Dachs etwas sehr Konkretes.
Das Kabel folgt der Montagekonstruktion, nicht den Ziegeln
Lose auf den Ziegeln liegend scheuert es an den scharfkantigen Decksteinen, wird bei Schneelast eingeklemmt und bei Sturm bewegt — jedes Jahr ein Stück weiter. Geführt wird es entlang der Unterkonstruktion des Montagesystems, fest und ohne Spiel, so wie die Modulverdrahtung selbst.
Kanten bekommen Schutz, die Durchführung eine Zugentlastung
Wo das Kabel eine Kante passiert — am Ziegelbund, an der Schiene, am Übergang zur Pfanne —, wird die Stelle gegen Scheuern gesichert. Und an der Durchführung hängt das Kabel nicht an seinem eigenen Gewicht: Eine Zugentlastung oder eine Schlaufe direkt vor der Pfanne nimmt den Zug von der Durchtrittsstelle, damit die Abdichtung am Kabelaustritt unbelastet bleibt.
Die Schlaufe hat eine zweite Aufgabe
Nach unten gelegt, führt sie Tropfwasser am Kabelmantel ab, bevor es die Durchführung erreicht — das Wasser fällt vom tiefsten Punkt der Schlaufe, statt am Kabel entlang ins Haus zu wandern.

Der Trennungsabstand zur Blitzschutzanlage

Ein Punkt, der bei der Kabelverlegung auf dem Dach oft übersehen wird, ist die Nähe zur Blitzschutzanlage — und er ist aus gutem Grund normiert.
Blitzschutzableitungen und PV-Kabel müssen Abstand halten
Führt das Solarkabel zu dicht an einer Blitzschutz-Ableitung entlang, kann im Blitzfall ein Überschlag auf den PV-Stromkreis erfolgen — mit Folgen für Anlage und Haus. Deshalb fordert die DIN EN IEC 62305-3 (aktuelle Fassung 2025-10, ehemals DIN EN 62305-3) einen Trennungsabstand zwischen Blitzschutzanlage und leitfähigen Teilen wie PV-Leitungen. Wie er auf Photovoltaik angewendet wird, beschreibt das ergänzende Beiblatt 5 (DIN EN 62305-3 Beiblatt 5:2014-02) — es gehört nicht zur Fassung 2025-10, sondern steht daneben.
Der Abstand ist eine Rechengröße, keine Faustformel
Er hängt von der Höhe der Ableitung, der Gebäudegeometrie und der Blitzschutzklasse ab — eine pauschale Meterzahl aus dem Gedächtnis ersetzt den Nachweis nicht. Bei Häusern mit äußerer Blitzschutzanlage gehört die Ermittlung des Trennungsabstands in die Planung der Fachfirma, nicht in die Eigenleistung.
Was das für die Verlegung heißt
Wer das Kabel auf dem Dach verlegt, muss wissen, ob eine Blitzschutzanlage vorhanden ist — und im Zweifel den Abstand von der Fachfirma bestimmen lassen. Das Kabel einfach entlang der Ableitung zu führen, weil es dort „sauber aussieht", ist genau der Fehler, den die Norm verhindern soll.

Die regensichere Abdichtung der Durchführung

Die Durchführung ist der Punkt, an dem die Regensicherheit der Deckung unterbrochen und wiederhergestellt wird — und hier liegt der handwerkliche Kern.
Die Durchgangspfanne wird eingedeckt, nicht eingeklebt
Sie wird wie ein Ziegel in die Deckung eingelegt, mit der vorhandenen Überdeckung und den Falzen der Nachbarziegel. Ihre Dichtheit entsteht durch die gleiche Wasserableitung wie bei jedem anderen Ziegel — nicht durch eine Schicht Dichtmasse darüber.
Der Durchgang selbst muss dicht sein
Wo das Kabel durch die Pfanne tritt, darf kein Wasser nach innen laufen. Der systemische Durchgang — mit passendem Durchmesser für das Kabel, gegebenenfalls mit Dichtung oder Abdichtung am Kabelaustritt — schließt diese Stelle; das Kabel wird so geführt, dass kein Regen am Kabel entlang ins Haus wandert.
Die Unterdeckbahn bleibt die zweite Ebene
Auch an einer Durchführung gilt: Darunter liegt die Unterdeckbahn als zweite wasserführende Ebene. Eine sauber ausgeführte Durchführung arbeitet mit dieser Ebene zusammen, statt sie zu durchstoßen, ohne den Durchtritt abzudichten.
Die Abdichtung ist Teil der Montage, nicht ihr Ersatz
Eine Durchgangspfanne, die korrekt eingedeckt ist, braucht keine nachträgliche Verschmierung — die Deckung selbst trägt die Dichtheit. Wo doch abgedichtet wird, geschieht das mit dem zum System gehörenden Material an der Durchtrittsstelle, nicht mit Silikon im Falz.

Durchtritt durch die Unterdeckbahn abdichten: das System entscheidet

Unter der Pfanne liegt die zweite wasserführende Ebene — und ihr Durchtritt entscheidet, ob die Durchführung im Ganzen dicht ist.
Die Bahn wird nicht einfach durchstoßen
Wo das Kabel durch die Unterdeckbahn tritt, entsteht eine Öffnung in der zweiten Ebene. Ungesichert leitet sie jedes Wasser, das unter die Ziegel gelangt, direkt ins Haus. Der Durchtritt wird abgedichtet — mit dem Material, das zum Bahnenmaterial passt.
Manschette oder Systemklebeband — die Paarung steht im Datenblatt
Welche Manschette beziehungsweise welches Klebeband zur jeweiligen Bahn gehört, ist Systementscheidung des Bahnenherstellers: Bahn und Zubehör sind aufeinander abgestimmt, die Freigabe steht im Datenblatt der Bahn. Ein fremdes Klebeband auf einer fremden Bahn hält, bis es nicht mehr hält — die Paarung ist keine Geschmacksfrage.
Überlappend, mit Gefälle nach unten
Der Anschluss wird wie jeder Anschluss an eine wasserführende Ebene ausgeführt: überlappend und so gelegt, dass Wasser über die Verbindung hinweg nach unten läuft, nie dagegen. Was auf der Deckung für die Ziegel gilt, gilt unter der Deckung für die Bahn.
Silikon ist an dieser Stelle keine Abdichtung
Eine Silikonfuge auf der Bahn altert, löst sich und lässt den Durchtritt offen — sie ist weder systemgeprüft noch dauerhaft mit dem Bahnenmaterial verträglich. Die Abdichtung kommt aus dem System der Bahn, nicht aus der Kartusche.

Wo die Eigenleistung endet: die DC-Seite

Die ehrlichste Aussage dieser Seite steht an der Grenze zwischen Kabel führen und Kabel anschließen — und sie betrifft die gefährlichste Seite der Anlage.
Die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend
Solange Licht auf die Module fällt, erzeugen sie Gleichspannung — auch wenn der Wechselrichter abgeschaltet ist. Ein abgeschalteter Wechselrichter macht die Modulseite nicht spannungsfrei. Genau deshalb ist der Umgang mit den Steckverbindern und der Kontaktierung keine Eigenleistung.
Auch das Abnehmen von Modulen ist keine Eigenleistung
Wer an der Deckung unter einem Modulfeld arbeitet, müsste dafür Module abnehmen — und Module nimmt kein Laie ab, weil auch dabei die DC-Seite spannungsführend bleibt. Eine Kabeldurchführung, die unter einem bestehenden Modulfeld liegt, ist deshalb von vornherein ein Fall für die Fachfirma.
Die saubere Trennung
Die leere, spannungsfreie Leitung mechanisch durch eine vorbereitete Durchführung führen und die Durchführung regensicher einbauen — das lässt sich beschreiben und, in Abstimmung mit der Fachfirma, gegebenenfalls in Eigenleistung vorbereiten. Die Leitung unter Spannung verlegen, das Kabel kontaktieren, die Anlage prüfen und in Betrieb nehmen — das ist Elektrofachkraft-Arbeit. Diese Seite hält die Grenze sichtbar, statt sie zu verwischen.

Schritt für Schritt: die mechanische Durchführung

Dieser Ablauf beschreibt die mechanische Kabeldurchführung — ausdrücklich ohne den elektrischen Anschluss, der in Fachhände gehört.
1

Schadstofffrage klären

Deckung als Ton oder Beton bestimmen; Faserzement-Kleintafeln aus der Zeit bis einschließlich 1993 sind ein Fall für den Fachbetrieb (siehe ganz oben).

2

Durchtrittspunkt festlegen

Die Stelle wählen, an der das Kabel auf kürzestem, geschütztem Weg ins Haus führt — und prüfen, ob eine Blitzschutzanlage in der Nähe liegt.

3

Durchgangspfanne passend wählen

Die Solar-Durchgangspfanne mit der passenden Nennweite (DN 50 oder DN 70) für die Durchführung wählen — die Nennweite bezeichnet die Durchführung, nicht den Kabeldurchmesser.

4

Kabel verlegen — durch die Elektrofachkraft

Die DC-Installation gehört nach DIN VDE 0100-712 zur elektrischen Anlage und wird von der Elektrofachkraft ausgeführt, nicht in Eigenleistung. Verwendet wird das Solarkabel H1Z2Z2-K nach DIN EN 50618 — spannungsfrei, sauber und ohne Scheuerstellen, ohne Quetschen im Falz und mit dem nötigen Trennungsabstand zur Blitzschutzanlage. Was der Bauherr vorbereiten kann, ist die leere Trasse: Durchführungsziegel setzen, Leerweg und Zugdraht bereitlegen. Das Kabel selbst zieht die Fachfirma ein.

5

Durchführung eindichten

Die Durchgangspfanne in die Deckung einlegen, mit Überdeckung und Falz der Nachbarziegel; den Durchtritt am Kabel dicht und regensicher schließen.

6

Unterdeckbahn schließen

Den Durchtritt durch die Unterdeckbahn fachgerecht abdichten, damit die zweite wasserführende Ebene erhalten bleibt.

7

Elektrischen Anschluss der Fachfirma überlassen

Kontaktierung, Prüfung und Inbetriebnahme gehören nicht in die Eigenleistung — die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend.

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Nennweite (DN 50/70), Ziegelgeometrie und Modell des Bestandsziegels durchgeben; die Zuordnung wird über die passende Durchgangspfanne zur vorhandenen Deckung abgesichert.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Kabel frei durch die Deckung geklemmtQuetschung, Beschädigung, Undichtigkeit
Gewöhnliches Kabel statt H1Z2Z2-K verlegtnicht UV-beständig, nicht für Gleichspannung ausgelegt
Loch in den Flächenziegel gebohrt statt DurchgangspfanneSchwachstelle, schwer abzudichten
DC-Seite selbst angeschlossenEingriff in spannungsführenden Stromkreis, Lebensgefahr
Kabel ohne Trennungsabstand zur Blitzschutzanlage geführtÜberschlag im Blitzfall
Durchgang nicht abgedichtetWasser läuft am Kabel ins Haus
Faserzement gebohrtAsbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt
Unterdeckbahn durchstoßen ohne Abdichtungzweite Ebene unterbrochen
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Faserzement-Kleintafeln, die Ziegel nachahmen, können bei Einbau bis einschließlich 1993 asbesthaltig sein — und eine Durchführung bedeutet bohren und brechen. Bei Verdacht: TRGS 519, Fachbetrieb. Der Nachweis kann über Unterlagen oder eine Materialprobe erfolgen.
Photovoltaik im Bestand — die DC-Seite bleibt spannungsführend
Liegt bereits ein Modulfeld auf dem Dach, ist die Fläche darunter nicht erreichbar, ohne Module abzunehmen — und Module nimmt kein Laie ab: Die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend, auch bei abgeschaltetem Wechselrichter. Eine Durchführung unter einem Bestandsfeld ist Sache der Fachfirma.
Elektrischer Anschluss ist Facharbeit
Die PV-Leitung ist ab dem Modul Teil der elektrischen Anlage (DIN VDE 0100-712) und darf nur spannungsfrei verlegt werden. Das mechanische Vorbereiten der leeren Leitung und der Durchführung geht nur in Abstimmung mit der Fachfirma; das Kontaktieren, Prüfen und In Betrieb nehmen ist Elektrofacharbeit und gehört in die Hände einer eingetragenen Fachfirma.
Trennungsabstand zur Blitzschutzanlage
PV-Kabel und Blitzschutz-Ableitung müssen den nach DIN EN IEC 62305-3 Beiblatt 5 ermittelten Trennungsabstand einhalten; die Bestimmung gehört in die Planung der Fachfirma.
Absturz
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist Zugang, kein Arbeitsplatz für das Verlegen eines Kabels über mehrere Meter.
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