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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 15 Min. Lesezeit

Dachstuhl dämmen

Zwischensparrendämmung mit Klemmfilz, Untersparrendämmung zur Wärmebrückenminderung, Dampfbremsbahn und Luftdichtheit nach DIN 4108-7
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage im Bestand

Bevor der Dachstuhl gedämmt wird, steht eine Prüfung, die jeden Eingriff in den Bestand überlagert.

🔴 Alte Dachstühle können schadstoffhaltig sein. Alte Bitumenbahnen, Faserzement-Wellplatten und -Kleintafeln sowie Kleber, Kitte und Spachtelmassen können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Alte Dämmstoffe aus künstlichen Mineralfasern gelten, wenn sie vor 1996 eingebaut wurden, ohne Entlastungsnachweis als krebserzeugend, Kategorie 1B; bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ist ohne Einzelnachweis weiterhin von alter Mineralwolle auszugehen. Das Dämmen des Dachstuhls bedeutet die Gefache öffnen, alte Schichten anfassen, einpassen — Asbest und alte Mineralwolle haben dabei verschiedene Weichen — beim Asbest den Baubeginn des Objekts, bei künstlichen Mineralfasern den Einbau vor 1996: später sanierte oder erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht öffnen, nicht zerstören; Umgang nach TRGS 519 (Asbest) beziehungsweise nach TRGS 521 (alte Mineralwolle) durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Dämmung — und an die Fragen, die den Dachstuhl entscheiden: Gefach, Untersparrenlage, Dampfbremsbahn.

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Was „Dachstuhl dämmen" heißt — Zwischen- und Untersparrendämmung

„Dachstuhl dämmen" ist in der Praxis eine Kombination aus zwei Lagen — und die zweite ist die, die über die Wärmebrücke der Sparren entscheidet.
Die Zwischensparrendämmung füllt das Gefach
Der Dachstuhl besteht aus den Sparren, zwischen denen die Gefache liegen. Die Zwischensparrendämmung füllt genau diese Gefache mit Dämmstoff — in der Regel Klemmfilz aus Glaswolle, der sich passgenau zwischen die Sparren drückt und ohne zusätzliche Befestigung hält. Sie ist die erste, grundlegende Lage der Dachstuhldämmung — tragend ist sie nicht; die Last trägt das Holz des Dachstuhls.
Die Sparren bleiben Wärmebrücken
Weil Holz Wärme besser leitet als Dämmstoff, fließt durch jeden Sparren mehr Wärme als durch das gedämmte Gefach daneben. Die Sparren zeichnen sich als kalte Streifen an der Innenseite ab. Das ist die Grenze der reinen Zwischensparrendämmung — und der Grund für die zweite Lage.
Die Untersparrendämmung überdeckt die Sparren
Die Untersparren­ dämmung ist eine zusätzliche Dämmebene, die raumseitig unter den Sparren liegt. Sie überdeckt die Sparren und mindert so die Wärmebrücke, die die Zwischensparrendämmung allein offen lässt. Gleichzeitig hebt sie die Gesamtdämmung über die reine Sparrenhöhe hinaus. Ob beide Lagen kombiniert werden, ist eine planungsabhängige Option — sie entscheidet über U-Wert, Wärmebrückenminderung und Installationsraum; gefüllt wird zuerst das Gefach, die Untersparrenlage kommt nur hinzu, wo die Planung sie vorsieht.

Dach oder oberste Geschossdecke?

Bevor der Dachstuhl gedämmt wird, steht die Frage, ob er überhaupt der richtige Bauteil ist. Das entscheidet die künftige Nutzung:
Künftige Nutzung des DachraumsMaßgeblicher Bauteil
unbeheizter Spitzbodenoberste Geschossdecke nach § 35 GModG
beheizte Räume unmittelbar darunterDachschräge
Ausbau schafft tatsächlich neue beheizte RäumeDachschräge, § 39 GModG
Ein unbeheizter Spitzboden verlangt keine Dachflächendämmung: maßgeblich ist die oberste Geschossdecke, § 35 regelt deren Nachrüstpflicht. Erst wo beheizte Räume wirklich hinzukommen, wird die Dachschräge gedämmt — und § 36 beziehungsweise § 39 sauber zugeordnet. Die Weiche erspart im kalten Spitzboden eine unnötig große Dachflächendämmung.

Die funktionsfähige Unterdeckung als Voraussetzung

Bevor die Dämmung ins Gefach kommt, wird geprüft, ob das Dach sie nach außen schützt — denn die Unterdeckung entscheidet, ob die Dämmung trocken bleibt.
Die Unterdeckung ist eine von drei Konstruktionen unter der Deckung
Die Unterdeckung liegt unter der eigentlichen Deckung und leitet Feuchte, die unter die Ziegel oder Steine gelangt, nach außen ab — neben Unterdach und Unterspannung eine von drei Bauarten der zweiten wasserführenden Ebene. Davon zu unterscheiden sind die Klassen der Zusatzmaßnahmen des ZVDH: Sie beschreiben die ausgeführte Maßnahme, nicht die Bauart. Sie schützt die Dämmung vor Schlagregen, Flugschnee und Treibwasser. Wo sie fehlt oder defekt ist, ist die Dämmung dem Wasser ausgesetzt.
Eine defekte Unterdeckung macht jede Dämmung zum Risiko
Wer ein Gefach dämmt, unter dem die Unterdeckung gerissen, verrutscht oder gar nicht vorhanden ist, baut die Feuchte direkt in die Dämmung ein. Flüssigwasser verschlechtert die Dämmwirkung und kann das Holz gefährden; ob der Aufbau wieder austrocknet, hängt vom konkreten Aufbau ab. Die Unterdeckung wird deshalb vor dem Dämmen geprüft — und wo sie fehlt oder defekt ist, wird sie als System instandgesetzt: Wasserführung, Nähte, Konterlatten- und Traufanschluss müssen zusammen funktionieren, eine feldweise Innenergänzung ersetzt keine durchgehende zweite Ebene.
Ohne Unterdeckung ändert sich der Aufbau
Hat ein Altbau-Dach keine Unterdeckung, kann die Dämmung nicht einfach ins Gefach — dann muss die Regensicherheit anders hergestellt werden. Das ist der Fall der Anleitung Dach nachträglich dämmen ohne Unterspannbahn; hier gilt die Voraussetzung: Die Dachstuhldämmung setzt eine funktionsfähige Unterdeckung voraus.

Darf das Gefach voll gefüllt werden?

Der gefährlichste direkte Ausführungsfehler ist das voll gefüllte Gefach, wo kein Kontakt zur dachseitigen Schicht erlaubt ist. Die Entscheidung:
Bestand dachseitigGefach
Zusatzmaßnahme mit dokumentierter Kontakttauglichkeitvoll füllen
erforderliche LüftungsebeneEbene frei halten, nicht voll füllen
unbekannter Aufbauerst klären, dann dämmen
Ob der Dämmstoff die vorhandene Unterdeck- oder Unterspannbahn berühren darf, entscheidet die dokumentierte Kontakttauglichkeit der Schicht. Wo eine Lüftungsebene zwischen Dämmung und dachseitiger Schicht erforderlich ist, bleibt sie frei — das Gefach wird dann nicht voll ausgefüllt. Bei unbekanntem Aufbau wird zuerst geklärt, nicht geraten.
Vor dem Füllen wird zudem das Holz freigegeben: Feuchte, Fäulnis, Insektenbefall und statische Schäden werden geprüft — feuchtes oder geschädigtes Holz wird nicht gedämmt.

Die Zwischensparrendämmung: Klemmfilz ins Gefach

Die eigentliche handwerkliche Arbeit beginnt mit dem Einpassen des Klemmfilzes ins Gefach — und hier liegt mehr Können, als es aussieht.
Der Klemmfilz wird auf das Gefachmaß zugeschnitten
Klemmfilz wird leicht überbreit zum Sparrenabstand zugeschnitten, damit er sich fest zwischen die Sparren klemmt und nicht durchhängt oder verrutscht. Das Gefachmaß wird dafür an mehreren Stellen gemessen — nicht einmal, denn die Sparrenabstände schwanken im Bestand.
Der Filz wird eingepasst, nicht gestopft
Der Klemmfilz wird so zwischen die Sparren gedrückt, dass er das Gefach lückenlos füllt — ohne Hohlräume an den Rändern und ohne komprimierte Stellen, an denen die Dämmwirkung verloren geht. Gestopfter oder gequetschter Dämmstoff dämmt schlechter als locker eingepasster; Hohlräume sind Kaltluftkanäle. Das Gefach wird nur dort voll ausgefüllt, wo der Aufbau direkten Kontakt zur dachseitigen Schicht erlaubt — bei einer erforderlichen Lüftungsebene bleibt diese frei.
Die Dämmstärke folgt aus der Berechnung, nicht aus der Sparrenhöhe allein. Wie viel Dämmung ins Gefach passt, begrenzt die Sparrenhöhe: Die Zwischensparrenlage reicht höchstens bis zur Tiefe des Gefachs. Reicht sie für den Ziel-U-Wert nicht aus, kommt die Untersparrenlage dazu. Der U-Wert wird aus dem gesamten Bauteil einschließlich des Holzanteils berechnet, und Anlage 7 GModG gilt nur, wo ein Tatbestand des § 36 vorliegt. Eine zu dünne Dämmung verfehlt dann den Höchstwert — aber nicht pauschal bei jeder Innendämmung.

Gefachmessung und Zuschnittplan

Der Zuschnitt beginnt mit dem Messen — und zwar nicht nur einmal. Jedes Gefach wird oben, mittig und unten gemessen, weil die Sparrenabstände im Bestand schwanken. Die Materialmengen für die Zwischen- und die Untersparrenlage werden getrennt berechnet, damit am Ende nichts fehlt und kein Übermaß als teurer Verschnitt liegen bleibt.
Für den geführten Superglass-Klemmfilz nennt die Herstelleranleitung eine Klemmzugabe von 1 cm über das Sparrenmaß — eine produktspezifische Angabe, kein allgemeiner Normwert. Der Zuschnitt richtet sich nach dem gemessenen Gefach und der Anleitung des verwendeten Produkts.

Die Untersparrendämmung zur Wärmebrückenminderung

Die zweite Lage kommt unter die Sparren — und sie ist der Teil, der die Wärmebrücke der Sparren mindert.
Die Untersparrenlage liegt raumseitig unter den Sparren
Die Untersparrendämmung wird quer oder längs unter den Sparren befestigt — als Dämmstoff mit dem Anwendungstyp DI (Innendämmung der Dachschräge) nach DIN 4108-10. Die Norm legt anwendungsbezogene Mindestanforderungen und das Kurzzeichen fest, nicht die Bauform; auch ein entsprechend deklarierter Filz kann DI sein. Die Lage überdeckt die Sparren und unterbricht damit den Wärmeabfluss über das Holz.
Sie dient der Wärmebrückenminderung, nicht nur der Mehrdämmung
Der eigentliche Zweck der Untersparrenlage ist die Wärmebrückenminderung: Sie mindert, dass sich die Sparren als kalte Streifen abzeichnen. Erst durch diese Lage wird aus der Gefachdämmung eine deutlich geschlossenere Dämmebene — Befestigungen und Anschlüsse bleiben als reduzierte Wärmebrücken bestehen. Wo die Sparrenhöhe ohnehin reicht, kann sie dünner ausfallen; wo nicht, trägt sie zusätzlich zur Gesamtdämmung bei.
Die Untersparrenlage kostet Raumhöhe
Die zusätzliche Ebene verkleinert den Dachraum um ihre Aufbauhöhe. Bei niedrigen Dachräumen ist das ein Argument, die Dämmstärke genau zu berechnen statt großzügig aufzutragen. Die Untersparrenlage ist eine bewusste Entscheidung zwischen Dämmwirkung und Raumhöhe — und sie wird geplant, nicht einfach druntergeschraubt.

Dampfbremslage und Installationsebene

Wo die Dampfbremsbahn liegt und wo Leitungen laufen, wird geplant — nicht nach dem Zufall entschieden.
Die Bahn direkt raumseitig
liegt auf der Dämmung und wird durch die Innenbekleidung geschützt. Geschützt innerhalb des Aufbaus liegt sie weiter außen — diese Variante setzt eine nachgewiesene Schichtenfolge voraus, bei der die Bahn nicht von außen feucht wird. Beide Lagen sind möglich; die Wahl folgt aus dem Feuchtenachweis, nicht aus der Gewohnheit.
Leitungen gehören in eine separate Installationsebene
Strom- und Datenleitungen werden möglichst in einer eigenen Ebene unter der Dampfbremsbahn geführt, statt die Luftdichtheitsschicht zu durchstoßen. Jede Durchdringung der Bahn ist eine potenzielle Leckage — die separate Ebene reduziert sie auf ein Minimum.

Die Dampfbremsbahn verlegen und anschließen

Über die Dämmung kommt die Schicht, die über den Feuchteschutz entscheidet — die Dampfbremsbahn.
Die Dampfbremsbahn liegt auf der warmen Seite
Die Dampfbremsbahn — auch Dampfbremsfolie — liegt raumseitig über der Dämmung und begrenzt, wie viel Feuchte aus der Raumluft in die Konstruktion eindringt. Ob eine Dampfbremsbahn nötig ist und welcher sd-Wert passt, folgt aus dem Feuchtenachweis — nicht aus der pauschalen Regel. Wo sie nötig ist, wird sie lückenlos über die gesamte gedämmte Fläche verlegt.
Die Überlappungen werden verklebt
Die Bahnen werden mit ausreichender Überlappung verlegt und die Folienstöße üblicherweise mit dem Systemklebeband geschlossen — nicht mit beliebigem Tape. Eine unverklebte Überlappung ist eine Lücke, durch die feuchte Raumluft in die Konstruktion strömt.
Durchdringungen werden angeschlossen
Wo Rohre, Kabel oder Dachfenster durch die Dampfbremsbahn führen, wird die Bahn an die Durchdringung angeschlossen — je nach System mit Klebeband, Dichtkleber oder freigegebenem Formklebeband; der Dichtkleber dient vor allem den Bauteilanschlüssen. Eine Durchdringung ohne Anschluss ist eine eingebaute Feuchtequelle. Geklebt und abgedichtet wird mit den zum System passenden Klebebändern und Dichtklebern.

Der luftdichte Anschluss nach DIN 4108-7

Die Dampfbremsbahn ist nur so gut wie ihr Anschluss — und dafür gibt es eine eigene Norm.
DIN 4108-7 regelt die Luftdichtheit
DIN 4108-7 (in der Fassung 2026-04) ist die Norm für die Luftdichtheit von Gebäuden. Der Grundsatz: Nicht die Dampfbremsbahn allein dichtet, sondern ihre lückenlose Verklebung und ihr Anschluss an alle angrenzenden Bauteile.
Die Anschlüsse sind die eigentliche Arbeit
Die Dampfbremsbahn muss an alle Ränder angeschlossen werden: an Traufe, First, Giebelwände, Innenwände, Fenster und Durchdringungen. Jede Lücke, jede nicht verklebte Überlappung, jede Durchdringung ohne Anschluss ist eine Stelle, an der feuchte Raumluft ungehindert in die Konstruktion strömt. Die Anschlüsse werden mit den zum System passenden Klebebändern und Dichtklebern ausgeführt.
Luftdichtheit und Wärmedämmung sind zwei getrennte Funktionen
Eine Dämmung ohne luftdichten Anschluss dämmt weiter — die Wärmedämmung ist damit nicht wirkungslos. Aber eine Leckage lässt feuchte Raumluft in die Konstruktion strömen und erhöht dort das Feuchterisiko; ob daraus eine Durchfeuchtung wird, hängt vom Aufbau ab. Der luftdichte Anschluss nach DIN 4108-7 ist deshalb nicht der letzte Feinschliff, sondern die Voraussetzung, dass die Dachstuhldämmung überhaupt dauerhaft funktioniert.

Anschlussatlas der Dachschräge

Hier entscheidet sich die Dauerhaftigkeit — nicht in der ungestörten Gefachmitte, sondern an den Rändern:
AnschlussWas zu führen ist
Fußpfette/TraufeÜbergang zwischen Dach- und Wanddämmebene
MittelpfetteBahn an der aufliegenden Pfette vorbeiführen
GiebelAnschluss an die senkrechte Abschlusswand
KehlbalkenEbene unter dem Kehlbalken unterbrechen und weiterführen
DachfensterAnschluss nach Herstellerangabe
verputzter Schornsteinumlaufend an den Putz anbinden
Jeder dieser Punkte unterbricht die Dampfbremsbahn. Sie werden einzeln geplant und ausgeführt — die ungestörte Fläche dazwischen verzeiht Fehler, die Anschlüsse nicht.

Elektro, Leuchten und Feuerstätten

Dämmstoff und Folie dürfen an Elektro und Feuerstätten nicht einfach dicht angepresst werden.
PunktGrenze
Einbaustrahlerdämmstofffreier Abstand nach Herstellerangabe
Leitungen und Abzweigdosenin der Installationsebene führen, nicht in die Dämmung pressen
Abgas- und FeuerungsbauteileMindestabstände einhalten, Anschluss durch den Fachbetrieb
Einbaustrahler, Leitungen, Abzweigdosen und die Abstände zu Abgas- und Feuerungsbauteilen sind Fachplanungsgrenzen: Dämmstoff und Folie werden dort nicht einfach dicht angepresst. Die Wärme eines Leuchtmittels oder die Anforderung an eine Feuerstätte bestimmen, wie viel Abstand bleibt — das entscheidet der Elektriker beziehungsweise der zuständige Fachbetrieb.

Abnahme vor der Bekleidung

Bevor die Innenbekleidung montiert wird, ist der letzte Moment, in dem Fehler noch zugänglich sind.
KontrolleWorauf
SichtkontrolleFugen, Hohlräume, Quetschstellen im Dämmstoff
Verklebungensämtliche Überlappungen und Stöße
Anschlüssejede Durchdringung, jeder Rand
Luftdichtheitskontrollegeeignete Prüfung vor der Bekleidung
Die Sichtkontrolle auf Fugen und Quetschungen, die Prüfung sämtlicher Verklebungen und eine geeignete Luftdichtheitskontrolle gehören vor die Montage der Innenbekleidung. Danach ist jede Lücke hinter der Bekleidung verschwunden — und nur noch mit Aufwand zu finden.
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Schritt für Schritt: den Dachstuhl dämmen

Dieser Ablauf beschreibt die Dachstuhldämmung als Arbeitsschritt-Anleitung — getrennt nach dem, was zu klären, dem, was zu planen und dem, was in Eigenleistung geht.
1

Schadstofffrage klären

Den Bestand bestimmen; bei Verdacht auf Asbest oder alte Mineralwolle endet das Öffnen hier (siehe ganz oben).

2

Unterdeckung prüfen

Ob die Unterdeckung funktionsfähig ist — wo sie fehlt oder defekt ist, wird sie vor dem Dämmen als System instandgesetzt.

3

Anforderung feststellen

Prüfen, ob ein Tatbestand der Anlage 7 zu § 36 GModG greift und ob der Höchstwert von 0,24 W/(m²K) gilt — bei reiner Innendämmung greift § 36 nicht automatisch; kommt durch einen Ausbau tatsächlich beheizte Fläche hinzu, ist zusätzlich § 39 GModG zu prüfen.

4

Dämmstärke berechnen

Aus Sparrenhöhe und Dämmstoff die Stärke ermitteln, die den Zielwert erreicht — nicht raten.

5

Klemmfilz zuschneiden

Den Klemmfilz auf das gemessene Gefachmaß zuschneiden, leicht überbreit.

6

Klemmfilz einpassen

Den Filz lückenlos zwischen die Sparren drücken — ohne Hohlräume, ohne Quetschstellen.

7

Untersparrenlage setzen

Die Untersparrenlage raumseitig unter den Sparren befestigen, um die Wärmebrücke zu mindern.

8

Dampfbremsbahn verlegen

Die Dampfbremsbahn raumseitig setzen, Überlappungen mit Systemklebeband und Durchdringungen mit dem passenden Anschluss schließen.

9

Luftdicht anschließen

Die Bahn nach DIN 4108-7 an alle Ränder, Durchdringungen und Anschlüsse mit Klebebändern und Dichtkleber anbinden.

Defekte Außenschicht unter PV

Eine innen passende Dämmarbeit darf die zwingende Außensanierung nicht verdecken.
Die Dachfläche ist keine Verkehrsfläche
Eine Reparatur von Deckung oder Zusatzmaßnahme findet von außen statt — von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht auf der Deckung. Eine defekte Unterdeckung, die von innen sichtbar wird, wird von außen instandgesetzt.
Arbeiten im bestehenden PV-Feld sind Fachfirmenarbeit
Eine Stelle unter einem Modulfeld ist ohne Demontage nicht erreichbar; die DC-Seite bleibt auch bei abgeschaltetem Wechselrichter spannungsführend. Deckung, Zusatzmaßnahme und Bestands-PV bleiben beim Fachbetrieb — die Innendämmung ersetzt diese Außensanierung nicht.

Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Klemmfilz gestopft statt eingepasstHohlräume und Quetschstellen, Dämmwirkung verringert
Hohlraum im Gefach gelassenKaltluftkanal, Wärme fließt am Filz vorbei
Unterdeckung defekt oder fehlendDämmung saugt Feuchte auf
Untersparrenlage weggelassenSparren bleiben Wärmebrücke, kalte Streifen
Dampfbremsbahn nicht verklebtfeuchte Raumluft strömt in die Konstruktion
Durchdringung ohne Anschlusseingebaute Feuchtequelle
Luftdichte Lücke nach DIN 4108-7Kondensat in der Dämmung
U-Wert bei bestehender Anlage-7-Anforderung überschrittengesetzliche Anforderung verfehlt, Nachbesserung
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Bitumenbahnen, Faserzementplatten und Dichtstoffe können bei Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; alte künstliche Mineralfasern sind bei Einbau vor 1996 ohne Entlastungsnachweis zu behandeln als krebserzeugend, Kategorie 1B. Asbest nach TRGS 519, alte Mineralwolle nach TRGS 521 — nie vermischen.
Funktionsfähige Unterdeckung zuerst
Die Unterdeckung schützt die Dämmung vor Schlagregen. Wo sie fehlt oder defekt ist, wird sie vor dem Dämmen ersetzt — sonst baut man die Feuchte in die Dämmung ein.
Zwischensparrendämmung: einpassen, nicht stopfen
Der Klemmfilz füllt das Gefach lückenlos und bündig. Hohlräume und Quetschstellen kosten Dämmwirkung. Die Dämmstärke folgt aus der Berechnung, nicht aus der Sparrenhöhe allein — reicht das Gefach nicht, kommt eine Untersparrenebene dazu.
Untersparrendämmung zur Wärmebrückenminderung
Die raumseitige Lage überdeckt die Sparren und mindert die Wärmebrücke — Befestigungen, Anschlüsse und kreuzende Bauteile bleiben als reduzierte Wärmebrücken bestehen. Sie kostet Raumhöhe und wird deshalb berechnet, nicht großzügig aufgetragen.
GModG: § 36 nur bei Tatbestand, § 39 bei hinzukommender beheizter Fläche Die reine Innendämmung löst § 36 GModG (Anlage 7, 0,24 W/(m²K)) nicht automatisch aus; kommt durch einen Ausbau tatsächlich beheizte Fläche hinzu, ist zusätzlich § 39 GModG zu prüfen. Das klärt der Energieberater im Einzelfall.
Dampfbremsbahn verkleben und anschließen
Überlappungen werden mit Systemklebeband verklebt, Durchdringungen und Anschlüsse mit Klebeband und Dichtkleber angeschlossen. Die Bahn liegt raumseitig auf der Warmseite.
Luftdichter Anschluss nach DIN 4108-7
Die Dampfbremsbahn wird lückenlos verklebt und an alle Ränder angeschlossen. Eine Lücke ist eine eingebaute Feuchtequelle.
Absturz
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz.
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