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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 16 Min. Lesezeit

Vordach selber bauen

Genehmigung, ETA-konforme Anker und die Überkopfverglasung über dem Eingang
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage an der Fassade

Bevor der erste Anker gesetzt wird, steht eine Prüfung, die jede Bohrung in der Bestandsfassade überlagert.

🔴 Alte Fassaden können schadstoffhaltig sein. Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Bau bis einschließlich 1993 asbesthaltig sein — und die Verankerung des Vordachs bedeutet bohren, ankern, durchdringen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: später sanierte, nachgerüstete oder erneuerte Fassadenteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht schleifen, nicht schneiden; Umgang nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb. Eine Probebohrung ist bereits ein Eingriff und steht deshalb nach dieser Klärung, nicht davor.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn die Fassade als unbedenklich bestimmt ist, geht es an den Anker — und an die Fragen, die den Eigenbau eines Vordachs eigentlich entscheiden: Genehmigung, Statik, Verglasung.

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Was „selber bauen" von „montieren" unterscheidet

„Vordach selber bauen" und „Vordach montieren" klingen nach derselben Arbeit — und sind zwei verschiedene. Die Unterscheidung entscheidet über die ganze Seite.
Montieren heißt: einen fertigen Bausatz anschrauben
Beim Montieren kommt das Vordach als geprüftes System mit passenden Konsolen, vorbereiteten Bohrbildern und einer Anleitung. Die Kernfrage ist die Wandbefestigung — welcher Dübel in welchen Untergrund. Das ist das Thema von Anleitung Vordach montieren.
Selber bauen heißt: das Vordach herstellen
Beim Eigenbau entsteht das Vordach aus Tragwerk und Eindeckung nach eigenem Entwurf — maßgenau für eine schwierige Türsituation oder eine besondere Breite. Die Kernfragen sind andere: das Tragwerk, die Verankerung, die Verglasung und die Genehmigung. Es gibt keinen Bausatz, dessen Systemvorgabe die Statik mitbringt.
Der Preis des Eigenbaus ist die Verantwortung
Was der Bausatz an geprüfter Systemvorgabe mitliefert, übernimmt beim Eigenbau der Bauende selbst: Tragwerk und Verankerung müssen bemessen sein, nicht geschätzt. Wer das nicht rechnen kann, nimmt einen Bausatz (Vordach montieren) oder holt sich die Bemessung dazu — bauen ohne beides ist ein Vordach, das niemand verantwortet.

Die bauordnungsrechtliche Genehmigungs- und Abstandsprüfung

Die erste Frage ist nicht, wie man baut, sondern ob man darf — und die Antwort steht in der Bauordnung, nicht in der Werkstatt.
Ob ein Vordach verfahrensfrei ist, entscheidet jedes Land einzeln
Über dem Hauseingang darf ein Vordach in vielen Fällen bis zu einer bestimmten Auskragung und Fläche verfahrensfrei gebaut werden — aber „in den meisten Bundesländern" ist keine belastbare Aussage: Die Grenzen stehen in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes, und Eingangsvordächer, Terrassenüberdachungen und größere Kragdächer werden nicht überall gleich behandelt. Was in einem Land ohne Antrag geht, kann im Nachbarland eine Genehmigung verlangen. Und Verfahrensfreiheit lässt Statik, Brandschutz, Bebauungsplan und Abstandsrecht unberührt.
Die Auskragung über die Grenze ist mehr als eine Abstandsflächenfrage
Ein Vordach, das über die Grundstücksgrenze oder über einen Gehweg ragt, berührt nicht nur die Abstandsfläche: Auch Überbau, Straßenrecht und eine Sondernutzung können betroffen sein. Die bauordnungsrechtliche Prüfung umfasst deshalb beides: die Verfahrensfreiheit nach Größe und die Lage zur Grenze samt den Folgen für Überbau und öffentliche Fläche.
Gestaltungssatzung und Denkmalschutz kommen dazu
In Ortskernen und Erhaltungssatzungsgebieten kann die Straßenfassade geregelt sein; bei denkmalgeschützten Gebäuden ist jede Veränderung genehmigungspflichtig — auch eine Bohrung. Die Prüfung steht am Anfang, nicht als Nachtrag, wenn der Anker schon in der Wand steckt.

Maße festlegen: Breite, Auskragung, Höhe, Gefälle

Beim Eigenbau legt der Bauende die Maße selbst fest — und sie sind keine Geschmacksfrage, sondern eine Statikvorgabe. Die Breite ergibt sich aus dem Überstand beidseits der Türzarge; die Auskragung aus der Stehtiefe, die man zum Aufschließen und Suchen des Schlüssels braucht; die Höhe aus dem freien Türanschlag. Das Gefälle liefert das Datenblatt der Platte.
Jeder Zentimeter mehr Auskragung vergrößert die Zugkraft am oberen Anker — die Maßwahl entscheidet also mit, wie schwer die Verankerung wird. Wer die Maße frei wählt, ohne diese Kette zu sehen, baut am Statik-Problem vorbei: Die Auskragung ist der Hebel, und der Hebel bestimmt den Anker.

Die drei Tragwerks-Muster — und was sie für die Anker bedeuten

Bevor bemessen wird, steht die Entwurfsweiche: Wie trägt das Vordach? Drei Muster führen zu sehr verschiedenen Ankern:
TragwerkWie es trägtFolge für die Anker
Freier Kragarm aus der Wandkragt ohne weitere Stütze ausmaximale Zugkraft oben
Kragarm mit Zugstrebe zur WandStrebe entlastet den Armweniger Zug, aber zweiter Befestigungspunkt höher
Vordach auf StützenStützen tragen vorneWand weitgehend entlastet, dafür Fundamente
Der freie Kragarm verlangt die stärkste Verankerung, die Zugstrebe teilt die Last auf zwei Punkte, die Stützen verlagern sie ganz aus der Wand. Die Wahl des Musters bestimmt also, wie schwer die Anker werden — und sie ist eine Entwurfsentscheidung, keine nachträgliche.

Konstruktiver Holzschutz am selbstgebauten Tragwerk

Ein selbstgebautes Holztragwerk steht voll im Wetter — und die Bemessung allein macht es nicht dauerhaft. Der konstruktive Holzschutz verhindert, dass Wasser stehen bleibt: keine nach oben offenen Taschen und Fugen, in denen sich Feuchtigkeit sammelt, kein Stirnholz an der bewitterten Traufkante, und Hölzer so einbauen, dass Wasser ablaufen kann statt einzuziehen.
Eigenbau-Vordächer verwittern an genau diesen Details — an der offenen Stirnfläche, der stehenden Wasserfuge, dem waagerecht eingebauten Brett —, nie an der Schraube. Wer das Tragwerk so plant, dass das Wasser abläuft, schützt mehr als jede nachträgliche Lasur.

Das Tragwerk und die ETA-konformen Anker nach DIN EN 1992-4/NA

Das Vordach hängt an der Wand und kragt aus — die gesamte Last läuft über wenige Anker ins Mauerwerk, und genau dort entscheidet sich die Standfestigkeit.
Das auskragende Vordach erzeugt ein vereinfachtes Kraftmodell
Als Grundidee gilt: Das Vordach will sich nach unten drehen — die oberen Anker werden auf Zug belastet, die unteren auf Druck. Je weiter das Vordach vorsteht, desto größer der Hebel und desto größer die Zugkraft oben. Dieses Bild ist aber unvollständig: Hinzu kommen Querkräfte, der wechselnde Windsog, die Anschlusssteifigkeit und die Lastverteilung in der Ankergruppe. Schnee und wechselnder Windsog verlagern die Kräfte — der Wind saugt von unten, drückt von vorn und kehrt das einfache Zug-Druck-Bild je nach Lastfall um. Die Bemessung rechnet deshalb alle Lastfälle, nicht nur „oben Zug, unten Druck".
In Beton: ETA für das Ankerprodukt, Bemessung nach DIN EN 1992-4/NA
Wo in Beton verankert wird, hat das Ankerprodukt eine passende ETA (Europäische Technische Bewertung), die seine Tragfähigkeit belegt. Die Bemessung des Anschlusses erfolgt nach DIN EN 1992-4 unter Verwendung der ETA-Kennwerte; der Nationale Anhang DIN EN 1992-4/NA legt dazu die national festzulegenden Parameter fest — er ist nicht selbst die Bemessungsnorm. Produktzulassung (ETA) und Anschlussbemessung sind zwei verschiedene Dinge und gehören nicht in einen Atemzug. Ein Baumarktdübel ohne diesen Nachweis ist für ein auskragendes Vordach über einem Eingang keine Option.
Die Bemessung ist keine Faustformel
Ankerart, Verankerungstiefe, Rand- und Achsabstände — all das ergibt sich aus der Bemessung gegen Zug-, Druck- und Windlast. Ein Vordach, das aus der Wand reißt, fällt auf den Eingang, also auf die Stelle, an der Menschen stehen. Genau deshalb ist die Verankerung Statik, kein Gefühl. Bei Mauerwerk reicht der Verweis auf die Untergrundprüfung (Vordach montieren) nicht: Für den sicherheitsrelevanten Anschluss braucht es zusätzlich ein zugelassenes Befestigungssystem, die Randabstände, die Verankerungstiefe und die Bemessung — all das folgt aus der Statik, nicht aus einem Dübel-Sortiment.

Verankerung an der WDVS-Fassade

Der häufigste Bestandsfall ist keine nackte Betonwand, sondern eine Fassade mit Wärmedämmverbundsystem. Dort gilt zuerst: Dämmstärke ausmessen. Der Anker muss durch die Dämmung hindurch bis ins tragende Mauerwerk reichen — mit Abstandsmontage oder entsprechend langer Verankerung —, denn die Dämmschicht trägt nichts.
Die Durchdringung wird abgedichtet, damit kein Wasser hinter die Dämmung läuft. Und die gemessene Dämmstärke gehört in die Vorgabe für die Bemessung: Sie bestimmt, wie lang der Anker sein muss und welche Randabstände gelten. Eine Verankerung, die nur bis in die Dämmung reicht, hält ein Vordach nicht — sie hält nur den Putz.

Leitungen orten vor der Anker-Anzeichnung

Über der Haustür verlaufen fast immer Leitungen — Klingel, Außenleuchte, Türöffner. Bevor die Bohrpunkte angezeichnet werden, gehört deshalb der Leitungssucher über die Fläche. Beim Eigenbau mit frei wählbaren Ankerpunkten ist das sogar relevanter als beim Bausatz mit vorgegebenem Bohrbild: Wer die Punkte selbst setzt, kann sie um die Leitung herumlegen.
Ein Anker, der eine Leitung trifft, macht aus dem Vordachbau einen Elektro-Schaden — und der fällt erst auf, wenn Klingel oder Licht ausfallen. Der Leitungssucher ist hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Teil der Anker-Anzeichnung.

Die Überkopfverglasung: VSG nach DIN 18008-2/-3

Der Punkt, an dem das Vordach zur Sicherheitsfrage wird, ist die Verglasung über dem Eingang — dort steht täglich jemand.
Über dem Eingang liegt Überkopfverglasung
Wo unter dem Glas Menschen stehen — beim Aufschließen, beim Warten —, handelt es sich um eine Überkopfverglasung, bemessen nach DIN 18008-2 (linienförmig gelagert) beziehungsweise DIN 18008-3 (punktförmig gehalten). Ein Versagen des Glases dort trifft Menschen; deshalb unterliegt es besonderen Anforderungen.
VSG ist das Glas der Wahl — nicht ESG
Verbundsicherheitsglas (VSG) hält bei Bruch die Bruchstücke mit der Folie zusammen und bleibt im Rahmen; Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) zerfällt in Krümel, die als Glasregen auf den Eingang fallen. Über dem Kopf gehört VSG, nicht ESG allein — aber VSG allein ersetzt keinen System- und Resttragfähigkeitsnachweis der gesamten Verglasungskonstruktion.
Der Eigenbau verlässt die geprüfte Systemvorgabe
Beim Bausatz ist die Glasfrage durch das System geklärt; beim Eigenbau trägt der Bauende die Verantwortung für die Verglasung. Ein selbstgebautes Glasvordach ohne geprüfte Konstruktion ist ein Risiko an genau der Stelle, an der täglich jemand steht. Wer Glas über dem Eingang will, braucht die geprüfte Konstruktion — sonst ist Polycarbonat die sichere Wahl (dazu unten).

Das Wandanschlussblech

Wo das Vordach an die Fassade trifft, entscheidet sich, ob Wasser in die Wand läuft — und dieser Übergang ist mehr als eine Fuge.
Das Wandanschlussblech führt das Wasser ab
Zwischen der Dachfläche und der Fassade liegt die Anschlusslinie, an der das Wasser, das die Wand herunterläuft, auf das Vordach trifft. Ein Wandanschlussblech — ein Blech, das hinter die Fassadenbekleidung greift und über die Eindeckung führt — leitet dieses Wasser kontrolliert auf die Fläche, statt es in die Wand laufen zu lassen.
Es ist eine Verwahrung, kein Silikon
Eine Silikonfuge zwischen Vordach und Putz reißt unter Bewegung, Temperatur und UV binnen kurzer Zeit — danach läuft das Wasser genau dort hinein. Das Wandanschlussblech ist die mechanische Verwahrung, die das Wasser führt; die Dichtung ist Ergänzung, nicht Ersatz. Das ist Spengler- beziehungsweise Anschlussarbeit.
Das Blech arbeitet mit der Eindeckung zusammen
Das Wandanschlussblech muss zur Eindeckung passen — es greift über die Platten oder das Glas und lässt das Wasser über die Fläche ablaufen. Ein falsch gesetztes Blech lenkt das Wasser am Vordach vorbei in die Fassade; ein richtig gesetztes hält den Übergang dicht.

Gefälle mit Tropfkante und Rinne

Ein Vordach entwässert über die Stelle, an der man steht und den Schlüssel sucht — deshalb gehören Gefälle, Tropfkante und Rinne zusammen.
Das Gefälle läuft von der Wand weg
Ein Vordach braucht Gefälle — von der Wand nach vorn, nie zur Wand hin. Ohne Gefälle sammelt sich Wasser und Laub auf der Fläche; mit Gefälle zur Wand läuft das Wasser in den Anschluss. Das Gefälle ist die erste Entwässerungsentscheidung, nicht ein Detail.
Die Tropfkante bricht den Wasserfilm
An der Vorderkante sorgt eine Tropfkante dafür, dass das Wasser sauber abtropft, statt um die Kante herum auf die Unterseite zu kriechen. Ohne Tropfkante läuft das Wasser an der Kante entlang nach hinten und unter die Fläche — und tropft dort, wo es nicht soll.
Die Rinne führt das Wasser zur Seite
Wo das Vordach breiter ist oder das Abtropfen vor der Tür stört, übernimmt eine Rinne mit Ablauf die Entwässerung — das Wasser wird seitlich weggeführt, nicht mittig vor die Tür. Auf der Stufe vor dem Eingang wird aus der Tropflinie sonst im Winter eine Eisfläche. Gefälle, Tropfkante und Rinne sind ein System, kein Wahlkatalog.

Die Eindeckung: Polycarbonat statt Glas

An der Stelle, wo Franke tatsächlich liefern kann, wird es konkret — und die klare Empfehlung für den Eigenbau lautet Polycarbonat.
Polycarbonat nimmt dem Eigenbau die Glasfrage ab — aber nicht die Statik. Wo selbst gebaut wird, ist Polycarbonat eine sinnvolle Wahl: Es splittert nicht, wiegt einen Bruchteil von Glas und entbindet von den glasspezifischen Nachweisen der Überkopfverglasung nach DIN 18008-2, die bei Glas über dem Eingang anfallen. „Die sichere Wahl" ist es aber nur als Teil einer systemgerechten Planung: Auch Polycarbonat braucht eine passende Statik-, Brand- und Befestigungsplanung. Erledigt sind damit nur die glasspezifischen Nachweise — Tragwerk, Verankerung, Windsog und Schneelast bleiben genauso zu klären.
Stegplatten, Hohlkammerplatten, Acrylglas
Polycarbonat-Stegplatten und Hohlkammerplatten sind leicht und bruchzäh; Acrylglas (PMMA, Plexiglas) ist klar wie Glas, aber leichter und bruchfester. Alle drei sind das Dachmaterial, das Franke führt. Die Verarbeitungsregeln — Stege in Gefällerichtung, Stirnseiten oben dampfdicht und unten diffusionsoffen, Ausdehnungsspiel — stehen in Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen.
Wandanschlussprofile gehören zur Eindeckung
Für den Übergang zur Wand führt Franke Wandanschlussprofile — sie bilden die Verwahrung der Eindeckung zur Fassade, sofern Plattensystem und Fassadenaufbau dazu passen. Das Profil ist kein universeller Ersatz für jede Anschlusssituation, sondern ein Systembaustein. Wer selbst baut und Polycarbonat deckt, bekommt Eindeckung und Anschlussprofil aus einer Hand.

Klar oder opal: das Licht im Eingang

Die Eindeckung entscheidet, ob der Eingang dunkel wird — und das ist eine Kaufentscheidung, keine Nebensache. Eine opale Stegplatte streut das Licht weich, verzeiht Verschmutzung und zeigt von unten keine Schlieren. Eine klare Platte lässt Licht und Sicht ungebrochen durch — und zeigt von unten jeden Fleck, jeden Streifen, jeden Wasserrest.
Wer das Vordach selten putzt oder wenig Licht über der Tür hat, fährt mit opal besser; wer klare Sicht nach oben will, nimmt die Flecken in Kauf. Die Wahl steht zwischen Lichtmenge und Putzaufwand — und sie wird vor dem Kauf getroffen, nicht beim Putzen.

Wo die Eigenleistung endet

Die ehrlichste Aussage dieser Seite ist eine Arbeitsteilung — und sie zieht sich durch den ganzen Eigenbau.
Genehmigung und Statik sind keine Eigenleistung
Die bauordnungsrechtliche Prüfung und die Bemessung der Verankerung mit ETA-konformen Ankern gehören in Fachhände beziehungsweise zur Behörde.
Die Überkopfverglasung ist Fachbetrieb-Sache
VSG nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3 im geprüften System — das liefert und setzt der Fachbetrieb. Der Eigenbau mit Glas über dem Eingang ohne geprüfte Konstruktion ist ein Risiko.
Was wirklich in Eigenleistung geht, ist die Eindeckung
Mit Franke-Material — Polycarbonat, Stegplatten, Acrylglas, Wandanschlussprofile — lässt sich die Fläche nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen eindecken. Das ist der Teil, den ein versierter Heimwerker übernehmen kann — auf einem Tragwerk und einer Verankerung, die vorher bemessen wurden.
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Schritt für Schritt: vom Antrag bis zur Tropfkante

Dieser Ablauf beschreibt den Eigenbau — getrennt nach dem, was zu klären, dem, was in Fachhände gehört und dem, was in Eigenleistung geht.
1

Schadstofffrage klären

Die Bestandsfassade am Anschlusspunkt bestimmen; bei Verdacht auf Asbest im Putz oder in der Bekleidung endet das Bohren hier (siehe ganz oben).

2

Genehmigung prüfen

Landesbauordnung, Abstandsfläche, Gestaltungssatzung und Denkmalschutz klären — ob das Vordach zulässig und ob es verfahrensfrei ist.

3

Verankerung bemessen lassen

In Beton ein Ankerprodukt mit passender ETA, bemessen nach DIN EN 1992-4/NA; in Mauerwerk zusätzlich zugelassenes Befestigungssystem, Randabstände und Verankerungstiefe — nicht nur die Untergrundprüfung nach Vordach montieren. Die Verankerung ist Statik.

4

Tragwerk bauen

Nach bemessener Vorgabe — nicht nach Gefühl.

5

Verglasung beauftragen

Wo Glas geplant ist: VSG nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3 im geprüften System durch den Fachbetrieb. Sonst Polycarbonat.

6

Wandanschlussblech setzen

Die Verwahrung regensicher zur Fassade, nicht nur Silikon.

7

Eindeckung verlegen

Polycarbonat, Stegplatten oder Acrylglas mit Gefälle nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen.

8

Tropfkante und Rinne anbringen

Tropfkante an der Vorderkante; Rinne mit Ablauf, die seitlich wegführt, nicht mittig vor die Tür.

9

Dichtheit prüfen

Wandanschluss und Eindeckung auf Regensicherheit kontrollieren; mit Wasser die Wand oberhalb des Vordachs abbrausen und beobachten, wo es läuft.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Ohne Genehmigung gebautRückbau, Nachbarschaftsstreit
Anker nicht ETA-konform bemessenVordach reißt aus der Wand, fällt auf den Eingang
ESG statt VSG über dem EingangGlaskrümelregen im Bruchfall
Gefälle zur WandWasser läuft in den Anschluss
Ohne Wandanschlussblech, nur SilikonFuge reißt, Wasser in die Fassade
Tropfkante vergessenWasser kriecht unter die Fläche, tropft an die Fassade
Statik nach Gefühl statt bemessenTragwerk versagt unter Schnee oder Windsog
Fassade mit Asbestverdacht gebohrtAsbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Bau bis einschließlich 1993 asbesthaltig sein; später erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum. Bei Verdacht am Anschlusspunkt: nicht bohren — TRGS 519, Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.
Genehmigung ist die erste Frage
Landesbauordnung, Abstandsfläche, Gestaltungssatzung und Denkmalschutz entscheiden, ob gebaut werden darf. „In den meisten Bundesländern verfahrensfrei" ist keine Prüfung — landesspezifisch klären. Ohne Prüfung droht Rückbau.
Verankerung ist bemessen
In Beton ein Ankerprodukt mit ETA, bemessen nach DIN EN 1992-4/NA; in Mauerwerk zusätzlich zugelassenes Befestigungssystem, Randabstände und Verankerungstiefe — nicht nur die Untergrundprüfung nach Vordach montieren. Keine Faustformel, kein Gefühl.
Überkopfverglasung nach DIN 18008-2/-3
Über dem Eingang gehört VSG mit Resttragfähigkeit, kein ESG allein — bemessen nach DIN 18008-2 (linienförmig) beziehungsweise DIN 18008-3 (punktförmig). VSG allein ersetzt keinen System- und Resttragfähigkeitsnachweis. Liefert der Fachbetrieb im geprüften System — oder Polycarbonat im Eigenbau.
Absturz
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz für die Montage mit beiden Händen.
Eindeckung nach Materialregeln
Stegplatten, Polycarbonat und Acrylglas nach den Regeln aus Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen — Gefälle, Stirnseiten, Ausdehnungsspiel.
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