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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 17 Min. Lesezeit

Vordach reinigen

Werkstoffprüfung VSG, Acrylglas oder Polycarbonat — und die Kontrolle von Wandfuge, EPDM-Profilen und Ankern
12 Arbeitsschritte
10 typische Fehler

Vorab: Der Werkstoff entscheidet — aber Altbestand bleibt

Bevor irgendein Reiniger angesetzt wird, steht eine Bestimmung, die jede Methode überlagert: Woraus ist die Eindeckung?

🔴 Eine Abgrenzung vorweg — aber keine Entwarnung. Die Platten aus VSG, Acrylglas und Polycarbonat selbst enthalten kein Asbest. Ein bestehendes Vordach ist trotzdem Altbestand: Alte Kitte, Dichtstoffe, Beschichtungen sowie die Anschlüsse an die Bestandsfassade können aus der Zeit bis einschließlich 1993 stammen und asbesthaltig sein. Auch die Reinigung ist eine Bearbeitung dieses Bestands — Reiben, Abtragen und Auswaschen lösen alte Beschichtungen, Kitte und Faserzementstäube an. Die Schadstoffprüfung steht deshalb bei jeder Tätigkeit am Altbestand als Schritt 1, auch bei der reinen Reinigung: erst klären, dann reinigen. Die Verwechslungsgefahr beim Material bleibt zusätzlich bestehen — die drei Werkstoffe sehen sich ähnlich, vertragen aber unterschiedliche Reiniger.

Der Werkstoff bestimmt die Methode
VSG (Verbundsicherheitsglas) ist hart und chemisch robust, aber an Kanten und Beschichtungen empfindlich; Acrylglas (PMMA, Plexiglas) ist weicher und kratzempfindlich; Polycarbonat ist zäh, aber empfindlich gegen bestimmte Lösemittel und gegen Alkalien. Wer mit dem falschen Mittel an das falsche Material geht, richtet mehr Schaden an als jeder Schmutz.
Die Bestimmung ist die erste Handlung
Nur wenn klar ist, ob VSG, Acrylglas oder Polycarbonat vorliegt, lässt sich der Reiniger wählen. Ein Universalmittel für alle drei gibt es nicht — und der Versuch, eines zu verwenden, ist der teuerste Fehler dieser Seite.

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Warum der Werkstoff vor dem Reiniger kommt

„Vordach reinigen" klingt nach einer einzigen Tätigkeit — wie Fensterputzen, nur über Kopf. Der Schein trügt, weil das Dachmaterial die Chemie bestimmt.
Nicht jede Fläche ist eine Scheibe
Ein Vordach kann mit VSG, mit Acrylglas oder mit Polycarbonat-Stegplatten gedeckt sein — und diese drei reagieren völlig unterschiedlich auf Reiniger, Druck und Werkzeug. Was Glas klar bekommt, kann Polycarbonat trüben; und was für Polycarbonat freigegeben ist, kann Acrylglas verkratzen.
Der falsche Reiniger ist ein Schaden, kein Fleck
Ein Lösemittel, das auf Polycarbonat kommt, erzeugt Spannungsrisse — feine Haarrisse, die sich über die Platte ziehen und nicht mehr auspolieren lassen. Ein Scheuermittel auf Acrylglas hinterlässt Kratzer, die das Licht brechen. Beides ist bleibend: Die Reinigung hat das Vordach nicht sauber, sondern kaputt gemacht.
Beim Vordach ist die Bestimmung leichter als beim großen Dach
Die Fläche ist klein und die Kante meist vom Boden aus einsehbar: Sichtbare Kammern in der Stirnseite bedeuten Polycarbonat-Stegplatte, eine massive Kante bedeutet Acrylglas oder Glas, und ein hell klingender Klopfton unterscheidet Glas vom dumpfen Kunststoff. Wer diese halbe Minute investiert, entscheidet damit über den gesamten Rest — der erste Schritt ist keine Putzfrage, sondern eine Materialfrage.

VSG, Acrylglas, Polycarbonat: drei Materialien, drei Pflegearten

Die drei Werkstoffe teilen sich die Eigenschaft „durchsichtig", sonst wenig — und genau das muss die Reinigung wissen.
VSG / Verbundsicherheitsglas
ist die robusteste Oberfläche. Es verträgt die üblichen Glasreiniger, ist hart und kratzt kaum. Seine Empfindlichkeit liegt anderswo: bei den Dichtungen, den Rändern und — bei VSG — den Kanten, an denen die Verbundfolie liegt. Der ausführliche Glas-Ablauf mit Beschichtungen und VSG-Kanten ist ein eigener Fall und steht in Anleitung Terrassenüberdachung Glas reinigen; hier genügt die Werkstoffentscheidung.
Acrylglas / PMMA
ist weicher als Glas und dadurch kratzempfindlich. Jedes Scheuermittel, jedes harte Tuch und jeder Schmutzpartikel, der über die Fläche gerieben wird, hinterlässt feine Kratzer, die im Gegenlicht sichtbar werden. Acrylglas wird deshalb nur mit weichem Material und viel Wasser gereinigt, nie trocken gerieben.
Polycarbonat
ist zäh und bruchfest, aber chemisch empfindlich — und am Vordach besonders gefährdet, weil dort regelmäßig Chemie in Reichweite kommt, die auf einer Terrassenüberdachung nie landet: Fassadenreiniger beim Hauswaschen, Streusalzlösung, die vom Eingangsbereich hochspritzt, oder das Lösemittel vom Türlack. Lösemittel und stark alkalische Mittel erzeugen auf der Oberfläche Spannungsrisse; Hochdruck treibt Wasser in die Kammern. Polycarbonat braucht den mildesten Umgang von allen dreien — Wasser und ein herstellerfreigegebenes Mittel, und beim Arbeiten an der Fassade daneben eine Abdeckung.
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Der Reiniger: pH-neutral und herstellerfreigegeben

Für das Mittel gilt eine einfache Regel, die mehr Streit beendet als jedes Markenversprechen: pH-neutral und freigegeben.
pH-neutral schließt die beiden Sorten aus, die am Eingang griffbereit stehen. Der Fassaden- und Grünbelagsentferner aus dem Baumarkt ist meist alkalisch, der Kalk- und Sanitärreiniger sauer — beide greifen genau die Oberfläche an, die man reinigen will, und alkalische Mittel begünstigen auf Polycarbonat zusätzlich Spannungsrisse. Wichtig ist dabei: pH-neutral ist die Mindestbedingung, nicht der Freibrief. Ein neutrales Mittel kann trotzdem Lösemittel oder Tenside enthalten, die eine Beschichtung angreifen.
Die Herstellerfreigabe schlägt jede allgemeine Empfehlung — auch diese Seite. Nur der Platten- oder Systemhersteller kennt die Beschichtung, die er aufgebracht hat, und nennt deshalb verbindlich, welche Mittel zugelassen sind. Beim Vordach ist diese Vorgabe oft schwer zu finden, weil das Bauteil alt ist und niemand mehr weiß, wer es geliefert hat. Dann gilt die konservative Regel: Ohne bekannte Freigabe wird mit klarem Wasser, mildem Spülmittel und weichem Schwamm gearbeitet — das ist auf allen drei Werkstoffen unschädlich, auch wenn es länger dauert.

Die Ausrüstung passt in einen Eimer

Lauwarmes Wasser mit etwas mildem Reiniger, ein weicher Schwamm oder eine weiche Bürste am Teleskopstiel, klares Wasser zum Abspülen und ein Mikrofasertuch oder ein Abzieher zum Nachziehen. Wichtiger als jedes Zubehör ist, den Grobschmutz zuerst nass zu lösen: Ein Sandkorn, das trocken über Acrylglas gezogen wird, hinterlässt denselben Kratzer wie Schmirgelpapier. Kein Scheuermittel, kein Lösemittel, kein Hochdruck — auf keinem der drei Werkstoffe.

Belag oder Alterung? Die Diagnose vor dem Eimer

Nicht alles, was auf dem Vordach hässlich aussieht, ist Schmutz. Bevor der Eimer gefüllt wird, lohnt eine Minute aus der Nähe — sie entscheidet, ob Reinigen überhaupt etwas löst.
Der Grünbelag sitzt auf der Oberfläche und geht weg
Algen und Moos sammeln sich dort, wo Wasser steht und Schatten liegt — an der Wandfuge, am unteren Plattenrand, neben der Rinne. Der Belag wischt sich mit dem Finger ab und ist mit Wasser und mildem Reiniger lösbar. Das ist der Normalfall, für den diese Seite geschrieben ist.
Die Kalkränder unter der Tropfkante sind mineralisch
Wo Regen an der vorderen Kante abläuft und verdunstet, bleibt Kalk zurück — weißliche Ränder und Streifen, die sich trocken anfühlen und nicht wischen lassen. Sie lösen sich mit Wasser, Zeit und einem weichen Tuch; was verkrustet ist, wird eingeweicht, nicht gekratzt. Saurer Kalkreiniger aus dem Sanitärbereich gehört nicht auf die Platte — er fällt unter dieselbe Sperre wie jedes aggressive Mittel.
Die gelbliche Trübung über die ganze Platte ist kein Belag
Wenn eine Polycarbonat-Platte über Jahre gleichmäßig nachdunkelt und vergilbt, ist das UV-Alterung des Materials — die Schutzschicht ist verbraucht, der Kunststoff selbst hat sich verändert. Dagegen hilft kein Mittel der Welt, und jeder Versuch macht es schlimmer: Wer eine Alterungserscheinung mit immer schärferen Reinigern bekämpft, zerstört zusätzlich die Oberfläche. Die Antwort auf Vergilbung ist der Plattenaustausch, nicht die Reinigung.
Der Beschlag in den Kammern kommt nicht von außen
Schmutz, Kondensat oder Algen innerhalb der Stegkammern liegen unter der Oberfläche — kein Schwamm erreicht sie. Das ist kein Reinigungsbefund, sondern ein Hinweis auf eine offene Stirnseite, und er wird weiter unten eigenständig behandelt.

Die nicht begehbare Überkopffläche — reinigen vom Gerüst

Ein Vordach unterscheidet sich von jeder anderen Dachfläche in einem Punkt, der die ganze Reinigung bestimmt: Es liegt über dem Eingang.
Das Vordach ist eine Überkopffläche, keine Verkehrsfläche
Als Überkopfverglasung im engeren Sinn zählt dabei nur die VSG-Ausführung; Acrylglas und Polycarbonat sind Überdachungen, keine Verglasungen. Für die Kunststoffplatten gelten über Flächen, auf denen Menschen stehen, eigene Anforderungen an die Durchwurfsicherheit — sie folgen aus der Zulassung des Plattensystems, nicht aus der Glas-Norm. Wo unter der Fläche Menschen stehen — beim Aufschließen, beim Warten —, ist die Fläche selbst kein Arbeitsplatz. Es gibt keinen sicheren Tritt auf einer Vordachfläche: Die Platte trägt nicht punktuell, ein Haarriss bricht, und bei Überkopf ist jeder Sturz ein Sturz auf den Eingang. Gereinigt wird deshalb ausschließlich von der Seite her — vom Gerüst oder von der Arbeitsbühne.
Die Leiter ist nur der Zugang
Eine Leiter erreicht die Fläche, macht sie aber nicht zum Arbeitsplatz: Die Reinigung braucht beide Hände, zieht sich über die Fläche und verlangt, dass man sich über die Kante beugt. Dafür ist die Leiter nicht zugelassen — sie ist ein Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz. Wo ein Vordach hoch liegt, gehört ein Gerüst darunter oder eine Arbeitsbühne daneben.
Die Reichweite bestimmt die Methode
Ein schmales Vordach lässt sich vom Rand aus reinigen — mit einem Teleskopstiel und weichem Bezug, nicht durch Draufsteigen. Ein breiteres Vordach braucht die Arbeitsbühne, die an die Fläche heranführt. Der Grundsatz bleibt: Reinigen von der Seite, nie auf der Fläche, nie auf der Leiter stehend.

Die Eingangszone sichern, bevor oben gearbeitet wird

Das Vordach hängt über dem einzigen Eingang des Hauses — und alles, was bei der Reinigung oben anfällt, fällt genau dorthin: Wasser, gelöster Schmutz, der tropfende Schwamm, der herunterwehende Laubrest. Keine zweite Reinigungsfläche am Haus liegt über dem Weg, auf dem während der Arbeit gegangen wird.
Der Eingang bleibt für die Dauer gesperrt
Die Haustür wird abgeschlossen und der Zugang über einen Zweiteingang oder die Garage umgeleitet; ein Zettel an der Tür ersetzt nicht das Schloss, weil die Versuchung „nur kurz durch" genau dann kommt, wenn oben Wasser läuft. Türschloss, Klingel und Briefkasten werden abgeklebt — Putzwasser im Schloss oder im Klingeltaster ist ein Folgeschaden, der nichts mit der Platte zu tun hat.
Der Boden wird abgedeckt und danach trockengelegt
Folie oder Vlies auf Treppe und Eingangsplatten fängt Schmutz und Tropfwasser. Der kritische Moment kommt nach getaner Arbeit: Tropfwasser auf glatten Stein- oder Fliesenstufen ist die Rutschfalle für den ersten, der die Tür wieder benutzt — die Zone wird abgezogen, bevor sie freigegeben wird.
Eine zweite Person unten zahlt sich doppelt aus
Sie hält den Bereich frei, wenn doch jemand zur Tür will, reicht Werkzeug und Wasser, ohne dass der Reinigende auf dem Gerüst klettern muss — und sie kann im Notfall Hilfe holen. Eine sichernde Funktion hat sie ausdrücklich nicht: Absturzsicherung wird technisch hergestellt, nicht durch eine zweite Person ersetzt.

Im abgekühlten Zustand reinigen — gegen die Thermospannung

Nicht nur das Mittel, auch der Zeitpunkt entscheidet — und der hat einen physikalischen Grund.
Die Sonne heizt die Fläche auf
Ein Vordach steht in der Sonne; seine Platten erhitzen sich auf der Oberseite, während die Unterseite kühler bleibt. Zwischen oben und unten entsteht ein Temperaturgefälle — und damit eine Thermospannung in der Platte.
Der kalte Schlauchstrahl setzt diese Spannung schlagartig frei
Trifft kaltes Wasser auf die aufgeheizte Oberseite, zieht sich das Material dort zusammen, während der Kern noch ausgedehnt ist. Bei Glas ist das der klassische Temperaturschock: Die Zugspannung wandert an die Kante, und ein Kantenschaden wird dort zum Riss. Bei Acrylglas und Polycarbonat ist der Schock selbst weniger gefährlich — Kunststoff gibt nach —, dafür ist die Wärmedehnung um ein Vielfaches größer. Und genau hier liegt beim Vordach das Problem: Die Platte ist am Wandanschluss eingespannt und kann sich dort nicht bewegen. Was sie an Dehnung nicht abbauen darf, endet als Spannung an der Klemmung — deshalb reißt es zuerst am Anschluss und nicht in der Fläche.
Die Handprobe entscheidet, nicht die Uhrzeit
Fühlt sich die Platte warm an, wird nicht gereinigt — unabhängig davon, ob es zehn Uhr morgens oder sechs Uhr abends ist. Ein nach Süden zeigendes Vordach über einer dunklen Haustür kann bis in den Abend Wärme halten, ein nach Norden zeigendes ist schon mittags kühl. Der bedeckte Tag ist deshalb der sicherste Termin, und das Wasser sollte lauwarm sein statt eiskalt aus dem Gartenschlauch.

Die Kontrolle: Wandfuge, EPDM-Profile, Anker

Die Reinigung ist der Moment, in dem man den Zustand des Vordachs tatsächlich sieht — und diese Kontrolle ist der bleibende Ertrag.
Die Wandfuge
Wo das Vordach an die Fassade trifft, sitzt die Wandfuge — die Anschlusslinie, an der sich als Erstes zeigt, ob die Verwahrung noch dicht ist. Bei der Reinigung wird geprüft, ob die Fuge gerissen ist, ob Silikon sich gelöst hat und ob hinter den Anschluss Wasser gezogen ist. Eine gerissene Wandfuge ist ein Anfang für Feuchte in der Wand — und die Reinigung ist der Moment, es zu bemerken (Reparatur siehe Vordach Wandanschluss abdichten).
Die EPDM-Profile
An den Rändern und am Anschluss sitzen EPDM-Profile — Elastomer-Dichtprofile, die die Kanten abdichten und Bewegung aufnehmen. Bei der Reinigung wird geprüft, ob sie noch sitzen, ob sie rissig oder versprödet sind. Ein versprödetes EPDM-Profil dichtet nicht mehr — die Reinigung deckt es auf, bevor es zum Schaden wird.
Die Anker
Das Vordach hängt an Ankern in der Wand — tragenden Bauteilen, deren Eignung aus Bemessung und Zulassung folgt, nicht aus einer Sichtprüfung. Bei der Reinigung wird mitgeprüft, ob am Anschlusspunkt Risse im Putz, Rostfahnen oder ein gelockerter Sitz sichtbar sind. Ein Vordach, dessen Anker korrodieren oder dessen Anschluss Risse zeigt, ist kein Reinigungs-, sondern ein Statikfall: Die Sichtkontrolle ersetzt keinen statischen Nachweis, sie lenkt nur den Verdacht. Die Kontrolle gehört zur Reinigung — wer nur putzt und nicht hinsieht, übersieht den Anfang des Schadens.
Die Reihenfolge zählt
Erst reinigen, dann kontrollieren, dann Ersatz und Reparatur einplanen. Die Reinigung ist nicht fertig, wenn die Platte glänzt, sondern erst, wenn Wandfuge, Profile und Anker geprüft sind.

Schmutz in den Kammern: die Folgekette

Der häufigste „das wird nicht mehr sauber"-Fall an einer Stegplatte sitzt nicht auf, sondern in der Platte — und er hat eine erkennbare Ursache.
Der Weg des Wassers führt über die Stirnseite
Die Kammern einer Stegplatte sind nach vorn offen, wenn dort nicht das vorgesehene Band klebt: oben das dichte Abschlussband, unten das diffundierende Anti-Staub-Band (die Regeln dazu stehen in Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen). Fehlt das Band, ist es falsch geklebt oder verklebt mit der Zeit, ziehen Staub, Pollen und Feuchtigkeit ein. Der zweite Eintrittsweg ist der Hochdruckreiniger: Sein Strahl treibt Wasser durch die Stirnseite und an den Profildichtungen vorbei direkt in die Kammern — der Schaden aus der Fehlertabelle unten entsteht genau hier.
Von innen lässt sich eine Kammer praktisch nicht reinigen
Kein Werkzeug erreicht den Kammergrund, und was an Algen oder Schmutz einmal an den Stegen haftet, bleibt sichtbar, solange die Platte hängt. Reines Kondenswasser nach einer undichten Phase kann abtrocknen, sobald die Eintrittsstelle geschlossen ist und die Platte durchlüften kann — das dauert Wochen und funktioniert nur bei trockenem Wetter. Sichtbarer Schmutz oder Algenbewuchs in der Kammer dagegen gehen nicht mehr weg.
Die Optionen sind begrenzt und ehrlich benannt
Ist nur das Band verschlissen, wird die Stirnseite nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen neu verklebt und der weitere Eintrag gestoppt — der vorhandene Befall bleibt. Ist die Platte von innen verschmutzt oder bewachsen, hilft nur der Tausch; die Ersatzplatte kommt aus der Stegplatten-Gruppe, und beim Einbau wird die Stirnseite von Anfang an richtig geschlossen.

Der Kratzer ist passiert — was jetzt

Es ist trotz aller Vorsicht geschehen: ein falscher Schwamm, ein Sandkorn, ein scharfer Gegenstand — und die Oberfläche zeigt einen Kratzer. Was jetzt hilft, hängt wieder am Werkstoff.
Acrylglas ist der einzige der drei, bei dem sich etwas retten lässt
PMMA ist ein homogener Werkstoff — die Platte besteht durch und durch aus demselben Material. Vorausgesetzt, sie ist unbeschichtet: Viele Platten tragen eine Hard-Coat- oder Anti-Kondensat-Schicht, und die wird beim Polieren zerstört. Bei unbeschichteten Platten lassen sich feine Kratzer dagegen mit einer Acrylglas-Politur und einem weichen Tuch auspolieren: kreisend, mit wenig Druck, in mehreren Durchgängen statt mit Gewalt. Die Grenze liegt beim Fingernagel-Test: Was der Nagel deutlich spürt, ist zu tief zum Polieren — es bleibt eine Vertiefung, die sich nur durch Tausch der Platte beseitigen lässt.
Bei Polycarbonat ist Polieren kontraproduktiv
Die Platte trägt ihre UV-Schutzschicht auf der Oberfläche; ein Kratzer hat sie dort bereits verletzt, und jedes Polieren trägt sie weiter ab. Der Kratzer auf Polycarbonat ist bleibend — die Entscheidung lautet nur, ob er ein Kosmetikschaden ist, mit dem die Platte weiterdient, oder ob Kante oder Klemmung getroffen sind und die Platte getauscht wird.
Bei VSG ist der Kratzer endgültig
Glas lässt sich im Heimanwendungsbereich nicht auspolieren; ein fühlbarer Kratzer bleibt, und ein Kratzer, der in die Kante läuft, ist dort der Ansatzpunkt für den nächsten Riss. Die Reparaturregel für die Scheibe steht wie die gesamte Glasbehandlung in Anleitung Terrassenüberdachung Glas reinigen.

Schritt für Schritt: die schonende Reinigung

Dieser Ablauf gilt für die Eigenleistung bei sicherer Zugänglichkeit — und er beginnt mit der Schadstofffrage, nicht mit dem Putzwasser.
1

Schadstofffrage klären

Den Altbestand am Vordach bestimmen — alte Kitte, Dichtstoffe, Beschichtungen und Fassadenanschlüsse auf Asbestverdacht prüfen, bevor gereinigt wird (siehe ganz oben).

2

Werkstoff bestimmen

VSG, Acrylglas oder Polycarbonat? Ohne diese Antwort kein Reiniger.

3

Herstellervorgabe lesen

Der Plattenhersteller nennt den freigegebenen Reiniger und die Methode — das ist die verbindliche Vorgabe.

4

Belag oder Alterung unterscheiden

Grünbelag und Kalk sind reinigbar; gleichmäßige Vergilbung ist UV-Alterung, Beschlag in den Kammern ein Stirnseiten-Problem — beides löst kein Eimer.

5

Zeitpunkt wählen

Abgekühlter Zustand — morgens, abends oder bedeckt. Nicht in der Mittagssonne.

6

Zugang sichern und Eingang sperren

Gerüst oder Arbeitsbühne seitlich der Fläche — die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz, die Überkopffläche keine Verkehrsfläche. Gleichzeitig wird die Eingangszone gesperrt: Tür abgeschlossen, Schloss und Klingel abgeklebt, Boden abgedeckt.

7

Groben Schmutz lösen

Mit weicher Bürste und Wasser, nie trocken reiben — trockener Schmutz wirkt wie Schmirgel.

8

pH-neutral reinigen

Herstellerfreigegebenes, pH-neutrales Mittel mit weicher Bürste oder Schwamm, lauwarmes Wasser, dann klar abspülen.

9

Abziehen

Mit Mikrofasertuch oder Abzieher nachziehen, ohne Druck.

10

Wandfuge prüfen

Die Anschlussfuge zur Fassade auf Risse und gelöstes Silikon kontrollieren.

11

EPDM-Profile und Anker kontrollieren

Profile auf Risse und Versprödung, Anker und Anschlusspunkt auf Risse und Rostfahnen prüfen.

12

Eingangszone freigeben

Abdeckung entfernen, Treppe und Eingangsplatten abziehen — erst wenn der Boden trocken ist, wird der Eingang wieder benutzt.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Auf der Scheibe oder Platte gestandenDurchsturz über dem Eingang, Lebensgefahr
Mit dem Hochdruckreiniger gereinigtWasser in die Kammern, Platte beschlägt von innen
Eingang während der Reinigung offen gelassenPutzwasser in Schloss und Klingel, Rutschfalle auf der nassen Treppe
Vergilbung weggeschrubbtUV-Alterung mit immer schärferen Mitteln bekämpft, Oberfläche ruiniert
Lösemittel auf PolycarbonatSpannungsrisse, die Platte wird spröde
Bei praller Sonne gereinigtThermospannung, Temperaturschock, Risse
Scheuermittel oder harte Bürste benutztKratzer, stumpfe, trübe Oberfläche
Das falsche Material behandeltGlas-Methode auf Polycarbonat — bleibender Schaden
Wandfuge nicht geprüftFeuchte zieht unbemerkt in die Fassade
Anker und Anschlusspunkt ignoriertKorrosion oder Riss übersehen, Statikfall verschleppt
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Die Flächen aus VSG, Acrylglas und Polycarbonat sind selbst asbestfrei; das bestehende Vordach ist trotzdem Altbestand. Auch die Reinigung ist eine Bearbeitung: Alte Kitte, Dichtstoffe, Beschichtungen und Fassadenanschlüsse aus der Zeit bis einschließlich 1993 können asbesthaltig sein und werden vor jedem Handgriff — auch vor der Reinigung — geklärt. Erst danach wird der Werkstoff bestimmt. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.
pH-neutral und herstellerfreigegeben
Der Reiniger ist pH-neutral und vom Plattenhersteller freigegeben — keine Lösemittel, keine stark alkalischen Mittel, keine Scheuermittel.
Nicht begehbare Überkopffläche
Gereinigt wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne. Die Leiter ist kein Arbeitsplatz, die Überkopffläche keine Verkehrsfläche — auf der Fläche wird nie gestanden.
Eingangszone gesperrt
Während der Reinigung bleibt der Eingang darunter geschlossen, Türschloss und Klingel sind abgeklebt, der Boden abgedeckt — und die Zone wird erst trocken wieder freigegeben.
Thermospannung
Gereinigt wird im abgekühlten Zustand. Kaltes Wasser auf die aufgeheizte Platte erzeugt einen Temperaturschock und kann Risse auslösen.
Kontrolle gehört zur Reinigung
Wandfuge, EPDM-Profile und Anker werden mitgeprüft — die Reinigung endet erst dort. Ein Riss in der Fuge oder am Anschluss ist ein Reparatur- oder Statikfall, kein Putzproblem.
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