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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 16 Min. Lesezeit

Vordach Wandanschluss abdichten

Eingeputztes Gegenblech, hochgeführte Anschlussbahn und die Bewegungsfuge — dimensioniert nach den Grundsätzen der DIN 18540
7 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage am Anschlusspunkt

Bevor am Wandanschluss gearbeitet wird, steht eine Prüfung, die jeden Eingriff in die Bestandsfassade überlagert.

🔴 Alte Fassaden können schadstoffhaltig sein. Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein — und ein Wandanschluss bedeutet bohren, aufstemmen, Putz öffnen, also durchdringen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: später sanierte, nachgerüstete oder erneuerte Fassadenteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht stemmen, nicht schleifen; Umgang nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb. Auch das Öffnen einer alten Fuge zum Neuverfugen ist ein Eingriff und steht deshalb nach dieser Klärung, nicht davor.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn die Fassade als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Abdichtung — und an die Frage, die diesen Anschluss eigentlich entscheidet: Bewegung, Schlagregen und die Wahl zwischen Blech und Bahn.

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Warum der Wandanschluss die eigentliche Schwachstelle ist

Ein Vordach wird selten in der Fläche undicht — fast immer an der Linie, an der es auf die Wand trifft. Wer versteht, warum, versteht die ganze Seite.

Am Anschluss treffen drei Kräfte zusammen

Erstens Schlagregen: Das Wasser, das an der Fassade herunterläuft, trifft hier auf die Dachfläche und muss kontrolliert über sie abgeführt werden. Zweitens Bewegung: Das Vordach und die Fassade arbeiten unterschiedlich — Temperatur, Feuchte und Setzung lassen beide verschieden stark schwinden und quellen. Drittens Kapillarität: Wasser, das in eine offene Fuge eindringt, kriecht durch Kapillarkräfte weiter, als die Fuge breit ist — nach innen, nach oben, in die Wand.
Eine bloße Dichtstoffraupe kann keine dieser Kräfte dauerhaft aufnehmen. Ein Dichtstoff, der nur als Raupe zwischen Vordach und Wand gezogen wird, reißt unter Bewegung, altert unter UV und verliert die Haftung am Putz — unabhängig von seiner chemischen Basis. Die Raupe ersetzt keine wasserführende Verwahrung; ein korrekt dimensionierter, für Bewegungsfugen freigegebener Dichtstoff kann dort, wo eine Fuge arbeitet, aber sehr wohl geeignet sein. Der Wandanschluss braucht deshalb die mechanische Verwahrung, die das Wasser führt; die Dichtung ist Ergänzung, nicht Ersatz.

Deshalb ist der Wandanschluss ein System

Eine Blechverwahrung oder eine hochgeführte Bahn leitet das Wasser, eine Bewegungsfuge nimmt die Dehnung auf, und beides muss zur Eindeckung passen. Wer nur eine Komponente setzt, hat keinen Anschluss, sondern einen Hoffnungswert.

Woher das Wasser kommt: Symptome und ihre Ursachen

Bevor etwas abgedichtet wird, muss feststehen, dass die Feuchte überhaupt vom Anschluss kommt. Nasser Putz an der Fassade hat drei mögliche Quellen — die Anschlusslinie, die Vordachfläche und die Wand selbst — und nur die erste löst diese Seite.
SymptomWahrscheinliche Ursache
Nasser Putz oberhalb der AnschlusslinieWasser läuft hinter die Verwahrung und tritt darüber wieder aus
Wasserfilm an der Unterseite der EindeckungBahn oder Blech zu niedrig geführt, Überströmung bei Regen
Feuchte erst nach West- oder WetterlageSchlagregenseitige Fugenflanke oder fehlendes Gegenblech
Gleichmäßige Feuchte ohne RegenbezugKondensat aus dem dahinterliegenden Raum — kein Anschlussproblem

Die Wasserprobe trennt die Quellen

Der Prüfweg ist das abschnittsweise Abbrausen mit dem Schlauch, von oben nach unten: erst die Wand oberhalb des Anschlusses, dann die Anschlusslinie selbst, dann die Fläche — und zwischen den Abschnitten warten, bis sich innen etwas zeigt. Tritt die Feuchte erst auf, wenn die Fläche statt der Wand nass wird, sitzt die Undichtigkeit in der Eindeckung, nicht im Anschluss. Bleibt die Anschlusszone bei jeder Probe trocken und ist die Feuchte auch nach längerem Trockenwetter da, spricht das für Kondensat oder aufsteigende Feuchte in der Wand — dann ist der Anschluss unschuldig, und die Reparatur gehört an eine andere Stelle.

Das eingeputzte Wandanschluss- und Gegenblech

Die robusteste Lösung am Vordach ist die Blechverwahrung — und ihre Stärke liegt in dem einen Detail, das Heimwerker oft weglassen.
Das Wandanschlussblech greift hinter die Fassade
Ein Wandanschlussblech wird an der Fassade hochgeführt und hinter die Bekleidung oder den Putz geführt — es bildet eine wasserführende Ebene, die das an der Wand ablaufende Wasser auf die Vordachfläche leitet. Dazu kommt das Gegenblech: ein zweites Blech, das über das erste greift und verhindert, dass Wasser hinter die Verwahrung läuft. Beide zusammen bilden die klassische doppelte Verwahrung, die auch unter Schlagregen dicht bleibt.
„Eingeputzt" heißt: im Putz verankert
Ein Wandanschlussblech, das nur aufgeklebt oder oberflächlich aufgesetzt ist, wird vom Wind unterfahren oder löst sich mit dem Putz ab. Eingeputzt bedeutet, das Blech wird mit einer Aufkantung in den Putzaufbau eingearbeitet und dort mechanisch gehalten — es sitzt in der Fläche, nicht auf ihr. Genau dieser Schritt ist keine Eigenleistung mehr, sondern Spenglerarbeit.
Das Blech arbeitet mit der Eindeckung zusammen
Es greift über die Platten oder das Glas und lässt das Wasser über die Fläche ablaufen. Ein falsch gesetztes Blech lenkt das Wasser am Vordach vorbei in die Fassade; ein richtig gesetztes hält den Übergang dicht. Wo eine Stegplatten-Eindeckung vorliegt, übernimmt zusätzlich das Wandanschlussprofil diese Führung — dazu unten.

Der Sonderfall Dämmfassade und Klinker

Das eingeputzte Blech setzt einen Putz voraus, der trägt. An zwei Fassaden- aufbauten stimmt genau das nicht — und beide stehen am Bestand ständig vor dem Leser.
An der Dämmfassade sitzt der Anschluss in der Armierung
Bei einem Wärmedämmverbundsystem endet der Putz in einer dünnen Armierungsschicht auf der Dämmung — eine Verwahrung, die dort eingeputzt wird, hängt an einer Schicht, die selbst nur auf Dämmstoff klebt. Sie wird vom Wind unterfahren oder reißt die Armierung mit aus. Der Anschluss an einer solchen Fassade braucht eine Befestigung, die bis ins tragfähige Mauerwerk durchreicht, und eine Abdichtung jeder Durchdringung durch die Armierung — das ist ausnahms- los Fachbetriebssache. Was der Leser vor der Beauftragung selbst klären kann: der Aufbau der eigenen Fassade. Klingt der Putz beim Klopfen hohl und gibt leicht nach, spricht das für eine Dämmfassade; ist der Aufbau unklar, stellt ihn der Fachbetrieb fest, bevor gebohrt wird — nicht der Heimwerker mit der Stemmarbeit.
An Klinker und Riemchen haftet nichts auf der Verblendschicht
Auch die Klinker- oder Riemchenfassade trägt nur scheinbar: Die Riemchenschicht ist eine dünne Verblendung, und ein Band oder Blech darauf haftet an einer Schicht, die keine Last aufnimmt. Die Verwahrung gehört hier in eine ausgebildete Fuge oder bis ins Mauerwerk dahinter. An unverputztem Mauerwerk dagegen greift die Fuge direkt am Stein — das ist einer der Untergründe, die die DIN 18540 unmittelbar erfasst — sie gilt für Fugen zwischen Bauteilen aus Ortbeton und Betonfertigteilen mit geschlossenem Gefüge sowie unbeschichtetem Mauerwerk und Naturstein, und auch dort gilt: Flanken fest, sauber und frei von Ausblühungen, sonst haftet kein Dichtstoff.

Die hochgeführte Anschlussbahn

Nicht jeder Wandanschluss ist eine Blecharbeit — bei vielen Vordächern leistet eine hochgeführte Bahn dieselbe Aufgabe.
Die Anschlussbahn ist die flexible Verwahrung
Eine Anschlussbahn — eine Bitumen-, Kunststoff- oder EPDM-Bahn — wird an der Wand hochgeführt und auf der Dachfläche verklebt. Sie bildet eine durchgehende, flexible Dichtungsebene, die sich dem Untergrund anpasst und Bewegung besser aufnimmt als ein starres Blech. Die Hochführung ist dabei das Kernstück: Die Bahn muss so weit an der Wand hochgeführt werden, dass auch bei Schlagregen und rückstauendem Wasser nichts hinter sie läuft — an der Wand staut sich abprallendes Regenwasser, und bei Schnee schiebt sich die Decke am Anschluss auf.
Die Hochführungshöhe entscheidet
Eine Bahn, die nur wenige Zentimeter hoch geführt wird, wird bei Starkregen überströmt — das Wasser läuft über die Oberkante hinter die Bahn. Wie hoch geführt werden muss, hängt von Neigung, Sparrenlänge und Standort ab und steht in der Fachregel beziehungsweise der Herstellervorgabe — eine Pauschalhöhe gibt es nicht. Oben wird die Bahn mechanisch fixiert oder eingeklebt, nie einfach offen hängen gelassen.
Bahn und Blech schließen sich nicht aus
Wo ein eingeputztes Gegenblech die obere Kante einer hochgeführten Bahn abdeckt, ergibt sich die witterungsbeständigste Kombination: Die Bahn dichtet flexibel, das Blech schützt die obere Anschlusskante vor UV und Schlagregen.

EPDM-Anschlussband und vliesarmierter Flüssigkunststoff

Zwischen der massiven Blechverwahrung und der hochgeführten Bahn gibt es zwei Materialien, die die eigentliche Abdichtung übernehmen — und die oft verwechselt werden.
Das EPDM-Anschlussband ist der flexible Streifen
Ein EPDM-Anschlussband ist ein elastomeres Dichtband, das an der Anschlusslinie verklebt wird und Bewegung dauerhaft aufnimmt, ohne zu verspröden. Es eignet sich dort, wo eine Fuge arbeitet und ein starres Material reißen würde. Entscheidend ist der Untergrund: Das Band haftet nur auf sauberem, tragfähigem und verträglichem Grund — Putz muss fest sein, lose Schichten müssen vorher ab.
Der vliesarmierte Flüssigkunststoff ist die flächige Abdichtung
Ein vliesarmierter Flüssigkunststoff wird flüssig aufgetragen, mit einem Armierungsvlies eingearbeitet und härtet zu einer nahtlosen, rissüberbrückenden Abdichtung aus. Er ist das Mittel, wenn der Anschluss unregelmäßig verläuft, Durchdringungen zu schließen sind oder ein Blech an dieser Stelle schlicht nicht passend zu fertigen ist. Flüssigabdichtung ist kein Anstreichen, sondern ein mehrlagiger Systemaufbau mit Vlies, Trocknungszeiten und Schichtdicken nach Herstellervorgabe.
Beides ist Fachbetriebsarbeit
Band und Flüssigkunststoff sind keine Baumarkt-Tuben, die man „eben mit verarbeitet": Die Untergrundvorbehandlung, der Schichtaufbau und die Haftung am konkreten Untergrund entscheiden über die Dichtheit — und die beurteilt der Fachbetrieb. Franke führt weder Flüssigkunststoff noch EPDM-Anschlussband als bestätigtes Sortiment; der Verweis geht an den Fachhandel beziehungsweise den Spengler.
Das Verarbeitungsfenster begrenzt den Termin
Band, Klebstoff und Dichtstoff verarbeiten sich nur innerhalb eines Fensters aus Luft- und Untergrundtemperatur und Untergrundfeuchte — zu kalt, zu nass oder zu heiß, und die Haftung fällt aus, bevor man es dem fertigen Anschluss ansieht. Die Werte sind systemabhängig und stehen im Datenblatt des jeweiligen Systems; sie entscheiden, wann am Anschluss gearbeitet werden kann — nicht der Kalender.

Die Bewegungsfuge — und was von DIN 18540 gilt

Jeder Wandanschluss arbeitet — und genau dafür braucht er eine Fuge, die mitarbeitet statt zu reißen.
DIN 18540 regelt das Abdichten bestimmter Fugen mit Dichtstoffen
DIN 18540 ist die Norm für das Abdichten von Außenwandfugen mit Fugendichtstoffen — ihr Anwendungsbereich sind Fugen zwischen Beton, unverputztem Mauerwerk oder Naturstein. Ein Anschluss zwischen Metall beziehungsweise Stegplatte und einer verputzten Fassade fällt nicht automatisch darunter; dort entscheidet das System, ob die Norm überhaupt heranzuziehen ist. Wo sie gilt, legt sie fest, wie eine Fuge dimensioniert, vorbereitet und verfüllt wird, damit sie die zu erwartende Bewegung aufnehmen kann. Und wo sie nicht unmittelbar gilt, gelten ihre Dimensionierungs- grundsätze sinngemäß: die Trennlage zum Fugengrund, die zur Bewegung passende Fugentiefe und ein Dichtstoff, der für diese Dehnung und diesen Untergrund freigegeben ist. Eine Fuge, die nach diesen Grundsätzen ausgeführt ist, arbeitet mit dem Bauteil — gleichgültig, unter welcher Normbezeichnung sie geplant wurde; eine Fuge, die es nicht ist, reißt oder verliert die Flankenhaftung.
Die Bewegungsfuge nimmt die Dehnung auf
Am Wandanschluss treffen Vordach und Fassade aufeinander — zwei Bauteile, die sich unterschiedlich bewegen. Die Bewegungsfuge ist der bewusst angelegte Spalt, der diese Bewegung aufnimmt, damit sie nicht irgendwo unkontrolliert einen Riss erzeugt. Sie braucht eine Trennlage zum Fugengrund, die richtige Fugentiefe und einen Dichtstoff, der zur Dehnung und zum Untergrund passt.
Die Fuge ist kein Ersatz für die Verwahrung
Eine sauber ausgeführte Bewegungsfuge nimmt die Bewegung auf — die Wasserführung übernimmt trotzdem die Verwahrung davor. Fuge und Verwahrung sind zwei Schichten mit zwei Aufgaben: die eine bewegt sich, die andere leitet Wasser. Wer beides in eine einzige Dichtstoffraupe zusammenlegt, bekommt keins von beidem richtig.

Metallarbeiten nach den ZVDH-Fachregeln

Wo am Vordach Blech verarbeitet wird, gelten Regeln, die nicht aus dem Baumarkt kommen — sondern aus dem Dachdeckerhandwerk.
Die ZVDH-Fachregeln sind das Regelwerk der Blecharbeit
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) gibt mit seinen Fachregeln für Metallarbeiten vor, wie Bleche am Dach und am Anschluss bemessen, gefertigt und befestigt werden — Dehnung, Befestigungsabstände, Überdeckungen, Mindestgefälle der Metallflächen. Ein Wandanschlussblech, das nach diesen Regeln gefertigt ist, hält die zu erwartende Bewegung und den Windsog aus, ohne sich aufzuwerfen oder zu reißen.
Die Regeln decken die typischen Fehler ab
Zwei wiederkehrende Punkte: Bleche brauchen Dehnungsreserven — ein zu lang durchgehendes Blech ohne Dehnungsausgleich wirft sich bei Sonne auf und reißt die Befestigung los. Und Bleche brauchen das richtige Mindestgefälle in ihrer Fläche, damit Wasser nicht auf ihnen stehen bleibt. Beides sind Punkte, die ein Laie am fertigen Blech nicht sieht — und die trotzdem entscheiden, ob es dicht bleibt.
Metallarbeit ist Spenglerarbeit
Das Fertigen und Einarbeiten eines eingeputzten Wandanschluss- und Gegenblechs gehört in die Hand des Spenglers beziehungsweise Dachdeckers. Die Fachregel ist nicht das Dokument, das der Heimwerker vor dem ersten Falz liest — sie ist die Grundlage der Facharbeit, die dieser Anschluss verlangt.

Das Wandanschlussprofil bei Stegplatten-Eindeckung

An der Stelle, wo Franke tatsächlich liefern kann, wird der Wandanschluss konkret — bei der Stegplatten-Eindeckung.
Das Wandanschlussprofil führt die Eindeckung zur Wand
Für Stegplatten- und Polycarbonat-Eindeckungen führt Franke Wandanschlussprofile — Systemprofile, die an der Wand angeschlagen werden und die Stirnseiten der Platten aufnehmen. Sie bilden die Verwahrung der Eindeckung zur Fassade und gehören zu den Stegplatten-Systemen.
Das Profil ist ein Systembaustein, kein Universaldichtmittel
Ob ein Wandanschlussprofil für den konkreten Plattentyp und den vorhandenen Fassadenaufbau geeignet ist, entscheidet das jeweilige System. Es ersetzt nicht die Spengler-Verwahrung, wo eine massive Blecharbeit nötig ist — aber bei einer sauberen Stegplatten-Eindeckung ist es der richtige, passende Übergang zur Wand, statt einer improvisierten Silikonfuge.
Profil und obere Verwahrung ergänzen sich
Auch beim Wandanschlussprofil bleibt die obere Kante der Punkt, an dem Schlagregen hinter die Führung laufen kann. Die dauerhafte Lösung ist deshalb oft das Profil für die Eindeckung plus eine obere Verwahrung oder ein Gegenblech für die Fassade — zwei Bausteine, die zusammen den Anschluss dicht machen.

Blech, Bahn oder Profil: die Systemwahl

Drei Systeme wurden beschrieben — die Wahl zwischen ihnen fällt nicht nach Vorliebe, sondern am Untergrund der Wand, an der Eindeckung und an der Bewegung, die der Anschluss aushalten muss.
AusgangslagePassendes System
Tragfähiger Putz, Stegplatten-EindeckungWandanschlussprofil plus obere Verwahrung oder Gegenblech
Tragfähiger Putz, Glas- oder BlecheindeckungEingeputztes Wandanschluss- und Gegenblech
DämmfassadeFachbetrieb: Verwahrung bis ins tragfähige Mauerwerk
Klinker oder RiemchenVerwahrung in der ausgebildeten Fuge oder am Mauerwerk, nie auf der Verblendschicht
Fläche mit Bahn abgedichtetHochgeführte Anschlussbahn, oben fixiert oder mit Blech abgedeckt
Starke Bewegung zu erwartenFlexible Führung aus Bahn oder Band statt starrem Blech, dazu die Bewegungsfuge
Die Tabelle sortiert die Wahl, ersetzt aber nicht den Blick vor Ort. Wer seine Zeile gefunden hat, weiß, welches System in Frage kommt — die Beurteilung des konkreten Untergrunds bleibt Schritt drei des Ablaufs und gehört im Zweifel in Fachhände.
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Schritt für Schritt: den Anschluss abdichten

Dieser Ablauf trennt ausdrücklich, was in Eigenleistung geht und was in Fachhände gehört.
1

Schadstofffrage klären

Die Bestandsfassade am Anschlusspunkt bestimmen; bei Verdacht auf Asbest im Putz oder in der Bekleidung endet das Bohren und Aufstemmen hier (siehe ganz oben).

2

Zustand beurteilen

Besteht der Schaden in einer gerissenen Fuge, in einer hinterläufigen Verwahrung oder in einer zu niedrigen Anschlussbahn? Ohne diese Diagnose keine passende Reparatur.

3

System wählen

Blechverwahrung bei massiver Belastung, hochgeführte Anschlussbahn bei flexiblen Übergängen, Band oder Flüssigkunststoff bei arbeitenden Fugen — passend zur Eindeckung.

4

Verwahrung und Fuge anlegen

Die Metallverwahrung nach ZVDH-Fachregel und die Bewegungsfuge nach den Grundsätzen der DIN 18540 durch den Fachbetrieb ausführen lassen — wo die Norm den Anschluss nicht unmittelbar erfasst, sinngemäß.

5

Eindeckung anschließen

Bei Stegplatten das Wandanschlussprofil nach Systemvorgabe setzen; die Stirnseiten nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen abschließen.

6

Oberkante schützen

Die obere Anschlusskante mechanisch fixieren oder mit Gegenblech abdecken — nie offen stehen lassen.

7

Dichtheit prüfen

Mit Wasser die Wand oberhalb des Vordachs abbrausen und beobachten, ob es hinter den Anschluss läuft. Prüfung nach dem Aushärten, nicht sofort.

Die Enden der Anschlusslinie

Die Anschlusslinie ist nicht endlos — sie hat zwei Enden, und dort sitzt die Restleckstelle einer ansonsten sauberen Arbeit.
An den Enden kippt das Wasser um die Ecke
Die Anschlussfuge läuft an beiden Seiten gegen den Ortgang oder eine freie Kante des Vordachs. Was die Verwahrung auf ihrer Linie sicher führt, läuft am Ende einfach weiter — um die Ecke, hinter die seitliche Begrenzung, in die Wand. Deshalb werden Blech und Bahn nicht bündig mit der Anschlusslinie abgeschlossen, sondern mit um die Ecke geführt und dort verwahrt; das Gegenblech läuft in die seitliche Verwahrung ein, statt offen zu enden.
In der Ecke treffen zwei Systeme aufeinander
Am seitlichen Ende stößt der Wandanschluss auf den Stirnseitenabschluss der Eindeckung — zwei Führungen, die sich überlappen müssen, nicht aneinanderstoßen. Genau an diesem Übergang sitzt nach der Montage am häufigsten die letzte undichte Stelle. Bei der Wasserprobe gelten die Ecken deshalb als erste Prüfpunkte: Wer dort abbraust und nichts findet, hat die Anschlusslinie im Griff.

Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Nur eine Dichtstoffraupe gezogenFuge reißt unter Bewegung und UV, Wasser in die Wand
Blech nicht eingeputztVerwahrung wird unterfahren oder löst sich mit dem Putz
Anschlussbahn zu niedrig geführtÜberströmung bei Starkregen, Wasser hinter die Bahn
Gegenblech weggelassenSchlagregen läuft hinter die obere Verwahrung
Bewegungsfuge ohne Trennlage und Dimensionierungunkontrollierte Risse, Flankenabriss
Flüssigkunststoff „nur angestrichen"fehlender Schichtaufbau, keine dauerhafte Dichtheit
Wandanschlussprofil als Universaldichtung benutztfalsches System für den Fassadenaufbau
Fassade mit Asbestverdacht geöffnetAsbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 asbesthaltig sein; später erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum. Bei Verdacht am Anschlusspunkt: nicht bohren, nicht aufstemmen — TRGS 519, Fachbetrieb.
Verwahrung führt, Dichtung ergänzt
Der Wandanschluss braucht eine mechanische Verwahrung — eingeputztes Blech oder hochgeführte Bahn. Silikon ist Ergänzung, kein Ersatz.
Bewegungsfuge nach den Grundsätzen der DIN 18540
Die Fuge nimmt die Bewegung zwischen Vordach und Fassade auf. Sie braucht Trennlage, Fugentiefe und einen passenden Dichtstoff — keine improvisierte Raupe. Wo die Norm den Anschluss nicht unmittelbar erfasst, gelten diese Grundsätze sinngemäß.
Metallarbeiten nach ZVDH-Fachregel
Blechverwahrungen werden nach den Fachregeln für Metallarbeiten gefertigt: mit Dehnungsreserven, Befestigungsabständen und Mindestgefälle. Das ist Spenglerarbeit.
Flüssigkunststoff und EPDM-Band sind Fachbetriebsarbeit
Mehrlagiger Systemaufbau und Untergrundvorbehandlung entscheiden über die Dichtheit. Franke führt beides nicht als bestätigtes Sortiment.
Absturz
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz für die Arbeit mit beiden Händen am Anschluss.
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