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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 19 Min. Lesezeit

Terrassenüberdachung selber bauen

Bauordnung, Statik nach Eurocode 5, Fundamente — und wo die Eindeckung über Menschen hinweggeht
10 Arbeitsschritte
11 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage am Wandanschluss

Bevor die Überdachung an die Hauswand angeschlossen wird, steht eine Prüfung, die jede Bohrung in der Bestandsfassade überlagert.

🔴 Alte Fassaden können schadstoffhaltig sein. Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Bau bis einschließlich 1993 asbesthaltig sein — und der Wandanschluss bedeutet bohren, ankern, durchdringen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: später sanierte, nachgerüstete oder erneuerte Fassadenteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht schleifen, nicht schneiden; Umgang nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb. Eine Probebohrung ist bereits ein Eingriff und steht deshalb nach dieser Klärung, nicht davor.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn die Fassade als unbedenklich bestimmt ist, geht es an den Anschluss — und an die Fragen, die den Bau einer Terrassenüberdachung eigentlich entscheiden: Genehmigung, Statik, Verglasung.

Unser Stegplatten Sortiment 31 Produkte

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Was „Terrassenüberdachung selber bauen" wirklich heißt

„Terrassenüberdachung selber bauen" klingt nach einem größeren Heimwerkerprojekt — wie ein Carport, nur mit Glas. Diese Einordnung unterschätzt, was hier gebaut wird.
Eine Terrassenüberdachung ist ein Bauwerk
Sie steht auf Fundamenten, trägt eine Dachfläche, die Schnee und Wind ausgesetzt ist, und ihre Eindeckung liegt über dem Kopf der Menschen darunter. Anders als ein Carport ist sie in der Regel direkt ans Haus angebaut und wird täglich als Aufenthaltsbereich genutzt — dort spielen Kinder, dort steht der Esstisch.
Drei Dinge entscheiden vor jedem Handgriff
Erstens die Bauordnung: Ob die Überdachung überhaupt gebaut werden darf und ob sie genehmigungsfrei ist. Zweitens die Statik: Ob das Tragwerk Schnee, Wind und Windsog aufnehmen kann. Drittens die Verglasung: Ob über dem Aufenthaltsbereich das richtige Glas liegt — und das ist bei Überkopf eine Sicherheitsfrage, keine Geschmacksfrage.
Der Handwerksschritt ist der letzte
Wer zuerst über Platten, Profile und Schrauben nachdenkt, baut am Ende eines Weges, dessen Anfang — Genehmigung und Statik — nicht geklärt ist. Diese Seite dreht die Reihenfolge um: erst das Recht, dann die Last, dann das Material.

Die Bauordnung zuerst: Verfahren und Abstandsflächen

Die erste Frage ist nicht, wie man baut, sondern ob man darf — und die Antwort steht nicht in einer einzigen bundesweiten Regel, sondern in drei Quellen, die zusammen entscheiden.
Die Landesbauordnung regelt das Ob
Eine Terrassenüberdachung ist nicht automatisch ein Anbau im bauordnungsrechtlichen Sinn — ob sie als solcher gilt und ob sie genehmigungsfrei oder genehmigungspflichtig ist, hängt von Größe, Tiefe und den Regeln des jeweiligen Bundeslandes ab. Die Grenzen stehen in der Landesbauordnung des Landes, nicht in einer bundesweiten Faustregel. Was in einem Land verfahrensfrei ist, kann im Nachbarland einen Antrag verlangen — und „verfahrensfrei" heißt nicht automatisch materiell zulässig: Statik, Brandschutz und Abstandsrecht bleiben unberührt.
Der Bebauungsplan regelt das Wo
Existiert ein Bebauungsplan, kann er festlegen, ob und wie angebaut werden darf — überbaubare Flächen, Bauweise, Firstrichtung. Er kann eine Terrassenüberdachung erlauben oder sie an bestimmte Vorgaben binden. Wer im Geltungsbereich eines Bebauungsplans baut, liest zuerst ihn, nicht nur die Landesbauordnung.
Die Abstandsflächen regeln den Grenzabstand
Der Abstand zur Grundstücksgrenze ist zunächst eine Frage des öffentlichen Baurechts: Die Abstandsflächen sind einzuhalten, mit landesspezifischen Ausnahmen je nach Lage und Größe. Eine Überdachung, die zu nah an der Grenze steht oder gar über sie hinausragt, ist ein Fall für die Baubehörde, auch wenn sie sonst verfahrensfrei wäre — die Verfahrensfreiheit lässt das Abstandsrecht unberührt.
Warum das kein Papierkram ist
Eine ohne Prüfung gebaute Überdachung kann zurückgebaut werden — und der Rückbau ist teurer als jede vorherige Beratung. Die Genehmigungs- und Abstandsprüfung steht deshalb am Anfang, nicht als Nachtrag, wenn das Fundament schon gegossen ist.

Genehmigung in der Praxis: die Voranfrage vor der Bestellung

Aus dem abstrakten Baurecht wird ein kurzer Gang, der vor jeder Bestellung steht.
Die Voranfrage beim Bauamt ist der konkrete Weg
Mit den geplanten Maßen und einer Skizze der Lage auf dem Grundstück lässt sich klären, ob das Vorhaben in diesem Land, an dieser Grenze, unter diesem Bebauungsplan verfahrensfrei ist — die Antwort kostet einen Anruf oder einen Termin, der Rückbau kostet das Bauwerk.
„Verfahrensfrei" dokumentiert man trotzdem
Auch ohne Verfahren bleiben die materiellen Anforderungen bestehen: Wer die Maße, den Grenzabstand und die Zustimmung des Nachbarn schriftlich festhält, streitet später über Fakten statt über Erinnerungen.
Die Fallen sitzen im Bestand
Eine bestehende Grenzgarage oder eine zweite Überdachung am selben Haus kann die Freistellung verändern, auf die man sich verlässt — genau deshalb gehört die Frage ans Bauamt und nicht ins Gefühl.

Angebaut oder freistehend: die Weiche, die jedes Kapitel verändert

Diese Seite beschreibt den Anbau an die Hauswand — den häufigsten, aber nicht den einzigen Fall. Wer freistehend baut, ändert fast jede Antwort.
Was entfällt
Es gibt keinen Wandanschluss — also keine Schadstoffprüfung an der Fassade, keine Verwahrung, keine Bohrung in den Bestand. Die Überdachung steht als eigenes Bauwerk im Garten.
Was dazukommt
Vier Pfosten statt zwei, und die Hauswand nimmt keine Last mehr auf — das Tragwerk steht allein. Die Windangriffsfläche wächst, weil der Wind die Fläche nun von zwei Seiten greift; die zugfesten Anker gegen Windsog werden damit zur Hauptfrage, nicht zum Detail. Auch die Baurechtsfrage stellt sich neu: Ein freistehendes Bauwerk an der Grenze folgt anderen Ausnahmen als der Anbau am Haus — die Voranfrage klärt beides.

Das Tragwerk: Eurocode 5 und die Statik

Wenn das Recht geklärt ist, kommt die Last — und die rechnet man, sie wird nicht geschätzt.
Das Tragwerk trägt Schnee und Wind
Eine Terrassenüberdachung ist eine Dachfläche: Sie sammelt Schnee, der im Nassschnee ein Vielfaches des Eigengewichts wiegen kann, und sie ist dem Windsog ausgesetzt — der Wind drückt nicht nur von oben, er saugt von unten und will die Fläche abheben. Pfosten, Riegel und Sparren müssen beides aufnehmen und in Fundament und Hauswand ableiten.
Eurocode 5 ist die Bemessungsnorm für Holztragwerke
Für die Überdachung aus Holz gilt Eurocode 5 — die Norm, nach der Holzbauwerke bemessen werden. Sie legt fest, wie Querschnitte, Verbindungen und Anschlüsse zu dimensionieren sind, damit das Tragwerk die angesetzten Lasten sicher aufnimmt. Die Lasten selbst kommen aus Eurocode 1 — Wind nach DIN EN 1991-1-4, Schnee nach DIN EN 1991-1-3. Erst beides zusammen — Lastkombinationen aus Eurocode 0 (DIN EN 1990), Lastannahmen aus Eurocode 1 und Bemessung aus Eurocode 5 — ergeben die Statik der Überdachung; die Bemessung ist eine Rechnung, keine Erfahrungssache.
Deshalb ist das Tragwerk Facharbeit
Welcher Pfostenquerschnitt, welcher Riegel, welcher Anschluss — das ergibt sich aus Lastannahmen und Bemessung, nicht aus „das hält schon". Ein selbst gebautes Tragwerk nach Gefühl trägt bei Flaute und versagt unter schwerer Schneelast. Wer keine Statik rechnen kann, nimmt ein geprüftes System oder holt sich die Bemessung dazu.

Holz oder Aluminium fürs Tragwerk

Vor der Bemessung steht eine Materialweiche, die beide Seiten gleichermaßen betrifft — Franke führt keines von beiden, deshalb bleibt dieser Vergleich ohne Produktempfehlung.
Holz ist der Werkstoff, den man selbst bearbeiten kann
Es ist günstig, überall beschaffbar und mit Handwerkzeugen zu bearbeiten — Zuschnitt, Bohrung und Verschraubung liegen in Laienhand. Das heißt aber nicht, dass das Tragwerk Eigenleistung ist: Querschnitte, Anker und Gründung folgen aus der Statik, und das Aufstellen selbst bleibt Facharbeit (siehe „Was beachtet werden muss"). Die Grenze verläuft zwischen dem Bearbeiten des Materials und dem Errichten des Tragwerks. Der Preis für Holz ist außerdem die Pflege: Holz am Wetter braucht einen dauerhaften Schutz, arbeitet mit Feuchte und Temperatur und will über die Jahre nachgesehen werden.
Aluminium ist die Systemlösung
Profile aus Alu-Systemen kommen mit geprüften Querschnitten und Herstellerstatik — die Bemessungsfrage aus dem vorigen Abschnitt beantwortet das System weitgehend selbst. Dafür bindet man sich an das System: Anschlüsse, Eindeckungsprofile und Erweiterungen kommen aus einer Hand, und der Zuschnitt ist Werkstattarbeit.
Die Weiche fällt vor der Statik, nicht danach
Wer selbst rechnen lässt und selbst baut, landet bei Holz; wer die geprüfte Kette aus Profil, Statik und Eindeckung will, landet beim System. Beides trägt — wenn es bemessen ist.

Gefälle und Entwässerung zuerst planen

Das Wasser entscheidet über die Höhen des Tragwerks — wer das Gefälle erst beim Aufstellen bedenkt, baut zweimal.
Stegplatten brauchen ein Mindestgefälle
Liegt die Platte zu flach, steht das Wasser auf der Fläche statt abzulaufen — und was steht, hinterlässt Schmutz und Algen in Fugen und Kammern. Der Wert ist produktgebunden und steht im Herstellersystem; er gehört in die Planung, bevor das erste Fundament gegossen wird.
Die Gefällerichtung bestimmt die Pfostenhöhen
Wo das Wasser hinlaufen soll, liegt die Traufseite — und der Höhenunterschied zwischen Wandriegel und Traufpfosten ergibt sich aus dem Gefälle. Wer die Pfosten kürzt, bevor die Entwässerungsseite feststeht, schneidet ins Blaue.
Die Rinne will ein Ziel
Das Dach der Überdachung sammelt Regen auf der ganzen Fläche — das Wasser gehört in ein Fallrohr und von dort in die Regenwassernutzung oder den Sickerschacht. Franke führt mit den Regentonnen und Zisternen — Wandtanks und Flachtanks — die Speicher dafür; eine Überdachung mit Rinne und Tank ersetzt den Gartenschlauch dort, wo Regen ohnehin anfällt.

Frostfreie Fundamente und zugfeste Pfostenanker

Das Tragwerk steht auf dem Boden — und genau dort entscheidet sich, ob es bei Frost und Wind bleibt, wo es gebaut wurde.
Das Fundament muss frostfrei gründen
Ein Fundament, das nicht tief genug liegt, wird vom Frost gehoben — im Winter hebt sich der Boden, und die Überdachung verschiebt sich an einer Ecke. Deshalb gründet das Fundament frostfrei: tief genug, dass der Frost darunter nicht mehr wirkt. Die genaue Tiefe hängt vom Standort ab; ein Punktfundament, das nur „irgendwie tief" gesetzt ist, hebt sich beim Winter.
Der Pfostenanker ist zugfest — und er ist der Punkt gegen Windsog
Die Pfosten stehen nicht lose auf dem Beton, sondern sind über zugfeste Pfostenanker mit dem Fundament verbunden. Zugfest heißt: Der Anker hält nicht nur das Gewicht, das von oben drückt, sondern auch die Kraft, die nach oben zieht — genau die Kraft, die der Windsog auf die Dachfläche ausübt. Ohne zugfeste Verankerung hebt der Wind die Überdachung samt Pfosten vom Fundament.
Fundament und Anker sind ein bemessenes Paar
Welche Fundamentgröße, welche Anker, welche Verankerungstiefe — das ergibt sich aus der Statik. Ein Betonklotz mit eingemauertem Pfosten ist kein Fundament, wenn er nicht frostfrei gründet und nicht zugfest anschließt. Genau hier wird aus „selber bauen" schnell eine Konstruktion, die bei Sturm wandert.

Die Überkopfverglasung: VSG nach DIN 18008-2

Der Punkt, an dem eine Terrassenüberdachung zur Sicherheitsfrage wird, ist die Verglasung über den Köpfen.
Über dem Aufenthaltsbereich liegt Überkopfverglasung
Wo unter dem Glas Menschen sitzen, stehen und spielen, handelt es sich um eine Überkopfverglasung — und die unterliegt besonderen Anforderungen, weil ein Versagen des Glases dort Menschen trifft. Bemessung und Konstruktion richten sich nach DIN 18008-2 für linienförmig gelagerte Verglasungen; wo das Glas punktförmig gehalten ist — etwa über Punkthalter — gilt DIN 18008-3. Welcher Teil greift, hängt vom Glashaltesystem ab, nicht vom Glas selbst.
VSG ist das Glas der Wahl — nicht ESG
Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mehreren Scheiben mit einer reißfesten Folie dazwischen. Bricht eine Scheibe, hält die Folie die Bruchstücke — das Glas bleibt im Rahmen und stürzt nicht herab. Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) dagegen zerfällt bei Bruch in kleine Krümel, die als Glasregen auf die Menschen darunter fallen. Über dem Kopf gehört deshalb VSG, nicht ESG allein.
Die Resttragfähigkeit ist das Kriterium
Eine Überkopfverglasung muss auch im beschädigten Zustand noch tragen — die Resttragfähigkeit hält das gebrochene Glas so lange im Rahmen, dass die Gefahrenzone verlassen werden kann. Sie ist eine Fluchtzeit, kein Dauerzustand: Eine gebrochene Scheibe wird abgesperrt und zeitnah ersetzt, nicht bis zum nächsten Frühjahr liegen gelassen. Genau dafür ist VSG gebaut — aber VSG allein ersetzt keinen System- und Resttragfähigkeitsnachweis der gesamten Verglasungskonstruktion: Das Glas muss im passenden, bemessenen System sitzen. Ein für Überkopfverglasung zugelassenes und bemessenes System ist deshalb keine Empfehlung, sondern die Voraussetzung.
Franke führt kein VSG
Die Verglasung einer Terrassenüberdachung — VSG nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3, im passenden System bemessen — liefert der Glas- oder Fachbetrieb beziehungsweise der Hersteller des Überdachungssystems. Diese Seite sagt das ehrlich, statt ein Glas zu behaupten, das nicht im Sortiment ist.

Der Wandanschluss mit Verwahrung

Wo die Überdachung an die Hauswand trifft, entscheidet sich, ob Wasser in die Fassade läuft — und dieser Übergang ist mehr als eine Fuge.
Der Wandanschluss führt das Wasser ab
Zwischen der Dachfläche und der Hauswand liegt eine Anschlusslinie, an der das Wasser abgeführt werden muss — nach unten auf die Fläche, nicht hinter die Verkleidung. Ein sauberer Wandanschluss leitet das Wasser kontrolliert über die Eindeckung.
Die Verwahrung ist das Kernstück
Eine Verwahrung — ein Anschlussblech oder Profil, das hinter die Fassadenbekleidung greift und über die Eindeckung führt — schließt den Übergang regensicher. Sie arbeitet mit der Eindeckung zusammen und lässt das Wasser über die Fläche ablaufen, statt es in die Wand laufen zu lassen. Das ist Spengler- beziehungsweise Anschlussarbeit, kein Silikonstrang.
Silikon ersetzt keine Verwahrung
Eine Silikonfuge zwischen Dach und Wand reißt unter Bewegung, Temperatur und UV binnen kurzer Zeit — danach läuft das Wasser genau dort hinein, wo es nicht hin soll. Der Wandanschluss braucht die mechanische Verwahrung; die Dichtung ist Ergänzung, nicht Ersatz.

Der WDVS-Sonderfall: Anschluss an die gedämmte Fassade

Die häufigste Bestandsfassade ist heute die gedämmte — und sie verändert den Wandanschluss von Grund auf.
Die Dämmung trägt nichts
Wer den Wandriegel durch die Dämmung hindurch dübelt, hält mit dem Ankerkopf im Dämmstoff — Styropor und Mineralwolle sind kein Verankerungsgrund. Getragen wird nur im Mauerwerk dahinter; das entscheidet über Ankerlänge und Ankerart.
Die Verwahrung wird komplexer
Sie muss die Dämmung durchstoßen oder vor ihr enden, ohne eine laufende Kälte- und Wasserbrücke zu schaffen — thermisch getrennte Konsolen und eine Führung des Anschlussblechs vor der Dämmebene sind dafür die üblichen Wege. Beides ist System- und Facharbeit, kein längerer Dübel aus dem Baumarkt.
Die Reihenfolge dreht sich um
Bei der ungedämmten Wand ist der Anschluss ein Detail am Ende; an der WDVS-Fassade gehört er in die Planung des Tragwerks, weil Konsole und Verankerung dessen Geometrie mitbestimmen.

Die Eindeckung: Stegplatten, Polycarbonat, Acrylglas

An der Stelle, wo Franke tatsächlich liefern kann, wird es konkret — die Eindeckung der Überdachung.
Polycarbonat-Stegplatten sind der Standard
Die Hohlkammerplatte aus Polycarbonat ist leicht, bruchzäh und lichtdurchlässig — das Material, mit dem die meisten Terrassenüberdachungen gedeckt werden. Sie splittert nicht, wiegt wenig und ist gut zu verarbeiten. Die Regeln dazu — Stege in Gefällerichtung, Stirnseiten oben dampfdicht und unten diffusionsoffen, Ausdehnungsspiel — stehen in Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen.
Acrylglas und Plexiglas sind die Alternative
Acrylglas (PMMA) — im Handel oft als Plexiglas bezeichnet — ist klar wie Glas, aber leichter und bruchfester. Es wittert gut und ist dort die Wahl, wo es auf klare Optik ankommt. Beide Kunststoffe sind das eigentliche Dachmaterial dieser Seite.
Wandanschlussprofile gehören zur Eindeckung
Für den Übergang zur Wand führt Franke Wandanschlussprofile — sie bilden die Verwahrung der Eindeckung zur Fassade und gehören zu den Stegplatten-Systemen. Ob ein Profil für den konkreten Plattentyp und den vorhandenen Fassadenaufbau geeignet ist, entscheidet das jeweilige System: Das Profil ist kein universeller Ersatz für jede Anschlusssituation, sondern ein Systembaustein.
Glas bleibt dem Fachbetrieb vorbehalten
Wo die Eindeckung aus Glas bestehen soll, gilt die Überkopfverglasung nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3 (siehe oben) — VSG im geprüften System, geliefert vom Fachbetrieb. Franke führt die Stegplatten und Kunststoffe; das Glas ist ein anderes Gewerk.

Polycarbonat, Acrylglas oder VSG — die Entscheidungstabelle

Die eigentliche Kaufentscheidung dieser Seite fällt zwischen drei Materialien — und sie fällt an Kriterien, nicht am Preis allein.
KriteriumPolycarbonatAcrylglasVSG
Gewichtsehr leichtleichtschwer — das Tragwerk muss dafür bemessen sein
Hagel und Schlagbruchzäh, splittert nichtbruchfester als Glas, empfindlicher als PCBruch bleibt in der Folie
Kratzer und Klarheitempfindliche Oberflächeklarer und kratzfester als PCklarste Optik
Regengeräuschlautlautdeutlich leiser
Bearbeitungsägen und bohren in Eigenleistungsägen und bohren, kantenempfindlichkeine Eigenbearbeitung — Fachbetrieb
Über dem Aufenthaltsbereichbruchsichere Platte, üblicher Wegbruchsichere PlatteDIN 18008-2/-3, geprüftes System
Wer die Fläche selbst eindecken will, landet bei den Kunststoffen — das ist der Eigenleistungsweg mit Franke-Material. Wer Glas will, kauft kein Baustoffpaket, sondern eine bemessene Verglasung vom Fachbetrieb. Zwischen Polycarbonat und Acrylglas entscheidet der Alltag: Steht das Dach unter Bäumen und Himmel mit Hagel, liegt Polycarbonat vorn; zählt die klare Sicht nach oben und die gepflegte Oberfläche, liegt Acrylglas vorn.

Wo die Eigenleistung endet

Die ehrlichste Aussage dieser Seite ist eine Arbeitsteilung — und sie zieht sich durch den ganzen Bau.
Genehmigung und Statik sind keine Eigenleistung
Die bauordnungsrechtliche Prüfung und die Bemessung nach Eurocode 5 gehören in Fachhände beziehungsweise zur Behörde. Wer ohne beides baut, baut auf eigenes Risiko — und trägt es beim Rückbau.
Fundament, Anker und Tragwerk sind bemessen
Frostfreie Gründung, zugfeste Pfostenanker, Querschnitte — all das folgt aus der Statik, nicht aus dem Gefühl. Das Tragwerk aufzustellen ist Facharbeit.
Die Überkopfverglasung ist Fachbetrieb-Sache
VSG nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3 im geprüften System — das liefert und setzt der Fachbetrieb.
Was wirklich in Eigenleistung geht, ist die Eindeckung
Mit dem Franke-Material — Stegplatten, Polycarbonat, Acrylglas, Wandanschlussprofile — lässt sich die Fläche nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen eindecken. Das ist der Teil, den ein versierter Heimwerker übernehmen kann — auf einem Tragwerk, das vorher geprüft und gebaut wurde.
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Schritt für Schritt: vom Antrag bis zur Eindeckung

Dieser Ablauf beschreibt den Bau — getrennt nach dem, was zu klären, dem, was in Fachhände gehört und dem, was in Eigenleistung geht.
1

Schadstofffrage klären

Die Bestandsfassade am Anschlusspunkt bestimmen; bei Verdacht auf Asbest im Putz oder in der Bekleidung endet das Bohren hier (siehe ganz oben).

2

Genehmigung prüfen

Landesbauordnung, Bebauungsplan und Abstandsflächen klären — ob die Überdachung zulässig und ob sie genehmigungsfrei ist.

3

Statik erstellen lassen

Das Holztragwerk nach Eurocode 5 bemessen lassen (ein Aluminiumtragwerk läuft dagegen über Eurocode 9 beziehungsweise die Herstellerstatik des Systems), die Lastkombinationen nach Eurocode 0, die Lastannahmen nach Eurocode 1 — Schnee mit DIN EN 1991-1-3 samt A1 und Nationalem Anhang, Wind mit DIN EN 1991-1-4 samt Nationalem Anhang. Fundament und Baugrund gehören nicht zu Eurocode 5, sondern zu Eurocode 2 und Eurocode 7.

4

Fundament frostfrei setzen

Punkt- oder Streifenfundament frostfrei gründen, zugfeste Pfostenanker nach Bemessung einbauen.

5

Tragwerk aufstellen

Pfosten, Riegel und Sparren nach Statik — in Fachhände oder nach geprüfter Anleitung.

6

Verglasung beauftragen

Wo Glas geplant ist: VSG nach DIN 18008-2 beziehungsweise -3 im geprüften System durch den Fachbetrieb.

7

Wandanschluss mit Verwahrung herstellen

Anschlussblech oder Wandanschlussprofil regensicher setzen, nicht nur Silikon.

8

Eindeckung verlegen

Stegplatten, Polycarbonat oder Acrylglas mit Gefälle und nach den Regeln aus Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen — der Eigenleistungsanteil mit Franke-Material.

9

Entwässerung anschließen

Gefälle und Rinne so führen, dass das Wasser kontrolliert abläuft.

10

Dichtheit prüfen

Wandanschluss und Eindeckung auf Regensicherheit kontrollieren.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Ohne Genehmigung gebautRückbau, Nachbarschaftsstreit
Statik nach Gefühl statt nach Eurocode 5Tragwerk versagt unter Schnee oder Windsog
Fundament nicht frostfrei gegründetFrost hebt die Überdachung, Ecke verschiebt sich
Pfosten nicht zugfest verankertWindsog hebt die Überdachung vom Fundament
ESG statt VSG über dem KopfGlasregen auf den Aufenthaltsbereich im Bruchfall
Wandanschluss nur mit SilikonFuge reißt, Wasser in die Fassade
Tragwerk unterschätztKonstruktion trägt bei Flaute, nicht unter Last
Glas als Eindeckung selbst gesetztÜberkopfverglasung ohne Bemessung und Zulassung
Fassade mit Asbestverdacht gebohrtAsbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt
Wandriegel in die WDVS-Dämmung gedübeltAnker hält im Dämmstoff, nicht im Mauerwerk
Gefälle erst beim Tragwerk bedachtPfosten zu kurz, Traufe und Rinne am falschen Ort
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Putze, Spachtel- und Beschichtungsmassen sowie Faserzementbekleidungen können bei Bau bis einschließlich 1993 asbesthaltig sein; später erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht am Anschlusspunkt: nicht bohren — TRGS 519, Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.
Genehmigung ist die erste Frage
Landesbauordnung, Bebauungsplan und Abstandsflächen entscheiden, ob gebaut werden darf. „Verfahrensfrei" heißt nicht materiell zulässig. Ohne Prüfung droht Rückbau.
Statik nach Eurocode 0, 1 und 5 ist Pflicht
Das Holztragwerk wird bemessen — die Lasten aus Eurocode 1 (Wind nach DIN EN 1991-1-4, Schnee nach DIN EN 1991-1-3), die Bemessung nach Eurocode 5. Keine Faustformel, kein Gefühl.
Fundament und Anker sind bemessen
Frostfreie Gründung und zugfeste Pfostenanker halten das Bauwerk gegen Frost und Windsog.
Überkopfverglasung nach DIN 18008-2/-3
Über dem Aufenthaltsbereich gehört VSG mit Resttragfähigkeit, kein ESG allein — bemessen nach DIN 18008-2 (linienförmig) beziehungsweise DIN 18008-3 (punktförmig). VSG allein ersetzt keinen System- und Resttragfähigkeitsnachweis. Liefert der Fachbetrieb im geprüften System.
Absturz
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz für die Montage mit beiden Händen.
Eindeckung nach Materialregeln
Stegplatten, Polycarbonat und Acrylglas nach den Regeln aus Anleitung Bitumenwellplatten, Kunststoff- und Stegplatten verlegen — Gefälle, Stirnseiten, Ausdehnungsspiel.
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