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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 15 Min. Lesezeit

Dachrinne selber bauen: Blechzuschnitt, Profil, Endboden

Aus Halbzeug eine Rinne formen — und warum die Systemrinne meist die klügere Wahl ist
11 Arbeitsschritte
7 typische Fehler

Selber bauen oder Systemrinne: die ehrliche Vorfrage

Bevor Blech geschnitten wird, gehört die Frage beantwortet, die viele Anleitungen überspringen: Warum überhaupt selber bauen? Die fertige Systemrinne ist der Normalfall, und sie ist in fast jeder Hinsicht die wirtschaftlichere Wahl.
Die Systemrinne ist billiger, passender und dicht
Sie kommt gestanzt, abgekantet und auf ihre Formteile abgestimmt aus der Produktion — der Halter passt zum Profil, der Verbinder zur Rinne, der Endboden sitzt. Ein Handwerker oder ein ambitionierter Laie, der all das aus dem Blechzuschnitt neu schaffen muss, zahlt den Zuschnitt mit Arbeit, Werkzeug und Ausschuss — und bekommt am Ende meist genau das, was die Systemrinne schon mitbringt.
Es gibt drei Gründe, die das Selberbauen rechtfertigen
Erstens: ein Sondermaß, das kein System abdeckt — eine ungewöhnliche Länge, eine historische Abmessung. Zweitens: ein bestimmtes Profil, etwa ein Halbkreisprofil in einer Breite, die es im System nicht gibt. Drittens: ein besonderer Werkstoff, den man in dieser Rinne haben will — Kupfer oder Titanzink in einer Stärke, die nur als Zuschnitt zu bekommen ist. In diesen Fällen ist das Selberbauen keine Spielerei, sondern die einzige Möglichkeit.
In allen anderen Fällen gilt die ehrliche Antwort
Wer eine Rinne braucht, kauft die Systemrinne und montiert sie (Dachrinne erneuern). Selber bauen ist die Ausnahme, nicht die Regel — und wer es trotzdem tut, sollte wissen, worauf er sich einlässt.

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Das Nennmaß ist der Zuschnitt

Der erste Schritt beim Selberbauen ist die Klärung, was das Nennmaß der Rinne bezeichnet — denn bei Metallrinnen ist das nicht die fertige Rinnenbreite, sondern direkt der Materialzuschnitt.
Bei Metallrinnen bezeichnet das Nennmaß den Zuschnitt
Die Rinnengröße — etwa NG 333 — ist die Breite des flachen Blechstreifens, aus dem die Rinne geformt wird; sie ist keine zweite, davon verschiedene Angabe. Wer eine Rinne „NG 333" baut, schneidet 333 Millimeter breit zu — der Zuschnitt ist das Nennmaß, nicht dessen Umrechnung. Die fertige halbrunde Rinne ist schmaler, weil der Streifen erst zum Halbkreis gebogen wird, aber bestellt und zugeschnitten wird nach dem Nennmaß.
Wulst und Falzkante sind darin schon enthalten — sie kommen nicht dazu
Das ist der Punkt, an dem am häufigsten falsch gerechnet wird: Die 333 Millimeter sind die Breite des abgewickelten Streifens, also die Abwicklung des fertigen Profils einschließlich des vorderen Wulstes und der rückseitigen Falzkante. Wer für diese beiden Kanten noch einmal Zugabe addiert, schneidet systematisch zu breit zu und bekommt ein Profil, das weder in die Halter noch in die Systemteile passt.
Was aus der Abwicklung wird, verteilt sich auf drei Bereiche
die Vorderkante mit dem Wulst, der die Rinne aussteift, den halbrunden Boden und die höhere Rückwand mit der Falzkante, die unter das Traufblech greift. Diese Aufteilung — nicht die Gesamtbreite — ist es, was beim Formen Millimeterarbeit verlangt.
Wer nicht selbst abwickelt, nimmt die Profiltabellen des Werkstofflieferanten. Die liefern zum Nennmaß die Aufteilung der Abwicklung und die Blechdicke mit.

Stoßlage und Stücklänge: erst planen, dann schneiden

Der Zuschnitt hat zwei Dimensionen — die Breite kommt aus dem Nennmaß, die Länge kommt aus der Planung. Und die Planung gehört vor den ersten Schnitt: Wer an der Bank merkt, dass das Stück zu lang ist oder der Stoß an der falschen Stelle liegt, hat teures Blech verschnitten.
Die Stücklänge folgt der Handhabung, nicht der Traufe
Ein Blechstreifen muss transportiert, gewendet und über die Bank geführt werden — mit jedem Meter steigen das Gewicht und die Gefahr, dass sich das Stück beim Formen verzieht. Die maximale handhabbare Stücklänge ist deshalb keine Normgröße, sondern eine Entscheidung: so lang, wie Transport, Gewicht und Verzugsfreiheit es erlauben. Ein langer Strang wird aus mehreren Stücken gebaut, und wo die Stücke aufeinandertreffen, steht der Stoß.
Der Stoß gehört in Halternähe — und gegen die Wasserlaufrichtung
Am Halter hängt die Rinne starr; ein Stoß in Feldmitte hängt frei und arbeitet. Gelegt wird er so, dass die Überlappung dem Wasser entgegenweist: Das Wasser läuft über den Stoß hinweg, nicht in ihn hinein. Eine verkehrt gelegte Stoßfolge baut an jedem Stoß eine kleine Staustufe, in der Schmutz und Wasser stehen.
Der Verschnitt gehört zur Rechnung
Falzzugaben an den Stößen, der Zuschnitt für die Endböden, der Rest am Strangende — wer nur die Traufenlänge zuschneidet, dem fehlt am Ende Blech. Erst steht, welches Stück wo endet und welcher Rest wo anfällt, dann wird geschnitten — nicht umgekehrt.

Die Blechdicke: was DIN EN 612 verlangt

Die Blechdicke ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Festigkeit — und sie steht in der Norm.
Metall-Hängedachrinnen sind nach DIN EN 612 genormt, und die Norm kennt für die jeweiligen Werkstoffe Mindestdicken. Eine Rinne trägt stehendes Wasser, im Winter Schnee und Eis, und sie hängt über Meter zwischen den Haltern — ein zu dünnes Blech beult aus, hängt durch und reißt an den Haltern. Deshalb gilt die Mindestdicke des Werkstoffs, nicht „so dünn wie möglich".
Die Dicke hängt am Werkstoff
Titanzink, Aluminium, Kupfer und beschichteter Stahl haben unterschiedliche Festigkeiten und damit unterschiedliche Mindestdicken für dieselbe Rinne. Kupfer ist dabei nicht dicker, sondern dünner als Zink: Für die halbrunde Rinne der Nenngröße 333 nennen die Systemtabellen 0,70 mm für Titanzink und 0,60 mm für Kupfer — das festere Material kommt mit weniger Dicke aus. Wer Kupfer in Zinkdicke bestellt, zahlt für Material, das die Rinne nicht braucht; wer Zink in Kupferdicke verarbeitet, bekommt eine Rinne, die ausbeult. Die Dicke kommt aus der Norm (DIN EN 612) und der Systemtabelle des Werkstofflieferanten — nicht aus dem Bauchgefühl.
Der praktische Schluss
Blechdicke und Zuschnittbreite werden zusammen bestimmt, aus derselben Quelle. Eine selbstgebaute Rinne, die an der Dicke spart, ist die Rinne, die beim ersten Schneeschub nachgibt — und den Schaden trägt dann das, was unter ihr hängt.

Das Profil: Halbkreis oder Kasten

Das Formen des Profils ist der Schritt, der aus einem Blechstreifen eine Rinne macht — und der Schritt, an dem sich zeigt, ob das Werkzeug stimmt.
Zwei Profile beherrschen das Feld: Halbkreis und Kasten. Das Halbkreis- profil ist die klassische halbrunde Rinne; das Kastenprofil hat einen rechteckigen Querschnitt mit flachem Boden und geraden Wangen. Das Halbkreis- profil ist leichter zu formen und optisch der Standard am Wohnhaus; das Kastenprofil fasst bei gleicher Breite mehr Wasser und wird dort genommen, wo viel Fläche entwässert wird (Dachrinnen-Größen).
Geformt wird mit Abkantbank und Biegewerkzeug — nicht mit dem Hammer auf der Tischkante. Der Streifen wird schrittweise gebogen: beim Halbkreis in mehreren Übergängen zum Radius, beim Kasten mit sauber gesetzten Kanten an den beiden Wangen. Jede Kante, die nicht gerade gesetzt ist, sieht man nachher am Wasserlauf — und jede Beule im Profil ist eine Stelle, an der Wasser stehen bleibt. Deshalb ist das Werkzeug die Voraussetzung: Eine Abkantbank für die Kanten, Falzzange und Biegeeisen für die Ränder, und die Ruhe, den Radius über die ganze Länge gleichmäßig zu ziehen.

Die Ränder werden gebördelt oder gefalzt

Die offenen Blechkanten werden umgelegt — das stabilisiert die Rinne und nimmt der Kante die Schärfe. Ein nicht umgelegter Rand schneidet nicht nur die Hand, er wellt sich unter Temperatur und verzieht das Profil. Die Randausbildung gehört zum Formen, nicht als Deko danach.

Der Halbkreisradius verlangt die Walze

Die Abkantbank setzt Kanten — gerade, scharf, auf einer Linie. Genau das ist beim Halbkreisprofil das Problem: Ein Radius über die volle Länge ist keine Kante.
Mit der Abkantbank allein entstehen Facetten statt eines Radius
Wer den Halbkreis in vielen kleinen Knicken annähert, baut einen Vieleckquerschnitt: an jeder Knickstelle eine gerade Strecke, dazwischen eine Kante. Am Wasserlauf sieht man die Facetten, und jede Kante ist eine Stelle, an der das Blech vorbelastet in den Strang geht. Das Biegeeisen hilft am Rand und am Falz — nicht über die Länge eines Strangs.
Gleichmäßig wird der Radius nur über Walzen
Eine Walz- oder Abrollvorrichtung führt das Blech über Rollen und formt den Radius kontinuierlich; ein Biegetisch mit Radiuslehre legt den Streifen Stück für Stück gegen die Lehre. Beides ist Werkzeug der Klempnerwerkstatt oder des gut sortierten Verleihs. Wer es nicht bekommt, formt das Kastenprofil — dafür reicht die Abkantbank, weil es aus geraden Kanten besteht — oder nimmt die fertige halbrunde Rinne. Das ist keine Niederlage, sondern die Antwort der Vorfrage vom Anfang dieser Seite.

Oberfläche schonen: blank oder vorbewittert

Eine selbstgeformte Rinne hängt nachher in Augenhöhe — und zeigt jeden Griff, den sie beim Formen abbekommen hat.
Blankes Zink und Kupfer verzeihen die Optik nicht
Fingerabdrücke, Kratzer von der Bank, Druckstellen vom Werkzeug: Auf blankem Blech bleiben sie sichtbar, weil die Patina, die den Werkstoff erst einheitlich werden lässt, die Spuren mitnimmt statt sie zu überdecken. Geformt wird deshalb mit sauberen, glatten Backen an Bank und Zange; und wo das Blech im Lieferzustand eine Schutzfolie trägt, bleibt sie beim Formen drauf und kommt erst am montierten Strang ab.
Vorbewittertes Blech verzeiht die Optik — nicht die Technik
Die vorpatinierte Oberfläche nimmt kleine Spuren gleichmäßig an und wirkt früher ruhig. Aber ein Kratzer, der durch die Patinaschicht geht, bleibt ein heller Strich, und an Falz und Rand gelten dieselben Anforderungen wie am blanken Blech. Wer vorbewittert formt, arbeitet sauberer aussehend — nicht nachlässiger.

Der Endboden: gefalzt statt gelötet

Das Strangende wird mit einem Endboden verschlossen — und hier teilt sich der Weg in den, den der Laie gehen darf, und den des Klempners.
Der gelötete Endboden ist der klassische, aber der des Fachhandwerks
Beim klassischen Bau wird der Endboden mit der Rinne verlötet — eine flüssige Verbindung aus Blech und Lot, die dicht und dauerhaft ist. Genau diese Lötung ist Fachhandwerk: offene Flamme nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln, und eine Naht, die nicht dicht ist, sieht dicht aus. Wer selbst baut, verlötet nicht.
Der gefalzte Endboden ist der Weg der Eigenleistung
Hier wird der Endboden nicht gelötet, sondern gefalzt — das Blech des Endbodens wird um die Rinnenkante herumgeschlagen und mit Falzzange und Biegeeisen festgezogen. Aber Achtung: Ein gefalzter Boden ist nicht von sich aus dicht — der Falz ist zunächst wasserdurchlässig und wird zusätzlich abgedichtet oder verlötet, erst dann hält er Wasser. Er verlangt Genauigkeit — der Falz muss gleichmäßig umlaufen und das Blech fest fassen —, und er ist die handwerkliche, lötfreie Form; die Dichtheit kommt aus der Dichtung, nicht aus dem Falz allein.
Was für den Endboden gilt, gilt für die Verbindung
Auch der Stoß zweier selbstgebauter Stücke wird beim Selberbauen gefalzt statt gelötet — und zusätzlich abgedichtet — oder durch eine passende, gedichtete Verbindung geschlossen (Dachrinne verbinden ohne Löten). Der lötfreie Bau ist die Bedingung dafür, dass aus dem Selberbauen keine Feuerarbeit wird.

Der richtige Dichtstoff im Falz

Endboden und Stoß werden zusätzlich abgedichtet — die Materialfrage, die dabei offenbleibt, entscheidet über die Dichtheit des ganzen Strangs.
In den Metallfalz gehört ein neutral vernetzender, metallschonender Dichtstoff. Er härtet ohne Säure aus, haftet auf dem Blech und bleibt elastisch, denn der Falz ist eine Fuge, die mit dem Strang arbeitet. Entscheidend ist die Freigabe für den Werkstoff: Nicht jeder Dichtstoff ist für jedes Metall zugelassen.
Das säurevernetzende Silikon aus dem Sanitärregal ist der klassische Griff daneben. Seine Essigsäure greift das Metall genau dort an, wo die Dichtung liegen soll — die Fuge korrodiert von innen, und man sieht es erst, wenn sie durch ist. Was auf der Kartusche für dieses Metall steht, entscheidet; was im Schrank lag, nicht.
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Dachrinne selber bauen: Schritt für Schritt

1

Asbestfrage klären — vor dem ersten Eingriff am Bestand

Wer die selbstgebaute Rinne an eine vorhandene Traufe hängt — alte Rinne abnehmen, Halter setzen —, fasst den alten Bestand an. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Traufe, der alten Rinne und allem, was dort verbaut ist (Faserzement, alte Bahnen, Kleber, Kitte, Beschichtungsmassen), mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Verlässliche Unterlagen räumen den Verdacht aus, sonst klärt eine Materialprobe im Labor. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst, geschnitten oder gebrochen — Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb. An einem Neubau ist die Frage schnell geklärt; am Bestand steht sie vor dem ersten Griff.

2

Nennmaß und Zuschnitt bestimmen

Das Nennmaß aus der Dimensionierung (Dachrinnen-Größen) — bei Metallrinnen ist das bereits die vollständige Zuschnittbreite (NG 333 = 333 mm abgewickelter Streifen, Wulst und Falzkante eingerechnet). Nichts addieren. Die Aufteilung der Abwicklung auf Wulst, Boden und Rückwand kommt aus der Profiltabelle des Werkstofflieferanten, nicht aus dem Kopf.

3

Werkstoff und Blechdicke wählen

Werkstoff nach Einsatzzweck und Kontaktkorrosion (Kupfer nie über Zink Dachrinne reparieren), die Blechdicke nach DIN EN 612 für diesen Werkstoff.

4

Werkzeug richten

Abkantbank für die Kanten, Falzzange und Biegeeisen für Ränder und Falz. Ohne dieses Werkzeug wird aus dem Profil eine improvisierte Rinne.

5

Zuschnitt abwickeln und schneiden

Den Streifen auf die Zuschnittbreite schneiden, Kanten entgraten. Handschuhe — geschnittene Blechkanten sind scharf.

6

Profil formen

Halbkreis in mehreren Übergängen zum Radius oder Kasten mit sauber gesetzten Wangen — über die ganze Länge gleichmäßig, ohne Beulen. Ränder bördeln oder falzen.

7

Endboden falzen und dichten

Den Endboden um die Rinnenkante schlagen und mit Falzzange und Biegeeisen festziehen — gefalzt, nicht gelötet — und die Falzverbindung zusätzlich abdichten (Dichtstoff) oder verlöten lassen, sonst ist sie nicht dicht. Den Stoß zweier Stücke ebenso falzen und dichten oder gedichtet verbinden (Dachrinne verbinden ohne Löten).

8

Halter setzen

Die Rinnenhalter nach DIN EN 1462 im Systemabstand, mit Gefälle, auf tragfähigem Grund — wie bei jeder Montage (Dachrinne montieren).

9

Ablauföffnung und Stutzen setzen

Am Tiefpunkt die Ablauföffnung ausschneiden, den Ablaufstutzen einsetzen und den Fallrohr-Anschluss herstellen — die selbstgebaute Rinne braucht den Ablauf genauso wie die Systemrinne (Dachrinne montieren).

10

Dehnungsausgleich vorsehen

Die selbstgebaute Rinne dehnt sich mit der Temperatur; wo der Strang lang ist, gehört ein Dehnungsausgleich (beweglicher Stoß oder Dehnungsausgleicher) dazu — sonst reißt der gefalzte oder gedichtete Stoß beim Temperaturwechsel (Dachrinne mit Gefälle, Dachrinne verbinden ohne Löten).

11

Rinne einlegen und Wasserprobe

Die selbstgebaute Rinne in die Halter legen und am höchsten Punkt Wasser einlaufen lassen: Läuft es zum Ablauf, bleibt irgendwo Wasser stehen, tropft ein Falz? Die Wasserprobe zeigt, ob Falz und Ablauf dicht sind, bevor der nächste Regen es tut.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Nennmaß mit der fertigen Rinnenbreite verwechseltRinne fällt zu klein aus
Randzugaben auf das Nennmaß addiertzu breit zugeschnitten, Profil passt nicht in Halter und Systemteile
Blech zu dünn gewähltbeult aus, hängt durch, reißt am Halter
Profil mit Behelfswerkzeug gefaltetundichte Falze, ungleichmäßige Kanten
Endboden gelötet statt gefalztFeuerarbeit ohne Fachhandwerk
Halter nicht zum Profil passendRinne sitzt nicht, Gefälle verstellt
Kupfer über Zink gesetztneuer Korrosionsschaden
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Was beachtet werden muss

Asbest am Bestand
Wer an eine vorhandene Traufe geht, klärt zuerst die Asbestfrage. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an Traufe und alter Rinne mit Asbest zu rechnen, bis Unterlagen oder eine Materialprobe den Verdacht ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Material aus 1994 und 1995 ist nicht automatisch unverdächtig. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst oder geschnitten — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch den Fachbetrieb.
Selber bauen ist die Ausnahme
Die fertige Systemrinne ist billiger, passender und dicht. Selber bauen lohnt nur bei Sondermaß, Sonderprofil oder Sonderwerkstoff — in allen anderen Fällen ist die Systemrinne der klügere Weg (Dachrinne erneuern).
Zuschnittbreite und Blechdicke aus der Tabelle
Bei Metallrinnen ist das Nennmaß (z. B. NG 333) bereits die vollständige Zuschnittbreite — Wulst und rückseitige Falzkante sind darin enthalten und werden nicht zusätzlich addiert. Die Blechdicke folgt DIN EN 612 für den gewählten Werkstoff. Beides wird bestimmt, nicht geschätzt — der Werkstofflieferant liefert die Tabellen dazu.
Löten ist Fachhandwerk
Der gelötete Endboden und die gelötete Verbindung gehören dem Klempner nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln. Die Eigenleistung falzt — und dichtet zusätzlich ab, denn der Falz allein ist noch nicht wasserdicht.
Absturz und Werkzeug
Gearbeitet wird von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter. Und das Formen verlangt Abkantbank, Falzzange und Biegeeisen — eine mit Behelfswerkzeug gefaltete Rinne ist an den Falzen undicht.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der klassische Fehler ist die unterschätzte Geometrie — und zwar in beide Richtungen: zu schmal, weil das Nennmaß mit der fertigen Rinnenbreite verwechselt wurde, oder zu breit, weil auf das Nennmaß noch Randzugaben addiert wurden, die längst darin stecken. Dazu kommt das Profil, das mit dem Hammer auf der Tischkante gebogen wurde, weil das Werkzeug fehlte. Beides zeigt sich erst an der fertigen Rinne, wenn sie nicht passt oder tropft. Deshalb stehen Tabelle und Werkzeug vor dem ersten Schnitt — nicht der Schnitt vor der Rechnung.
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