Unser Standort
Schneflingen, Wittingen


Montag - Freitag
von 8:00-16:30

Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer

Fügen Sie Artikel hinzu, um mit dem Einkauf zu beginnen.

Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 14 Min. Lesezeit

Dachrinne erneuern: ausbauen, dimensionieren, neu setzen

Kompletter Austausch statt Flicken — Materialwahl, Größe, Zugang
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Erneuern oder reparieren: die Entscheidung

Der erste Schritt beim Erneuern ist die Entscheidung, dass erneuert wird — und die ist nicht selbstverständlich. Nicht jede beschädigte Rinne muss komplett raus.
Repariert oder gedichtet wird die lokale Stelle
ein Riss, ein Loch, eine undichte Naht, ein loser Endboden (Dachrinne reparieren, Dachrinne abdichten). Erneuert wird der Strang, wenn die lokale Reparatur keinen Sinn mehr ergibt — und dafür gibt es klare Zeichen.
Drei Zeichen sprechen für den Austausch
Erstens: Das Blech ist großflächig durchkorrodiert — wo ein Flicken auf dünn gewordenem Material sitzt, rostet daneben der nächste Durchbruch. Zweitens: Es wurde mehrfach geflickt, und die Flicken liegen so dicht, dass ein weiterer die Substanz nicht mehr rettet. Drittens: Die alte Abmessung passt nicht mehr — eine Rinne, die beim Starkregen überläuft, weil sie für die heutigen Regenmengen zu klein bemessen ist, wird nicht größer geflickt (Dachrinnen-Größen).
Die Entscheidung hat eine wirtschaftliche Seite
Ein Flicken kostet wenig und hält an einer sonst gesunden Rinne lange; am Ende der Lebensdauer eines Strangs ist jeder weitere Flicken nur noch Aufschub. Der Austausch ist dann nicht teurer als das Weitermachen — er ist die einzige Maßnahme, die das Problem beendet statt es zu verlängern.

Unser Regensammler & Fallrohrfilter Sortiment 9 Produkte

Filter

Die Bestandsaufnahme vor dem Ausbau

Bevor die alte Rinne abgenommen wird, wird sie angesehen — nicht nur die Rinne selbst, sondern alles, woran sie hängt.
Die Traufe ist der mitentscheidende Befund
Eine Rinne hängt an Haltern, die Halter sitzen am Stirnbrett oder auf den Sparren, und darüber liegt das Traufblech. Ist das Stirnbrett morsch, das Traufblech verrottet oder fehlt es ganz, ist der Rinnenaustausch nur die halbe Arbeit — die neue Rinne hinge an einem Untergrund, der sie nicht trägt, oder unter einer Traufe, die das Wasser hinter die Rinne leitet. Der Austausch ist deshalb der Moment, das Traufblech und das Stirnbrett mitzubeurteilen (Dachrinne montieren).
Die Materialfrage der alten Rinne
Welches Material liegt vor — Metall, Kunststoff, und welches Metall? Das entscheidet über die Entsorgung (Metall und PVC werden getrennt) und über die Frage, ob ein Lötanteil dabei ist, der dem Klempner gehört. Und es entscheidet über die Kontaktkorrosion: Sitzt oberhalb ein edleres Metall — Kupfer über einer Zinkrinne —, muss die neue Rinne darauf abgestimmt werden, sonst rostet sie genauso weg wie die alte (Dachrinne reparieren).
Die alte Rinne ist zugleich das Aufmaß
Rinnenlänge, Anzahl der Abläufe, Lage der Ecken — all das liest man am Bestand ab, bevor er abgenommen wird. Ein Aufmaß, das vor dem Ausbau gemacht ist, verhindert, dass nach dem Ausbau eine Lücke im Wissen steht.

Neu dimensionieren, nicht die alte Größe übernehmen

Der häufigste Fehler beim Erneuern ist, die alte Größe zu übernehmen. Genau das ist falsch — und zwar aus zwei Gründen.
Der eine Grund ist die alte Rinne selbst
Eine Rinne, die erneuert werden muss, wurde oft nach einer Faustregel bemessen — oder nach einer Zeit, in der Starkregen anders bewertet wurde. Wer ihre Größe ungeprüft übernimmt, übernimmt auch ihren Fehler. Die neue Rinne wird deshalb neu dimensioniert, nach den heutigen Werten (Dachrinnen-Größen).
Der andere Grund ist die Norm
Die Dimensionierung der Dachentwässerung folgt DIN EN 12056-3; die Entwässerung von Gebäuden und Grundstücken regelt DIN 1986-100. Beide verlangen die örtliche Regenspende — und die hat nichts mit der alten Rinne zu tun, sondern mit dem Ort, an dem das Haus steht. Erst aus wirksamer Dachfläche und örtlicher Regenspende ergibt sich das Rinnen-Nennmaß samt Fallrohr-Nennweite.
Das Ergebnis der Bemessung ist kein Einzelwert, sondern ein Satz
Rinne, Fallrohr und Rinnenhalter — die Halter sind nach DIN EN 1462 hinsichtlich ihrer Anforderungen und Prüfung genormt; der Montageabstand folgt dem gewählten System, nicht der Halternorm. Der bemessene Ablaufstutzen gehört dazu: Ein Stutzen, der nicht zur Rinnengröße und zur abzuführenden Wassermenge passt, staut die Rinne am Ausgang — und dann läuft auch die richtig dimensionierte Rinne über.
Die Regel ist schlicht
Beim Erneuern wird gerechnet, nicht abgeschrieben. Die alte Rinne liefert das Aufmaß, nicht die Größe (Dachrinnen-Größen).
Beratungsgespräch bei Franke Baustoffe: Musterplatten und Farbkarten im Vergleich
●  Baustoffhandel seit 1978
Passt das zu Ihrem Dach?
Maße und Aufbau durchgeben — wir stellen Ihnen zusammen, was dazugehört.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Notentwässerung kurz einordnen

Wer neu dimensioniert, stößt auf den Begriff Notentwässerung. Sie ist nicht die Reserve für einen verstopften Ablauf, sondern von Anfang an eingeplanter Bestandteil der Entwässerung: Nach DIN 1986-100 werden Haupt- und Notentwässerung gemeinsam für den Bemessungsfall ausgelegt, und der Notweg leitet unabhängig auf eine schadlos überflutbare Fläche — nicht in die Grundleitung, die im Ernstfall bereits ausgelastet ist. Beim Wohnhaus mit frei auf die Traufe entwässernder Rinne ist das in der Regel einfach beantwortet — die Rinne läuft im Extremfall über den Rinnenrand frei aufs Gelände über, ein zweiter Ablauf ist nicht nötig. Anders bei eingefassten Konstruktionen wie Attika oder Innenrinne: Hier gibt es keinen freien Überlauf, und die Notentwässerung gehört in die Fachplanung.

Das Wasser unter der Rinne: Kanal, Versickerung oder Zisterne

Bevor das neue System gewählt wird, lohnt der Blick nach unten: Wohin soll das Wasser, das die neue Rinne sammelt? Der Austausch ist der eine Zeitpunkt, an dem diese Frage fast ohne Mehraufwand mitentschieden wird — das Fallrohr liegt ohnehin offen.
Die erste Auskunft gibt die kommunale Entwässerungssatzung
Sie regelt, ob das Regenwasser in einen Mischkanal oder ein Trennsystem geleitet wird — und ob die Kommune die Versickerung auf dem Grundstück vorschreibt, zulässt oder untersagt. Was dort steht, entscheidet, welche Wege überhaupt offenstehen; der Anschluss an die Grundleitung bleibt dabei in jedem Fall Sache des Fachbetriebs.
Die Versickerung
gibt das Wasser auf dem eigenen Grund an den Boden ab. Ob das trägt, hängt an zwei Fragen: am Boden — durchlässiger Untergrund versickert, bindiger staut — und an den Abständen zum eigenen Keller, zum Nachbargrundstück und zu Brunnen oder Leitungen. Wer einen Keller hat, versickert nicht direkt daneben.
Die Regenwassernutzung
hält das Wasser zurück, bevor es versickert oder im Kanal landet: die Regentonne am Fallrohr für den Garten, die Zisterne für größere Mengen — oberirdisch als Tank, unterirdisch als Erdtank. Auch sie braucht einen geregelten Überlauf, und der folgt derselben Satzung wie jeder andere Ablauf. Wer sie plant, plant sie jetzt: Zulauf und Überlauf werden nur einmal gelegt.

Das neue System wählen

Mit der bemessenen Größe steht die zweite Entscheidung an: Welches System? Hier geht es um Werkstoff und Verbindungstechnik — und um die Frage, was die Eigenleistung leisten darf.
Metall oder Kunststoff
Metall-Hängedachrinnen sind nach DIN EN 612 genormt, PVC-U-Dachrinnen nach DIN EN 607. Beide sind Systeme mit gestuften Größen und aufeinander abgestimmten Formteilen — Halter, Endstücke, Winkel, Verbinder, Stutzen. Kunststoff ist die wirtschaftliche und montagefreundliche Wahl für Nebengebäude; am Wohnhaus entscheidet oft die Optik und das, was ringsum verbaut ist (Dachrinne montieren).
Die Verbindungstechnik entscheidet über die Eigenleistungsgrenze
Titanzink und Kupfer werden gelötet — Fachhandwerk mit offener Flamme nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln. Wer selbst erneuern will, nimmt ein System mit Steck- oder Klemmverbindungen — bei Kunststoff Standard, bei Metall als Verbindersystem mit Dichtung erhältlich (Dachrinne montieren, Dachrinne verbinden ohne Löten). Die Werkstoffwahl ist also zugleich die Entscheidung, ob der Klempner zum Löten dazukommt.
Die Materialtrennung bleibt Regel
Kupfer nie über Zink — auch die neue Rinne nicht. Wer oberhalb Kupfer hat und darunter Zink setzt, baut sich den nächsten Korrosionsschaden planmäßig ein (Dachrinne reparieren).

Welcher Halter an welche Traufe

Die Bestandsaufnahme hat geliefert, wie die Traufe beschaffen ist — jetzt wird aus dem Befund der Halter. Die Prüffrage dazu lautet: Was trägt bei mir?
HalterWann er passtWoran es hängt
StirnbretthalterBrett vorhanden und tragfähigam Brett — so gut wie dessen Holz
Rinneisen / SparrenhalterTraufe offen, Sparren freiam Sparren, vor oder ohne Eindeckung
TraufblechhalterSonderfall ohne Brett und freie Sparrenam Blech samt Unterkonstruktion
Der Stirnbretthalter
ist der einfachste Fall: von vorn ans Brett geschraubt, justierbar, ohne Eingriff in die Deckung. Er steht und fällt mit dem Brett — ein morsches Stirnbrett wird nicht mit mehr Schrauben gerettet, sondern getauscht, und der Austausch ist genau der Moment dafür (Dachrinne montieren).
Rinneisen und Sparrenhalter
setzen auf dem Sparren auf. Das Rinneisen kommt klassisch vor der Eindeckung unter die Deckung; wer nachträglich erneuert, ohne das Dach zu öffnen, nimmt den Sparrenhalter, der von der Seite an den Sparrenkopf geschraubt wird. Beide verlangen tragfähige Sparren — auch hier entscheidet der Befund, nicht der Wunsch.
Der Traufblechhalter
bleibt der Sonderfall für Traufen, an denen weder Brett noch Sparren zugänglich sind. Was ihn trägt, ist im Einzelfall zu prüfen — ein Traufblech allein ist Abdeckung, keine Unterkonstruktion.

Der regensichere Zwischenstand

Eine rinnenlose Traufe ist eine offene Flanke: Regen, der in dieser Zeit fällt, läuft die Fassade hinab und schlägt auf den Sockel. Der Ausbau gehört deshalb in ein stabiles Wetterfenster — nicht in eine Woche mit wechselnder Wetterlage, in der „schon irgendwie" trocken gearbeitet werden soll.
Demontiert wird nur, was am selben Arbeitstag wieder geschlossen wird
Der Strang wird in Tagesabschnitte geteilt: Was morgens aus den Haltern kommt, hängt abends als neues Stück. Wer die ganze Traufe auf einmal abräumt und das Setzen auf die nächsten Tage schiebt, lässt Fassade und Sockel unnötig im Regen stehen.
Für die Nacht gibt es die provisorische Ableitung
Ein Schlauch oder eine Plane am Ablaufstutzen beziehungsweise am offenen Ende des Reststrangs führt das Wasser an der Fassade vorbei nach unten — befestigt, nicht nur eingehängt. Das ersetzt keine Rinne, verhindert aber, dass eine einzige Regennacht aus dem Austausch einen Fassadenschaden macht.

Ausbau und Entsorgung der alten Rinne

Der Ausbau ist der Teil, an dem die alte Rinne vom Haus kommt — und an dem die meisten überrascht werden, weil er mehr fasst als „abhängen und wegwerfen".
Zuerst wird die Asbestfrage gestellt, nicht erst beim Staub
Die alte Rinne hängt an einer Traufe, an der bei älteren Häusern Faserzement, alte Bahnen und asbesthaltige Kitte verbaut sein können. Bevor die erste Schraube gelöst wird, steht deshalb die Asbestklärung (siehe Schritt 1) — nicht erst, wenn beim Ausbau eine verdächtige Platte zum Vorschein kommt.
Der Ausbau selbst geht vom Fallrohr zur Rinne
Zuerst wird das Fallrohr gelöst, dann die Rinne Stück für Stück aus den Haltern gehoben. Gelötete Abschnitte werden nicht planlos durchgetrennt; ein kontrolliertes Trennen in transportierbare Abschnitte ist möglich, muss aber geplant und qualifiziert erfolgen — die Lötarbeit selbst bleibt beim Klempner. Was die Eigenleistung ohne diese Vorgabe ausbaut, sind die Steck- und Klemmverbindungen und die Halter.
Die Entsorgung wird getrennt
Metallrinne und PVC-Rinne sind verschiedene Fraktionen und gehören getrennt — Metall in den Metallschrott, PVC in den Kunststoff- beziehungsweise Baustoffkreislauf. Was asbestverdächtig ist, kommt nicht in den Bauschutt, sondern in die Annahmestelle mit Nachweis (→ TRGS 519). Eine Rinne, die man „einfach in den Container wirft", ist der Punkt, an dem aus einer sauberen Arbeit eine Entsorgungssünde wird.

Der neue Strang: Setzen nach „Dachrinne montieren“

Mit Ausbau und Bemessung ist die Vorarbeit getan — das Setzen des neuen Strangs ist dann Montage, und die steht vollständig in Dachrinne montieren. Hier nur die Kette, damit klar ist, was wohin gehört.
Das Setzen folgt einer festen Reihenfolge
Halter nach Gefälle setzen, Rinne einlegen, Endstücke und Winkel schließen, Ablaufstutzen einsetzen, Fallrohr aufbauen, unteren Anschluss herstellen — und am Ende die Wasserprobe. Jeder dieser Schritte hat seine eigenen Regeln (Schnurschlag, Dehnungsmarkierung, Muffenrichtung), und die stehen dort, wo die Montage erklärt wird (Dachrinne montieren, Dachrinne mit Gefälle). Eine Grenze bleibt ausgespart: der Anschluss ans Grundleitungsnetz gehört nicht zur Eigenleistung.
Was das Erneuern von der Neumontage unterscheidet
Beim Erneuern kommt zur Montage die Bestandsaufnahme und die Entscheidung dazu — was bleibt (Traufblech, Fallrohr), was kommt neu (Rinne, Halter), was wird mitbehoben (morsches Stirnbrett, fehlendes Traufblech). Der Austausch ist Neumontage plus Bestandspflege, nicht nur „alte raus, neue rein".

Dachrinne erneuern: Schritt für Schritt

1

Asbestfrage klären — vor dem ersten Lösen

Bevor die erste Schraube gelöst, die erste Schelle geöffnet oder das erste Bauteil getrennt wird, steht die Asbestfrage. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Verlässliche Unterlagen räumen den Verdacht aus, sonst klärt eine Materialprobe im Labor. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst, geschnitten, gebrochen oder geschliffen — Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb. Diese Frage steht vor dem ersten Lösen, nicht danach.

2

Standplatz sichern

Der Austausch passiert von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt (die Zugangsalternativen ohne Gerüst Dachrinne erneuern ohne Gerüst).

3

Bestand aufnehmen

Rinnenlänge, Abläufe, Ecken, Material und Zustand der alten Rinne — und die Traufe: Ist das Stirnbrett tragfähig, liegt ein Traufblech? Diese Aufnahme bestimmt den Umfang des Austauschs.

4

Kontaktkorrosion prüfen

Sitzt oberhalb ein edleres Metall (Kupfer über Zink)? Dann wird die neue Rinne darauf abgestimmt (Dachrinne reparieren).

5

Neu dimensionieren

Wirksame Dachfläche und örtliche Regenspende bestimmen, daraus Rinnen-Nennmaß und Fallrohr-Nennweite nach DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 — nicht die alte Größe abschreiben (Dachrinnen-Größen).

6

System wählen

Metall (DIN EN 612) oder PVC-U (DIN EN 607), mit Steck- oder Klemmverbindungen für die Eigenleistung — oder Lötanteil für den Klempner.

7

Alte Rinne ausbauen und entsorgen

Fallrohr lösen, Rinne aus den Haltern heben; gelötete Abschnitte geplant trennen oder dem Klempner überlassen; Metall und PVC getrennt entsorgen.

8

Neue Rinne setzen

Halter nach Gefälle, Rinne einlegen, Endstücke und Winkel schließen, bemessenen Ablaufstutzen einsetzen, Fallrohr aufbauen — nach der vollständigen Montage in Dachrinne montieren. Der Anschluss ans Grundleitungsnetz gehört dem Fachbetrieb, nicht der Eigenleistung.

9

Wasserprobe

Am höchsten Punkt Wasser einlaufen lassen und beobachten: Läuft alles zum Ablauf, steht irgendwo Wasser, tropft eine Verbindung? Die Wasserprobe bestätigt den Austausch, bevor der nächste Regen es tut.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Alte Abmessung ohne Neuberechnung übernommenRinne läuft weiter über
Größe geraten statt nach DIN bemessenpasst nicht zur örtlichen Regenspende
Traufe nicht geprüftneue Rinne hängt an morschem Holz, Wasser läuft hinter
Altes Traufblech vergessenWasser läuft hinter die neue Rinne
Halter in morsches Stirnbrett gesetztreißen beim ersten Schneeschub aus
Kupfer über Zink gesetztneuer Korrosionsschaden planmäßig
Metall und PVC gemeinsam entsorgtfalsche Fraktion
Keine Wasserprobe gemachtFehler zeigt sich beim ersten Gewitter
---

Was beachtet werden muss

Asbest vor dem ersten Lösen
Der Ausbau fasst die alte Traufe an. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Klebern, Kitten und Beschichtungen mit Asbest zu rechnen, bis Unterlagen oder eine Materialprobe den Verdacht ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Material aus 1994 und 1995 ist nicht automatisch unverdächtig. Besteht Verdacht, wird nicht gelöst, geschnitten oder geschliffen — Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch den Fachbetrieb.
Erst entscheiden, dann rechnen, dann bauen
Erneuern beginnt mit der Entscheidung, dass erneuert wird — großflächige Korrosion, dichte Flicken oder eine unterdimensionierte Rinne. Dann wird neu bemessen, nicht die alte Größe übernommen. Erst dann wird gebaut.
Dimensionierung nach Norm
Die Größe folgt DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 aus wirksamer Dachfläche und örtlicher Regenspende — plus dem bemessenen Ablaufstutzen und den Haltern nach DIN EN 1462. Die alte Rinne liefert das Aufmaß, nicht die Größe (Dachrinnen-Größen).
Löten ist Fachhandwerk
Titanzink und Kupfer werden gelötet — offene Flamme nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln. Die Eigenleistung nimmt Steck- oder Klemmverbindungen; der Lötanteil gehört dem Klempner (Dachrinne montieren).
Absturz
Der Austausch passiert an der Traufkante von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter. Die einschlägige Regel dazu ist die TRBS 2121; die Zugangsalternativen ohne Gerüst stehen in Dachrinne erneuern ohne Gerüst.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der teuerste Fehler beim Erneuern ist der stille: die alte Größe übernommen, weil sie „doch immer gereicht hat" — und bei Starkregen läuft die neue Rinne genauso über wie die alte, nur jetzt neu. Deshalb steht die Neuberechnung vor dem Kauf und die Bestandsaufnahme vor dem Ausbau. Wer erneuert, erneuert die Bemessung mit — nicht nur das Blech.
---