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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 14 Min. Lesezeit

Dachrinne reparieren Zink: ausschneiden und vollflächig verlöten

Loch, Riss, Durchrostung — der Flicken aus Titanzink, eingelötet bis ins tragfähige Blech
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage an der Traufe

Die Reparatur an der alten Zinkrinne fasst die Traufe an — und dort sitzen neben dem Zink oft Materialien, die vor dem ersten Eingriff zu klären sind.

🔴 Die alte Traufe kann schadstoffhaltig sein. An der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen kann bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 Asbest stecken; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: Eine später gesetzte Rinne hat ihr eigenes Einbaudatum und ist separat zu betrachten. Bei Verdacht gilt: nicht erhitzen, nicht löten, nicht schleifen — Hitze und Lötdampf an asbesthaltigem Material sind besonders gefährlich. Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Reparatur — und an die Fragen, die den Schaden an der Zinkrinne entscheiden: Wo ist das Blech noch tragfähig, und wo muss es ersetzt werden?

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Beschädigtes Blech oder undichte Naht?

An der Zinkrinne gibt es zwei grundverschiedene Schäden, und sie werden oft verwechselt: die undichte Naht und das beschädigte Blech.
Die undichte Lötnaht wird nachgelötet
Wo eine Lötnaht porös geworden ist, eine Überlappung sich kleinflächig gelöst hat oder Wasser kapillar in den Spalt zieht, wird die Naht freigelegt und neu verlötet — das Blech selbst ist noch tragfähig. Das ist der Fall von Zink-Dachrinne abdichten: die Naht ist das Problem, nicht das Blech.
Das beschädigte Blech wird ersetzt
Anders, wo ein Loch, ein Riss oder ein durchgerosteter Bereich im Blech selbst liegt. Hier nützt kein Nachlöten einer Naht — es gibt keine Naht zu retten, sondern fehlendes beziehungsweise ausgedünntes Material, das ausgeschnitten und durch einen Flicken aus Titanzink ersetzt wird. Genau dieser Fall ist hier Thema.
Die Diagnose trennt die beiden
Der Blick auf die Schadensstelle entscheidet: Sitzt die Undichtigkeit in einer Naht, wird verlötet (Zink-Dachrinne abdichten). Liegt sie mitten im Blech, wird ausgeschnitten und ein Flicken eingesetzt (hier). Wer eine Naht ausschneidet oder ein Loch nur zulötet, wählt den falschen Weg — und der Schaden kommt zurück.

Schadensbild nach Lage lesen

Wo der Schaden sitzt, ist an der Zinkrinne eine halbe Diagnose — die Lage zeigt auf die Ursache, und die Ursache entscheidet, ob die Reparatur hält.
Loch am Rinnenboden
Ein Loch mitten im Boden entsteht dort, wo Wasser steht: unter Laub, an einem Gefälletiefpunkt, vor einem verstopften Ablauf. Wer nur das Loch verschließt und das stehende Wasser lässt, zeichnet das nächste Loch vor. Geprüft werden das Rinnengefälle und der freie Ablauf.
Korrosion an der Unterseite
Fraß an der Unterseite hat mit dem Wasser in der Rinne nichts zu tun — dort wirken Kondensat, ein feuchter Untergrund oder fehlende Hinterlüftung. Geprüft wird die frei gelegte Unterseite und der Sitz der Halter.
Riss neben einer Naht
Ein Riss dicht an der Lötnaht ist selten Zufall — er markiert die Stelle, an der sich Spannung sammelt, weil der Dehnungsausgleich fehlt (Dachrinne mit Gefälle). Geprüft wird der Strang auf starre Einbindung.
Schaden unter Kupfer- oder Bitumenablauf
Sitzt der Schaden genau dort, wo Wasser von einem Kupferblech oder von einer Bitumenfläche auf die Rinne trifft, liegt die Ursache oberhalb. Geprüft wird die Materialkombination über der Traufe — sonst bleibt die Reparatur nur die sichtbare Folge.

Der Befund: Loch, Riss, Durchrostung — wie weit schneidet man aus

Bevor geschnitten wird, wird der Schaden gelesen — denn nicht jedes Loch ist dasselbe, und der Riss hat eine Vorgeschichte.
Das einzelne Loch ist der einfache Fall
Ein sauberer, klar begrenzter Durchbruch — etwa ein Korrosionspunkt, ein Rissloch — wird ringsum bis zum tragfähigen Blech ausgeschnitten und mit einem Flicken geschlossen. Der Schaden ist lokal, das umgebende Blech gesund.
Der Riss hat eine Ursache
Ein Riss im Zink hat mehrere mögliche Quellen: eine Spannung aus fehlendem Dehnungsausgleich, aber auch mechanische Einwirkung, örtliche Ausdünnung, Materialalterung, eine misslungene Altverbindung oder Korrosion. Wird nur das Rissende ausgeschnitten und verlötet, reißt der Riss neben dem Flicken weiter. Zur Reparatur gehört deshalb immer der Blick auf die Ursache — beim Spannungsriss auf den fehlenden Dehnungsausgleich (Dachrinne mit Gefälle, Dachrinne reparieren).
Die Durchrostung endet erst am tragfähigen Blech
Ein durchgerosteter Bereich ist selten sauber begrenzt: Das Blech ist um die sichtbare Stelle herum ausgedünnt, und was „noch gut aussieht", trägt unter der Patina oft nur noch einen Hauch Material. Deshalb wird bis zum tragfähigen Blech geschnitten — bis zu der Stelle, an der das Zink wieder volle Wandstärke hat. Nur auf solchem Grund hält ein Flicken dauerhaft.

Reparieren, Teilstück ersetzen oder Rinnenstrang erneuern?

Bevor der Klempner schneidet, wird entschieden, wie weit der Eingriff reicht — ein Flicken auf Blech, das nicht mehr trägt, ist kein Eingriff, sondern der nächste Schaden.
BefundPrüfungKonsequenz
einzelner, sauber begrenzter SchadenUmfeld auf tragfähiges BlechFlicken einlöten
mehrere dünne oder narbige StellenWandstärke ringsumTeilstück ersetzen
gerissene Lötnaht auf gesundem BlechNaht freilegennachlöten (Zink-Dachrinne abdichten)
verformte, verbeulte RinneHalter und Gefällerichten oder Teilstück
großflächige Korrosion, mürbes BlechWandstärke über den StrangStrang erneuern (Dachrinne erneuern)
Die Prüfung ist kein Formalismus: Was unter der Patina „noch gut aussieht", trägt oft nur noch einen Hauch Material. Deshalb steht vor dem Flicken die Frage, ob das Blech daneben überhaupt noch trägt.

Ausschneiden bis zum tragfähigen Blech

Der erste Handgriff der eigentlichen Reparatur ist das Ausschneiden — und seine Regel ist so einfach wie folgenreich.
Geschnitten wird bis ins gesunde Material
Der beschädigte Bereich wird vollständig entfernt, bis ringsum tragfähiges Blech steht — Zink mit voller Wandstärke, frei von Korrosionsnarben und ausgedünnten Stellen. Das Maß dafür liefert der Befund, nicht der Flicken: Erst wird der Schaden begrenzt, dann wird der Flicken auf die gesunde Öffnung zugeschnitten. Wer umgekehrt den Flicken nimmt und „knapp darum herum" schneidet, lässt den ausgedünnten Rand stehen — und der Flicken sitzt auf Material, das ihm unter der Last wegbricht.
Die Schnittform wird für die Lötung gewählt
Die Öffnung wird so geschnitten, dass der spätere Flicken sauber überlappt und die Lötfläche definiert ist — Ecken gerundet statt spitz eingeschnitten, damit sich dort keine Spannung sammelt. Eine spitz eingeschnittene Ecke ist eine vorgezeichnete Stelle für den nächsten Riss.
Das Ausschneiden selbst ist Trennarbeit am Blech
Ob gestochen, gesägt oder geschnitten wird, richtet sich nach der Dicke und der Zugänglichkeit — und genau hier beginnt das Handwerk. Am Dach, mit dem Holz der Konstruktion im Rücken und der Patina als Korrosionsschutz, ist das Ausschneiden kein Heimwerker-Schritt, sondern der Auftakt der Klempnerarbeit. Es steht vor der Lötung, nicht nach ihr — und wer es plant, plant die Lötung gleich mit.

Der Flicken aus Titanzink und die vollflächige Kapillarlötung

Auf die geschnittene Öffnung kommt der Flicken — und der wird nicht aufgeklebt oder aufgesetzt, sondern eingelötet.
Der Flicken ist aus dem Werkstoff der Rinne
Repariert wird mit Titanzink (DIN EN 988) — demselben Werkstoff wie die Rinne. Ein Flicken aus einem anderen Metall erzeugt an der Überlappung selbst eine Kontaktkorrosion (siehe unten) und verletzt den Schutz der Patina. Der Flicken wird so bemessen, dass er die Öffnung rundum deutlich überlappt — die Überlappung ist die Fläche, auf der gelötet wird.
Die vollflächige Kapillarlötung verbindet die ganze Überlappung
Gelötet wird nicht als aufgesetzter Wulst, sondern als vollflächige Kapillarlötung: Das Lot zieht in den Spalt zwischen Flicken und Blech und verbindet beide über die gesamte Überlappungsfläche. Dafür muss zuerst die Patina beziehungsweise Oxidschicht an der Lötstelle entfernt werden — sonst haftet das Lot auf der Schutzschicht statt auf dem Zink und die „Naht" ist von Anfang an lose. Verwendet wird Weichlot mit dem passenden Flussmittel; nach dem Löten werden die Flussmittelreste sofort entfernt — sie sind korrosiv und würden das frische Lot und das Blech angreifen.
Warum das Fachhandwerk ist
Gelötet wird beim Titanzink weich, mit dem Lötkolben — die Flamme erwärmt den Kolben, nicht das Rinnenblech. Genau darin liegt die Schwierigkeit: Die Arbeitstemperatur muss über die ganze Naht gehalten werden, damit das Lot in den schmalen Spalt einzieht, ohne das dünne Blech zu überhitzen. Dazu kommt die offene Flamme in der Nähe der brennbaren Dachkonstruktion — und eine Lötung, die „dicht aussieht", kann es trotzdem nicht sein. Die ZVSHK-Klempnerfachregeln beschreiben, wie eine solche Lötverbindung ausgeführt wird — und selbst beim Klempner ist das Löten am Dach kein Nebenbei-Verfahren: vorherige Gefährdungsbeurteilung, ein geeigneter Feuerlöscher (kein Wassereimer) und eine Brandwache mit mehrfacher Nachkontrolle.

Bitumen- und Kontaktkorrosion: erst die Ursache, dann die Naht

Manche Beschädigung an der Zinkrinne ist kein Zufall, sondern eine Materialursache — und die muss vor der Lötung geklärt sein, sonst rostet der neue Flicken genauso weg wie das alte Blech.
Angriff durch Bitumen und andere Bedachungsstoffe
Nicht jeder Bitumenkontakt schadet — kritisch wird es, wo ablaufendes Wasser Abbauprodukte aus gealterten Bitumen- oder Kunststoffbahnen auf das Zink trägt oder wo dauerfeuchter, unverträglicher Kontakt besteht. Die Reparatur prüft deshalb, ob die Rinne an Bitumen grenzt; ist das die Ursache, wird sie zuerst behoben, nicht nur der Schaden ausgeschnitten.
Zwei verschiedene Mechanismen — nicht verwechseln
Der eine ist der Wasserweg: Läuft Wasser von Kupfer kommend auf eine Zinkrinne — unter einem Kupferblech am First, unter einem Kupferbauteil oberhalb —, trägt es Kupferionen mit und frisst das Zink an der Auftreffstelle weg. Diese Richtung ist entscheidend: Zink oberhalb von Kupfer ist in dieser Hinsicht unkritisch. Der andere ist die Kontaktkorrosion im engeren Sinn: Berühren sich beide Metalle unmittelbar und ist die Stelle feucht, entsteht ein galvanisches Element, das das unedlere Zink zersetzt — unabhängig davon, welches Metall oben liegt. Deshalb reicht es nicht, nur nach oben zu schauen; auch der direkte Kontakt an Haltern, Schrauben und Anschlüssen gehört geprüft. Wer einen Flicken einsetzt, ohne zu prüfen, ob oberhalb Kupfer sitzt, behebt die Wirkung und lässt die Ursache stehen (Dachrinne reparieren).
Deshalb kommt die Ursache vor der Naht
Erst wird geprüft, ob die Rinne an Bitumen grenzt oder oberhalb ein edleres Metall sitzt. Dann wird die Ursache angegangen — Materialkombination trennen oder Wasserweg umleiten — und erst dann wird die Stelle repariert. Der Flicken schließt den Schaden; die Prüfung verhindert, dass er zum nächsten wird.

Auftrag für den Klempner vorbereiten

Der Laie lötet an der Zinkrinne nicht selbst — er bereitet den Auftrag so vor, dass der Klempner belastbar entscheiden kann, statt erst selbst aufnehmen zu müssen.
Was der Klempner braucht
Fotos von Ober- und Unterseite der Schadensstelle, das Rinnenprofil mit seiner Abmessung und die Lage zu Ablauf und Haltern. Dazu, was oberhalb der Traufe liegt: Kupferbleche sowie Bitumen- oder Kunststoffflächen, deren Ablaufwasser auf die Rinne trifft. Diese Angaben entscheiden zwischen Flicken, Nahtreparatur und Austausch.
Das Löten bleibt ausdrücklich Facharbeit
Der Auftrag beschreibt den Befund, nicht das Verfahren — wie geschnitten und gelötet wird, bestimmt der Klempner nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln. Wer im Auftrag das Verfahren vorgibt, hat die Grenze zur Eigenleistung bereits überschritten.

Reparaturstelle abnehmen

Ein oberflächlich geschlossener Riss kann weiterhin unterlaufen werden — deshalb wird die fertige Stelle geprüft, solange sie noch sichtbar ist.
Die Wasserprobe ohne Überstau
Wasser gezielt auf die reparierte Stelle laufen lassen — die Rinne nicht aufstauen — und beobachten, ob es an der Naht austritt oder unter dem Flicken durchzieht. Danach die Unterseite kontrollieren: Tritt dort Feuchte aus, ist die Stelle nicht dicht, auch wenn sie von oben geschlossen wirkt.
Der Wasserlauf bleibt ungestört
Geprüft wird zusätzlich, ob das Wasser über die Stelle hinweg zum Ablauf fließt und sich keine neue Pfütze bildet; eine Reparatur, die das Gefälle verstellt oder eine Verformung hinterlässt, ist kein abgeschlossener Schaden.
Bei Lötarbeiten dokumentieren lassen
Der Fachbetrieb bestätigt die vollständige Naht und die entfernten Flussmittelreste — beides ist die Voraussetzung dafür, dass die Verbindung hält statt neu zu korrodieren. Die Kontrolle nach dem nächsten Regen bestätigt, was die Wasserprobe angekündigt hat.
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Zinkrinne reparieren: Schritt für Schritt

1

Asbestfrage klären — vor dem ersten Eingriff

Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Besteht Verdacht, wird nicht erhitzt, gelötet oder gelöst — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb (siehe ganz oben).

2

Standplatz sichern

Von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.

3

Werkstoff bestätigen

Sicherstellen, dass es wirklich Titanzink ist — bei Zink gilt das Löten, bei Alu, verzinktem Stahl oder PVC gelten andere Wege (Dachrinne abdichten ohne Löten, Alu-Dachrinne verbinden).

4

Schaden einordnen

Undichte Lötnaht auf tragfähigem Blech → nachlöten (Zink-Dachrinne abdichten). Loch, Riss oder Durchrostung im Blech → ausschneiden und Flicken einlöten (hier). Durchgerosteter Strang in voller Länge → erneuern (Dachrinne erneuern).

5

Ursache prüfen

Sitzt oberhalb ein edleres Metall (Kupfer über Zink) oder grenzt die Rinne an Bitumen? Dann wird zuerst die Ursache angegangen, sonst rostet der Flicken genauso weg (Dachrinne reparieren).

6

Bis zum tragfähigen Blech ausschneiden lassen

Der Klempner entfernt den beschädigten Bereich vollständig, bis ringsum Zink mit voller Wandstärke steht — Ecken gerundet, Lötfläche definiert.

7

Flicken aus Titanzink einlöten lassen

Flicken aus demselben Werkstoff mit deutlicher Überlappung, vollflächig kapillar verlötet nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln — Weichlot, Flussmittel, Freilegen der Patina. Flussmittelreste sofort entfernen.

8

Dehnung prüfen

War der Schaden ein Spannungsriss, wird der fehlende Dehnungsausgleich ergänzt — sonst reißt der Flicken daneben wieder auf.

9

Wasserprobe

Am Ende Wasser einlaufen lassen und beobachten, ob die reparierte Stelle dicht ist. Die Wasserprobe bestätigt die Reparatur, bevor der nächste Regen es tut.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Auf durchgerostetem Blech gelötetLot hält nicht, Blech gibt daneben nach
Nur übertüncht statt ausgeschnittenSchaden kommt unter dem Flicken zurück
Flicken aus fremdem Metall eingesetzterzeugt selbst Kontaktkorrosion
Bitumenkorrosion übersehenZink korrodiert an der Ursache weiter
Kontaktkorrosion (Kupfer über Zink) übersehenFlicken rostet genauso weg
Spannungsriss ohne Dehnungsausgleich repariertRiss wandert neben dem Flicken weiter
Auf der Patina gelötet statt freigelegtkeine Verbindung zum Blech
Flussmittelreste nicht entferntkorrosiv, greift das frische Lot an
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Was beachtet werden muss

Asbest — zuerst zu klären
An der alten Traufe können Kitte und Massen asbesthaltig sein. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Klebern, Kitten und Beschichtungen mit Asbest zu rechnen, bis Unterlagen oder eine Materialprobe den Verdacht ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Besteht Verdacht, wird nicht erhitzt, gelötet oder gelöst — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch den Fachbetrieb. Diese Prüfung steht vor jedem anderen Schritt am Bauteil.
Zink wird verlötet, nicht geklebt
DIN EN 988 ist die Produktnorm für das Zinkblech, nicht die Anleitung zum Fügen. Das Fügeverfahren gibt die Klempnerfachregel vor: An der Reparaturstelle wird ein Flicken aus demselben Werkstoff vollflächig kapillar verlötet, nicht aufgeklebt und nicht mit Dichtmasse zugesetzt. Der klebende Weg gehört den Systemen, die zum Kleben gebaut oder ausdrücklich freigegeben sind (Dachrinne abdichten ohne Löten).
Ausschneiden ist Klempnerarbeit
Das Ausschneiden bis zum tragfähigen Blech und das Einlöten des Flickens gehören dem Klempner — offene Flamme an der brennbaren Dachkonstruktion, nach den ZVSHK-Klempnerfachregeln. Eine Lötung, die nicht dicht ist, sieht dicht aus.
Bitumen- und Kontaktkorrosion
Vor der Lötung wird die Materialursache geprüft: Kupfer nie über Zink, und Zink nicht an Bitumen grenzen lassen. Wer nur die Stelle repariert und die Ursache lässt, baut sich den nächsten Schaden planmäßig ein.
Absturz
Gearbeitet wird von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der teuerste Fehler an der Zinkrinne ist der still reparierte Schaden: auf durchgerostetem Blech gelötet, weil „es ja noch hält", oder die Kontaktkorrosion übersehen, weil die Stelle dicht aussah. Beides hält nur scheinbar — und der Flicken, der das Problem hätte lösen sollen, ist selbst die nächste Schwachstelle. Deshalb steht vor dem Ausschneiden die Diagnose und vor der Lötung die Ursache — nicht das Werkzeug vor der Analyse.
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