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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 18 Min. Lesezeit

Dachgaube dämmen

Dämmkontinuität über Gaubendach, Wangen und Stirnseite, U-Wert nach Anlage 7 GModG, Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3
9 Arbeitsschritte
8 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage im Bestand

Bevor die Gaube gedämmt wird, steht eine Prüfung, die jeden Eingriff in den Bestand überlagert.

🔴 Alte Dächer und Gauben können schadstoffhaltig sein. Alte Bitumenbahnen, Faserzementplatten sowie Kleber, Kitte und Spachtelmassen können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Alte Dämmstoffe aus künstlichen Mineralfasern gelten, wenn sie vor 1996 eingebaut wurden, als krebserzeugend (Kategorie 1B); bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ist ohne Einzelnachweis weiterhin von alter Mineralwolle auszugehen. Das Dämmen der Gaube bedeutet öffnen, anfassen, einpassen — Asbest und alte Mineralwolle haben dabei verschiedene Weichen — beim Asbest den Baubeginn des Objekts, bei künstlichen Mineralfasern den Einbau vor 1996: später sanierte oder erneuerte Bauteile haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht öffnen, nicht zerstören; Umgang nach TRGS 519 (Asbest) beziehungsweise nach TRGS 521 (alte Mineralwolle) durch einen dafür qualifizierten Fachbetrieb.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die Dämmung — und an die Fragen, die die Gaube eigentlich entscheiden: Dämmkontinuität, U-Wert, Feuchtenachweis.

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Was an der Gaube gedämmt wird — drei Flächen, nicht eine

Eine Gaube ist kein kleines Dach mit einer Fläche — sie ist ein Körper aus mehreren Außenflächen, und jede muss gedämmt werden.
Die Gaube besteht aus Gaubendach, Wangen und Stirnseite
Das Gaubendach ist die kleine geneigte Dachfläche oben, die Gaubenwangen sind die beiden seitlich stehenden Wandflächen, deren unterer Abschluss der geneigten Hauptdachfläche folgt, und die Stirnseite ist die vordere Fläche mit dem Gaubenfenster. Alle drei grenzen an die Außenluft beziehungsweise an die Dachaußenhaut — alle drei sind Teil der Wärmehülle. Wie viele Flächen es tatsächlich sind, hängt von der Gaubenform ab — dazu gleich mehr.
Wer nur das Gaubendach dämmt, lässt zwei Flächen offen
Der klassische Fehler ist, die Gaube wie ein Dach zu behandeln und nur die obere Fläche zu dämmen. Die Wangen und die Stirnseite sind aber ebenso Außenflächen: Über sie fließt Wärme genauso ab wie über das Gaubendach. Eine halb gedämmte Gaube ist eine halb geschlossene Wärmehülle.
Deshalb ist die Dämmkontinuität das eigentliche Thema
Es geht nicht darum, drei Flächen einzeln zu dämmen, sondern darum, eine Dämmebene lückenlos um den ganzen Gaubenkörper zu führen — vom Hauptdach über das Gaubendach, die Wangen und die Stirnseite wieder zurück ins Hauptdach.

Gaubenform bestimmt Anschluss und Wasserweg

Bevor gedämmt wird, muss die Gaube richtig eingeordnet sein — denn die Form entscheidet, wo Wasser läuft und wie die Flächen anschließen.
Schleppgaube
Ein einziges, flach geneigtes Gaubendach; die Wangen schließen seitlich an das Hauptdach an, der kritische Punkt ist der Übergang des flachen Gaubendachs auf die steilere Hauptdachfläche. Das Wasser läuft vom Gaubendach auf das Hauptdach.
Sattel- oder Giebelgaube
Zwei schräg zueinander stehende Gaubendach­ flächen, die in einem kleinen First enden; die Wangen sind die stehenden Seitenwände. Hier laufen zwei kleine Dachflächen auf das Hauptdach zu.
Flachdachgaube
Ein nahezu waagerechtes Gaubendach, das als eigene Abdichtungsfläche behandelt wird — das Wasser braucht ein Gefälle und einen geregelten Ablauf, nicht nur einen Übergang auf das Hauptdach.
Tonnengaube
Zwei senkrechte Wangen und eine rechteckige Stirnfläche wie bei der Schleppgaube — nur das Gaubendach ist tonnenförmig gewölbt. Die Anschlüsse liegen deshalb an denselben Stellen wie sonst auch, die Kehlen laufen entlang der Wangen; gekrümmt ist allein die Deckfläche darüber, was kleinformatige oder biegsame Deckung verlangt.
Fledermausgaube
Die wangenlose Sonderform: eine geschwungene Fläche ohne gerade Kanten, die fließend in das Hauptdach ausläuft. Sie ist nicht dasselbe wie die Tonnengaube — die beiden werden regelmäßig verwechselt.
Die Form bestimmt die Abdichtungskategorie
Eine Flachdachgaube verlangt eine flachdachtaugliche Abdichtung; eine Schleppgaube kommt mit der zweiten wasserführenden Ebene des Steildachs aus. Wer die Gaube falsch einordnet, sucht die Detaillösung für die falsche Wasserführung.

Die Dämmkontinuität: Gaubendach, Wangen und Stirnseite

Die Dämmung der Gaube steht und fällt damit, dass sie nicht an einer Fläche aufhört — und der Übergang zum Hauptdach ist die entscheidende Stelle.
Die Dämmebene muss durchgehend verlaufen
Die Dämmkontinuität bedeutet: Die Dämmschicht der Gaube schließt an jeder Stelle an die Dämmung der Nachbarfläche an — das Gaubendach an die Wangen, die Wangen an die Stirnseite, und alle drei an die Dämmung des Hauptdachs. Wo die Dämmebene unterbrochen ist, fließt die Wärme an der Dämmung vorbei — unabhängig davon, wie dick die Dämmung an anderer Stelle ist.
Die Wangen sind die häufigste Lücke
Die Gaubenwangen führen schräg nach hinten zum Hauptdach — und genau dort, wo die Wange auf die Hauptdachfläche trifft, wird die Dämmung oft abgeschnitten statt durchgeführt. Eine Wange, die außen an das kalte Hauptdach anschließt, aber innen keine durchgehende Dämmebene hat, ist eine Wärmebrücke auf ganzer Länge.
Der Übergang zum Hauptdach wird geplant, nicht gestopft
Die Dämmung der Gaube muss in die Dämmung des Hauptdachs übergehen — an den Kehlen und an den Gaubenecken. Das ist die Stelle, an der die Geometrie am schwierigsten ist und an der die Dämmkontinuität am häufigsten reißt. Die Übergänge gehören deshalb vor dem Dämmen gelöst, nicht währenddessen improvisiert.

Vier Funktionsschichten um die Gaube verfolgen

Die häufigste Schwäche der Gaubendämmung ist nicht die Dämmfläche, sondern eine Funktionsebene, die an einer Ecke endet. Deshalb wird jede Schicht einzeln um den ganzen Gaubenkörper geführt.
Vier Ebenen gehören zusammen
Außenwetterschutz, winddichte Ebene, Dämmung und raumseitige Luft- beziehungsweise Dampfschicht — jede dieser Ebenen läuft über das Gaubendach, die Stirnseite und beide Wangen und mündet in die entsprechende Ebene des Hauptdachs. Endet eine Ebene an der Gaubenecke, ist die gesamte Funktion an dieser Stelle unterbrochen.
Außenwetterschutz
Er führt das Schlagwasser vom Gaubendach und von den Wangen in die Deckung des Hauptdachs; an der Flachdachgaube ist er eine eigene Abdichtung, an der Schleppgaube die zweite wasserführende Ebene.
Winddichte Ebene
Sie schließt die Dämmung nach außen gegen Durchströmung und hält den Wind vom Dämmstoff fern — auch über die Wangen hinweg.
Dämmung
Sie bildet den thermischen Kern und darf an keiner Fläche dünner werden oder aussetzen; kleine Gefache entscheiden dabei, ob eine durchgehende Zusatzdämmschicht die Gefachdämmung ergänzt.
Raumseitige Luft- und Dampfschicht
Sie schließt die Gaube innen und verbindet sich mit der Ebene des Hauptdachs — die Dampfbremse in Funktion einer luftdichten Ebene oder ein anderer luftdichter Abschluss.
Erst wenn alle vier Ebenen durchgezeichnet sind, stimmt der Anschluss
Eine Dämmung, die nur die Flächen füllt, aber eine endende Ebene übersieht, bleibt an genau dieser Ecke undicht.

Die U-Wert-Anforderung nach Anlage 7 GModG (§ 36)

Auch die Gaube hat einen Zielwert — und der folgt aus dem Gebäude­ modernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG).
Der Tabellenwert gilt, wo am Bestand geändert wird
Die Anlage 7 zu § 36 GModG nennt Höchstwerte des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) für Bauteile, die bei bestehenden Gebäuden ersetzt, erneuert oder erstmals eingebaut werden — und § 36 GModG regelt genau diese Änderungen am Bestand. Für die opaken Flächen des Dachs liegt der Höchstwert bei 0,24 W/(m²K). Ob dieser Wert greift, entscheidet der konkret verwirklichte Tatbestand der Anlage 7: Der Ersatz oder die Erneuerung eines Bauteils unterliegt ihm; eine bloße innenseitige Nachdämmung auf einer ohnehin vorhandenen Fläche nicht pauschal. Zudem lässt § 36 GModG eine Bagatellgrenze zu: Änderungen an nicht mehr als 10 % der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe fallen nicht unter die Pflicht.
Anders liegt der Fall, wo tatsächlich neue beheizte Fläche entsteht
Nur wo im Zuge eines Ausbaus tatsächlich neue beheizte oder gekühlte Räume hinzukommen, ist § 39 GModG maßgeblich — dort zählt der Transmissionswärmeverlust der hinzukommenden Räume, nicht pauschal der Einzelbauteilwert aus Anlage 7. Ein bloßer „Ausbau" ohne neue beheizte Fläche löst § 39 nicht aus. Umgekehrt greift § 36 nur, wo ein konkreter Tatbestand der Anlage 7 vorliegt — etwa der Ersatz oder die Erneuerung eines Bauteils. Welcher Wert gilt und wie gerechnet wird, klärt deshalb der Energieberater beziehungsweise Fachbetrieb im Einzelfall.
Der U-Wert misst den Wärmestrom durch das Bauteil
Je niedriger der U-Wert, desto besser dämmt die Fläche. 0,24 W/(m²K) heißt: Durch einen Quadratmeter der gedämmten Gaubenfläche fließt bei einem Temperaturunterschied von einem Grad genau 0,24 Watt. Die nötige Dämmstärke ergibt sich aus dem Aufbau und dem Dämmstoff — aus der Berechnung, nicht aus einer Pauschalstärke. Eine zu dünne Dämmung überschreitet den zulässigen Höchstwert und muss nachgebessert werden.

Der Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3

Die Gaube ist ein Anschlussbauwerk mit vielen spitzen Winkeln — deshalb ist der Feuchteschutz hier keine Nebensache, sondern eine eigene Prüfung.
DIN 4108-3 regelt den klimabedingten Feuchteschutz
DIN 4108-3 ist die Norm für den Feuchteschutz von Bauteilen: Sie legt fest, wie nachzuweisen ist, dass in einer Konstruktion nicht unzulässig viel Tauwasser ausfällt und dass einmal eingedrungene Feuchte wieder austrocknen kann. Die Ausgabe 2024-03 kennt dafür einen gestuften Nachweisweg — nachweisfreie Konstruktionen, das vereinfachte Periodenbilanzverfahren und die hygrothermische Simulation. Der Feuchteschutznachweis prüft die gesamte Schichtenfolge — Dämmung, Dampfbremse, Beplankung — auf ihren Feuchtehaushalt über den Jahresverlauf.
Die Gaube ist feuchtetechnisch anspruchsvoller als das Hauptdach
An Kehlen und Gaubenecken treffen mehrere Flächen in spitzen Winkeln zusammen, die Konstruktion ist verwinkelt, und die Dämmstärken variieren. Eine Schichtenfolge, die auf der geraden Hauptdachfläche funktioniert, kann an der Gaubenecke tauwasseranfällig sein. Der Feuchtenachweis nach DIN 4108-3 wird deshalb für die Gaube und ihre Anschlüsse geführt — nicht pauschal „fürs Dach" mit.
Der Nachweis entscheidet über die Dampfbremse
Ob eine Dampfbremse nötig ist und welcher sd-Wert passt, folgt aus dem Feuchtenachweis. Eine feuchtevariable Dampfbremse kann an der Gaube sinnvoll sein, weil sie eingedrungene Feuchte im Sommer zurücktrocknen lässt — aber sie ist kein Ersatz für den Nachweis. Der Feuchteschutz wird geplant und gerechnet, nicht geraten.

Nachweisweg für die Gaubenecke

Die Ecke, an der Wange, Gaubendach und Hauptdach zusammentreffen, lässt sich mit einer eindimensionalen Rechnung nicht abbilden. Der Nachweis wird deshalb stufenweise geführt.
Zuerst prüfen: liegt eine nachweisfreie Konstruktion vor?
DIN 4108-3 führt Bauteile und Schichtenfolgen, die ohne Einzelrechnung als feuchtesicher gelten. Passt die Gaube in eine solche nachweisfreie Gesamtkonstruktion, entfällt der gesonderte Nachweis.
Sonst die Eingaben sammeln
Schichtenaufbau, Materialkennwerte und das vorgesehene Innenklima werden erfasst — je genauer die Kennwerte aus Datenblatt und Bestand, desto belastbarer die Rechnung.
Danach die Nachweise festlegen
Für die feuchtetechnische Prüfung steht der gestufte Nachweisweg der DIN 4108-3 — bis hin zur hygrothermischen Simulation. Für die Oberflächentemperatur an der verwinkelten Ecke kommt zusätzlich eine zweidimensionale Wärmebrückenbetrachtung nach DIN EN ISO 10211 in Frage, die den kalten Eckpunkt rechnerisch zeigt.
Der Nachweis bildet die Geometrie ab, nicht eine Mittelwertfläche
Eine eindimensionale Rechnung über die Fläche wäre an der Gaubenecke blind für genau die Stelle, die tauwasseranfällig ist.

Die Wärmebrücken an Kehlen und Gaubenecken

Es gibt an der Gaube Stellen, die mehr Wärme verlieren als jede gerade Fläche — und sie liegen genau dort, wo die Flächen zusammentreffen.
An der Gaube gibt es zwei verschiedene Übergänge — und nur einer ist eine Kehle. Wo die Gaubenwange seitlich auf die Hauptdachfläche trifft, steht eine senkrechte Fläche auf einer geneigten: Das ist ein Wand- beziehungsweise Wangenanschluss, keine Kehle. Wo dagegen das Gaubendach auf das Hauptdach trifft — bei Schlepp- und Satteldachgauben oberhalb der Gaube —, treffen zwei geneigte Flächen in einer einspringenden Kante aufeinander, und dort läuft das Wasser beider Flächen zusammen. Das ist die echte Kehle, und sie führt am meisten Wasser von allen Stellen der Gaube.
Beide sind Wärmebrücken, beide werden anders ausgeführt
Der Wangenanschluss braucht eine Verwahrung, die an der senkrechten Fläche hochgeführt wird; die Kehle braucht ein Kehlblech oder eine dichte Kehlausbildung, die das gesammelte Wasser auf die Hauptdachfläche abgibt. Fachlich zusammen gehören sie trotzdem, denn dämmtechnisch gilt für beide dasselbe: Die Dämmung der Gaube muss hier an die Dämmung des Hauptdachs anschließen, und genau dieser Übergang wird oft unterbrochen.
Die Gaubenecke ist der Schnittpunkt der Flächen
An der Gaubenecke, wo Gaubendach, Wange und Hauptdach aufeinandertreffen, laufen gleich mehrere Dämmebenen zusammen. Wer sie nicht lückenlos zusammenführt, schafft einen kalten Eckpunkt an der Innenseite: Die Oberfläche kühlt ab, Raumluftfeuchte kondensiert, und aus dem kalten Eckpunkt wird ein Schimmelherd.
Wärmebrücken „möglichst gering" — aber nicht als eigene Bestandspflicht. Konstruktive Wärmebrücken sind nach den anerkannten Regeln der Technik und den im Einzelfall wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen so gering wie möglich zu halten. Die ausdrückliche Vorschrift des GModG dazu (§ 12) gilt für zu errichtende Gebäude; im Bestand ist der Wärmebrückenschutz technische Detailplanung und wird nur beim Gesamtgebäudenachweis nach § 38 Abs. 3 rechnerisch angesetzt. Eine vollständige „Wärmebrückenfreiheit" verlangt das Gesetz nirgends. Die Anschlüsse an Kehlen und Gaubenecken werden deshalb so lückenlos wie möglich, aber vor allem nachweisbar geplant — nicht mit dem Anspruch, jede Geometrie völlig wärmebrückenfrei zu lösen.

Der luftdichte Anschluss der Gaube

Zur Dämmung kommt die Schicht, die über Feuchteschäden entscheidet — und bei der Gaube ist der Anschluss die eigentliche Arbeit.
DIN 4108-7 regelt die Luftdichtheit
DIN 4108-7 ist die Norm für die Luftdichtheit von Gebäuden. Die luftdichte Ebene kann die Dampfbremse tragen — sie kann aber auch aus Plattenwerkstoffen oder Putz bestehen; eine Bahn, die beides übernehmen soll, wird als Dampfbremse in Funktion einer luftdichten Ebene verlegt. Entscheidend ist die lückenlose Verklebung und der Anschluss an alle angrenzenden Bauteile. An der Gaube gilt das an jedem Übergang.
Die Dampfbremse der Gaube muss an das Hauptdach anschließen
Wo die Gaube auf das Hauptdach trifft, muss die luftdichte Ebene der Gaube mit der des Hauptdachs verbunden werden — an den Kehlen, den Wangen und der Stirnseite. Eine Lücke in dieser Ebene lässt feuchte Raumluft in die Konstruktion strömen, wo sie an der kalten Bestandsfläche kondensiert. Geklebt wird mit den zum System passenden Klebebändern und Dichtklebern — nicht mit beliebigem Tape.
Luftdichtheit und Wärmedämmung sind zwei getrennte Funktionen
Eine Dämmung ohne luftdichten Anschluss dämmt weiter — die Wärmedämmung ist damit nicht wirkungslos. Aber eine Leckage lässt feuchte Raumluft in die Konstruktion strömen und erhöht dort das Feuchterisiko; ob daraus eine Durchfeuchtung wird, hängt vom Aufbau ab. An der verwinkelten Gaube mit ihren vielen Übergängen ist der luftdichte Anschluss deshalb nicht der letzte Feinschliff, sondern die Voraussetzung, dass die Gaubendämmung überhaupt dauerhaft funktioniert.

Fensteranschluss der Gaube

Bei schmalen Gauben ist die Fensterleibung der kälteste und geometrisch engste Bereich — hier müssen Dämmung und Luftdichtheit ohne Hohlraum am Rahmen enden.
Die Laibung wird mitgedämmt, nicht übersprungen
Dämmung und luftdichte Ebene laufen bis an den Fensterrahmen und schließen dort an, ohne dass zwischen Rahmen und Dämmung ein Hohlraum bleibt. Eine offene Leibung ist an der Gaube eine Wärmebrücke auf kurzer Strecke — und eine Stelle, an der die luftdichte Ebene endet.
Wasser oberhalb des Fensters wird nach außen geführt
Oberhalb des Rahmens muss das an der Stirnseite ablaufende Wasser so abgeleitet werden, dass es nicht hinter den Rahmen oder in die Leibung läuft. Der Fensteranschluss gehört deshalb zur Außenabdichtung der Gaube — und ist Klempner- beziehungsweise Fensterfacharbeit, keine reine Dämmleistung.
Der Anschluss wird vor der Innenbekleidung geprüft
Ist die Laibung einmal beplankt, ist der Übergang zum Rahmen nicht mehr sichtbar — deshalb gehört die Kontrolle vor das Schließen.

Feuchtefleck diagnostizieren

Ein Fleck an der Gaubeninnenfläche kann vier verschiedene Ursachen haben — wer sie verwechselt, verdeckt mit zusätzlicher Dämmung womöglich einen Regendefekt.
Nach Schlagregen
Tritt der Fleck nach starkem Regen auf, liegt die Ursache meist in der Außenhaut: ein undichter Fensteranschluss, ein Blechanschluss, der Wasser führt, oder eine beschädigte Abdichtung. Geprüft wird von außen, nicht durch dickere Dämmung von innen.
Nur im Winter
Ein Fleck, der nur in der Heizperiode kommt, spricht für Wärmebrückenkondensat oder Konvektion: warme Raumluft trifft auf eine kalte Ecke. Hier liegt die Ursache in der Dämmung oder der Luftdichtheit.
Nach dem Innenausbau
Erscheint der Fleck erst nach Dämmung und Beplankung, ist oft eine Leckage in der luftdichten Ebene oder Baufeuchte die Ursache, die noch abtrocknen muss.
An Schrauben oder Ecken
Flecken an Befestigungspunkten oder in spitzen Gaubenecken zeigen typische Wärmebrücken — die kalte Stelle ist hier punktuell, nicht flächig.
Erst die Ursache, dann die Maßnahme
Ein Regeneintritt wird durch Innendämmung nicht behoben, sondern verdeckt; ein Konvektionsschaden durch Außenarbeiten nicht. Die Diagnose lenkt die Reparatur an die richtige Schicht.

Abnahme vor der Innenbekleidung

Nach dem Schließen sind gerade die kurzen, verwinkelten Anschlüsse der Gaube nicht mehr reparierbar — deshalb wird vor dem Beplanken abgenommen.
Sichtkontrolle der Bahnen
Alle Übergänge — Kehlen, Wangen, Stirnseite, Fensterlaibung — werden auf lückenlosen Anschluss geprüft: keine endende Bahn, keine offene Ecke, keine lose Verklebung.
Detailfotos dokumentieren
Die fertig angeschlossenen Anschlüsse werden fotografiert, bevor sie verschwinden. Spätere Schäden lassen sich so gegen den damaligen Ausführungsstand halten.
Luftdichtheitsprüfung vor der Bekleidung
Eine Unterdruck- oder Rauchprüfung macht Leckagen sichtbar, solange die luftdichte Ebene noch offen liegt. Was jetzt dicht ist, kann beplankt werden; was jetzt leckt, wird vorher geschlossen.
Erst dann beplanken
Die Abnahme ist keine Formsache, sondern die letzte Gelegenheit, einen verdeckten Fehler zu beheben, ohne die fertige Innenfläche wieder zu öffnen.
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Schritt für Schritt: die Gaube dämmen

Dieser Ablauf beschreibt die Gaubendämmung — getrennt nach dem, was zu klären, dem, was zu planen und dem, was in Eigenleistung geht.
1

Schadstofffrage klären

Den Bestand an der Gaube bestimmen; bei Verdacht auf Asbest oder alte Mineralwolle endet das Öffnen hier (siehe ganz oben).

2

Anforderung feststellen

Prüfen, ob ein Tatbestand der Anlage 7 zu § 36 GModG greift — oder ob im Zuge eines Ausbaus tatsächlich neue beheizte Fläche entsteht und § 39 GModG maßgeblich ist.

3

Feuchtenachweis führen

Die Schichtenfolge der Gaube und ihrer Anschlüsse nach DIN 4108-3 prüfen; Dampfbremse und sd-Wert daraus ableiten.

4

Dämmkontinuität planen

Den durchgehenden Verlauf der Dämmebene über Gaubendach, Wangen und Stirnseite bis ins Hauptdach vorab lösen.

5

Dämmung einbringen

Die Dämmung in Gaubendach, Wangen und Stirnseite lückenlos einpassen — ohne Hohlräume, ohne abgeschnittene Ebenen.

6

Kehlen und Gaubenecken schließen

Die Wärmebrücken an Kehlen und Gaubenecken nach den anerkannten Regeln der Technik möglichst gering halten.

7

Dampfbremse verlegen

Die Dampfbremse raumseitig setzen und an die Dampfbremse des Hauptdachs anschließen.

8

Luftdicht anschließen

Alle Übergänge nach DIN 4108-7 mit System-Klebebändern und Dichtkleber verkleben.

9

Anschlüsse prüfen

Jede Kehle, jede Gaubenecke, jeden Übergang kontrollieren — die Dämmebene und die luftdichte Ebene müssen geschlossen sein.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Nur das Gaubendach gedämmt, Wangen und Stirnseite offenWärme fließt über zwei Flächen ab
Dämmkontinuität an der Wange unterbrochenWärmebrücke auf ganzer Wangenlänge
U-Wert nach GModG überschrittengesetzliche Anforderung verfehlt, Nachbesserung
Feuchtenachweis nach DIN 4108-3 übersprungenTauwasser in der verwinkelten Konstruktion
Wärmebrücke an der Kehle ignoriertkalter Eckpunkt, Schimmel
Gaubenecke kalt gelassenKondensat am Schnittpunkt der Flächen
Dampfbremse nicht ans Hauptdach angeschlossenfeuchte Raumluft strömt in die Konstruktion
Dampfbremse und Dampfsperre verwechseltDiffusionswiderstand passt nicht zur Schichtenfolge, Rücktrocknung nicht nachgewiesen
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Bitumenbahnen, Faserzementplatten und Dichtstoffe können bei Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein; alte künstliche Mineralfasern gelten bei Einbau vor 1996 als krebserzeugend (Kategorie 1B). Asbest nach TRGS 519, alte Mineralwolle nach TRGS 521 — nie vermischen.
Drei Flächen, eine Dämmebene
Gaubendach, Wangen und Stirnseite sind drei Außenflächen. Die Dämmung wird lückenlos um den ganzen Gaubenkörper geführt — eine Lücke ist eine offene Fläche in der Wärmehülle.
U-Wert nach § 36 GModG — nur wo der Tatbestand greift
Anlage 7 zu § 36 GModG mit 0,24 W/(m²K) gilt nur, wo ein konkreter Tatbestand vorliegt — Ersatz oder Erneuerung eines Bauteils; eine bloße Nachdämmung nicht pauschal. § 39 GModG greift nur, wo tatsächlich neue beheizte Fläche entsteht. Im Einzelfall klärt das der Energieberater beziehungsweise Fachbetrieb. Die Dämmstärke ergibt sich aus der Berechnung, nicht aus einer Pauschalstärke.
Feuchteschutznachweis nach DIN 4108-3
Die verwinkelte Gaube ist feuchtetechnisch anspruchsvoller als das Hauptdach. Der Nachweis wird für die Gaube und ihre Anschlüsse geführt und entscheidet über die Dampfbremse.
Wärmebrücken an Kehlen und Gaubenecken
Der Übergang zum Hauptdach wird nach den anerkannten Regeln der Technik und den im Einzelfall wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen so gering wie möglich gehalten — geplant und nachweisbar, nicht nachträglich gestopft.
Luftdichter Anschluss nach DIN 4108-7
Die Dampfbremse der Gaube wird lückenlos an die des Hauptdachs angeschlossen. Eine Lücke ist eine eingebaute Feuchtequelle.
Absturz und Dachfläche
Gearbeitet wird vom Gerüst oder der Arbeitsbühne; die Leiter ist nur der Zugang, kein Arbeitsplatz. Die Dachfläche ist keine Verkehrsfläche. Eine vorhandene PV-Anlage darf ausschließlich eine Fachfirma demontieren oder verändern.
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