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| Sichtbefund zwischen den Sparren | Bauphysikalische Einordnung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Nackte Ziegelunterseite, Lattung sichtbar | Keine zweite wasserführende Ebene — der Ausgangsfall dieser Seite | Weg 3 nur mit Feuchteschutznachweis, sonst Weg 1 oder 2 |
| Schwarzbraune, brüchige Papp- oder Gewebebahn | Alte bituminöse Vordeckbahn: diffusionshemmend, meist nicht mehr wasserführend, Schadstofffrage offen | Bauphysikalisch wie „keine Bahn" werten, aber im Nachweis berücksichtigen; Ausbau nur nach Schadstoffklärung |
| Durchgehende graue Folie, faltenfrei und intakt | Diffusionsoffene Unterdeckbahn vorhanden | Falsche Seite — der Regelfall ist Anleitung Dach von innen dämmen |
| Moos, dunkle oder weiche Stellen an Lattung und Sparren | Feuchteschaden im Holz, eingetragene Feuchte von außen | Nicht dämmen — erst die Schadensursache klären und abstellen |
| Nasse Flecken an der Lattung nach Schlagregen | Dachhaut nicht mehr schlagregendicht | Erst die Deckung instand setzen lassen, dann den Aufbau planen |
| Werkzeug | Material |
|---|---|
| Dämmstoffmesser oder langes Messer | Dämmstoff in passender Dicke (Klemmfilz) |
| Zollstock, langes Richtscheit | feuchtevariable Dampfbremse, inkl. Überlappung |
| Andrückrolle | Systemklebeband des Bahnenherstellers |
| Tacker | Anschlussklebeband für Wand und Boden |
| Akkuschrauber | Manschetten für Durchdringungen |
| Handkreissäge oder Stichsäge | Lattung für Untersparrendämmung |
| Cuttermesser | Schrauben |
| Staubmaske FFP2, Handschuhe, langärmlig | Innenbekleidung (Gipskarton, Profilholz) |
| Schutzbrille | Lüftungsgitter für Traufe und First |
🔴 Schritt 0 — Schadstofffrage zuerst. Wer in einem Altbau eine alte Verlegung öffnet, trifft nicht nur auf Ziegel und Sparren: alte Mineralwolle, asbesthaltige Platten und Bahnen, teerhaltige Altbahnen, Kleber und Spachtelmassen, mit Holzschutzmittel behandeltes Holz, Schimmel, Vogel- und Nagerkot. Zwei Schadstoffe gehören vor dem ersten Eingriff geklärt. Asbest: Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 muss vor dem Eingriff mit Asbest gerechnet werden; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Nicht sägen, nicht bohren, nicht brechen, nicht schleifen; geklärt wird über eine Materialprobe im Labor. Bestätigt sich Asbest, gelten Umgang, Demontage und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen dafür qualifizierten und ausgerüsteten Fachbetrieb. Teer/PAK: Alte bituminöse Vordeckbahnen können teerhaltig sein und PAK enthalten — dann gilt die TRGS 551, nicht erhitzen, gesondert entsorgen. Alte künstliche Mineralfasern fallen unter die eigene TRGS 521 — staubarm ausbauen, dicht verpacken, geschlossen entsorgen. Die Klärung steht vor dem ersten Eingriff, nicht danach.
Liegt eine Bahn vor oder nicht? Ist sie diffusionsoffen und intakt, ist sie spröde oder gar nicht da? Sparrenhöhe messen, Feuchteschäden suchen, die Dachhaut auf Schlagregendichtheit prüfen. Die Belüftungswege — Traufe, First, Unterbrechungen — feststellen.
Bahn von außen nachrüsten (Fachbetrieb, mit Neueindeckung), Bahn von innen (Unterspannbahn von innen anbringen) oder Belüftungsebene ohne Bahn. Bei Weg 3: vollständigen Schichtenaufbau festlegen, Belüftungshöhe bestimmen, Dampfbremse wählen. Den Feuchteschutznachweis beauftragen — bei diesem Aufbau ist er die Voraussetzung, nicht die Kür.
Sparrenhöhe abzüglich der Belüftungsebene zur Ziegelunterseite. Reicht das nicht für die gewünschte Dämmstärke, kommt eine Untersparrenlage dazu — oder die Sparren werden aufgedoppelt, ein Eingriff ins Tragwerk, der in die Hand des Zimmerers gehört.
Einen Abstandshalter oder eine Anschlagkante setzen, die verhindert, dass Dämmstoff in den Luftspalt wächst. Der Spalt muss über die ganze Sparrenlänge frei bleiben und an Traufe und First offen sein. Wo er unterbrochen wird, den Luftaustritt gesondert herstellen.
Dämmstoff auf Klemmmaß schneiden — etwa einen Zentimeter breiter als der lichte Sparrenabstand — und einsetzen, ohne zu stauchen. Keine Fugen lassen. Gegen die Ziegelunterseite hin auf den freien Spalt achten: nicht bis an die Ziegel stopfen.
Bahnen waagerecht, von unten nach oben, mit Überlappung nach Herstellerangabe. Am Sparren tackern, aber nur im Bereich, der später überklebt wird.
Bahnstöße mit Systemband, Andrückrolle verwenden. Anschluss an Mauerwerk, Giebel, First, Kehlbalken und Boden mit Anschlusskleber oder Anschlussband. Durchdringungen für Rohre und Kabel mit Manschetten. Auf mineralischem, sandendem Untergrund vorher grundieren — sonst hält kein Band. Die Dampfbremse ist bei diesem Aufbau die einzige geschlossene Ebene: Was hier durchgeht, landet in der Dämmung.
Brennbare Dämmstoffe, Bahnen und Holzlatten dürfen nicht ohne Weiteres bis an einen Schornstein, eine Abgasleitung oder ein anderes heißes Bauteil herangeführt werden. Welcher Abstand gilt und welche Anschlussausführung zulässig ist, klärt der Schornsteinfeger — bevor gedämmt wird. Im Zweifel wird der Bereich mit nicht brennbarem Dämmstoff ausgeführt.
Wer eine zweite Lage raumseitig der Dampfbremse einbaut, schraubt die Lattung quer durch die Bahn hindurch in die Sparren. Diese Durchdringung ist gewollt und unschädlich, weil die Latte die Bahn großflächig anpresst — die Schraube sitzt in einer verpressten Dichtfläche. Was nicht geht, sind einzelne Schrauben mitten im Gefach. Die Dicke dieser Lage ist begrenzt durch den 20-Prozent-Grundsatz: Höchstens rund ein Fünftel des gesamten Wärmedurchlasswiderstands darf raumseitig der Dampfbremse liegen; wer mehr will, braucht einen objektbezogenen Nachweis. Der Grundsatz ist dabei kein Freibrief: Bei einem Dach ohne Unterspannbahn ist der objektbezogene Nachweis ohnehin die Regel — die Zwanzig-Prozent-Marke ist nur die Orientierung darin, bis zu der eine Untersparrenlage in dieser Rechnung als unproblematisch gilt. Sie ersetzt den Nachweis nicht, sie steht in ihm.
Der letzte Blick auf die Dampfbremse, bevor die Bekleidung davor kommt: alle Stöße verklebt, alle Anschlüsse dicht, alle Durchdringungen manschettiert? Wer es genau wissen will, lässt jetzt eine Luftdichtheitsmessung machen — bei laufender Messung lassen sich Leckagen ertasten und sofort reparieren. Nach der Beplankung ist jede Nachbesserung Abriss.
Gipskarton, Profilholz oder Paneele auf die Lattung.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Dämmung bis an die Ziegelunterseite gestopft | Flugschnee und Schlagregen treffen direkt die Dämmung, sie saugt sich voll |
| Belüftungsebene zugestopft oder nie hergestellt | Feuchte staut sich, Sparren faulen |
| Traufe oder First zu, keine Durchströmung | Spalt vorhanden, aber stehende Luft — trocknet nichts |
| Dampfbremse weggelassen oder durchstoßen | Raumfeuchte strömt in die Dämmung, Schimmel |
| Klebeband auf staubigen Untergrund | Verklebung löst sich nach Monaten |
| Kein Feuchteschutznachweis | Aufbau auf Vermutung gebaut, Schaden erst nach Jahren sichtbar |
| Gedämmt trotz feuchter oder vermooster Sparren | Schaden wird eingebaut statt behoben |
| Feste Dampfsperre statt feuchtevariable Bahn | Feuchte kommt nicht mehr heraus |
| Fall | Warum |
|---|---|
| Unterdeckbahn soll von außen nachgerüstet werden | Dach öffnen, Neueindeckung — kein Laienthema |
| Sparren müssen aufgedoppelt werden | Eingriff ins Tragwerk, Lastannahmen ändern sich |
| Feuchteschaden an Holz oder Dachhaut | Ursache klären, bevor gedämmt wird |
| Hygrothermische Simulation nötig | Ingenieurleistung, Standortklima und Materialdaten |
| Schornstein-Anschluss | Schornsteinfeger, Feuerungsverordnung |
| Förderung beantragt | je nach Programm Bestätigung durch Fachunternehmen oder Experte |
| Was Sie vorhaben | Löst es die Pflicht aus? | Förderweg |
|---|---|---|
| Erneuerung von mehr als zehn Prozent der Dachfläche | Ja — Mindestwärmeschutz nach GModG ist einzuhalten | Zuschuss- oder Steuerförderung möglich, Nachweise beachten |
| Ausbau des Dachbodens zum beheizten Raum | Ja — der neue Wohnraum braucht eine gedämmte Hülle | Ebenfalls förderfähig, Anforderungen je nach Programm |
| Reine Zwischensparrendämmung von innen, Dachhaut bleibt unberührt | In der Regel kein automatischer Auslöser, aber ein Prüffall — die geänderte Konstruktion kann Anforderungen auslösen | Förderung nur, wenn die Programmanforderungen erfüllt sind |
| Ausnahmen und Übergangsfristen | Es gibt sie, unter anderem für selbstnutzende Alteigentümer — ob sie greifen, entscheidet der Einzelfall | Unabhängig davon zu prüfen |