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🔴 Alte Faserzement-Wellplatten können Asbest enthalten. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 muss vor dem Eingriff mit Asbest gerechnet werden — unabhängig von der Farbe der Platte, auch beschichtet oder andersfarbig. Bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen, und auch Material aus 1994 und 1995 ist nicht automatisch unverdächtig, weil für Restbestände eine Übergangsfrist bis zum 20. April 1994 lief. Wer an der Naht einer solchen Platte arbeitet — Dichtband ersetzen, Überdeckung korrigieren, Platten neu ausrichten —, bearbeitet ein möglicherweise asbesthaltiges Bauteil. Bei Verdacht gilt: nichts anfassen, keine Platte anheben, keine Naht bearbeiten; Umgang und Demontage richten sich nach der TRGS 519 und gehören zu einem dafür qualifizierten Fachbetrieb. Neu gekaufte Faserzementplatten sind asbestfrei.
| Werkstoff | Dichtet primär über | Dichtband nötig? | Verträglichkeitsrisiko | Dehnungsverhalten | Typisches Versagensbild an der Naht |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitumen | Überdeckung und Wellenform | nach Systemfreigabe | gering — Butyl ist üblich | gering | klaffender Stoß, Wasser zieht kapillar |
| Faserzement | Überdeckung und Wellenform | nach Systemfreigabe | gering | gering, aber spröde — Naht nie klemmen | Bruch am geklemmten Stoß |
| PVC | Überdeckung plus Band | in der Regel, materialverträglich | hoch — unverträgliche Dichtstoffe erzeugen Spannungsrisse | hoch — Dehnungsspiel Pflicht | Riss an der eingeklemmten Naht |
| Polycarbonat | Überdeckung plus Band | in der Regel, materialverträglich | hoch — wie bei PVC | hoch — Dehnungsspiel Pflicht | Spannungsriss durch unverträgliches Band |
| PMMA | Überdeckung plus Band | in der Regel, materialverträglich | hoch — wie bei PVC | hoch — Dehnungsspiel Pflicht | Riss an der eingeklemmten Naht |
Bitumen, Faserzement oder Kunststoff? Bei Faserzement im Bestand zuerst die Asbestfrage klären — unabhängig von der Farbe der Platte.
Überdeckung, Dichtband und Dehnungsspiel unterscheiden sich zwischen Werkstoff und Hersteller. Diese Angaben sind die Grundlage der Naht.
Gegen die Hauptwindrichtung — die Überlappung liegt auf der windabgewandten Seite.
Mindestens eine Welle, bei flacher Neigung zwei, mit Dichtband nach Vorgabe.
Materialverträglich — bei Kunststoff nur das vom Plattenhersteller freigegebene Band. Im Stoß platzieren, nicht daneben.
Obere Platte über die untere in Ablaufrichtung, mit der vorgegebenen Überdeckung.
Bei Kunststoff: Überlappung so, dass die Platte sich bewegen kann; Bohrungen mit Übermaß, Band, das die Bewegung mitmacht.
Keine Kreuzfuge — versetzt verlegen oder Ecken nach Anleitung beschneiden.
Jede Naht abgehen, auf klaffende Stöße, verrutschte Bänder und gespannte Kunststoffplatten prüfen. Mit Wasser abspritzen und von innen kontrollieren.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Überlappung auf der windzugewandten Seite | Wind hebt die Naht an, Regen läuft darunter |
| Dichtband unverträglich mit dem Plattenmaterial | Spannungsrisse, Platte versprödet an der Naht |
| Kunststoffplatte an der Naht festgeklemmt | Beulen im Sommer, Riss im Winter |
| Kreuzfuge nicht vermieden | vier Ecken, hohlliegende Platten, Leck |
| Überdeckung zu knapp bei flacher Neigung | Wasser läuft unter die Naht |
| Dichtband neben der Naht | Naht nicht verpresst, Dichtung wirkungslos |
| Stoß klafft zwischen den Auflagern | Naht offen, Wasser zieht ein |
| Kondensat mit Dichtband behandelt | Feuchteproblem bleibt, Nahtarbeit umsonst |
| Band von außen auf die Naht geklebt | hält kein Wasser, sammelt Schmutz, löst sich |
| Band auf poröser Altplatte erneuert | haftet nicht dauerhaft — Platte tauschen statt kleben |
| Alte Faserzementplatte bearbeitet | Asbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt |