Unser Standort
Schneflingen, Wittingen


Montag - Freitag
von 8:00-16:30

Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer

Fügen Sie Artikel hinzu, um mit dem Einkauf zu beginnen.

Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 18 Min. Lesezeit

Trapezblech-Überlappung abdichten

Kapillarrille, Dichtband und Überdeckungslänge — wie die Naht zwischen zwei Blechen dicht wird
9 Arbeitsschritte
12 typische Fehler

Die zwei Stöße: Längsstoß und Querstoß

Ein Trapezblechdach hat zwei grundverschiedene Fugen, und sie werden oft in einem Atemzug genannt, obwohl sie wenig gemeinsam haben.
Der Längsstoß
— auch Seitenüberdeckung oder Längsüberdeckung — ist die Fuge, an der zwei benachbarte Tafeln seitlich überlappen: Die eine Rippe der neuen Tafel liegt über der Rippe der vorherigen. Er läuft von der Traufe zum First, also in Gefällerichtung, und wird bei jeder Tafel ausgeführt. Er ist die häufigste Naht des Dachs.
Der Querstoß
— auch Kopfüberdeckung oder Kopfstoß — ist die Fuge, an der zwei Tafeln in Längsrichtung überlappen, also wenn eine Tafel kürzer ist als das Dach und eine zweite daran anschließt. Er läuft quer zum Gefälle und wird möglichst vermieden, weil Wasser quer über ihn läuft.
Der Unterschied entscheidet über die Dichtung
Am Längsstoß läuft das Wasser entlang der Naht und muss nur daran gehindert werden, seitlich einzudringen. Am Querstoß läuft das Wasser über die Naht hinweg — das ist die deutlich anspruchsvollere Fuge. Deshalb gilt die Grundregel: Längsstöße gehören dazu, Querstöße vermeidet man, wo es geht.

Unser Trapezbleche Sortiment 17 Produkte

Filter

Warum eine Überlappung überhaupt dicht werden muss

Eine Überlappung sieht dicht aus, weil zwei Bleche aufeinanderliegen. Sie ist es nicht von selbst — und der Grund hat einen Namen, den jeder kennen sollte, der Blech deckt: Kapillarwirkung.
Wasser kriecht in enge Spalten
Wo zwei Bleche aufeinanderliegen, bleibt ein schmaler Spalt — und in engen Spalten verhält sich Wasser anders als in einer offenen Rinne. Es steigt gegen die Schwerkraft auf, angezogen von den beiden Oberflächen. Genau das passiert an der Überlappung: Wasser wird zwischen die Bleche hineingezogen, obwohl es von oben betrachtet gar nicht hineinläuft.
Wind drückt Regen in die Naht
Hinzu kommt der Wind, der Regenwasser mit Druck unter die Überlappung treibt — besonders am Längsstoß, wenn er gegen die Verlegerichtung steht.
Die Naht braucht also zwei Dinge
eine Form, die den Kapillarspalt unterbricht (die Kapillarrille), und bei flachen Neigungen eine Dichtung, die den Spalt füllt (das Dichtband). Überlappen allein genügt nicht.

Die Naht zieht Wasser — aber wo? Der Diagnoseweg

Der realistischste Einstieg in diese Seite ist nicht die Neudeckung, sondern die Meldung: „Meine Naht zieht Wasser." Bevor irgendetwas abgedichtet wird, muss die Stelle gefunden sein — und das ist schwieriger, als es klingt.
Die Eintrittsstelle liegt selten über der Sichtstelle
Wasser, das außen in eine Naht eindringt, läuft auf der Blechunterseite weiter — entlang der Rippen, entlang der Unterkonstruktion — und fällt erst irgendwo als Tropfen ab. Zwischen dem Loch außen und dem Fleck innen können Meter liegen. Wer die Stelle abdichtet, an der es tropft, „repariert" in der Regel die falsche Naht.
Das Vorgehen
Bei Regen von innen die Tropfstelle markieren. Dann dem Nahtverlauf bergauf folgen — das Wasser kann nur oberhalb der Sichtstelle eingetreten sein, nie unterhalb. Entlang dieses Wegs werden die Verdachtspunkte in fester Reihenfolge geprüft:
01
Klaffender Stoß
liegt die Überlappung durchgehend an, oder steht sie zwischen den Nahtschrauben auf?
02
Verrutschtes Band
sitzt das Dichtband noch im Stoß, oder ist es gewandert, eingerissen, veraltet?
03
Beschädigte Rille
ist die Kapillarrille an einer Stelle gequetscht, angeschnitten oder überdreht?
04
Zu knappe Überdeckung
reicht die Überlappung für die Neigung, oder wurde hier von Anfang an zu kurz gebaut?
Erst wenn der Verdachtspunkt gefunden ist, wird abgedichtet — sonst wird Dichtband gegen eine Ursache verschwendet, die ganz woanders sitzt.

Die Kapillarrille: der unsichtbare Dichtungspunkt

Das wichtigste Dichtelement der Seitenüberdeckung ist kein Zusatzteil, sondern eine eingeprägte Rille im Blech — und sie wird regelmäßig übersehen oder beschädigt.
Was die Kapillarrille ist
In die Seitenüberdeckung — den Bereich, in dem die neue Tafel über der vorherigen liegt — ist eine feine Längsrille eingeprägt. Sie liegt genau im Überlappungsbereich und läuft mit der Naht.
Was sie tut
Die Rille unterbricht den Kapillarspalt. Ohne sie wäre der Spalt zwischen den beiden Blechen über die ganze Nahtlänge gleich eng — ein durchgehender Kapillarweg, an dem Wasser aufsteigen kann. Die Rille weitet den Spalt an dieser Stelle, bricht den Kapillarzug und lässt das Wasser, das trotzdem eindringt, an der Rille abtropfen statt weiterzukriechen.
Warum sie so verletzlich ist
Die Kapillarrille liegt im Überlappungsbereich, also genau dort, wo geschnitten, gequetscht und verschraubt wird. Wird sie beim Zuschnitt angeschnitten, beim Transport plattgedrückt oder beim Verschrauben überdreht, verliert die Naht ihren Dichtungspunkt. Eine beschädigte Kapillarrille ist kein Schönheitsfehler — sie ist eine offene Kapillare.
Der praktische Merksatz
Beim Verlegen wird die Kapillarrille nicht nur beachtet, sondern aktiv geschützt: nicht anschneiden, nicht quetschen, und die Schrauben so setzen, dass sie die Rille nicht zerstören.

Das Dichtband: beschichtungsverträglich und nur wo nötig

Neben der Formdichtung durch die Kapillarrille gibt es die Stoffdichtung — das Dichtband, das in die Fuge gelegt wird. Aber es gehört nicht überall hin, und es muss zum Blech passen.
Wo das Dichtband hingehört
an den Stellen, an denen die Form allein nicht reicht. Das ist in erster Linie der Querstoß — dort läuft Wasser über die Naht, und ohne Dichtband dringt es ein. Am Längsstoß ist es nur bei flachen Neigungen oder exponierter Lage nötig; bei normaler Neigung leistet die Kapillarrille die Dichtung allein.
Beschichtungsverträglich muss es sein
Trapezblech ist beschichtet — Polyester, PUR oder ähnliche Deckbeschichtungen. Ein Dichtband, das mit der Beschichtung unverträglich ist, kann die Beschichtung angreifen, aufquellen oder ablösen — und damit den Rostschutz an der Naht zerstören. Verwendet wird ein beschichtungsverträgliches Band, in der Regel ein Butyl- oder PE-Dichtband, das der Blechhersteller für sein Produkt freigibt. Kein beliebiges Klebeband aus dem Baumarkt — das ist der Unterschied zwischen einer dichten Naht und einer, die nach zwei Jahren offensteht.
Richtig platziert
Das Band liegt zwischen den beiden Blechen, im Überlappungsbereich, so dass die Naht beim Zusammenschrauben auf das Band drückt und es verpresst. Es dichtet nicht, wenn es neben der Naht liegt oder verrutscht.

Das Verarbeitungsfenster fürs Dichtband

Ein freigegebenes Butylband auf der richtigen Naht kann trotzdem versagen — an den Kleinigkeiten der Verarbeitung, über die kaum eine Anleitung spricht. Genau hier scheitert die Stoffdichtung in der Praxis, während der Verleger glaubt, alles richtig gemacht zu haben.
Das Blech muss trocken und sauber sein
Butyl haftet auf trockenem, staub- und fettfreiem Untergrund. Auf nassem Blech klebt es auf einem Wasserfilm, auf kaltem Blech verliert es seine Anfassklebkraft — beides merkt man erst, wenn die Naht bei Regen wieder zieht. Staub vom Zuschnitt und der gefährlichste, weil unsichtbare Feind ist der Beschichtungsstaub direkt an der Naht: vor dem Auflegen abwischen, nicht nur abblasen.
Die Schutzfolie kommt zuletzt ab
Das Band wird ausgelegt, fixiert — und die Abdeckfolie erst unmittelbar vor dem Zusammenschrauben gezogen. Liegt die Klebeseite offen, während über dem Dach geschnitten und geschraubt wird, sammelt sie Staub und Späne, und jede Berührung mit den Fingern nimmt ihr Klebkraft.
Nie auf die Kapillarrille
Das Band gehört in den Überlappungsbereich, nicht in die Rille und nicht in die Schraubenlinie. Auf der Rille verpresst es nicht, sondern liegt lose im Hohlraum — und eine Schraube durch das Band reißt es beim Anziehen auf.

Die Überdeckungslänge: von der Neigung bestimmt

Wie weit zwei Bleche überlappen müssen, ist keine freie Wahl, sondern eine Funktion der Dachneigung — und damit der Wassermenge, die die Naht aushalten muss.
Je flacher das Dach, desto mehr Überdeckung
Auf einem steilen Dach läuft das Wasser schnell ab, der Druck auf die Naht ist kurz und gering. Auf einem flachen Dach steht das Wasser länger, läuft langsamer und wird vom Wind stärker unter die Naht gedrückt. Deshalb wächst die geforderte Überdeckung mit abnehmender Neigung.
Die Werte stehen in den Richtlinien und der Verlegeanleitung
Die IFBS-PA-Richtlinien und die Herstellerangabe nennen für jede Neigungsklasse die erforderliche Längs- und Kopfüberdeckung. Sie sind Mindestmaße, keine Empfehlung: Wer sie unterschreitet, baut den Wassereintritt an der Naht ein.
Zwei Werte, und nur der untere ist hart
Die Regeldachneigung des Trapezblechs liegt bei 7° — bis dorthin trägt die Deckung ohne Zusatzmaßnahme. Darunter ist sie nicht verboten, sondern an Bedingungen geknüpft, und genau dafür sind die Dichtbänder da: zwischen 5° und 7° mit einer auf 200 mm vergrößerten Querüberdeckung und Dichtband im Stoß, unterhalb von 7° zusätzlich mit durchgehender Längsstoßdichtung; zwischen 3° und 5° nur noch ohne Querstoß und ohne Durchdringung.
Bei 3° ist Schluss
Das ist die System-Mindestneigung: Darunter gibt es keine Überdeckung und kein Dichtband, das die Naht noch dicht macht — dann ist das Profil für dieses Dach ungeeignet. Auch für die Metalldeckung gibt es eine ZVDH-Fachregel; die Verlegeanleitung des konkreten Profils konkretisiert sie und darf strenger sein, nicht großzügiger. Beide gehören gelesen — die genannten Werte sind gängige Profilwerte, keine allgemeingültige Tabelle.

Der Längsstoß: die Seitenüberdeckung abdichten

Am Längsstoß läuft die Naht in Gefällerichtung — das Wasser fließt parallel zu ihr. Die Dichtung hat also eine Aufgabe: verhindern, dass Wasser seitlich eindringt und kapillar aufsteigt.
Die Verlegerichtung gegen den Wind
Die zuletzt verlegte Tafel überlappt die vorherige auf der windabgewandten Seite. So drückt der Wind die Überlappung zu statt auf. Wer andersherum verlegt, treibt der Wind den Regen unter die Naht — und dann hilft auch die Kapillarrille nur noch bedingt.
Die Rippenüberdeckung
In der Regel überlappt die neue Tafel die vorherige um mindestens eine Rippe. Bei flacher Neigung oder exponierter Lage können es zwei Rippen sein — dann liegt zusätzlich ein Dichtband im Stoß.
Zusammengezogen, nicht nur aufgelegt
Die Überlappung wird mit Nahtschrauben zusammengezogen, und zwar nicht nur an den Auflagern, sondern auch dazwischen. Sonst klafft der Stoß zwischen den Pfetten auf, und die Kapillarrille liegt nicht mehr an. Die Nahtschrauben sind Teil der Überlappungsdichtung, nicht der Befestigung — sie halten die beiden Bleche an der Fuge zusammen.

Der Querstoß: den man möglichst vermeidet

Der Querstoß ist die anspruchsvollere der beiden Fugen — und die klügste Entscheidung ist oft, ihn gar nicht erst zu haben.
Wasser läuft quer über die Naht
Am Querstoß liegt die obere Tafel mit ihrem Kopf auf dem Ende der unteren. Das Wasser läuft die obere Tafel hinunter und muss über die Naht hinweg — genau in die Richtung, in die es nicht soll. Jeder Querstoß ist eine Unterbrechung der Wasserführung.
Deshalb: volle Tafellänge bestellen
Trapezblech gibt es in Längen, die ein normales Carport- oder Garagendach in einem Stück abdecken. Wo es geht, bestellt man durchgehende Tafeln — dann gibt es schlicht keinen Querstoß.
Wo er unvermeidlich ist, gehört in die Kopfüberdeckung ein Dichtband, und die Überdeckungslänge richtet sich nach der Neigung — je flacher, desto mehr. Die obere Tafel überlappt die untere in Ablaufrichtung, nie umgekehrt: Das Wasser muss von der oberen Tafel auf die untere laufen, nicht gegen eine Kante stoßen.
Der Querstoß liegt im Auflagerbereich
Ein Querstoß gehört systemgerecht in den Bereich eines Auflagers beziehungsweise einer Pfette — dort, wo beide Tafelenden unterstützt und befestigt werden können. Ein freischwebender Querstoß, der nur mit Dichtband beschrieben wird, liegt ohne Auflager und wird unter Last undicht.
Und ein Konstruktionshinweis
Der Querstoß gehört nicht in die Randbereiche und nicht in den Bereich der Nahtschrauben des Längsstoßes — dort treffen sonst zwei Schwachstellen aufeinander.

Volle Tafellänge oder doch Querstoß? Die Abwägung

Die Empfehlung oben ist klar — durchgehende Tafeln, wo es geht. Aber sie hat eine Kehrseite, und die gehört ehrlich dazu, weil „volle Länge" auf dem Papier immer gewinnt und auf der Baustelle manchmal verliert.
Was für die Volltafel spricht
dichtheitstechnisch ist sie unschlagbar — kein Querstoß, keine Unterbrechung der Wasserführung, keine Stelle, an der Dichtband und Überdeckung das halten müssen, was sonst die Geometrie erledigt.
Was dagegen spricht, ist das Handling
Eine sehr lange Tafel ist ein Windsegel: Sie nimmt jede Böe mit der vollen Fläche, und beim Verlegen ist sie kaum zu führen. Sie braucht Helfer — mehr, je länger sie ist — und einen Transport, der ihre Länge überhaupt zulässt. Und sie verzeiht keinen Fehler: Wird sie beim Tragen geknickt oder über eine Kante gezogen, ist die ganze Tafel verdorben, nicht nur ein Stück.
Die ehrliche Abwägung
Bei großen Längen von der Traufe zum First kann ein geplanter, sauber ausgeführter Querstoß die bessere Lösung sein als eine Volltafel, die gebückt, versetzt oder mit Gewalt aufs Dach gehievt wurde. Der Unterschied liegt im „geplant": im Auflagerbereich, mit Dichtband, mit der richtigen Überdeckung — dann ist der Querstoß kein Kompromiss, sondern eine Ausführungsvariante der Regelwerke. Was nicht geht, ist die verbogene Volltafel als vermeintlich bessere Lösung.

Die Naht am Rand: First, Ortgang und Traufe

Die Überlappungsfuge endet nicht in der Fläche — sie trifft an den Rändern auf die Abschlussbleche, und genau diese Übergänge sind die Stellen, an denen eine dichte Naht wieder undicht wird.
Der letzte reguläre Seitenstoß liegt eine Deckbreite innen
Am Ortgang endet die Randtafel mit ihrem äußeren Rand unter dem Ortgangblech — dort liegt kein Seitenstoß, sondern der geschnittene beziehungsweise gebördelte Rand der Tafel. Der letzte reguläre Seitenstoß (mit Überdeckung der Nachbartafel) liegt eine Deckbreite weiter innen. Das Ortgangblech muss so über den Rand greifen, dass kein durchgehender Wasserweg von der Naht unter das Blech führt. Eine Überlappungsfuge, die dort klafft, leitet das Wasser direkt an die Konstruktion.
Am First treffen die Nahtenden zusammen
Dort, wo die Längsstöße beider Dachseiten am First enden, deckt das Firstblech die Nahtenden ab. Hier ist der Punkt, an dem die Kapillarrille endet und die Dichtung auf das Firstblech übergeht — der Übergang muss sauber schließen, sonst zieht kapillares Wasser genau an dieser Kante unter das Blech.
Die Traufe ist das Ende der Wasserführung
An der Traufe läuft das Wasser aus der Naht heraus und tropft ab. Der Traufabschluss — mit Traufblech oder Tropfkante — muss so ausgebildet sein, dass das Wasser frei abtropft und nicht kapillar an der Unterseite zurückzieht.
Der Merksatz für alle drei Ränder
Die Abschlussbleche sind kein Dekor, sondern Teil der Nahtdichtung. Wo ein Randblech fehlt, falsch sitzt oder die Naht nicht überdeckt, ist die sorgfältigste Flächennaht wertlos.

Die IFBS-PA-Richtlinien: was gilt

Für die Überlappungsfuge von Stahlblechdächern gibt es eine Regelquelle, die in der Praxis verbindlich ist: die PA-Richtlinien des IFBS — des Internationalen Verbands für den Metallleichtbau. Für Metallprofiltafeln ist das etwa die Richtlinie PA 01; die ältere Fachregel-Nummerierung wird von der PA-Reihe abgelöst, maßgeblich ist die jeweils aktuelle Ausgabe.
Was die PA-Richtlinien festlegen
die Grundsätze der Ausführung von Stahlblech-Dach- und Wandbekleidungen — darunter die Überdeckungslängen für Längs- und Querstoß in Abhängigkeit von der Dachneigung, die Lage und Ausbildung der Kapillarrille, die Anforderungen an Dichtbänder und die Führung der Nähte in der Fläche.
Warum sie zählen
Die PA-Richtlinien gelten als anerkannte Regeln der Technik für den Metallleichtbau. Bei einem Schaden wird nach ihnen beurteilt — auch bei Eigenleistung. Wer die Naht nach diesen Regeln ausführt, hat die Basis für eine dichte Überlappung; wer davon abweicht, verliert sie.
Die konkreten Werte
— Überdeckung je Neigung, Anzahl der Nahtschrauben, Art des Dichtbands — stehen in den aktuell gültigen Fassungen und in der Verlegeanleitung des Blechherstellers. Sie werden fortgeschrieben; sie aus dem Gedächtnis zu nennen, ist der falsche Weg.

Im Bestand: was nachträglich noch geht — und was nicht

Die Hälfte der Leser dieser Seite hat keine neue Naht vor sich, sondern eine bestehende, die Wasser zieht. Für sie gehört ehrlich gesagt, was nachträglich realistisch ist — und was Illusion bleibt.
Die harte Wahrheit zuerst
Ein Dichtband nachträglich einzuziehen heißt, die Naht zu öffnen — Nahtschrauben lösen, Bleche anheben, Band einlegen, neu verschrauben. Das ist praktisch die Neuausführung des Stoßes, mit dem zusätzlichen Risiko, dass alte Befestigungslöcher und eine gealterte Beschichtung nicht mehr so zusammenkommen wie beim ersten Mal. Wer „kurz ein Band nachschieben" will, unterschätzt den Eingriff.
Was tatsächlich geht
Die Nahtschrauben prüfen und — wo sie gelockert sind — vorsichtig nachziehen. Vorsichtig heißt: nur bis die Dichtscheibe wieder anliegt, nie „bis zum Anschlag" — das Überdrehen zerstört die Kapillarrille und macht die Naht schlechter als vorher. Ebenso lassen sich klaffende Stöße zusammenziehen: Wo die Überlappung zwischen den Auflagern aufsteht, bringt eine gesetzte oder nachgezogene Nahtschraube die Bleche wieder zusammen — vorausgesetzt, Rille und Beschichtung sind intakt.
Die Grenze
Eine rostende Naht oder eine zerstörte Kapillarrille lässt sich nicht mehr abdichten — Rost arbeitet unter jeder Dichtung weiter, und die Rille ist als Formteil nicht reparierbar. Dort endet die Instandsetzung, und die Antwort heißt Tafeltausch. Wer das akzeptiert, spart sich die doppelte Arbeit: erst kleben, dann doch tauschen.

Frühwarnzeichen: woran man die undichte Naht vor dem Tropfen erkennt

Eine Naht kündigt sich an, bevor sie tropft — und die Zeichen sind von unten sichtbar, ohne dass jemand aufs Blech muss.
Der Lichtspalt im Stoß
Gegen das Licht geschaut, darf zwischen den überlappten Blechen kein durchgehender heller Streifen zu sehen sein. Wo Licht durchkommt, kommt Wasser durch — der Spalt ist die offene Kapillare.
Der Feuchtigkeitssaum entlang der Nahtlinie
Nach Regen zeigt sich an einer ziehenden Naht ein dunkler, feuchter Saum auf der Blechunterseite, bevor der erste Tropfen fällt. Er markiert exakt den Nahtverlauf — und damit die Stelle, die der Diagnoseweg oben sucht.
Rostansatz an den Nahtschrauben
Braune Spuren an oder unter den Schrauben der Naht bedeuten: Dort steht immer wieder Wasser, und die Beschichtung ist angegriffen. Das ist das früheste Zeichen überhaupt — und das billigste, solange die Rille noch intakt ist.
Die Sichtkontrolle nach Sturm
Nach jedem schwereren Sturm einmal von unten durchgehen: Sturm hebt an Randnähten, lockert Schrauben und verschiebt Bänder — und zeigt den Schaden zuerst genau dort, wo der Windsog angreift. Wer diese vier Zeichen im Jahr einmal sucht, findet die undichte Naht, bevor sie zur nassen Einrichtung wird.
Beratungsgespräch bei Franke Baustoffe: Musterplatten und Farbkarten im Vergleich
●  Baustoffhandel seit 1978
Passt das zu Ihrem Dach?
Maße und Aufbau durchgeben — wir stellen Ihnen zusammen, was dazugehört.
Beratung anfragen05839 97786-0Mo–Fr · Schneflingen

Schritt für Schritt: die Überlappungsfuge abdichten

1

Neigung messen

Die Dachneigung bestimmt Überdeckungslänge und die Frage, ob am Längsstoß ein Dichtband nötig ist. Gegen die Regeldachneigung des Profils abgleichen (Trapezblech 7°) — darunter nur mit den Maßnahmen der Anleitung, und keinesfalls unter 3°.

2

Verlegerichtung festlegen

Gegen die Hauptwindrichtung, damit der Wind die Überlappung zudrückt.

3

Kapillarrille prüfen

Jede Tafel vor dem Verlegen auf beschädigte Rillen kontrollieren. Angeschnittene oder gequetschte Rillen machen die Naht undicht.

4

Dichtband wählen

Beschichtungsverträglich, vom Blechhersteller freigegeben — in der Regel Butyl- oder PE-Dichtband. Am Querstoß immer, am Längsstoß nach Neigung und Lage.

5

Dichtband platzieren

Im Überlappungsbereich, so dass es beim Zusammenschrauben verpresst wird. Nicht neben die Naht, nicht auf die Kapillarrille, nicht in die Schraubenlinie.

6

Überdeckung einhalten

Mindestens eine Rippe, bei flacher Neigung zwei — nach den IFBS-PA-Richtlinien und der Verlegeanleitung.

7

Naht zusammenschrauben

Mit Nahtschrauben, auch zwischen den Auflagern, damit der Stoß nicht klafft. Nicht überdrehen — die Kapillarrille muss intakt bleiben.

8

Querstoß korrekt ausführen

Im Bereich eines Auflagers beziehungsweise einer Pfette, obere Tafel über die untere in Ablaufrichtung, Dichtband in der Kopfüberdeckung, Überdeckung nach Neigung.

9

Kontrolle

Jede Naht abgehen, auf klaffende Stöße, verrutschte Bänder und beschädigte Rillen prüfen. Mit Wasser abspritzen und von innen kontrollieren.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Kapillarrille beschädigt oder angeschnittenKapillarweg offen, Wasser zieht in die Naht
Dichtband unverträglich mit der BeschichtungBeschichtung angegriffen, Rost an der Naht
Überdeckung zu knapp bei flacher NeigungWasser läuft unter die Naht
Querstoß unnötig gemacht statt volle Längezusätzliche Schwachstelle quer zur Wasserführung
Dichtband neben die Naht gelegtNaht nicht verpresst, Dichtung wirkungslos
Naht nicht zusammengeschraubtStoß klafft zwischen den Auflagern auf
Mit der Hauptwindrichtung statt gegen sie verlegtWind treibt Regen unter die Überlappung
Nahtschraube überdrehtKapillarrille zerstört, Blech verformt
Dichtband am Längsstoß vergessen bei flacher Neigungkapillarer Wassereintritt über die Nahtlänge
An der Sichtstelle innen abgedichtetEintritt liegt meterweit entfernt, Leck bleibt
Band auf nassem oder kaltem Blech geklebthaftet nicht, Stoffdichtung offen
Rostende Naht abgeklebt statt Tafel getauschtRost arbeitet unter der Dichtung weiter
---

Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor jedem Eingriff
Wer eine bestehende Naht abdichtet, weil sie „Wasser zieht", arbeitet am Bestandsdach. Beim Nacharbeiten kann in alte Dicht- und Beschichtungsmassen geschnitten oder gebohrt werden — die können asbest- oder teerhaltig sein. Die Schadstofffrage wird vor dem ersten Schnitt geklärt, nicht erst hinterher.
Photovoltaik im Bestand
Liegt ein Modulfeld auf dem Dach, sind die Nähte darunter nicht erreichbar, ohne Module abzunehmen — und Module nimmt kein Laie ab: Die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend. Das ist Sache der Fachfirma.
Die Kapillarrille schützen
Sie ist der unsichtbare Dichtungspunkt der Seitenüberdeckung. Nicht anschneiden, nicht quetschen, nicht überdrehen — eine beschädigte Rille ist eine offene Naht.
Dichtband nur beschichtungsverträglich
Ein unverträgliches Band greift die Beschichtung an und zerstört den Rostschutz an der Naht. Verwendet wird, was der Blechhersteller freigibt.
Überdeckung nach Neigung
Je flacher das Dach, desto mehr Überdeckung. Die Werte der IFBS-PA-Richtlinien und der Verlegeanleitung sind Mindestmaße, keine Empfehlungen.
Zwei Neigungswerte, und nur der untere ist hart
Die Regeldachneigung von 7° darf mit vergrößerter Querüberdeckung und Dichtband unterschritten werden. Unterhalb der System-Mindestneigung von 3° hilft davon nichts mehr — das Profil ist für dieses Dach ungeeignet.
Absturz und Wind
Große Tafeln sind Segel. Bei Wind wird nicht verlegt; gearbeitet wird von Gerüst oder Arbeitsbühne aus, nicht auf dem Blech.
---