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🔴 Faserzement-Kleintafeln ahmen Ziegel nach. Es gibt Platten aus Faserzement, die Frankfurter Pfannen oder Biberschwänze imitieren. Stammen sie aus der Zeit bis einschließlich 1993, können sie asbesthaltig sein — und der Rückbau der alten Deckung bedeutet genau den Eingriff, der bei Asbest verboten ist: lösen, brechen, tragen. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht brechen, nicht betreten; Umgang und Demontage richten sich nach der TRGS 519 und gehören zu einem dafür qualifizierten Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.
| Lage des Dachs | Der passende Weg |
|---|---|
| Neueindeckung steht ohnehin an | Indach — Dachhaut und PV entstehen in einem Gewerk |
| Deckung ist noch gut | Aufdach — die Dachhaut bleibt, die Module liegen darauf |
| Denkmal oder strenge Optikvorgabe | Solardachziegel oder Indach im Ziegelformat (Solardachziegel) |
| Dachdecker und PV-Firma getrennt beauftragen | Aufdach — zwei Gewerke, die unabhängig voneinander arbeiten |
Die alte Deckung bestimmen: Faserzement aus der Zeit bis einschließlich 1993 (TRGS 519), alte Bitumenbahnen (TRGS 551) — bei Verdacht Fachbetrieb, bevor die erste Platte gelöst wird.
Ein Indachsystem nach DIN EN 50583-1/-2, dessen Modul die Bauproduktfunktion der Dachhaut übernimmt — Modul und Einfassung als System, nicht das Modul allein.
Das Indachsystem trägt Wind und Schnee ein, die Konstruktion darunter nimmt sie auf — beides wird für das konkrete System neu bemessen, nicht aus der alten Deckung fortgeschrieben.
Unterdach oder Unterdeckung unter der Modulebene ausführen — sie fängt durchgedrungenes Wasser ab und leitet es ab.
Die Module mit ihrer Einfassung regensicher in die Konstruktion einbinden — als Dachhaut, nicht als Aufsatz.
Die DC-Leitung durch zweite Ebene und Konstruktion mit brandsicherem, regensicherem Durchgang führen (PV-Kabel unter Dachziegel verlegen).
Kontaktierung, Wechselrichter und Inbetriebnahme sind Elektrofacharbeit.
Im Marktstammdatenregister registrieren.
Die Indachfläche auf Regensicherheit kontrollieren — die Module sind jetzt die Dachhaut.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Prüfschritt |
|---|---|---|
| Feuchte an First-, Trauf- oder Wandanschluss der Modulebene | Anschluss der Einfassung undicht | Übergänge von der Bühne aus sichten lassen, Fachbetrieb dichtet systemkonform nach |
| Kondensat unter der Modulebene | Hinterlüftung des Systems arbeitet nicht wie geplant | Lüftungswege unter der Modulebene prüfen, Herstellerangaben gegen die Ausführung halten |
| Einzelnes Modul auffällig dunkel oder heiß | Moduldefekt — und zugleich eine offene Stelle in der Dichtebene | Fachfirma: Modul prüfen und tauschen, DC-Seite bleibt spannungsführend |
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Indachmodul als einzige Dichtebene geplant | durchgedrungenes Wasser läuft in die Konstruktion |
| Zweite wasserführende Ebene weggelassen | kein Unterdach — Feuchteschaden zwischen Modul und Innenraum |
| BIPV mit Aufdach-PV verwechselt | Modul übernimmt ungeprüft eine Bauproduktfunktion |
| Kabel roh durch die Konstruktion geführt | Wasser- und Brandweg durch die Ebenen |
| Brandschutz am Durchgang ignoriert | offener Durchgang als Kamin im Brandfall |
| Eigenleistung unterschätzt | Dach und Stromerzeugung in Laienhand, ohne Verantwortung |
| Faserzement als Ziegel abgeräumt | Asbestfreisetzung, TRGS 519 verletzt |
| Modul ohne Einfassung verbaut | kein regensicherer Übergang zwischen den Modulen |
| System auf zu flachem Dach gewählt | zugelassene Mindestneigung unterschritten — undicht ab Werk |
| Ersatzteilfrage vor dem Kauf nicht geklärt | abgekündigtes Modulformat wird zur offenen Stelle in der Dachhaut |
| Schneefang nicht zum neuen Dach geplant | Dachlawine über Eingang oder Gehweg |