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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 16 Min. Lesezeit

Balkonkraftwerk aufs Flachdach montieren

Ballastiert statt durchdrungen — Windlast, Bautenschutzmatte und die freien Dachabläufe
11 Arbeitsschritte
9 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage auf dem Bestandsflachdach

Bevor ein Modul auf die Fläche kommt, steht eine Prüfung, die jede Arbeit auf dem Bestandsflachdach überlagert — auch wenn hier nicht gebohrt wird.

🔴 Die Abdichtung selbst kann der Gefahrstoff sein. Alte Bitumenbahnen aus der Zeit bis einschließlich 1993 können Teer enthalten — dann gilt für Arbeiten an ihnen die TRGS 551, nicht die TRGS 519. Darunter liegt häufig alte Mineralwolle, für die die TRGS 521 gilt — mit eigenem Stichtag: Bei Einbau vor 1996 ist sie ohne Entlastungsnachweis als krebserzeugend (Kategorie 1B) zu behandeln; bei Einbau zwischen 1996 und 2000 ist ohne Einzelnachweis weiterhin von alter Mineralwolle auszugehen. Auch Faserzement-Bauteile — Dachplatten, Attikaverkleidungen, alte Schürzen — sowie Kleber, Spachtelungen und Beschichtungen aus der Zeit bis einschließlich 1993 können asbesthaltig sein. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: später sanierte, nachgerüstete oder erneuerte Schichten haben ihr eigenes Einbaudatum — entlastend wirkt das aber nur, wenn dieses Datum belegt ist. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, nicht brechen, nicht schleifen; Umgang und Demontage gehören zu einem dafür qualifizierten Fachbetrieb. Maßgeblich ist genau genommen der Baubeginn des Objekts: Wurde bis einschließlich 31. Oktober 1993 mit dem Bau begonnen, ist mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen zählen deren eigene Einbau- und Produktnachweise.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein
Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Die Bestimmung des sichtbaren Deckmaterials allein reicht nicht
Beim Arbeiten auf dem Flachdach sind auch die Schichten darunter mitzuprüfen — alte Bahnen, Dämmung, Kleber und Kitte —, die unabhängig vom sichtbaren Material schadstoffhaltig sein können. Erst wenn die Fläche als unbedenklich bestimmt ist, geht es an die eigentliche Montage.

Recht vor der Bestellung: Eigentum und Zustimmung

Bevor das Gerät bestellt wird, steht eine Frage, die kein Datenblatt beantwortet: Wem gehört das Dach?
Wer das Dach nicht allein besitzt, braucht die Zustimmung vor dem Kauf
Die Entscheidung liegt beim Vermieter beziehungsweise bei der WEG — das Flachdach ist dort in aller Regel Gemeinschaftseigentum, auch wenn es nur über der eigenen Wohnung liegt. In beiden Fällen ist das Steckersolargerät allerdings gesetzlich privilegiert: § 554 Abs. 1 BGB gibt dem Mieter seit Oktober 2024 einen Anspruch auf Gestattung, sofern die Maßnahme dem Vermieter zuzumuten ist. § 20 Abs. 2 Dachboden ausbauen WEG privilegiert entsprechend angemessene Veränderungen des Wohnungseigentümers — beschlossen wird dort über die Durchführung, nicht über das Ob. Über die Ausführung — Befestigung, Ort, Rückbau — darf die Gegenseite in beiden Fällen mitbestimmen. Auch Erbengemeinschaften und geteilte Eigentumsverhältnisse machen aus dem eigenen Dach ein fremdes. Wer ohne Zustimmung aufstellt, riskiert den Rückbau auf eigene Kosten.
Eine sichtbare Aufständerung kann Baurecht berühren
Ragt das System über die Attika hinaus oder ist es von der Straße sichtbar, können Bebauungsplan oder Denkmalschutz mitreden. Eine kurze Anfrage beim Bauamt vor der Bestellung ist billiger als jede nachträgliche Klärung.

Ist mein Flachdach überhaupt bereit? — Diagnose vor der Planung

Zwischen Zustimmung und Ballastplan liegt eine Diagnose, die das teuerste Szenario dieser Montage verhindert: Anlage aufbauen, Abdichtung versagt, Anlage wieder abbauen, Dach sanieren, Anlage nochmal aufbauen.
Die gealterte Abdichtung ist der Hauptgrund für den Doppelaufbau
Zeigt die Bahn Risse, Blasen, poröse Stellen oder bereits geflickte Anschlüsse, steht ihre Erneuerung absehbar bevor — dann gehört die Sanierung zuerst auf den Plan (Anleitung Flachdach abdichten), nicht das Gerät. Jede Ballastplatte, die später für die Sanierung wieder runter muss, wurde doppelt getragen.
Die Holzbalkendecke verlangt eine frühe Tragfähigkeitsprüfung
Ältere Flachdächer auf Holzbalken sind nicht für Zusatzlasten gerechnet. Hier klärt die Fachfirma die Tragfähigkeit, bevor überhaupt ein Ballastplan entsteht — nicht danach.
Knapp bemessene Abläufe verändern den Aufstellplan
Sind Dachabläufe oder Notüberläufe schon heute an ihrer Grenze, bestimmt ihr Freiraum, wo das System überhaupt stehen darf.

Was „aufs Flachdach" vom „aufs Steildach" unterscheidet

„Balkonkraftwerk aufs Flachdach montieren" klingt nach derselben Arbeit wie aufs Steildach — nur auf einer flachen Fläche. Der Unterschied ist größer, und er entscheidet über die ganze Montage.
Auf dem Steildach wird durch die Deckung verankert
Dort führt der Weg der Last in den Sparren unter der Ziegeleindeckung — über Dachhaken oder Trägerpfannen, immer durch eine Durchdringung der Deckung hindurch. Das Dach wird an dieser Stelle geöffnet und regensicher wieder geschlossen.
Auf dem Flachdach wird nicht durchdrungen
Die Abdichtung ist die wasserführende Ebene — jedes Loch in ihr ist ein potenzieller Wasserschaden. Deshalb wird das Balkonkraftwerk hier ballastiert: Es hält über sein Eigengewicht und über zusätzlichen Ballast, nicht über Schrauben in der Decke. Die Module liegen auf einer Aufständerung, die Aufständerung steht auf der Abdichtung, und Gewicht drückt sie an Ort und Stelle.
Der Preis dafür ist der Windsog
Was nicht verschraubt ist, muss gegen Abheben gesichert werden — und ein Flachdach ist dem Wind stärker ausgesetzt als jede geschützte Steildachfläche. Der Ballast ist damit kein Zubehör, sondern der eigentliche Befestigungsmechanismus. Wer ihn nach Gefühl wählt, hat kein Balkonkraftwerk montiert, sondern ein Windspiel aufgestellt.

Ballastiert halten — durch Gewicht, nicht durch Löcher

Der Kern der Flachdachmontage ist ein einziges Prinzip — und es ist das Gegenteil dessen, was man vom Steildach kennt.
Die Aufständerung trägt die Module
Ein Flachdach-System besteht aus einem Gestell, das die Module in die gewünschte Neigung aufstellt — oft eine flache Südaufständerung, damit mehr Sonne einfällt und Regen abläuft. Dieses Gestell ist nicht festgeschraubt, sondern steht auf der Abdichtung.
Der Ballast hält das Gestell
Auf das Gestell kommen Betonplatten, Gehwegplatten oder systemeigene Ballastwannen. Ihr Gewicht muss so bemessen sein, dass das System auch unter Windsog nicht abhebt, kippt oder verrutscht. Wie viel Ballast das ist, hängt von Windlastzone, Gebäudehöhe, Aufstellort auf der Dachfläche und Modulfläche ab — das ist eine Bemessung, keine Faustformel.
Der Ballast ist statisch, nicht symbolisch
Ein System, das bei Sturm durch die Gegend fliegt, gefährdet Menschen unter dem Dach. Deshalb gehört die Ballastierung in die Planung der Fachfirma — sie rechnet die Auflast gegen den Windsog und legt die Gewichte fest. Wer Ballast nach Augenmaß verteilt, hat die Statik durch ein Gefühl ersetzt.
Vor dem Ballast steht die Tragfähigkeit des Dachs selbst
Das Bestandsflachdach muss die Module, den Ballast, den Schnee sowie die Punkt- und Flächenlasten der Aufständerung überhaupt aufnehmen können — erst danach stellt sich die Frage, wie viel Ballast gegen Windsog nötig ist. Ein Dach, das die Zusatzlast nicht trägt, lässt sich nicht durch eine andere Ballastverteilung retten; die Prüfung der Dachstatik steht deshalb vor jeder Windsog-Rechnung und gehört zur Fachfirma.

Der Windlast- und Ballastplan: Eck-, Rand- und Innenzonen

Der Wind wirkt nicht überall auf dem Flachdach gleich stark — und genau diese Ungleichheit entscheidet, wo wie viel Ballast liegen muss.
Die Fläche ist in Zonen geteilt
Flachdächer werden windtechnisch in Eckzonen, Randzonen und Innenzonen unterteilt. An den Ecken und Rändern treten die größten Windsogkräfte auf — dort verwirbelt der Wind und saugt stärker. In der Innenzone ist die Belastung geringer. Der Windlast- und Ballastplan weist jeder Zone die nötige Ballastmenge zu.
Der Plan ist objektspezifisch
Welche Zone wo liegt und wie viel Ballast sie braucht, hängt von der Windlastzone des Standorts, der Gebäudehöhe, der Dachgeometrie und der Modulfläche ab. Ein pauschaler Wert — „X Kilo pro Modul" — existiert nicht; es kommt auf den konkreten Aufstellort auf dem Dach an.
Ein Modul am falschen Ort ist unterballastiert
Steht das System in der Eckzone, braucht es deutlich mehr Auflast als in der Innenzone. Wer alle Systeme gleich ballastiert, hat die Rand- und Eckmodule zu leicht gemacht — genau die, die der Wind zuerst greift. Der Ballastplan ist der Unterschied zwischen einem sicheren System und einem, das nur bei Flaute steht.

Die Bautenschutzmatte: die Abdichtung unter dem System schützen

Zwischen der Aufständerung und der Abdichtung liegt eine Schicht, die gern vergessen wird — und sie ist der Schutz des Daches selbst.
Die Bautenschutzmatte trennt System und Abdichtung
Das Gestell und der Ballast stehen nicht direkt auf der Dachabdichtung, sondern auf einer Bautenschutzmatte — einem trennenden Vlies, das die Abdichtung vor Punktlasten, Scheuerstellen und den scharfen Kanten der Ballastplatten schützt. Die Matte verteilt die Last und verhindert, dass das Gewicht die Abdichtung über die Jahre durchdrückt oder aufscheuert.
Sie muss abdichtungsverträglich sein
Nicht jede Matte verträgt sich mit jeder Abdichtung — bestimmte Kunststoffbahnen sind gegen Weichmacherwanderung oder bestimmte Vliesstoffe empfindlich. Die Matte wird deshalb auf die konkrete Abdichtung abgestimmt; der Hersteller des Abdichtungssystems nennt, was verträglich ist.
Ohne Matte arbeitet der Ballast gegen das Dach
Eine Ballastplatte mit scharfer Kante, die jahrelang auf der Abdichtung liegt und vom Wind mikroskopisch bewegt wird, scheuert die Bahn durch. Die Bautenschutzmatte ist kein Komfort, sondern der Schutz der wasserführenden Ebene — sie gehört zwischen jedes System und die Abdichtung.

Dachabläufe und Notüberläufe frei halten

Ein Flachdach entwässert über Abläufe — und die Montage darf ihnen den Weg nicht verstellen.
Die Dachabläufe müssen frei bleiben
Jedes aufgestellte System, jeder Ballast und jede Kabeltrasse darf den Wasserweg zu den Dachabläufen nicht versperren. Steht das System im Weg, staut sich das Wasser dahinter — und aus stehendem Wasser wird auf einem Flachdach schnell ein Schaden, weil die Abdichtung dauerhaft belastet wird.
Die Notüberläufe sind kein Ersatzteil für einen verstopften Ablauf
Neben den Abläufen haben Flachdächer Notüberläufe, und beide werden gemeinsam für den Bemessungsfall ausgelegt — die Notentwässerung ist also ein eingeplanter Teil der Entwässerung, nicht deren Reserve. Sie führt unabhängig von der Hauptentwässerung auf eine schadlos überflutbare Fläche, nicht in die Grundleitung. Auch sie müssen frei bleiben. Wer sie mit einem Modul oder Ballast verstellt, nimmt dem Dach bei Starkregen die einzige Sicherung gegen Überstauung.
Die Kabelwege gehören mitgeplant
Die Leitung vom Modul zum Wechselrichter wird so geführt, dass sie keine Abläufe kreuzt, kein Wasser staut und keine Stolperfalle auf dem Dach bildet. Der Kabelweg ist Teil der Aufstellplanung, nicht ihr Nachtrag.

Aufstellort planen: die Checkliste, die der Laie wirklich selbst darf

Der Aufstellort ist ausdrücklich Eigenleistung — aber nur mit Kriterien. Vier davon entscheiden über Ertrag und Sicherheit.
Verschattung prüfen
Attika, Schornstein, Lüftungsaufsätze und benachbarte Module werfen Schatten, der mit der Sonnenstandshöhe wandert — was um Mittag frei liegt, kann am Morgen im Schatten der Attika stehen. Verschattete Modulfläche bringt weniger Ertrag; der Aufstellort wird deshalb über den Tag hinweg betrachtet, nicht in einem Moment.
Abstand zu Abläufen und Notüberläufen einhalten
Das System darf den Wasserweg nicht verstellen — weder direkt noch über eine dahinter aufgestellte Ballastreihe.
Abstand zur Attikakante halten
An den Rändern und Ecken greifen die größten Sogkräfte an. Wer dort aufstellt, braucht die Ballastbemessung für die Eck- oder Randzone — und verschenkt die günstigere Innenzone.
Den Laufweg für Reinigung und Kontrolle offen lassen
Module werden gereinigt und geprüft; wer die Fläche lückenlos zustellt, muss später über Ballast und Abdichtung steigen, um dorthin zu kommen.

Der Kabelweg im Detail: UV, Wind und Nässe

Die Leitung vom Modul zum Wechselrichter ist der Teil der Montage, der am häufigsten gepfuscht wird — und er liegt komplett im Bereich dessen, was der Laie selbst plant.
UV-beständig und mechanisch geschützt verlegen
Auf dem offenen Flachdach steht die Leitung in Sonne und Wetter. Kabel und ggf. Schutzrohr müssen dafür freigegeben sein — das steht im Datenblatt, nicht im Baumarktregal-Angebot.
Gegen Verrutschen im Wind befestigen
Eine lose auf der Bahn liegende Leitung wandert bei Sturm, scheuert auf der Abdichtung und spannt die Steckverbindungen. Sie wird am Gestell oder an geeigneten Punkten fixiert — nie so, dass sie die Abdichtung verletzt.
Nicht durchs Wasser führen
Die Trasse kreuzt keine Abläufe und läuft nicht durch Bereiche, in denen Regen steht. Steckverbindungen gehören an erhöhte, vor Nässe geschützte Stellen — eine Kupplung, die im Stauwasser liegt, ist eine Korrosionsstelle mit Stromanschluss.

Die Normen und Grenzen: 800 VA und 2 kWp

Für das Balkonkraftwerk auf dem Flachdach gelten dieselben Normen und Grenzen wie auf dem Steildach — sie stecken den Rahmen des Geräts ab.
DIN VDE V 0126-95
ist die Vornorm für Steckersolargeräte. Sie legt fest, welche Anforderungen ein steckerfertiges Balkonkraftwerk erfüllen muss, damit ein normkonformes, vorkonfektioniertes Gerät bestimmungsgemäß ohne Elektrofachkraft an eine geeignete, vorhandene Steckdose angeschlossen werden darf.
VDE-AR-N 4105
regelt, wie sich die Anlage am Niederspannungsnetz verhält — Einspeisung, Abschaltung, Netzverhalten.
Die Grenzen sind die bekannten Zahlen
Der Wechselrichter darf eine Scheinleistung von maximal 800 VA einspeisen; angeschlossen sein dürfen Module bis 2 kWp — aber an der gewöhnlichen Haushaltssteckdose begrenzt DIN VDE V 0126-95 die Gesamtmodulleistung zusätzlich auf 960 Wp; die vollen 2.000 Wp verlangen eine spezielle Energiesteckvorrichtung. Die Details stehen in Anleitung Balkonkraftwerk aufs Dach montieren; hier zählt der Grundsatz: Die Grenzen gelten unabhängig davon, ob das Gerät auf dem Steil- oder auf dem Flachdach steht.

Das Marktstammdatenregister: die Meldepflicht

Auch auf dem Flachdach endet die Montage nicht mit dem letzten Ballaststein.
Das Marktstammdatenregister ist Pflicht
Jede Anlage, die Strom erzeugt — auch ein Balkonkraftwerk —, muss dort registriert werden. Im üblichen Sonderfall — bis 800 VA Wechselrichterleistung, bis 2 kWp Modulleistung und ohne Einspeisevergütung — genügt die vereinfachte Registrierung; der Netzbetreiber erhält die Daten automatisch. Eine separate Anmeldung ist nur bei Abweichungen von diesem Sonderfall nötig.
Die Meldung gehört zur Montage dazu
Wer montiert und nicht meldet, hat die Anlage nur halb in Betrieb genommen.

Wo die Eigenleistung endet: Ballastplan und DC-Seite

Die ehrlichste Aussage dieser Seite steht an der Grenze zwischen Planung, Montage und elektrischem Anschluss.
Der Ballastplan ist statische Bemessung
Welche Zone, welcher Ballast, welche Aufständerung — das rechnet die Fachfirma gegen Windsog, Gebäudehöhe und Modulfläche. Ein System, das bei Sturm vom Dach fliegt, war falsch bemessen — nicht falsch gekauft.
Die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend
Solange Licht auf die Module fällt, erzeugen sie Gleichspannung — auch bei abgeschaltetem Wechselrichter und gezogenem Stecker. Ein normkonformes, steckerfertiges Gesamtprodukt darf bestimmungsgemäß von Laien aufgestellt und an eine vorhandene, geeignete Steckdose angeschlossen werden. Änderungen an DC-Verbindungen, Wechselrichter, Leitung, Steckdose oder Stromkreis bleiben dagegen Elektrofachkraft-Aufgabe.
Wirklich in Eigenleistung geht die Planung des Aufstellorts
Der Laie kann klären, wo die Module hin sollen, wo die Kabel laufen und ob Abläufe frei bleiben. Die Bemessung der Ballastierung und der elektrische Anschluss gehören in Fachhände — nicht, weil es schwer aussieht, sondern weil ein Fehler dort Menschen gefährdet.
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Schritt für Schritt: die fachgerechte Montage

Dieser Ablauf beschreibt die Montage — getrennt nach dem, was geplant und dem, was von der Fachfirma ausgeführt wird.
1

Schadstofffrage klären

Die Flachdachabdichtung und ihre Schichten bestimmen: alte Bitumenbahnen (TRGS 551), alte Mineralwolle (TRGS 521), Asbest (TRGS 519) — bei Verdacht Fachbetrieb (siehe ganz oben).

2

Grenzen prüfen

Wechselrichter bis 800 VA; Module bis 2 kWp nur mit spezieller Energiesteckvorrichtung, an der Haushaltssteckdose bis 960 Wp.

3

Aufstellort planen

Fläche, Ausrichtung und Kabelweg festlegen; Dachabläufe und Notüberläufe frei halten.

4

Ballastplan erstellen lassen

Die Fachfirma bemisst die Auflast je Zone — Eck-, Rand- und Innenzone — gegen Windsog und Gebäudehöhe.

5

Bautenschutzmatte auslegen

Abdichtungsverträgliche Matte zwischen System und Abdichtung, flächig und ohne Falten.

6

Aufständerung aufstellen

Das System auf der Matte positionieren, nach Plan — nicht in der Eckzone, wenn es nur für die Innenzone bemessen ist.

7

Ballast einbringen

Die vorgeschriebenen Gewichte je Zone auflegen, exakt nach Ballastplan.

8

Kabel mechanisch führen

Die DC-Leitung geschützt und ohne Abläufe zu kreuzen zum Wechselrichter führen.

9

Elektrischen Anschluss abgrenzen

Kontaktierung, Wechselrichter, Leitung, Steckdose und Stromkreis sind Elektrofacharbeit; ein normkonformes, steckerfertiges Gesamtprodukt darf an eine vorhandene, geeignete Steckdose angeschlossen werden — jede Änderung daran nicht.

10

Meldepflicht erfüllen

Im Marktstammdatenregister registrieren.

11

Dichtheit prüfen

Abdichtung und Abläufe kontrollieren — die Montage darf das Dach nicht beschädigen und das Wasser nicht stauen.

Nach der Montage: die Sturm-Routine

Ein ballastiertes System hat keine Kontrollleuchte. Es meldet keinen Schaden, bevor es kippt — die Früherkennung liegt beim Betreiber.
Nach jedem schweren Sturm zählt die Sichtprüfung
Vier Fragen genügen: Liegt der Ballast noch nach Plan, oder ist eine Platte verrutscht? Steht die Bautenschutzmatte irgendwo hervor? Sind Abläufe und Notüberläufe frei? Steht das Gestell noch an seiner Position, ohne Versatz zur Matte?
Geprüft wird vom Laufweg aus, nicht von der Bahn
Die Sichtprüfung ist Kurzarbeit am Rand und auf den eingeplanten Laufwegen — kein Herumlaufen auf der Abdichtung. Wer Versatz findet, bessert nicht selbst nach, sondern lässt den Ballastplan prüfen: Ein verrutschter Stein ist ein Befund, keine Einladung zum Zuschieben.

Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Abdichtung durchbohrt, um das System zu verschraubenWasserschaden — die wasserführende Ebene ist offen
Ballast nach Gefühl statt nach BallastplanModul hebt bei Windsog ab oder kippt
Eck- und Randzone wie Innenzone ballastiertunterballastiert, Wind greift zuerst die Ränder
Bautenschutzmatte weggelassenAbdichtung durchgescheuert oder punktuell durchdrückt
Dachabläufe oder Notüberläufe zugestelltStauwasser, Überstauung bei Starkregen
Module selbst kontaktiert oder angeschlossenEingriff in spannungsführenden Stromkreis, Lebensgefahr
Auf der Abdichtung herumgelaufen statt über LaufwegePunktlast und Beschädigung der Bahn
Meldepflicht im Marktstammdatenregister ignoriertAnlage nicht ordnungsgemäß in Betrieb
Faserzement oder Teerpappe ungeprüft bearbeitetAsbest- oder Teerfreisetzung, TRGS 519 / TRGS 551 verletzt
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Was beachtet werden muss

Schadstofffrage — steht vor dem ersten Handgriff
Alte Bitumenbahnen können Teer enthalten (TRGS 551), alte Mineralwolle ist ein Fall der TRGS 521, Faserzement-Bauteile, Kleber, Spachtelungen und Beschichtungen ein Fall der TRGS 519. Die gesetzliche Weiche ist der Baubeginn des Objekts: bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist mit Asbest zu rechnen. Später erneuerte Schichten entlasten nur, wenn ihr eigenes Einbaudatum belegt ist — sonst bleibt der Verdacht. Die Bestimmung des sichtbaren Deckmaterials reicht nicht — die Schichten darunter sind mitzuprüfen. Bei Verdacht: Fachbetrieb.
Photovoltaik im Bestand — die DC-Seite bleibt spannungsführend
Die DC-Seite bleibt bei Lichteinfall spannungsführend, auch bei abgeschaltetem Wechselrichter. Vorhandene Module demontiert kein Laie — das ist Facharbeit; Kontaktierung und Inbetriebnahme sind Elektrofacharbeit. Ein normkonformes, steckerfertiges Gesamtprodukt darf an eine vorhandene, geeignete Steckdose angeschlossen werden; Änderungen an DC-Verbindungen, Wechselrichter, Leitung, Steckdose oder Stromkreis nicht.
Ballastplan ist Statik
Die Auflast je Zone — Eck-, Rand-, Innenzone — ist eine Bemessung gegen Windsog, keine Faustformel. Sie gehört in die Planung der Fachfirma — und setzt die geprüfte Tragfähigkeit des Bestandsdachs für Module, Ballast, Schnee sowie Punkt- und Flächenlasten voraus.
Abdichtung schützen
Bautenschutzmatte zwischen System und Abdichtung, abdichtungsverträglich gewählt. Keine Durchdringung, keine Punktlasten, kein Betreten der Bahn.
Entwässerung frei halten
Dachabläufe und Notüberläufe dürfen durch System, Ballast und Kabel nicht verstellt werden — sonst Stauwasser und Überstauung.
Absturz
Auf dem Flachdach zählt die Absturzkante. Gerade beim Tragen und Auflegen von Ballast reicht die Leiter als Zugang nicht — es braucht einen Seitenschutz, eine Arbeitsplattform oder ein anderes konkretes Zugangskonzept, das die Kante sichert. Die Leiter ist nur der Zugang zur Fläche, kein Arbeitsplatz.
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