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🔴 Wer an die Lattung will, muss durch die Deckung. Lattenstöße liegen unter der Dachhaut — die Arbeit beginnt also zwangsläufig damit, Ziegel oder Platten abzunehmen und die darunterliegende Bahn freizulegen. Genau dort sitzt das Risiko: Faserzementplatten, alte Unterdeckbahnen, Kleber, Kitte und Spachtelmassen können bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 asbesthaltig sein. Ausgangspunkt bleibt der Baubeginn des Objekts; erst danach können Unterlagen einen später erneuerten Bestandteil freigeben. Bei Verdacht wird nichts geöffnet und nichts zerstört; Umgang und Entsorgung richten sich nach TRGS 519 und gehören zu einem dafür qualifizierten Fachbetrieb.
| Variante | Voraussetzung | Lastweiterleitung |
|---|---|---|
| Breiter Sparren | Sparrenbreite trägt beide Enden | direkt in den Sparren |
| Konterbrett oder -bohle | breites Auflager statt schmaler Latte | über das Konterbrett in den Sparren |
| Zwei parallele Konterlatten | jede Latte separat befestigt | je Ende in die eigene Konterlatte |
| Nachgewiesener Stoßverbinder | Eignung und Anwendungsbereich belegt | Verbinder übernimmt die Auflagerfunktion |
| Regel | Rolle |
|---|---|
| DIN EN 14592 | Produktanforderungen an stiftförmige Verbindungsmittel |
| DIN 20000-6 | deutsche Anwendungsanforderungen |
| DIN EN 1995-1-1 plus Nationaler Anhang | Bemessung des Anschlusses |
| ZVDH-Holzhinweise | handwerkliche Ausführung |
| Schadensbild | Prüfschritt |
|---|---|
| Abgesackte Ziegelreihe | Stoß unter der Reihe öffnen |
| Gespaltener Lattenkopf | Ende ersetzen, Vorbohren prüfen |
| Loser oder korrodierter Nagel | Verbindungsmittel und Auflager prüfen |
| Bewegung am schmalen Auflager | Auflagerbreite gegen Stoß prüfen |
Der erste Handgriff ist das Abnehmen der Deckung über der Stoßstelle — und damit steht die Frage vor dem Handgriff, nicht danach: Bei Material aus der Zeit bis einschließlich 1993 ist an Bahnen, Platten und Dichtstoffen mit Asbest zu rechnen; Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb (siehe ganz oben).
Feststellen, worauf die Traglatte liegt: auf der Konterlatte oder direkt auf dem Sparren. Das Auflager ist der Ort des Stoßes.
Den Stoß so planen, dass er mittig auf dem Auflager liegt — mit ausreichend Auflage für beide Enden.
Korrosionsgeschützte Nägel oder Schrauben nach DIN EN 14592, passend zum Querschnitt und zur Deckung — die Befestigung erfolgt nach DIN EN 1995-1-1 mit den Mindestabständen und Eindringtiefen nach der Systemvorgabe.
Das Ende der ersten Latte auf dem Auflager mit seinen Verbindungsmitteln befestigen — nach dem Nagelbild.
Das Ende der nächsten Latte auf demselben Auflager mit seinen eigenen Verbindungsmitteln befestigen — nicht mit einem Verbindungsmittel durch beide.
Benachbarte Reihen über verschiedenen Auflagern stoßen lassen — keine senkrechte Linie aus Stoßstellen.
Kontrollieren, dass kein Stoß frei zwischen zwei Auflagern liegt und jedes Ende separat gehalten ist — bevor die Deckung darüberkommt.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Frei schwebender Stoß zwischen zwei Auflagern | Sollbruchstelle, Deckung sackt ab |
| Stoß neben statt auf dem Auflager | Ende ohne tragfähigen Untergrund |
| Beide Enden durch ein Verbindungsmittel gehalten | separate Verankerung und Randabstände verfehlt |
| Stoß am Auflagerrand statt mittig | zu wenig Auflage, rutscht ab |
| Benachbarte Stöße nicht versetzt | senkrechte Linie aus Schwachstellen |
| Blanke, nicht korrosionsgeschützte Nägel | rosten in der belüfteten Ebene durch |
| Verbindungsmittel ohne Systemvorgabe gewählt | hält nicht oder schwächt das Holz |