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Bevor ein Maß genommen oder ein Fenster bestellt wird: Ist der nachträgliche Einbau Teil eines Dachausbaus, der eine Nutzungsänderung auslöst (Speicher wird Wohnraum)? Dann greifen die Landesbauordnung, Anforderungen an den zweiten Rettungsweg und der Brandschutz. Diese Fragen klärt man vor Statik und Bestellung — sie können Fenstergröße und -lage mitbestimmen. Liegt die geplante Öffnung in Schornsteinnähe, kommt der Bezirksschornsteinfeger dazu: Welche Abstände Fenster und Öffnung zur Abgasanlage einhalten müssen, legt er fest. Die Position wird vor dem ersten Schnitt mit ihm abgestimmt — ein geschnittenes Dach lässt sich nicht mehr verschieben.
Lichte Weite an mehreren Stellen messen. Passt das Wunschfenster ohne Eingriff zwischen die Sparren — oder braucht es einen Wechsel? Im zweiten Fall ist der Zimmerer/Statiker vor dem ersten Schnitt dran.
Der äußere Teil der Arbeit braucht trockene, möglichst windstille Witterung. Der temporäre Wetterschutz (Plane, Notbahn) liegt bereit, bevor die Deckung geöffnet wird.
Vor dem ersten Ziegel- oder Plattengriff: Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 gilt Asbestverdacht — dann stoppt die Eigenleistung hier und ein Fachbetrieb übernimmt (siehe oben). Erst danach werden die Ziegel zerstörungsarm gelöst und gesammelt.
Unterdeckbahn sauber freilegen, Schalung im Sparrenfeld öffnen. Wo ein Sparren durchtrennt wird, setzt den Wechsel der Zimmerer nach statischer Vorgabe — das ist Tragwerksarbeit und bleibt es auch dann, wenn die Öffnung sonst in Eigenleistung entsteht (siehe oben). Öffnung gegen Regen sichern.
Von innen einsetzen, waagerecht und senkrecht ausrichten, mit Montagewinkeln befestigen. Nicht verdreht verschrauben.
Passend zum Fenster (Baureihe, Größe, Einbautiefe) und zur vorhandenen Deckung, mit Wasserableitrinne oberhalb. Folienanschluss unter die vorhandene Unterdeckbahn führen; seitlich und unten muss das Wasser über die Bleche ablaufen — bei einer Ziegeldeckung überdecken die Ziegel die seitlichen Rahmenteile meist selbst. Auf Bitumen- oder Schweißbahnuntergrund wird nicht geflämmt — offene Flamme auf brennbarem Untergrund erzeugt Glutnester, die in Ritzen ziehen und Stunden nach Arbeitsende durchbrennen.
Die aufgenommenen Ziegel ringsum wieder eindecken, an die seitlichen Wasserführungsbleche anschließen. Fehlende oder gebrochene Ziegel passend ersetzen — nicht mehr lieferbare Modelle einzeln mit Blechersatzziegeln schließen. Unterbrochene Schneefanggitter um die Öffnung herumführen oder das fehlende System jetzt montieren (siehe oben).
Den Spalt zum Sparren schließen, die Laibung dämmen — im Umfang, den die GModG-Anforderung verlangt (Dachfenster dämmen).
Schürze am Blendrahmen ansetzen und auf die Dampfbremse des Dachs kleben. Eine lokale Folie am Fenster ersetzt keine durchgehende Dampfbremse-Ebene des ganzen Dachs — fehlt die, wird die Ebene der Dachfläche ergänzt, nicht nur das Loch am Fenster geflickt (Dachfenster innen abdichten, Dach von innen dämmen).
Flügel einhängen, öffnen, schließen, Putzstellung. Dichtung muss ringsum anliegen. Bei einem Rettungs- oder Ausstiegsfenster die freie Öffnung prüfen.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Sparren ohne statischen Wechsel herausgeschnitten | Dach hängt durch, Risse |
| Unterdachbahn ohne Asbestklärung angeschnitten | Gefahrstoff freigesetzt |
| Öffnung ohne Wetterschutz begonnen | Regenwasser in der Dämmung |
| Eindeckrahmen zur falschen Bestandsdeckung | Anschluss undicht |
| Folienanschluss auf statt unter der Bahn | Wasser läuft über die Scheibe |
| Dampfbremse des Bestands nicht angeschlossen | Feuchte in der Dämmung |
| Ziegel beim Aufnehmen gebrochen und nicht ersetzt | offene Stellen in der Deckung |
| Schneefanggitter an der Öffnung einfach enden lassen | Schneebrett rutscht auf Fenster und Rahmenbleche |
| GModG-Anforderung an die Dämmung ignoriert | Nachrüstung später teurer |