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🔴 Die alte Traufe kann asbesthaltig sein. An der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen kann bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 Asbest stecken; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Vor allem aber: Altbeschichtungen — alte Anstriche und Deckfarben — können ihrerseits Schadstoffe tragen, etwa Blei oder PCB. Wer einen alten Anstrich anschleift, entfernt oder überstreicht, muss wissen, was er da anfasst. Besteht Verdacht, wird nicht trocken geschliffen und nicht ohne Schutz gearbeitet; die Prüfung und die fachgerechte Entfernung gehören in die Hand eines dafür qualifizierten Betriebs — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519, wo Asbest im Spiel ist, für das Entfernen bleihaltiger Altbeschichtungen zusätzlich nach TRGS 505.
| Fläche | Beanspruchung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Außenseite | Witterung, UV, Sichtfläche | Außen-Deckanstrich nach Werkstoff |
| Innenseite, wasserführend | Wasser, Schmutz, zeitweiser Überstau | ausdrückliche Produktfreigabe nötig |
| Befund | Prüfung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Kreidung, matt abfärbend | Wischprobe mit hellem Tuch | reinigen, anschleifen |
| Blasen, Ablösungen | Sicht- und Klopfprobe | partiell entschichten |
| Weißrost (Zinkkorrosion) | Sichtkontrolle | vorbehandeln nach BFS-Merkblatt |
| Rotrost (Stahlkorrosion) | Sichtkontrolle | entrosten, passivieren |
| scharfkantige Abplatzungen | Sichtkontrolle | vollständig entschichten |
| nur lokal schlechte Haftung | kleine Probefläche | lokal instand setzen |
Alte Beschichtungen und die Traufe selbst können Schadstoffe tragen. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne und ihren Anschlüssen mit Asbest zu rechnen; Altbeschichtungen können Blei oder PCB enthalten. Besteht Verdacht, wird nicht trocken geschliffen — Prüfung und Entfernung durch einen qualifizierten Fachbetrieb (siehe ganz oben).
Zink, verzinkter Stahl, Aluminium oder PVC-U? Bei PVC-U wird nur gestrichen, wenn Rinnen- und Lackhersteller ein Beschichtungs- system dafür ausdrücklich freigeben — sonst gereinigt statt gestrichen. Der Werkstoff entscheidet über Voranstrich und Deckanstrich.
Schutz (abgetragener Zinküberzug) oder Optik? Und: Ist die Rinne beschädigt, wird sie erst repariert, nicht überstrichen (Dachrinne reparieren Zink).
Von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.
Mit Gitterschnitt oder Abreißversuch die Haftfestigkeitsprüfung machen. Tragfähiger Anstrich → reinigen, anschleifen, überstreichen. Nicht tragfähig → entfernen (Fachhand, siehe Schritt 1).
Reinigen und entfetten; wo der Altanstrich tragfähig ist, anschleifen. Auf Zink und verzinktem Stahl nach BFS-Merkblatt Nr. 5 — die Patina beziehungsweise der Zinküberzug verlangt die passende Vorbehandlung.
Den zum Werkstoff und zum Deckanstrich passenden Voranstrich beziehungsweise Haftprimer auftragen — aus demselben System wie die Deckfarbe.
Den kompatiblen Außen-Deckanstrich in den vorgesehenen Arbeitsgängen aufbringen, nach Herstellerangabe — nicht zu dick, nicht auf feuchten Untergrund.
Die Beschichtung vollständig durchtrocknen lassen und prüfen, ob sie deckt und haftet — bevor der nächste Regen die Probe macht.
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Falscher Werkstoff gestrichen | Anstrich haftet nicht auf der Oberfläche |
| PVC-U ohne freigegebenes System gestrichen | Anstrich hält nicht, kann den Kunststoff anlösen |
| Ohne Haftfestigkeitsprüfung überstrichen | neuer Anstrich reißt mit dem alten ab |
| Auf Patina ohne Voranstrich gestrichen | keine Haftung auf der Oxidschicht |
| Universal-Lack statt System gewählt | hält der Bewitterung nicht stand |
| Feuchtigkeit im Untergrund eingeschlossen | Unterrostung unter der Beschichtung |
| Beschädigte Rinne nur überstrichen | Schaden bleibt, Anstrich deckt ihn zu |