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Von Franke Baustoffe
6. Okt. 2026 15 Min. Lesezeit

Dachrinne streichen: Werkstoff bestimmen, Altanstrich prüfen, deckend beschichten

BFS-Merkblatt Nr. 5 für Zink und verzinkten Stahl, Haftfestigkeitsprüfung, kompatibler Deckanstrich
9 Arbeitsschritte
7 typische Fehler

Vorab: Die Schadstofffrage — am Blech und im Altanstrich

Wer eine Rinne streicht, arbeitet an der Traufe und auf dem Altanstrich — beides kann vor dem ersten Pinselstrich eine Klärung verlangen.

🔴 Die alte Traufe kann asbesthaltig sein. An der Rinne, an Traufteilen, Verkleidungen, alten Bahnen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen kann bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31.10.1993 Asbest stecken; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Vor allem aber: Altbeschichtungen — alte Anstriche und Deckfarben — können ihrerseits Schadstoffe tragen, etwa Blei oder PCB. Wer einen alten Anstrich anschleift, entfernt oder überstreicht, muss wissen, was er da anfasst. Besteht Verdacht, wird nicht trocken geschliffen und nicht ohne Schutz gearbeitet; die Prüfung und die fachgerechte Entfernung gehören in die Hand eines dafür qualifizierten Betriebs — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519, wo Asbest im Spiel ist, für das Entfernen bleihaltiger Altbeschichtungen zusätzlich nach TRGS 505.

Der Nachweis muss nicht immer eine Materialprobe sein. Auch verlässliche Bau- und Produktunterlagen räumen den Verdacht aus. Reichen sie nicht, folgt die technische Erkundung mit emissionsarmer Probenahme.
Erst wenn der Bestand als unbedenklich bestimmt ist, geht es ans Streichen — und an die Fragen, die der Anstrich zuerst beantworten muss: welcher Werkstoff, welche Haftung, welcher Deckanstrich.

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Filter

Zuerst der Werkstoff: nicht jede Rinne wird gestrichen

Der erste Schritt beim Streichen ist kein Pinselstrich, sondern die Frage nach dem Werkstoff — denn er entscheidet, ob überhaupt gestrichen wird.
Titanzink
bildet seine schützende Patina selbst und braucht in der Regel keinen Anstrich; wo er doch gestrichen wird — in aggressiver Umgebung oder aus gestalterischen Gründen —, verlangt die Patina eine besondere Vorbehandlung, sonst haftet nichts.
Verzinkter Stahl
ist der klassische Kandidat für den Anstrich: Wenn der Zinküberzug durch Verwitterung dünn wird, übernimmt die Beschichtung den Korrosionsschutz. Hier ist Streichen nicht nur Optik, sondern Substanzerhaltung.
Aluminium
wird nur in Sonderfällen gestrichen — seine Oxidschicht schützt von selbst, und ein Anstrich verlangt die passende Vorbehandlung.
PVC-U
wird nur mit einem ausdrücklich freigegebenen Beschichtungssystem gestrichen. Ein üblicher Metall- oder Universallack haftet auf dem Kunststoff nicht dauerhaft und kann ihn anlösen — pauschal „nicht streichbar" ist die Kunststoffrinne aber nicht: Einzelne Hersteller lassen eine Beschichtung nach eigener Vorgabe zu, mit passender Reinigung, Anschliff beziehungsweise Grundierung und einem dafür freigegebenen Lacksystem. Ohne diese Freigabe von Rinnen- und Lackhersteller wird die vergraute Kunststoffrinne gereinigt statt überstrichen.
Der Befund steht vor allem anderen
Wer „die Rinne" streicht, ohne zu wissen, ob Zink, verzinkter Stahl, Alu oder PVC vorliegt, wählt den Anstrich nach Optik statt nach Werkstoff — und der hält dann auf der falschen Oberfläche nicht.

Rinnenwerkstoff und Altbeschichtung bestimmen

Ob gestrichen wird, hat der Werkstoff entschieden — jetzt geht es darum, ihn am Objekt zuverlässig zu erkennen statt zu raten.
Der Werkstoff über zugängliche Merkmale
Titanzink zeigt die graue, matte Patina und hinterlässt nach dem Ritzen eine helle, blanke Spur; verzinkter Stahl trägt die typische Zinkblume und rostet an Schnittkanten, sobald der Überzug abgetragen ist; Aluminium bleibt hell und ist deutlich leichter; PVC-U erkennt man an der matten Kunststoffoberfläche und den gesteckten Systemteilen. Ein werkseitig beschichtetes Blech trägt dagegen bereits eine Deckfarbe, die den Werkstoff unter sich verbirgt. Wo Unterlagen vorhanden sind — Rechnungen, Reste der Leistungserklärung, Produktdatenblätter —, bestätigen sie den Befund.
Die Altbeschichtung mitbestimmen
Zum Werkstoff gehört die Frage, was bereits darauf liegt: eine werkseitige Beschichtung, ein alter Anstrich oder eine unbekannte Altfarbe. Wer die Altbeschichtung nicht kennt, kann weder beurteilen, ob sie trägt, noch, ob sie Schadstoffe führt (siehe ganz oben).
Bei Unsicherheit keine Grundierung festlegen
Wer den Werkstoff nicht sicher bestimmt hat, wählt keine Vorbehandlung — die falsche Grundierung auf dem falschen Metall versagt oder schädigt den Untergrund. Im Zweifel wird eine kleine, unauffällige Probefläche angelegt oder der Werkstoff durch den Fachbetrieb bestimmt, statt den Anstrich auf Vermutung zu bauen.

Außenseite oder wasserführende Innenseite?

Vor der Produktwahl steht eine Unterscheidung, die viele Anstriche scheitern lässt: Welche Fläche wird überhaupt gestrichen?
FlächeBeanspruchungKonsequenz
AußenseiteWitterung, UV, SichtflächeAußen-Deckanstrich nach Werkstoff
Innenseite, wasserführendWasser, Schmutz, zeitweiser Überstauausdrückliche Produktfreigabe nötig
Ein Fassaden- oder Metalllack ist nicht automatisch Rinnenlack. Die Innenseite der Rinne führt dauerhaft Wasser, oft mit Schmutz und im Rückstau auch stehend. Ein Deckanstrich, der nur für die bewitterte Sichtfläche freigegeben ist, hält auf der wasserführenden Innenseite nicht dieselbe Beanspruchung aus. Wer innen streicht, braucht ein Beschichtungssystem, das für die Rinneninnenseite ausdrücklich freigegeben ist — die Freigabe steht im technischen Datenblatt, nicht in der Werbeaussage.

Wann Streichen überhaupt der richtige Weg ist

Streichen ist an der Rinne kein Selbstzweck — es gibt klare Gründe dafür und klare Fälle, in denen es der falsche Weg ist.
Streichen ist richtig, wo es um Schutz und Substanz geht
Bei einer verzinkten Stahlrinne, deren Zinküberzug abgetragen ist, oder bei einer Zinkrinne in aggressiver Umgebung (Abluft, Küstennähe, saurer Niederschlag) übernimmt der Anstrich die Aufgabe, die der Werkstoff allein nicht mehr leistet: Er schützt das Blech vor Korrosion.
Streichen ist Optik, wo es nur ums Aussehen geht
Eine intakte, patinierte Zinkrinne zu streichen, um sie „wie neu" aussehen zu lassen, ist möglich — aber es ist eine gestalterische Entscheidung, keine Schutzmaßnahme. Sie hat ihren Preis: Ein Anstrich auf der Patina ist eine dauerhafte Oberfläche, die später wieder gepflegt werden muss.
Streichen ist der falsche Weg bei einem Schaden
Eine undichte Naht, ein Loch oder ein durchgerosteter Bereich wird nicht überstrichen — der Anstrich deckt den Schaden zu und lässt die Ursache stehen (Zink-Dachrinne abdichten, Dachrinne reparieren Zink). Streichen ist Beschichtung, keine Reparatur. Diese Abgrenzung steht vor dem ersten Auftrag.

Schadensbild vor dem Schleifen

Bevor geschliffen wird, wird die vorhandene Beschichtung gelesen — das Schadensbild sagt, ob Reinigen reicht oder entlackt werden muss.
BefundPrüfungKonsequenz
Kreidung, matt abfärbendWischprobe mit hellem Tuchreinigen, anschleifen
Blasen, AblösungenSicht- und Klopfprobepartiell entschichten
Weißrost (Zinkkorrosion)Sichtkontrollevorbehandeln nach BFS-Merkblatt
Rotrost (Stahlkorrosion)Sichtkontrolleentrosten, passivieren
scharfkantige AbplatzungenSichtkontrollevollständig entschichten
nur lokal schlechte Haftungkleine Probeflächelokal instand setzen

Die Matrix entscheidet den Umfang

Eine intakte, nur kreidende Beschichtung wird gereinigt und angeschliffen; Blasen und Abplatzungen werden zumindest lokal entfernt; Rotrost zeigt, dass der Korrosionsschutz durchbrochen ist und eine vollständige Überarbeitung nötig wird. Wisch- und Klopfprobe sind schnelle Vorprüfungen, die die spätere Haftfestigkeitsprüfung vorbereiten — nicht ersetzen.

Die Haftfestigkeitsprüfung des Altanstrichs

Der häufigste Fehler beim Streichen ist, den Altanstrich zu überstreichen, ohne zu wissen, ob er noch trägt. Genau dafür gibt es die Haftfestigkeitsprüfung.
Geprüft wird, ob der Altanstrich tragfähig ist
Ein neuer Anstrich haftet nur so gut wie der Untergrund, auf den er kommt. Hält der Altanstrich noch fest am Blech, kann er als Untergrund dienen; blättert er ab oder löst er sich, muss er entfernt werden — sonst reißt der neue Anstrich mitsamt dem alten herunter. Die Prüfung stellt genau das fest, bevor der neue Anstrich kommt.
Wie geprüft wird
Der Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409 ist der schnelle Weg: Mit einem definierten Schneidwerkzeug wird ein Gittermuster durch die Beschichtung bis auf den Untergrund geschnitten; wie stark die Kanten und Quadrate dabei ausbrechen, ergibt eine Kennwert-Einstufung (Gt 0 bis Gt 5). Wichtig ist dabei, was der Gitterschnitt leistet: Er klassifiziert den Widerstand gegen Ablösung — eine Haftfestigkeit in Zahlen misst er nicht. Schnittabstand und Werkzeug müssen zur Schichtdicke und zum Untergrund passen, sonst ist das Ergebnis wertlos.
Der Abreißversuch nach DIN EN ISO 4624 klebt dagegen einen Prüfstempel auf und zieht ihn mit gleichmäßig steigender Zugkraft bis zum Bruch ab — er liefert eine Abreißfestigkeit als Messwert in N/mm² samt Bruchbild. Belastbarer ist er aber nicht automatisch: An einer dünnen, gekrümmten Rinne kann schon das Prüfverfahren selbst den Untergrund verformen und das Ergebnis verfälschen. Für die Praxis an der Rinne ist der Gitterschnitt deshalb meist das passendere Verfahren.
Jede Prüfung hinterlässt einen Schaden
Gitterschnitt wie Abreißversuch verletzen die Beschichtung bis auf den Untergrund. Die Prüfstelle wird anschließend instand gesetzt — sonst beginnt genau dort die nächste Unterrostung.
Der Befund entscheidet über den weiteren Weg
Tragfähiger Altanstrich wird gereinigt und angeschliffen, dann überstrichen. Nicht tragfähiger Altanstrich wird entfernt — und genau hier endet das Streichen im engeren Sinn und beginnt die Untergrundsanierung: Die Entfernung einer Altbeschichtung, die Blei, PCB oder Asbest enthalten kann, ist keine Heimwerker-Arbeit, sondern gehört in Fachhände (siehe ganz oben).

Das BFS-Merkblatt Nr. 5 für Zink und verzinkten Stahl

Für die Beschichtung von Zink und verzinktem Stahl gibt es ein Regelwerk, das die Praxis orientiert: das BFS-Merkblatt Nr. 5.
Das Merkblatt regelt die Beschichtung auf Zink und verzinktem Stahl
Das BFS-Merkblatt Nr. 5 (BFS = Bundesausschuss Farbe und Sachwertschutz) beschreibt, wie Zink- und verzinkte Stahlflächen für eine Beschichtung vorzubereiten und aufzubauen sind — vom Untergrund über den Voranstrich bis zur Deckbeschichtung. Es ist die fachliche Richtschnur genau für die Werkstoffe, die an der Rinne gestrichen werden, wenn der Zinküberzug abgetragen ist oder eine Schutzbeschichtung gewünscht wird.
Der Kern ist die Untergrundvorbereitung
Auf Zink haftet ein Anstrich nur nach der passenden Vorbehandlung — gereinigt, entfettet und mit dem für Zink geeigneten Voranstrich versehen. Das Merkblatt stellt diese Reihenfolge vor die Wahl der Deckfarbe: Erst der Untergrund, dann das System. Eine Zinkfläche, die „sauber aussieht", ist noch keine beschichtungsfertige Fläche.
Das Merkblatt ist eine Orientierung, kein Farbton-Katalog
Es sagt, wie die Schichtenfolge aufgebaut wird — nicht, welche Farbe oder welcher Hersteller zu nehmen ist. Die konkrete Produktwahl trifft das Beschichtungssystem, das zum Werkstoff und zur Beanspruchung passt; die Verarbeitungsangaben dazu liefert der jeweilige Hersteller.

Der kompatible Außen-Deckanstrich — System statt Universal-Lack

Am Ende steht die Wahl des Deckanstrichs — und die folgt einer Regel, die jede Rinne betrifft: System statt Universal-Lack.
Der Deckanstrich muss zum Werkstoff und zum Voranstrich passen
Ein Anstrich für verzinkten Stahl ist nicht automatisch einer für Zink oder für Aluminium; die Haftvermittlung unterscheidet sich je nach Oberfläche. Der kompatible Außen-Deckanstrich gehört deshalb zum selben System wie der Voranstrich beziehungsweise Haftprimer — aufeinander abgestimmt und für den konkreten Werkstoff freigegeben. Entscheidend ist die dokumentierte Systemverträglichkeit, nicht der Firmenname: Ein herstellerübergreifend freigegebenes System funktioniert, während zwei Produkte desselben Herstellers nicht automatisch zueinander passen. Was im technischen Merkblatt nicht als Aufbau beschrieben ist, ist kein System, sondern eine Vermutung.
Außen-Deckanstrich heißt: fürs Außenklima gebaut
Die Rinne liegt im Außenklima — UV-Strahlung, Nässe, Temperaturwechsel, stehendes Wasser im Herbst. Der Deckanstrich muss dafür formuliert sein: ein witterungsbeständiger Außen-Deckanstrich, kein Innenlack und kein Baumarkt-Universal. Ein Innenlack hat für diese Beanspruchung keine Freigabe — er ist für Räume, nicht für die Traufe formuliert.
Der Universal-Lack ist der klassische Fehlgriff
Ein „Metallschutzlack" ohne Freigabe für den konkreten Werkstoff haftet nicht oder versiegelt Feuchte im Untergrund. Wo der Anstrich hält, sieht er zunächst gut aus — und löst sich später in Bahnen ab, weil das System nie gestimmt hat. Entscheidend ist die dokumentierte Verträglichkeit von Untergrund, Voranstrich und Deckanstrich — nicht, dass alles vom selben Hersteller kommt.

Verarbeitungsfenster aus dem Datenblatt

Ob der Anstrich an einem bestimmten Tag überhaupt ausführbar ist, entscheidet nicht der Kalender, sondern das Datenblatt des gewählten Produkts — seine Werte werden vor dem Streichen gegen die Witterung abgeglichen.
Was aus dem Datenblatt übertragen wird
Mindest- und Höchsttemperatur der Luft, die Untergrundtemperatur der Rinne, die zulässige relative Feuchte und der Taupunktabstand — der Abstand der Untergrundtemperatur zum Taupunkt, unter den nicht gearbeitet werden darf. Dazu die Regenfestigkeit, also wann der frische Anstrich Niederschlag verträgt, und das Überarbeitungsintervall zwischen zwei Arbeitsgängen. Diese sechs Angaben stehen nicht als Faustregel fest, sondern je Produkt.
Nicht raten, ablesen
Ein Tag, der „trocken wirkt", kann am kühlen Rinnenblech trotzdem unter dem Taupunkt liegen — Kondensat unter der Beschichtung ist der Schaden, den man nicht sieht. Deshalb werden die Werte dem konkreten Datenblatt entnommen und gegen die Witterung vor Ort geprüft.

Schleifstaub und Waschwasser auffangen

Schleifen und Abwaschen erzeugen Rückstände, die nicht in den Boden oder in die Regenwassernutzung gehören — erst recht, wenn die Altbeschichtung unbekannt ist.
Fallrohr und Zisterne abtrennen
Bevor geschliffen oder gewaschen wird, werden Fallrohr und eine angeschlossene Zisterne vom Arbeitsbereich getrennt beziehungsweise abgedeckt. Der Schleifstaub einer unbekannten Altbeschichtung kann Metall, Blei oder Beschichtungsreste enthalten — er hat in der Regenwasserleitung und im Boden nichts verloren.
Rückstände gezielt sammeln
Schleifstaub wird aufgefangen und als Beschichtungsabfall entsorgt, Waschwasser nicht einfach ablaufen gelassen. Wo die Altbeschichtung unbekannt ist, gilt: erst klären, was sie enthält, dann schleifen — sonst verteilt die Arbeit den Schadstoff, den die Prüfung hätte verhindern sollen (siehe ganz oben).
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Dachrinne streichen: Schritt für Schritt

1

Schadstofffrage klären — vor dem ersten Schleifstrich

Alte Beschichtungen und die Traufe selbst können Schadstoffe tragen. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne und ihren Anschlüssen mit Asbest zu rechnen; Altbeschichtungen können Blei oder PCB enthalten. Besteht Verdacht, wird nicht trocken geschliffen — Prüfung und Entfernung durch einen qualifizierten Fachbetrieb (siehe ganz oben).

2

Werkstoff bestimmen

Zink, verzinkter Stahl, Aluminium oder PVC-U? Bei PVC-U wird nur gestrichen, wenn Rinnen- und Lackhersteller ein Beschichtungs- system dafür ausdrücklich freigeben — sonst gereinigt statt gestrichen. Der Werkstoff entscheidet über Voranstrich und Deckanstrich.

3

Anlass klären

Schutz (abgetragener Zinküberzug) oder Optik? Und: Ist die Rinne beschädigt, wird sie erst repariert, nicht überstrichen (Dachrinne reparieren Zink).

4

Standplatz sichern

Von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.

5

Altanstrich prüfen

Mit Gitterschnitt oder Abreißversuch die Haftfestigkeitsprüfung machen. Tragfähiger Anstrich → reinigen, anschleifen, überstreichen. Nicht tragfähig → entfernen (Fachhand, siehe Schritt 1).

6

Untergrund vorbereiten

Reinigen und entfetten; wo der Altanstrich tragfähig ist, anschleifen. Auf Zink und verzinktem Stahl nach BFS-Merkblatt Nr. 5 — die Patina beziehungsweise der Zinküberzug verlangt die passende Vorbehandlung.

7

Voranstrich setzen

Den zum Werkstoff und zum Deckanstrich passenden Voranstrich beziehungsweise Haftprimer auftragen — aus demselben System wie die Deckfarbe.

8

Deckanstrich auftragen

Den kompatiblen Außen-Deckanstrich in den vorgesehenen Arbeitsgängen aufbringen, nach Herstellerangabe — nicht zu dick, nicht auf feuchten Untergrund.

9

Trocknung und Kontrolle

Die Beschichtung vollständig durchtrocknen lassen und prüfen, ob sie deckt und haftet — bevor der nächste Regen die Probe macht.


Die häufigsten Fehler

FehlerFolge
Falscher Werkstoff gestrichenAnstrich haftet nicht auf der Oberfläche
PVC-U ohne freigegebenes System gestrichenAnstrich hält nicht, kann den Kunststoff anlösen
Ohne Haftfestigkeitsprüfung überstrichenneuer Anstrich reißt mit dem alten ab
Auf Patina ohne Voranstrich gestrichenkeine Haftung auf der Oxidschicht
Universal-Lack statt System gewählthält der Bewitterung nicht stand
Feuchtigkeit im Untergrund eingeschlossenUnterrostung unter der Beschichtung
Beschädigte Rinne nur überstrichenSchaden bleibt, Anstrich deckt ihn zu
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Was beachtet werden muss

Schadstoffe — zuerst zu klären
Alte Beschichtungen können Blei oder PCB tragen, die Traufe Asbest. Bei Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne, an Traufteilen, Klebern, Kitten und Beschichtungsmassen mit Asbest zu rechnen, bis Unterlagen oder eine Materialprobe den Verdacht ausräumen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Nachweise gesondert zu prüfen. Bei Verdacht wird nicht trocken geschliffen; Prüfung und Entfernung gehören in Fachhände — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519, wo Asbest im Spiel ist, für bleihaltige Beschichtungen nach TRGS 505. Diese Prüfung steht vor jedem Schleif- und Pinselstrich.
Werkstoff vor Anstrich
Titanzink, verzinkter Stahl, Aluminium oder PVC-U — der Werkstoff entscheidet, ob überhaupt und womit gestrichen wird. PVC-U nur mit einem vom Hersteller freigegebenen Beschichtungssystem, sonst gereinigt statt gestrichen; eine patinierte Zinkrinne braucht in der Regel keinen Anstrich; der klassische Kandidat ist der verzinkte Stahl mit abgetragenem Zinküberzug.
Haftfestigkeitsprüfung
Der Altanstrich wird geprüft, bevor überstrichen wird: Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409 liefert eine Einstufung (Gt 0 bis Gt 5), der Abreißversuch eine gemessene Abreißfestigkeit — zwei unterschiedliche Verfahren, kein gleichwertiger Ersatz füreinander. Tragfähig heißt reinigen, anschleifen, überstreichen; nicht tragfähig heißt entfernen — bei Altbeschichtungen in Fachhänden.
BFS-Merkblatt Nr. 5
Auf Zink und verzinktem Stahl gilt das BFS-Merkblatt Nr. 5 als Richtschnur für Vorbehandlung und Schichtenaufbau. Die Untergrundvorbereitung steht vor der Deckfarbe.
System statt Universal-Lack
Voranstrich und kompatibler Außen-Deckanstrich stammen aus demselben System und sind für den konkreten Werkstoff freigegeben. Ein Universal-Lack ohne Freigabe für den Werkstoff ist kein Ersatz für dieses System.
Absturz
Gearbeitet wird von Gerüst oder Arbeitsbühne, nicht von der Leiter und nicht auf der Rinne abgestützt.
Was schiefgeht, wenn man es falsch macht
Der typische Fehler ist der Anstrich auf Verdacht: die Rinne überstrichen, ohne den Werkstoff zu bestimmen, ohne die Haftung zu prüfen, mit dem Universal-Lack vom Baumarkt. Das Ergebnis sieht zunächst gut aus und löst sich mit der ersten Bewitterung in Bahnen ab — jetzt zusätzlich auf einem Altanstrich, der erst mühsam entfernt werden muss. Deshalb steht der Werkstoff vor der Farbe, die Haftfestigkeitsprüfung vor dem Anstrich und das System vor dem Universal-Lack.
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