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Bevor Stiel oder Sauger das erste Material aus der Rinne holen, wird die Asbestfrage gestellt. Bei Objekten mit Baubeginn bis einschließlich 31. Oktober 1993 ist an der Rinne und an allem, was über ihr liegt (Faserzement-Dach, alte Bahnen, Kleber, Kitte, Beschichtungsmassen), mit Asbest zu rechnen; bei später erneuerten Bauteilen sind deren Einbau- und Produktnachweise gesondert zu prüfen. Verlässliche Unterlagen räumen den Verdacht aus, sonst klärt eine Materialprobe im Labor. Besteht Verdacht, nimmt der Nass-/Trockensauger den ungeklärten Schlamm eines alten Faserzement-Dachs nicht auf — Umgang und Entsorgung nach TRGS 519 durch einen qualifizierten Fachbetrieb.
Ist die Arbeit am Boden überhaupt möglich, oder verlangt sie beide Hände in Arbeitshöhe? Diese Einschätzung entscheidet zwischen Stiel/Sauger und Arbeitsbühne — und sie ist keine Bequemlichkeitsfrage, sondern die Anwendung der Leiter-Regel: Die Leiter ist Zugangsmittel, kein Arbeitsplatz.
Für das grobe Zwischenreinigen: Teleskopstange mit Rinnenschaufel oder Teleskop-Rinnensauger, vom Boden geführt. Für die vollständige Reinigung: fahrbare Hubarbeitsbühne — von einem dafür unterwiesenen Bediener, und wo nötig mit PSAgA am vom Bühnenhersteller vorgesehenen Anschlagpunkt im Korb (das Anschlagen am Bauwerk ist der Ausnahmefall).
Vor dem Ausfahren: keine Freileitungen in Reichweite, Fallbereich unter der Traufe absperren, Augen- und Kopfschutz gegen herabfallenden Schlamm und Splitter. Mit Stiel oder Sauger Laub und loses Material entfernen. Nicht am Stiel in die Rinne kratzen — der Stiel zieht und hebt, er verbietet das Kratzen.
Die Stabkamera am Stiel in die Rinne führen und das Ergebnis prüfen: Liegt noch Material, ist der Ablauf frei, zeigen die Verbindungen sichtbare Schäden? Was die Kamera zeigt, entscheidet, ob es reicht oder die Bühne kommen muss — dicht ist die Rinne damit noch nicht bestätigt.
Verkrusteter Schlamm, ein verstopfter Ablauf oder ein loser Halter sind keine Bodenarbeit mehr — dafür kommt die Bühne oder der Fachbetrieb (Dachrinne reinigen, Dachrinne reparieren).
Die bodengeführten Verfahren ersetzen die vollständige Reinigung nicht — sie halten die Rinne frei zwischen zwei gründlichen Reinigungen in Arbeitshöhe (Technik Dachrinne reinigen).
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Leiter durch instabile Improvisation ersetzt | Absturzgefahr bleibt, nur anders |
| Am Stiel in die Rinne gekratzt | Halter verbogen, Rinne beschädigt — unsichtbar vom Boden |
| Ergebnis nicht mit der Kamera kontrolliert | Rinne „sauber", aber Ablauf verstopft |
| PSAgA ohne geprüften Anschlagpunkt (z. B. Schornstein) | falsches Sicherheitsgefühl |
| Bodengeführtes Reinigen für „komplett" erklärt | Ablauf und Fallrohr bleiben verstopft |
| Vom Dach aus über die Traufe gearbeitet | Absturzgefahr an der offenen Traufkante |